DE974477C - Verfahren zur Reinigung aliphatischer Alkohole - Google Patents
Verfahren zur Reinigung aliphatischer AlkoholeInfo
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- DE974477C DE974477C DEST810A DEST000810A DE974477C DE 974477 C DE974477 C DE 974477C DE ST810 A DEST810 A DE ST810A DE ST000810 A DEST000810 A DE ST000810A DE 974477 C DE974477 C DE 974477C
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Description
(WiGBl. S. 175)
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 5. JANUAR 1961
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12o GRUPPE 502 INTERNAT. KLASSE C 07c
St 810 IVb 112
Esso Research and Engineering Company, Elizabeth, N. J. (V. St. A.)
Verfahren zur Reinigung aliphatischer Alkohole
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 1. April 1950 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 30. Juli 1953 Patenterteilung bekanntgemacbt am 15. Dezember 1960
Die Priorität der Anmeldungen in den V. St. v. Amerika vom 1. Mai, 31. Dezember 1948,
1. April und 26. Mai 1949 ist in Anspruch genommen
Die Erfindung betrifft die Reinigung aliphatischer [ stoffhaltigen Verbindungen wie Ketonen, Aldehyden, io
Alkohole, wie sie bei der Hydratation von Monoolefinen, j Estern u.dgl.; Abtrennung von Wasser von organamentlich
in Gegenwart mehrbasischer Mineral- nischen Verbindungen wie Alkoholen, Ketonen u. dgl.;
säuren, oder auch durchOxonierung mit anschließender
Hydrierung entstehen, durch Extraktionsdestillation, z. B. Trennung eines Alkohols von Verunreinigungen
mit weitem Siedebereich; eines oder mehrerer Alkohole von anderen Alkoholen mit eng benachbarten Siedepunkten
; Trennung von Alkoholen von anderen sauer-
Kohlenwasserstoffen von ihren Isomeren, z. B. m-Xylol
von p-Xylol; Paraffinen von Olefinen, Olefinen von Diolefinen
u. dgl. Aus den rohen aliphatischen Alkoholen, die aus Monoolefinen erhalten werden, namentlich Alkoholen
mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen im Mol, lassen sich unerwünschte Geruchsstoffe entfernen, die tiefer
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bzw. wesentlich höher bzw. bei der gleichen Temperatur sieden wie der zu reinigende Alkohol.
Die nach dem vorliegenden Verfahren hochraffmierten Alkohole haben hervorragende Geruchseigenschaften
und können besonders zur Herstellung von kosmetischen Artikeln, Parfüms, Arzneiwaren, biologischen
und vitaminhaltigen Präparaten verwendet werden. Bisher wurden diese Alkohole nur in sehr bescheidener
Ausbeute unter hohen Kosten durch wiederholte Fraktionierung teilweise raffinierter Alkohole gewonnen.
Olefinkohlenwasserstoffe, wie sie etwa beim Spalten von Mineralölen entstehen, enthalten störende Geruchsstoffe
in wechselnden Mengen, namentlich Schwefelverbindungen, wie Schwefelwasserstoff, Alkylsulfide,
Mercaptane sowie Zersetzungs- und Reaktionsprodukte von Schwefelsäure. Diese Stoffe, die nur in unbedeutenden
Mengen im Ausgangsgut für die saure Hydratation vorkommen, verursachen den störenden Geruch des
Rohalkohols.
Isopropanol, der bei der schwefelsauren Hydratation von Propylen gewonnen wird, hat folgende Zusammensetzung:
Isopropanol go Volumprozent
Diisopropyläther 5 bis 10 Volumprozent
Aceton
Kohlenwasserstoffe (Kp. = 60 bis 3000C, Hauptmenge 100 bis 3000C)
Sauerstoffhaltige Verbindungen außer Aceton einschließlich Äther, ■ tert. Butylalkohol und höherer Alkohole,
höherer Ketone u. dgl
Schwefelverbindungen mit weitem 3g Siedebereich in Spuren
Sogenanntes »Propylöl«, das als Nebenprodukt bei der schwefelsauren Hydratation von Propylen entsteht,
hat folgende Zusammensetzung:
55 Gewichtsprozent sek. Heptanol (Kp. = 137 bis 1400C)
21 Gewichtsprozent sek. Octanol (Kp. = 160 bis 1650C)
2 Gewichtsprozent C7-Keton (Kp. = 1310C)
13 Gewichtsprozent Kohlenwasserstoffe (Kp. oberhalb 600C bis etwa 3000C, hauptsächlich Polymere
und Mischpolymere von Propylen)
9 Gewichtsprozent Äther (Kp. oberhalb 100°C),
z. B. t-Butylisopropyläther
Schwefelverbindungen in Spuren
bis 2 Volum prozent
Die Fraktionen haben mattgelbe bis tiefrote Farbe und z. B. campher- oder mentholähnlichen Geruch.
Gegenwärtig werden solche technischen rohen wäßrigen Alkohole, die bei der sauren Hydratation
der Olefine entstehen, folgendermaßen gereinigt: Der wäßrige Rohalkohol wird mit Wasser weiterverdünnt,
wodurch ein Teil der wasserunlöslichen Verunreinigungen und ein wesentlicher Teil der polymeren Öle aus
der Lösung ausgeschieden und entfernt wird. Der wäßrige Alkohol wird dann in einem Turm, in einer
sogenannten Vorlaufkolonne destilliert, wobei niedrigsiedende Verunreinigungen, namentlich Äther, am
Kopf der Kolonne abdestillieren. Der untere Abzug der Kolonne wird einer Konzentrierkolonne zugeführt,
aus der verschiedene Auslässe oben oder seitlich abgehen. Beispielsweise wird bei dem Isopropanolverfahren
eine sogenannte »Butylfraktion«, die hauptsächlich sek. Butylalkohol und Wasser enthält, an einer Stelle
unterhalb des Beschickungsbodens, eine »Propylöl«- Fraktion an einer Stelle oberhalb des Beschickungsbodens, eine acetonhaltige Vorlauffraktion am Kopf
der Kolonne und das Reaktionsprodukt selbst, nämlich ein a.ivolumprozentiges Isopropanol, als Seitenstrom
etwa fünf Böden unterhalb des oberen Kolonnenendes entfernt. Es gelingt aber nicht, auf diese Weise raffinierten
Alkohol, der nach dem »Wasserverdünnungstest« genügt und einen ausgezeichneten Geruch besitzt, in
wirtschaftlicher Ausbeute auf dem Wege der üblichen Destillation des unverdünnten, das Polymere enthaltenden
rohen Alkohols in einer Kolonne mit 70 Böden zu gewinnen. Nach diesem Versuch werden 20 ecm
des Prüfstoffes in einen klaren durchsichtigen Zylinder eingebracht, dessen Fassungsvermögen wenigstens
100 ecm beträgt und der über eine Höhe von wenigstens
17,8 cm graduiert ist; die Temperatur wird auf 20° C eingestellt. 80 ecm destilliertes Wasser
werden dann in kleinen Portionen zugesetzt, und zwar die ersten 5 ecm in Mengen von je 1 ecm, die nächsten
5 bis 20 ecm in Mengen von je 5 ecm und die restlichen
20 bis 80 ecm in Mengen von je 10 ecm. Nach jedem
Zusatz wird der Zylinder verschlossen, geschüttelt und dann sich selbst überlassen. Nunmehr prüft man die
Probe auf Trübung durch Betrachtung von oben nach unten über die ganze Höhe der Flüssigkeitssäule und
quer durch diese in mildem diffusem Licht gegen einen Hintergrund, der jede Farbänderung leicht erkennen
läßt. Wenn sich ein Anzeichen einer Trübung, z. B. in bläulichem Farbton, bemerkbar macht, wird die
Probe als negativ bewertet. Wenn sich keine Eintrübung feststellen läßt, hat die Probe die Prüfung
bestanden. In diesem Falle wird die Probe mit dem Vermerk »In jedem Mengenverhältnis mischbar« versehen.
