DE973822C - Magnetkern und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Magnetkern und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 15. JUNI 1960
N 7434 VIIIc/21 g
Die Erfindung bezieht sich auf Magnetkerne aus ferromagnetischem Ferritmaterial und mit einer über
einen gewünschten Temperaturbereich im wesentlichen konstanten Permeabilität sowie auf ein Verfahren
zur Herstellung solcher Kerne.
Unter »Permeabilität« ist im vorliegenden Fall -J=T-J H — 0 zvl verstehen,
wobei B die Induktion und H die Feldstärke bei einem Magnetisierungsverfahren gemäß der sogenannten
jungfräulichen Magnetisierungskurve (Neukurve) darstellt.
Unter Ferritmaterialien sind im vorliegenden Fall ferromagnetische Stoffe zu verstehen, von denen der
für die magnetischen Eigenschaften wesentliche Bestandteil. durch praktisch homogene, kubische
ferromagnetische Kristalle mit Spinellstruktur von wenigstens einem Ferrit der Formel M Fe2O4 gebildet
wird. In der Formel M Fe2O4 kann M auch einen
Komplex darstellen, z. B. (Li05Fe0>5 +++). Viele dieser
Stoffe haben Anwendung gefunden als Kernmaterial zur Verwendung bei hohen Frequenzen, unter anderem
in Induktionsspulen für Permeabihtätabstimmung.
Magnetkerne für solche Induktionsspulen sollen eine Permeabilität haben, die sich möglichst wenig mit
der Temperatur ändert. Im allgemeinen ist es außerordentlich schwierig, wenn nicht praktisch unmöglich,
einen Ferritkern herzustellen, der eine im wesentlichen konstante Permeabilität über einen ausgedehnten
Temperaturbereich hat.
Es ist bekannt, einen ringförmigen Magnetkern aus aufeinandergelegten Einzelkernen mit verschiedenem,
vorzugsweise entgegengesetztem Temperaturkoeffizienten der Permeabilität zusammenzusetzen
009 531/6
derart, daß die Temperaturabhängigkeit des ganzen Magnetkernes möglichst gering ist. Dies führt zu guten
Ergebnissen bei Verwendung von Materialien, die im gewünschten Temperaturbereich einen praktisch konstanten
positiven oder negativen Temperaturkoeffizienten der Permeabilität haben.
Bei der Herstellung eines solchen Kernes unter Verwendung von Ferritmaterial stößt man jedoch auf
erhebliche Schwierigkeiten. Ferrite, insbesondere ι ο Nickel-Zink-Ferrite, haben in größerem Abstand unterhalb
des Curiepunktes zwar einen etwas konstanten positiven Temperaturkoeffizienten der Permeabilität,
jedoch weisen sie nur in einem schmalen, dicht unterhalb des Curiepunktes gelegenen Temperaturbereich
einen sehr starken und außerdem nicht konstanten negativen Temperaturkoeffizienten auf. Es war also
zunächst nicht zu erwarten, daß sich auch bei Ferriten durch Aufbau aus verschiedenen Materialien
ein Kern mit in einem verhältnismär ig breiten Temperaturbereich konstanter Permeabilität herstellen
läßt. Überraschenderweise hat es sich jedoch gezeigt, daß man einen aus wenigstens zwei Schichten
aus ferromagnetischem Material mit verschiedenen Temperaturkoeffizienten der Permeabilität bestehenden
Magnetkern mit einer über einen weiten Temperaturbereich im wesentlichen konstanten Permeabilität
erhält, wenn gemäß der Erfindung die Schichten aus gesinterten Ferritkernen bestehen, von denen einer
einen Curiepunkt zwischen 20 und 110° C und ein anderer einen Curiepunkt oberhalb 1100C aufweist,
und durch Sintern miteinander verbunden sind. Unter »Curiepunkt« ist dabei die niedrigste Temperatur zu
verstehen, bei der das Material als für praktische Zwecke nicht ferromagnetisch anzusehen ist.
Ein solcher Magnetkern kann bei Temperaturen betrieben werden, die oberhalb des niedrigsten Curiepunktes
der verschiedenen Ferritmaterialien liegen.
Die Teilkerne werden derart zusammengefügt, daß bei Verwendung des zusammengesetzten Kernes die
Richtung der Kraftlinien parallel zur Berührungsfläche der beiden Teilkerne verläuft.
Zweckmäßig wird der Magnetkern nach der Erfindung dadurch hergestellt, daß, ausgehend von zwei
Pulvermassen, von denen die erste aus einem ferromagnetischen Ferritmaterial mit einem Curiepunkt
zwischen 20 und iio° C und die zweite aus einem ferromagnetischen
Ferritmaterial mit einem Curiepunkt oberhalb iio° C be'steht und beide Ferritmaterialien
untereinander verschiedene Temperaturkoeffizienten der Permeabilität aufweisen, eine der beiden Pulvermassen
in eine Preßform eingeführt