Wenn eine Trübung während der Untersuchung eintritt, erhält die Probe den Vermerk »Trübung« bei
der jeweils verbrauchten Wassermenge.
Die vorliegende Erfindung betrifft demgegenüber ein Verfahren zur Reinigung wasserlöslicher aliphatischer
Alkohole mit 3 bis 5 Kohlenwasserstoffatomen, die vorzugsweise durch Hydratation von Olefinen hergestellt
worden sind und als höhersiedende Verunreinigungen Polymeröl enthalten, durch extraktive
Destillation mit Wasser als Lösungsmittel. Das Besondere liegt dabei darin, daß man den hohen Alkohol
kontinuierlich in dem mittleren Abschnitt einer Fraktionierkolonne einleitet, die unter Destillationsbedingungen
gehalten wird, daß man ferner in diese Kolonne rheblich über der Einlaßstelle des rohen Alkohols
Wasser in solcher Menge einleitet, daß ein interner Wasserrücklauf in der Rektifikationszone der Kolonne
mit einem Gehalt von wenigstens 70 Molprozent ent-
steht, wobei der Wassergehalt ausreicht, um die relativen Flüssigkeiten des Alkohols und der anderen Bestandteile
der rohen Alkoholbeschickung so weit zu verändern, daß die Hauptmenge des Polymeröls am
Kolonnenkopf übergeht und der Rest als außerdem noch Wasser und Alkohol enthaltender Nebenstrom
unterhalb der Beschickungsstelle des Rohalkohols entnommen wird, und daß man eine verdünnte wäßrige
Lösung des Alkohols mit stark verringertem Gehalt
ίο an Polymeröl kontinuierlich als Bodenflüssigkeit aus
der Kolonne abzieht.
Wenn es sich z. B. um die Reinigung von Isopropylalkohol handelt, führt man das Wasser am Kopf des
Turmes oder in dessen Nähe in solcher Menge ein, daß eine Zusammensetzung von 65 bis 99,9 Molprozent in
der flüssigen Phase in der Kolonne aufrechterhalten wird. Die tunliche Wasserkonzentration, bestimmt
durch die Wasserlöslichkeit des Alkohols, wechselt mit dem zu reinigenden rohen Alkoholgemisch; sie ist z.B.
ao bei Äthanol 65 bis 99, vorzugsweise 80 bis 99 Molprozent;
bei Isopropanol 70 bis 99, vorzugsweise 85 bis 9 Molprozent; bei sek. Butanol 95 bis 99,9 Molprozent
und bei sek. Amylalkoholen 97,5 bis 99,9%. Höhere Temperaturen und Drücke verbreitern erheblieh
den Löslichkeitsbereich von sek. Butanol und sek. Amylalkohol. Beispielsweise ist sek. Butanol bei
1070C, sek. Amylalkohol bei 1880C mit Wasser vollkommen
mischbar. Eine andere Möglichkeit zur Steigerung der Löslichkeit von sek. Butanol und sek. Pentanol
besteht im Zusatz niedrigmolekularer sauerstoffhaltiger Verbindungen, z. B. niedrigmolekularer Alkohole.
Für die Behandlung von sek. Pentanol kann Aceton als Löslichkeitsverstärker dienen.
Das eingeführte Wasser reicht aus, damit alle oder nahezu alle Verunreinigungen des Rohalkohols übergehen,
nämlich Äther, Ketone, andere Alkohole, leichte Kohlenwasserstoffe, die schon bei 300C sieden,
und sogar alle oder ein wesentlicher Teil der hochsiedenden polymeren Öle.
Der Destillationsturm kann ohne den üblichen äußeren Rückfluß so betrieben werden, daß die Dämpfe
oben entfernt werden, ohne weitere Kondensation an einer Stelle oberhalb des Eintritts des Lösungsmittels,
z. B. Wasser, für die Extraktionsdestillation.
Der Destillationsturm kann auch ohne den üblichen Rückfluß des gesamten kondensierten Destillates betrieben
werden; man überläßt dieses der Aufteilung in zwei flüssige Schichten, wobei die Phase, die nicht
aus dem Lösungsmittel oder Wasser besteht, mit dem Lösungsmittel weiter extrahiert wird, z. B. mit Wasser,
und wenigstens eine der wäßrigen Phasen in die Destillationskolonne zurückfließt.
Viele der oben abgehenden Verunreinigungen sieden normalerweise oberhalb des Siedepunktes des zu
reinigenden Alkohols; polymere Öle beispielsweise sieden bei 250 bis 3000C. Verunreinigungen in Form
des polymeren Öles, besonders dessen hochsiedende Fraktionen, werden aus der Rohalkohollösung ausgeschieden,
wenn dieser mit dem wäßrigen Rückfluß in Berührung kommt und durch diesen verdünnt wird;
diese ausgeschiedenen Verunreinigungen reichern sich in der Kolonne in der Nähe des Bodens für den Eintritt
des Rohalkohols an, d. h. dort, wo dieser zuerst mit dem wäßrigen Rückfluß in Berührung kommt. An
dieser Stelle zieht man ein das polymere Konzentrat enthaltendes Produkt aus der Destillationskolonne in
ein Scheidegefäß ab. Die verdünnte alkoholische Schicht kehrt in die Kolonne an einer Stelle zurück,
die etwa einen Boden unterhalb der Abzugsleitung liegt. In dieser Weise werden praktisch alle riechenden
Verunreinigungen aus dem Alkohol entfernt. Der verdünnte wäßrige Alkohol wird als unterer Ablauf mit
65 bis 99 Molprozent Wasser in eine Konzentrierkolonne übergeführt, die konzentrierten Alkohol in
hoher Ausbeute liefert. Das Produkt ist hinsichtlich des Geruchscharakters den alkoholischen Erzeugnissen,
die nach bekannten Verfahren gewonnen werden, weit überlegen.
Im Bedarfsfall wird der rohe wäßrige Alkohol vor der Extraktionsdestillation mit Wasser versetzt, um
die Hauptmenge des polymeren Öles aus der Lösung abzuscheiden, namentlich dessen höhersiedende Bestandteile.
Auf dem Gebiet der extraktiven Destillation wie auch der Erzeugung azeotropischer Gemische gibt es
bereits eine Reihe von Veröffentlichungen, die gewisse Berührungen mit der vorliegenden Erfindung
haben, jedoch sich von dieser in wesentlichen Punkten unterscheiden. Das Hauptmerkmal der vorliegenden
Erfindung ist die Umkehrung der Siedegrenzen. Es sind demgegenüber bereits eine Reihe von Trennverfahren
bekanntgeworden, bei denen zusätzliche Lösungsmittel während des Destilliervorganges zugeführt
werden. Hierbei wurde jedoch niemals, wie im vorliegenden Falle, der Siedepunkt des höhersiedenden
Bestandteiles so weit erniedrigt, daß bei geeigneter Zuführung des Rohgemisches ein niedrigersiedendes
Azeotrop aus diesem hochsiedenden Bestandteil erzeugt und am Kopf der Kolonne abgezogen wurde.
In diesem Fall ist die Lage bei der Destillation dieselbe, als wenn das extraktive Lösungsmittel überhaupt
fehlte. Bei Prüfung der bekanntgewordenen Trennverfahren liegen überdies solche Ausgangsgemische
vor, bei denen beide oder auch mehrere Bestandteile in ziemlich großer Menge vorhanden sind,
während die vorliegende Erfindung insbesondere auf die Beseitigung sehr geringer Mengen von Verunreinigungen
abzielt. Hierdurch unterscheidet sich auch die Erfindung von einer Reihe von Vorschlägen,
die insbesondere zur Reinigung niederer Alkohole (Methyl· und Äthylalkohol) gemacht worden sind.
Einige der bekanntgewordenen Verfahren unterscheiden sich von dem vorliegenden dadurch, daß die
zugegebenen Flüssigkeiten teils mischbar und teils nicht mischbar sind, und in anderen Fällen liegen die
Siedebereiche der zu trennenden Flüssigkeiten sehr nahe beieinander. Im vorliegenden Falle dagegen
handelt es sich um solche Ausgangsgemische, deren Bestandteile recht erheblich in ihren Siedepunkten
auseinanderliegen.
Nach keiner der bekanntgewordenen Vorveröffentlichungen war es zu erwarten gewesen, daß man durch
Einleitung des Rohalkohols in die Mitte einer Fraktionierkolonne, Zugabe von Wasser am Kopf und Abzweigung
eines Nebenstromes unterhalb der Beschickungssteile in der Lage ist, gerade Gemische aus
wasserlöslichen aliphatischen Olefinen mit 3 bis 5 Kohlenwasserstoffatomen selbst von solchen Verunreinigungen
ganz zu befreien, die nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind.
Es wurde gefunden, daß bei dem vorliegenden Verfahren 95 Volumprozent Alkohol aus dem rohen wäßrigen
Rohisopropylalkohol nachstehender Zusammensetzung, der bei der Hydratation von Propylen entsteht,
als hochgereinigtes angenehm riechendes Produkt durch Konzentrierung des verdünnten Alkohols gewonnen
werden können, der als unterer Ablauf einer Destillationskolonne mit 45 Böden bei Verwendung
von Wasser als Lösungsmittel anfällt:
65 Volumprozent Isopropanol,
1,4 Volumprozent Propylöl (bezogen auf Alkohol), 0,2 Volumprozent Aceton (bezogen auf Alkohol),
1,4 Volumprozent Propylöl (bezogen auf Alkohol), 0,2 Volumprozent Aceton (bezogen auf Alkohol),
5,1 Volumprozent Isopropanoläther (bezogen auf Alkohol),
Restwasser und andere Verunreinigungen.
Wenn man eine Extraktionsdestillationskolonne mit 45 Böden bei einem Verhältnis von Rückfluß zum
oberen Ablauf wie 2:1 betreibt und die Geschwindigkeit
der alkoholischen Beschickung (Zufuhr auf dem 30. Boden) sowie die Geschwindigkeit der Beschickung
mit Wasser (Zufuhr auf dem 45. Boden) so einstellt, daß ein 23,5volumprozentiger Alkohol am Boden der
Kolonne abgezogen werden kann, lassen sich Verunreinigungen in folgenden Mengen aus dem Alkohol
in Form des oberen Ablaufes aus der Kolonne entfernen :
69,7 Volumprozent Propylöl,
100 Volumprozent Aceton,
100 Volumprozent Isopropyläther,
5,2 Volumprozent Isopropylalkohol.
100 Volumprozent Aceton,
100 Volumprozent Isopropyläther,
5,2 Volumprozent Isopropylalkohol.
Bei Einhaltung optimaler Destillationsbedingungen
+5 läßt sich der Alkoholgehalt des oberen Ablaufes wesentlich unter 5,2, etwa bei 1 Volumprozent oder
darunter halten. Der wäßrige 23,5volumprozentige Alkohol, der in der Destillationskolonne anfällt, wurde in
einer Destillationskolonne mit 40 Böden konzentriert.
Zehn Schnitte des Seitenstromes der Destillationskolonne, der aus einem wäßrigen azeotropen Gemisch
mit 91 Volumprozent Alkohol besteht, wurden während des Destillation abgetrennt und auf ihren Geruch im
Vergleich mit handelsüblichem Alkohol geprüft. Der
Geruch von Alkohol verstärkt sich bekanntlich mit zunehmender optischer Dichte bei gewissen Wellenlängen,
z. B. von 2250 Ä.
Folgende Tabelle zeigt, daß 90% des Alkohols handelsüblichem Alkohol weit überlegen und die
restlichen 10 % gleichwertig sind. Im · technischen Betrieb bei kontinuierlicher Arbeitsweise werden die
ersten Prozente Alkohol als oberer Ablauf, der hochgereinigte Alkohol als seitlicher Ablauf entfernt.
Eigenschaften eines 9ivolumprozentigen Alkohols aus der Extraktionsdestillation von Rohalkohol
| I | Optische Dichte von | verglichen mit | [ 2700 Ä*j | Geruch, ver | 0,202 | wesentlich | go | — | |
| 2 | Alkohol, | destilliertem Wasser bei | glichen mit | besser | |||||
| Probe | handels | ||||||||
| 3 | 2250 A | üblichem 70 | |||||||
| 4 | 0,584 | Alkohol | |||||||
| Fraktion | 5 | 0,287 | gleich | ||||||
| Fraktion | 6 | wesentlich | 0,1 bis 0,7 | ||||||
| 7 | O,26l | besser 75 | |||||||
| Fraktion | 8 | 0,250 | desgl. | ||||||
| Fraktion | 9 | 0,265 | desgl. | ||||||
| Fraktion | CO | 0,264 | desgl. | ||||||
| Fraktion | 0,300 | 0,690 | desgl. | ||||||
| Fraktion | 0,310 | 0,587 | desgl. 8o | ||||||
| Fraktion | 0,262 | desgl. | |||||||
| Fraktion | 0,279 | 0,404 | desgl. | ||||||
| Fraktion: | 0,285 | desgl. | |||||||
| 0,205 | Mittel der Fraktion 85 | ||||||||
| Fraktior | Alkohol (ver | 0,275 | 0,128 | ||||||
| 2 bis 10 | schiedenen | 0,093 · | |||||||
| Ursprungs) | 0,048 | ||||||||
| Handels | 0,034 | ||||||||
| üblicher | j 0,038 | ||||||||
| 0,4 bis ι | |||||||||
| 0 | |||||||||
*) Bezeichnung der Acetonkonzentration. Aceton in Konzentrationen von 0,2 °/0 oder weniger (0,3 bei 2700 A) beeinflußt
nicht den Geruch.
Weiter wurde gefunden, daß raffinierter Isopropylalkohol in besserer Ausbeute und Qualität, vor allem
von besserem Geruch aus dem Rohalkohol erhalten wird, wenn man den pH-Wert von Rohalkohol auf
6,0 bis 10,0, vorzugsweise 6,5 bis 9,0, während seiner Destillation einstellt.
Nach diesem Merkmal der Erfindung wird Rohalkohol als Zufuhr für die Destillationskolonne bei
Verwendung von Wasser als Lösungsmittel auf einen pH-Wert zwischen 6,0 und 10,0, vorzugsweise 6,5 und
9,0, eingestellt und auf diesem Wert während der uo Destillation gehalten.
Da der pH-Wert von Rohalkohol normalerweise
wegen eines Gehaltes an Schwefelsäure aus dem Herstellungsverfahren des Alkohols auf der sauren
Seite liegt, kann er durch Zusatz von Ätznatron oder einem anderen Neutralisationsmittel auf 6,0 bis 10,0
vor Eintritt des Rohalkohols in die Destillationskolonne, unmittelbar in die Destillationskolonne, die
Rückflußleitungen oder die Lösungsmittelleitung eingestellt werden. Die Erfindung ist nicht an ein be- lao
stimmtes Verfahren oder Mittel zur Einregelung des pH-Wertes gebunden, solange der pH-Wert sich in den
genannten Grenzen hält.
Vorzugsweise kommt Natriumhydroxyd zur Einregelung des pH-Wertes in Betracht; andere Stoffe
sind aber gleichfalls wirksam, z. B. Kaliumhydroxyd,
Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Erdalkalihydroxyde;
basische Salze; Ammoniak; primäre Amine organische Ammoniumbasen u. dgl.
Die Zeichnung bringt beispielsweise ein Fließbild im Aufriß für ein Verfahren nebst Vorrichtung.
2 ist ein Extraktionsdestillationsturm, etwa eine Kolonne mit 45 Böden, die mit rohem oder teilweise
raffiniertem Isopropylalkohol (Wassergehalt 0 bis 60 Volumprozent) aus Leitung 1 beschickt wird. Die
Speiseleitung ist vorzugsweise oberhalb des Mittelabschnittes, z. B. auf etwa den 30. Boden eines
Turmes mit 45 Böden angebracht. Wasser läuft in beträchtlichen Mengen durch Leitung 3 zu, und zwar
am Kopf oder nahe dem Kopf des Turmes, stets aber oberhalb des Beschickungsbodens für Alkohol. Das
Gemisch wird kontinuierlich fraktioniert destilliert in Kolonne 2 zwecks Abtrennung der Verunreinigungen
von Alkohol. Das in hinreichender Menge in den oberen Teil des Turmes eingeführte Wasser ändert die
relativen Siedepunkte der zu trennenden organischen Verbindungen und bewirkt, daß die Verunreinigungen
in sehr erheblichem Umfang vom Alkohol abdestilliert werden. Die Temperatur des Speisewassers liegt
vorzugsweise nahe der der Flüssigkeit auf dem Beschickungsboden für Wasser, kann aber auch tiefer
liegen, um zu diesem Boden aufsteigende Dämpfe teilweise zu kondensieren. Im Interesse einer kontinuierlichen
und wirksamen Arbeit muß das Wasser kontinuierlich nahe dem oberen Ende, Rohalkohol
kontinuierlich an einer tieferen Stelle der Kolonne zugeführt werden, unter genügender Wärmezufuhr,
um die Destillation in der ganzen Kolonne sicherzustellen. Die Beschickung kann auf eine Temperatur
nahe der des inneren Rückflusses unter Gleichgewichtssiedebedingungen
an der Eintrittsstelle vorerhitzt werden. Der vorgewärmte Alkohol kann bei Einführung in die Fraktionierkolonne flüssig bzw.
teilweise oder vollständig verdampft sein. Dämpfe der eingeführten organischen Verbindungen ziehen in der
Destillationszone nach oben in Berührung mit absteigendem innerem Rückfluß unter Gleichgewichtsbedingungen für die Destillation und den Rückfluß.
Da wesentlich mehr Wasser eingeführt und mit dem Kondensat nahe dem Kopf der Destillationszone
vermischt als abdestilliert wird, ist die Konzentration an Wasser im inneren Rückfluß am Kopf der Destillationszone
höher als in dem in der Zone aufsteigenden Dampf. Im Gegensatz hierzu nimmt bei der normalen
Destillation die Konzentration an Wasser in den aufsteigenden Dämpfen bis zur Konzentration des
wäßrigen azeotropen Gemisches ab, dann destilliert das azeotrope Gemisch mit einem konstanten Anteil
an Wasser über.
Die Wassermenge, die kontinuierlich oben in die Destillationszone zwecks Abtrennung der Verunreinigungen
vom Alkohol eingeführt werden muß, ist beträchtlich größer als die Kondensatmenge, mit der
sie sich auf jedem Boden homogen mischt, um die Wasserkonzentration des inneren Rückflusses wesentlieh
über einem kritischen Minimum in der Größenordnung von 70 bis 99,9 Molprozent zu bringen. Bei
angemessener Wasserkonzentration im inneren Rückfluß zur Leistung der Trennungsarbeit wird der im
wäßrigen unteren Ablauf abzutrennende Alkohol im wäßrigen inneren Rückfluß gelöst, der unten in der
Destillationskolonne anlangt. Man erhält Isopropylalkohol
von hervorragender Qualität bei Einstellung des Alkohols auf den Wasserzusatz mit der Maßgabe,
daß 15- bis 25volumprozentiger Alkohol unten in der Destillationskolonne anfällt.
Die Verunreinigungen des Isopropylalkohols, nämlich Isopropyläther, Aceton, ein wesentlicher Teil des
»Propylöls«, Wasser u. dgl., werden über Leitung 4 oben entfernt, in 5 kondensiert und aus dem System
durch Leitung 7 abgezogen. Das Kondensat kann teilweise auf den Kopf der Kolonne durch Leitung 6
zurückfließen. Die Qualität des Alkohols kann, wie gefunden wurde, ohne Minderung der alkoholischen
Ausbeute noch weiter dadurch gesteigert werden, daß die Kolonne für die Extraktionsdestillation ohne den
üblichen Rückfluß betrieben wird, und zwar so, daß die Dämpfe aus der Kolonne ohne weitere Kondensation
oberhalb der Eintrittsstelle des Lösungsmittels entfernt werden. Wenn man auf den äußeren Rückfluß
aus dem Kondensator verzichtet, wird das Ausmaß des Rückflusses in Turm 2 nur durch Zustand und
Menge des durch Leitung 3 eintretenden Lösungsmittels kontrolliert. So wirkt das Lösungsmittel
selbst bei passender Kontrolle seiner Temperatur wie ein Teilkondensator. Bei Verzicht auf den äußeren
Rückfluß besteht, wie gefunden wurde, ein wirksamer Rückfluß im Turm, weil an der Eintrittsstelle des
Lösungsmittels in den Turm kein Gleichgewicht zwischen Dämpfen und Lösungsmittel existiert.
Während das alkoholfreie Lösungsmittel einige Böden im Turm nach unten wandert, nimmt es Alkohol auf,
bis es eine feste Zustandsform erreicht. Das Ergebnis ist das nämliche wie bei Rückfluß des gewünschten
reinen Alkohols. Es wurde gefunden, daß das Rückflußverhältnis zwischen 0 :1 und 10 :1 kontrolliert
werden kann bei Verzicht auf den üblichen äußeren Rückfluß und bei Einführung des Lösungsmittels in
den Turm bei einer Temperatur etwas unterhalb seines Siedepunktes; bei Zusatz von Wasser beträgt die
Temperatur 20 bis 950C, vorzugsweise 85 bis 950C,
wenn man ein sehr reines Produkt, beispielsweise praktisch ioo%igen reinen Alkohol gewinnen will,
läßt man oben etwas Alkohol mit den Verunreinigungen übergehen. Zu diesem Zweck wird das Lösungsmittel
in den Turm bei niedrigerer Temperatur, d. h. bei iner Temperatur mehr in der Nähe des unteren
Grenzwertes der bezeichneten Größenordnung, ohne äußeren Rückfluß, eingeführt. Wenn man in dieser
Weise vorgeht, wird vermieden, daß irgendwelche Verunreinigungen im Turm nach unten wandern
über die auf jedem Boden kondensierte Menge hinaus, namentlich zwischen dem Beschickungsboden und der
Einführungsstelle für das Lösungsmittel. Abwechselnd können die oben durch Leitung 4 entfernten Dämpfe
kondensiert und einem Scheidegefäß zugeführt werden, wo sich das Kondensat in zwei Phasen, nämlich eine
wäßrige und eine organische Phase, aufteilt. Diese läuft in den Mittelabschnitt der Extraktionszone
zurück. In dieser wird die organische Phase im Gegenstrom mit Wasser extrahiert, das nahe dem Kopf
dieser Zone eintritt. In der Extraktionszone bilden
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sich eine raffinierte Phase, die aus Kohlenwasserstoffen und anderen wasserunlöslichen Stoffen besteht und
entfernt wird, sowie eine wäßrige Extraktphase, die abgezogen und zum Kopf der Destillationszone 2 zusammen
mit der wäßrigen Phase zurückfließt, die aus dem Scheidegefäß entfernt wird.
Unter optimalen DestiUationsbedingungen kann man den Alkoholgehalt des oberen Abzuges erheblich
unter etwa 5 Volumprozent des in die Destillationszone
eingeführten Isopropylalkohols bringen, z. B. auf etwa ι Volumprozent. Ein hochgereinigtes Produkt,
z. B. praktisch reiner ioo%iger Alkohol, läßt sich bei höherem Alkoholanteü in dem die Verunreinigungen
abführenden oberen Abzug erzeugen; der Alkohol wird durch Extraktion der organischen Phase des
oberen Abzugs zurückgewonnen und in die Destillationszone gemeinsam mit der wäßrigen Phase des
kondensierten Destillates wieder eingeführt. Weiteres hochsiedendes polymeres Öl wird, wie sich herausstellte,
als gesonderte Phase in der Kolonne nahe dem Alkoholbeschickungsboden beim Zusammentreffen von
Beschickung und wäßrigem Rückfluß konzentriert. Dieses Konzentrat aus polymerein Öl wird als Seitenstrom
aus der Kolonne entfernt und durch kontinuierliehe Dekantierung zerlegt; in dieser Weise wird das
polymere Öl aus der Kolonne wirksam entfernt. Der Seitenstrom wird aus der Kolonne unterhalb des
Beschickungsbodens für Rohalkohol, vorzugsweise unmittelbar unterhalb desselben abgezogen, und zwar
über Leitung 24 zum Scheidegefäß 25, wo sich eine obere Phase aus polymerem Öl und eine untere aus
wäßrigem Alkohol, frei von polymerem Öl, bilden. Jene wird aus dem System entfernt, diese kehrt auf
den Turm über Leitung 26 etwa einen Boden unterhalb der Abzugsstelle zurück.
Der untere Ablauf des Turmes 2, der hauptsächlich aus etwa 10- bis 40-, vorzugsweise 15- bis 25volumprozentigem
wäßrigem Alkohol besteht, wird durch Leitung 8 entfernt und der Konzentrierkolonne 12
zugeführt. Ein Teil des unteren Ablaufes fließt über Leitungen 8 und 10 in einen Wiederverdampfer 9,
wird dort durch indirekten oder direkten Wärmeaustausch mit einem Heizmittel, etwa Frischdampf,
erwärmt und kehrt über Leitung 11 auf die Destillationskolonne
zurück. In Kolonne 12 wird der wäßrige Alkohol auf 91,3 Volumprozent konzentriert und als
Seitenstrom nahe dem Kopf der Kolonne durch Leitung 17 abgezogen. Das etwa verbleibende »Propylöl«
aus dem wäßrigen Alkohol wird als Seitenstrom 18 etwa drei Böden oberhalb des Beschickungsbodens
entfernt. Etwaige Spuren leichten Materials und Alkohol destillieren oben durch Leitung 13 ab, werden
im Kondensator 14 kondensiert und aus dem System durch Leitung 16 entfernt bzw. im Bedarfsfall in die
Extraktionsdestillationszone zurückgeleitet. Ein Teil des Kondensates kann oben auf die Kolonne durch
Leitung 15 zurückfließen. Der untere Ablauf der Kolonne, der im wesentlichen aus Wasser besteht,
fließt durch Leitung 19 ab und wird gegebenenfalls ganz oder teilweise in den Extraktionsdestillationsturm
2 durch die Wasserbeschickungsleitung 3 zurückgeführt. Überschüssiges Wasser wird aus dem System
durch Leitung 23 entfernt. Ein Teil des unteren Ablaufes kann über Leitung 20 einem Wiederverdampfer
21 zugeführt, dort durch indirekten oder direkten Wärmeaustausch mit einem Heizmittel, wie
Frischdampf, erhitzt und auf Kolonne 12 über Leitung 22 zurückgeleitet werden. Statt durch fraktionierte
Destillation kann der verdünnte wäßrige Alkohol aus der Destillationszone auch in anderer
Weise, z. B. durch Lösungsmittelextraktion, konzentriert werden.
Die Abtrennung der Verunreinigungen aus Isopropanol,
der aus der Hydratation von Propylen in Gegenwart von Säure stammt, ist unzureichend, wenn
der innere Rückfluß weniger als 70 Molprozent Wasser enthält; für ein leistungsfähiges Betriebsverfahren
beträgt der Wassergehalt vorzugsweise 85 bis 99 Molprozent.
Unter stabilen Arbeitsbedingungen der Extraktionsdestillationszone
besitzt der innere Rückfluß mit angemessenem Wassergehalt zwecks Abtrennung der Verunreinigungen mit weitem Siedebereich die Tendenz,
eine vorzugsweise homogene flüssige Phase auf jedem Boden mit nahezu konstantem Wassergehalt zu
bilden; der hohe Wassergehalt im inneren Rückfluß unterhalb des Beschickungsbodens für Alkohol ist
annähernd gleichmäßig. Der innere Rückfluß reichert sich, von oben nach unten fortschreitend, mit Alkohol
an, während die anderen Verunreinigungen der Beschickung oben ab destillieren.
Bei der Destillation wechselt der Molprozentgehalt an Wasser in dem gesamten oberen Destillat der
Extraktionsdestillationskolonne nach Maßgabe der Arbeitsbedingungen und der Natur der oben abziehenden
Verunreinigungen. Der untere Ablauf enthält annähernd 70 bis 99 Molprozent Wasser. Das
Kopfdestillat der Extraktionsdestillationszone bildet beim Kondensieren und Kühlen häufig zwei Phasen,
nämlich eine wäßrige und eine organische Phase. Nach der Englerdestillation einer typischen organischen
Phase, die aus dem Reinigungsprozeß von Isopropanol stammt, liegt der Anfangssiedepunkt zwischen 40 und
So0C, der Endsiedepunkt bei annähernd 2500C; das
Kopfdestillat enthält also beträchtliche Mengen hochsiedender Stoffe.
Es handelt sich um eine Dampf-Flüssigkeits-Extraktion, bei der die Dämpfe eine größere relative
Konzentration an den Verunreinigungen aufweisen als bei der normalen Fraktionierung in Abwesenheit
einer beträchtlichen Menge eines wasserreichen inneren Rückflusses. Die Untersuchungsergebnisse lassen erkennen,
daß ein Wasserzusatz innerhalb der aufgezeigten Grenzen die effektiven Dampfdrücke der
Verunreinigungen relativ zum Dampfdruck des zu reinigenden Alkohols erhöht und so die Verunreinigungen
im Kopfdestillat aus der Destillationszone abtreibt. Zweckmäßig befinden sich keine Böden in
dem Turm oberhalb des Bodens für den Wassereintritt; die Trennung läßt sich aber auch mit einer begrenzten
Anzahl Böden oberhalb des Wassereintrittsbodens durchführen; diese Zahl soll dann aber möglichst
klein gehalten werden.
Die Erfindung wurde für die Verwendung von reinem Wasser im Destillationsprozeß beschrieben,
kann aber auch mit salzhaltigem (Natriumacetat)
Wasser durchgeführt werden, ferner mit saurem oder alkalischem Wasser, das etwas Schwefelsäure bzw.
Ätzalkalien, wie Natriumhydroxyd, enthält.
Auch andere Alkohole mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen im Molekül, wie Äthanol, tert. Butanol,
sek. Butanol, sek. Amylalkohole und tert. Amylalkohol, können gereinigt werden, z. B. mit folgender
Zusammensetzung:
Rohäthylalkohol
80 bis 85 Gewichtsprozent Äthylalkohol, 9 bis 14 Gewichtsprozent Äthyläther,
0,2 bis 0,8 Gewichtsprozent Kohlenwasserstoffe
(Kp. = 30 bis 3000C), 2,5 bis 5 Gewichtsprozent kolloidale Kohle.
Roher sek. Butylalkohol
75 Gewichtsprozent Butylalkohol, 5 Gewichtsprozent sek. Butyläther,
4 Gewichtsprozent »polymere Öle«, Rest Wasser und andere Verunreinigungen.
Rohe sek. Amylalkohole
50 Volumprozent sek. Amylalkohol, 20 Volumprozent Kohlenwasserstoffe,
5 bis 10 Volumprozent sek. Butylalkohol, 2 bis 5 Volumprozent tert. Amylalkohol,
5 bis io Volumprozent Wasser, e5
2 bis 3 Volumprozent Äther, z. B. sek. Amyl-, sek.
Butyl- und gemischte Äther, 2 bis 5 Volumprozent höhere Alkohole, z. B.
Hexylalkohole,
ι bis 2 Volumprozent Ketone, z. B. Diäthylketon
ι bis 2 Volumprozent Ketone, z. B. Diäthylketon
oder Methylpropylketon.
Die Arbeitsbedingungen wechseln, wie bereits erwähnt, mit der Natur der zu reinigenden Alkohole.
In dieser Hinsicht ist die Wassermenge, die der Destillationskolonne zugesetzt wird, von Bedeutung.
Für die Reinigung von sek. Butanol soll nach den Untersuchungsergebnissen so viel Wasser in die Destillationskolonne
gegeben werden, daß eine Zusammensetzung von 95 bis 99,9 Molprozent Wasser in der
flüssigen Phase aufrechterhalten wird. Für sek. Amylalkohole bzw. Äthylalkohol soll der Wasserzusatz so
bemessen werden, daß in der flüssigen Phase 97,5 bis 99,9 bzw. 65 bis 99 Molprozent Wasser enthalten sind.
In den folgenden Tabellen sind die Werte zusammengestellt, die die Anwendung einer technischen
Kolonne mit 30 Böden für die Reinigung von Isopropanol
veranschaulichen. Hierbei wurde der 23. Boden mit Rohisopropanol und der 29. Boden mit
Wasser beschickt.
Tabelle I (Arbeitsbedingungen)
| 4 | 6 | Versuch Nr. | 9 | 11 | |
| Wasserzusatz, 1 je Stunde Isopropanol (roh) 1 je Stunde Kopfdestillat, 1 je Stunde Äußerer Rückfluß, 1 je Stunde Unterer Ablauf, 1 je Stunde Temperatur des Rohalkohols, 0C Temperatur des zugesetzten Wassers, 0C Temperatur auf 30. Boden der Kolonne, ° C Temperatur unterer Ablauf der Kolonne, 0C |
3207 1772 434 189 5847 79 93 92 84 bis 86 839 |
2986 1978 378 5518 79 91 95 84 bis 86 926 |
2041 2130 680 4006 79 98 97 84 bis 86 778 |
4989 4188 625 8996 78 95 93 84 bis 86 2041 |
4460 4245 739 8316 73 96 92 84 bis 86 2388 |
| Seitenstrom, 1 je Stunde |
Die Arbeitsweise mit äußerem Rückfluß wird auch durch die Werte in Tabelle III veranschaulicht, für
eine Kolonne mit 45 Böden, wobei der 45. Boden mit Wasser, der 30. Boden mit Rohisopropanol beschickt
wurde. Diese Ergebnisse werden bestätigt durch Versuche mit einer Destillationskolonne mit 30 Böden,
wobei der Wasserzusatz auf dem 29., der Zusatz von Rohisopropanol auf dem 23.Boden erfolgte (TabelleIV).
Die Ergebnisse machen vergleichsweise die Vorteile der Arbeitsweise ohne den üblichen äußeren Rückfluß
deutlich.
Tabelle II (Analysen)
Versuch Nr. 7
Rohisopropanol
J20°
a20°
Volumprozent Isopropanol ... Volumprozent Isopropyläther.
Volumprozent Aceton
Volumprozent sek. Butanol .. Volumprozent »Propylöl« .... Volumprozent Wasser
Unterer Ablauf
(Beschickung für Kolonne) J20°
a20°
Volumprozent Isopropyläther.
Volumprozent Aceton
Volumprozent »Propylöl« .... Volumprozent Isopropanol ... Volumprozent Wasser
Seitenstrom (Konzentrierkolonne) J203
"■20'
Volumprozent Isopropanol ...
Volumprozent Aceton
Volumprozent Wasser (Rest) . ASTM-Destillation1), 0C ....
Optische Dichte im Vergleich mit Wasser, 2250 Ä
Geruch im Vergleich mit normaler Produktion
0,8955 57,3 4.4 0,2
o,3 0,6
37,2
0,9770
0,0
0,04
0,02 18,8 81,2
0,8170
91,55 0,08
8,37 80,2 bis 80,4
0,116 überlegen
0,8900 61,5
4,3
0,2
0,2
0,8 33,o
o,975o 0,0 0,09 0,02
19,4 80,5
0,8175
91,39
0,08
8,53 80,1 bis 8o,35
0,160 überlegen
0,8925 58,7 4,7 0,2 o,3 0,6 35,6
0,9690 0,0 0,03
0,02 25,3 74,7
0,8170 9i,63
0,00
8,37 80,1 bis 80,25
o,i55 überlegen
0,8940 57,2 6,3 0,2
o,3
o,5
35,5
0,9700
0,0
0,09
0,03 24,8 75,i
0,8170
91^ 0,1
8,37 80,2 bis 80,3
0,215
überlegen
0,8880 60,1 6,0 0,2
0,3
o,6
32,8
0,9630
0,0
0,09
0,04 29,1 70,7
0,8180 91,22 0,1 8,68 80,1 bis 8o,4
0,222 überlegen
1J ASTM-Destillation ist ein Destillationstest für verhältnismäßig reine Stoffe, die bei —1,11 bis 121,11° C sieden.
Dieser Test ist in ASTM-Standards, 1949, S. 392, als Aufstellung D 1078-49 T beschrieben. Danach werden 100 ecm des
Prüfstoffes aus einem 200-ccm-Kolben so rasch destilliert, daß 4 bis 5 ecm je Minute oder etwa 2 Tropfen je Sekunde abdestillieren.
Gewöhnlich werden die Temperaturen verschiedener Destillatanteile gemessen; bei dem vorliegenden reinen 105
Alkohol wird der gesamte Destillatbereich vom ersten Tropfen bis zum Schluß festgestellt; wie die Tabelle zeigt, liegen der
Anfangs- und der Enddestillationspunkt dicht nebeneinander.
Tabelle III Laboratoriumskolonne mit 45 Böden
| H2O-Zusatz | Temperatur des zugesetzten H2O, ° C |
Organische | Isopropanol- | Isopropanol, Ausbeute |
Optische Dichte des Produktes*) |
2700 Ä | |
| Rückfluß verhältnis |
Molprozent | Stoffe im oberen Abzug |
konzentration (Volumprozent) im unteren |
°/o | 2250 Ä | 0,107 | |
| 90,0 | 90 | °/o | Kolonnenabzug | 9O-5 | 0,299 | 0,050 | |
| 3:i | 93,5 | 90 | 14,4 | 27,5 | 89,3 | 0,227 | 0,023 |
| 2: ι | 91,5 | 90 | 14,1 | 22,1 | 90,6 | 0,206 | 0,023 |
| ι: ι | 89,0 | 90 | 15,1 | 28,5 | 92,1 | 0,193 | 0,060 |
| 0 | 88,6 | 90 | 13,8 | 31,8 | 91,2 | 0,149 | |
| 0 | 12,4 | 33,3 | |||||
Tabelle IV
Technische Destillationskolonne mit 30 Böden
Technische Destillationskolonne mit 30 Böden
| Rückfluß verhältnis |
H2O-Zusatz Molprozent |
Temperatur des zugesetzten H2O, 0C |
Organische Stofie im oberen Abzug 0O |
Isopropanol- konzentration (Volumprozent) im unteren Kolonnenabzug |
Isopropanol, Ausbeute |
Optische Dichte des Produktes*) 2250 Ä j 2700 Ä |
o,435 o,334 0,119 |
| 1,05 : I 0,46: ι 0 |
VO VO VO _H H H Öl Öl Öl |
93 bis 94 93 bis 94 93 bis 94 |
HHH Oi Ol Ol |
26,0 26,0 26,0 |
00 00 00 Ol Oi Ol |
0,524 0,326 0,126 |
*) Im Vergleich mit destilliertem Wasser. Geruch des Alkohols nimmt mit steigender optischer Dichte bei diesen Wellenlängen
zu.
Die Arbeitsweise mit selektivem Rückfluß wird durch Tabelle V erläutert, deren Werte mit einer
Extraktionsdestillationskolonne mit 55 Böden erhalten wurden, wobei der selektive Rückfluß die Qualität des
gewonnenen Produktes nicht erheblich beeinflußt, wenn auch die Ausbeute merklich erhöht wird. Die
Werte von Tabelle V betreffen die Reinigung von Rohisopropanol aus der Hydratation von Propylen mit
Schwefelsäure als Katalysator. Rohalkohol wurde auf
dem 40. Boden, das Lösungsmittel Wasser auf dem 55. Boden zugesetzt. Der selektive Rückfluß wurde in
der Weise gebildet, daß die organische Phase des kondensierten Kopfdestillates in einem Wasserextraktor
in drei Stufen nach dem Gegenstromprinzip behandelt wurde. Die wäßrige Extraktphase
wurde auf den Kopf der Kolonne zusammen mit der wäßrigen Phase des kondensierten Destillates zurückgepumpt.
Tabelle V
Laboratoriumskolonne mit 55 Böden
Laboratoriumskolonne mit 55 Böden
| in Kolonne | Temperatur | Organische Stoffe im |
Isopropanol- | Isopropanol, | Optische Dichte | 2700 Ä | |
| des zugesetzten |
oberen Abzug |
konzen- tration |
Ausbeute | des Produktes*) | 0,000 | ||
| Rückfluß | H2O, °C | (Volum prozent) |
0,034 | ||||
| Molprozent | im unteren | 0,005 | |||||
| 93,5 | % | Kolonnen | °/o | 2250 Ä | 0,042 | ||
| 93.2 | 94 bis 96 | 13.5 | abzug | 9O.3 | 0,133 | ||
| Kein | 93.7 | 67 bis 71 | 6,7 | I9.5 | 95,8 | 0,124 | |
| Kein | 93,6 | 94 bis 96 | 13,5 | 19,6 | 98,2 | 0,139 | |
| Selektiver Rückfluß | 69 bis 71 | 6,7 | 19.3 | 99,0 | 0,120 | ||
| Selektiver Rückfluß | 19.4 | ||||||
Technische Kolonne mit 54 Böden
| Kein | 93,5 | 96 bis 98 | ii,6 | 21,8 | 94,9 | 0,241 | 0,200 |
| Selektiver Rückfluß | 92,5 | 96 bis 98 | 12,5 | 25,1 | 97,2 | 0,218 | 0,100 |
*) Im Vergleich mit destilliertem Wasser. Geruch des Alkohols nimmt mit steigender optischer Dichte bei diesen Wellenlängen
zu.
Dieser Tabelle ist zu entnehmen, daß die Ausbeute an Isopropanol ohne Minderung der Qualität des
Produktes merklich verbessert wird, wie durch die optischen Dichtemessungen erwiesen wurde.
Nachstehende Beispiele zeigen, daß die Qualität des raffinierten Alkohols von dem pn des Rohalkohols mitbestimmt
wird.
Man ersieht daraus, daß sich Alkohol höchster Qualität bei einem pn von 6,0 bis 10,0, vorzugsweise
6,5 bis 9,0, in der Konzentrierkolonne darstellen läßt. Eine Extraktionsdestillationskolonne mit 55 Böden
wurde bei optimalen Bedingungen betrieben, um stark gereinigten Extrakt aus Wasser und Isopropanol als
unteren Ablauf zu liefern. Mehrere Anteile des Extraktes wurden auf verschiedene pn-Werte eingestellt,
und die Anteile wurden dann chargenweise in einer Konzentrierkolonne mit 40 Böden destilliert.
009 675/14
Einfluß des pn-Wertes auf Isopropanol
| " Ph | Optische | |
| des Rohgutes | Dichte des | |
| Produktes bei | ||
| 4,01 | 2250 Ä | |
| r | 6,00 | 0,232 |
| 6,45 | 0,204 | |
| 7.0 | 0,150 | |
| 8,40 8,95 |
0,148 | |
| Rohgut Nr. ι <^ | 9,50 | 0,144 0,139 |
| 10,0 | 0,151 | |
| 11,2 | 0,150 | |
| 12,0 | 0,246 | |
| 3,o | 0,330 | |
| 5,0 | O,l6o | |
| 7,0 | 0,122 | |
| Rohgut Nr. 2 < | 9,0 | 0,100 |
| 12,0 | 0,115 | |
| 4,2 | 0,340 | |
| f | 6,7 | 2 + |
| Rohgut Nr. 3 , \ | 10,0 | 0,360 |
| o,493 | ||
Die Qualität von Isopropanol kann also, unabhängig von der Qualität des ursprünglichen Isopropanols, dadurch
bedeutend verbessert werden, daß bei einem Ph von 6,0 bis 10,0 destilliert wird.
Der Grund für die Wirkung des pn auf die Reinheit
des Alkohols ist nicht genau bekannt; es können aber folgende Punkte, einzeln oder gemeinsam, zur Begründung
angeführt werden:
i. Verhinderung der Hydrolyse von Estern, einschließlich
sulfurierter Ester, die bei einem niedrigeren und höheren pH vor sich geht.
2. Vermeidung des Abbaues saurer Stoffe, die im niedrigeren pn-Bereich nicht stabil sind.
3. Bei pH-Werten unter 10 schließt man Aldolbildung und bzw. oder Polymerisation von Ketonen aus.
Abgesehen von der beschriebenen Reinigung ali-
phatischer Alkohole ist die Erfindung auch auf
folgende Verfahren der Extraktionsdestillation anwendbar :
Gegenstand der Destillation Lösungsmittel für die Destillation
Abtrennung von Alkoholen mit dicht zusammenliegenden Siedepunkten, z. B. Isopropanol (Kopfdestillat)
von Äthanol (unterer Ablauf), Isobutanol (KopfdestiUat) von n-Butanol (unterer Ablauf)
Abtrennung von Alkoholen (unterer Ablauf) von nichtalkoholischen sauerstoffhaltigen Verbindungen
(KopfdestiUat)
(KopfdestiUat)
Entwässerung von Alkoholen
Abtrennung von Aceton von neutralen Oxyverbindungen
Abtrennung von Methyläthylketon von sek. Butylalkohol
Abtrennung aromatischer Kohlenwasserstoffe isomerer oder verschiedener Arten aromatischer Kohlenwasserstoffe
Abtrennung von Paraffinen von Olefinen, Olefinen von Diolefinen
H2O (50 bis 99,9 Molprozent, vorzugsweise 70 bis
99 Molprozent), höhere Alkohole, SuIfolan, Phenol, Glykole, Glykoläther, Ester, Ätherester, Kohlenwasserstoffe,
Salze
H2O (50 bis 99,9 Molprozent, vorzugsweise 85 bis
99 Molprozent)
Mit Wasser nicht mischbare Alkohole, Benzin Wasser
Wasser
Hydrotrope Salze, z. B. Sulfonate
Aceton, Furfurol
Das Verfahren gemäß Erfindung ist anwendbar, wenn die gewünschte Komponente als Kopfdestillat
oder als Lösung im Lösungsmittel in Form des unteren Ablaufes des Extraktionsdestillationsturmes gewonnen
wird; denn das Lösungsmittel bezweckt, den Flüchtigkeitsunterschied der Bestandteile zu erhöhen, unabhängig
davon, welcher Bestandteil mehr oder weniger flüchtig wird, um die Trennung der Verbindungen zu
erleichtern.
Claims (1)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Reinigung wasserlöslicher aliphatischer Alkohole mit 3 bis 5 Kohlenwasserstoffatomen, die durch Hydratation von Olefinen hergestellt worden sind und als höhersiedende Verunreinigungen Polymeröle enthalten, durch extraktive Destillation mit Wasser als Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man den rohenAlkohol kontinuierlich in den mittleren Abschnitt einer Fraktionierkolonne einleitet, die unter Destillationsbedingungen gehalten wird, daß man in diese Kolonne erheblich über der Einlaßstelle des rohen Alkohols Wasser in solcher Menge einleitet, daß ein interner Wasserrücklauf in der Rektifikationszone der Kolonne mit einem Gehalt von wenigstens 70 Molprozent Wasser entsteht, wobei der Wassergehalt ausreicht, um die relativen Flüchtigkeiten des Alkohols und der anderen Bestandteile der rohen Alkoholbeschickung so weit zu verändern, daß die Hauptmenge des Polymeröls am Kolonnenkopf übergeht und der Rest als außerdem noch Wasser und Alkohol enthaltender Nebenstrom unterhalb der Beschickungsstelle des Rohalkohols entnommen wird, und daß man eine verdünnte wäßrige Lösung des Alkohols mit stark verringertem Gehalt an Polymeröl kontinuierlich als Bodenflüssigkeit aus der Kolonne abzieht.ao 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das als Nebenstrom kontinuierlich abgezogene Gemisch aus Polymeröl, Wasser und Alkohol mechanisch durch Absitzenlassen in eine ölige und eine wäßrige Phase getrennt wird, von denen die letztere wieder als Rücklauf in die Kolonne zurückkehrt.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der aus der Kolonne abgezogene verdünnte wäßrige Alkohol von etwa noch vorhandenem Polymeröl und anderen Verunreinigungen durch Fraktionierung in einer Zwischenkolonne befreit wird.4· Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymeröl aus der zweiten Kolonne als unterer Nebenstrom entfernt wird, der gereinigte Alkohol als oberer Nebenstrom, etwa noch vorhandene leichte Verunreinigungen als Kopfstrom, und daß das Wasser das Bodenprodukt bildet.5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das als Bodenprodukt in der zweiten Kolonne anfallende Wasser wieder als Rücklauf in die erste Kolonne zurückkehrt.6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren Rücklaufflüssigkeiten für die folgenden Alkohole die nachstehenden Wassergehalte aufweisen:Isopropanol 70 bis 99 Molprozent,vorzugsweise.. 85 bis 99 Molprozent,sek. Butanol 95 bis 99,9 Molprozent,sek. Amylalkohol 97,5 bis 99,5 Molprozent.In Betracht gezogene Druckschriften:Britische Patentschrift Nr. 5 794; USA.-Patentschriften Nr. 2 080 in, 2 290 442, 339 576, 2357028, 2455803, 2148846; Die Chemische Apparatur, Bd. 29, S. 305, Chemische Technik, 16, S. 201 bis 207;American Institut of Chemical Engineering, Bd. 41, S. 353 bis 370.306;Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 009 675/14 12.50
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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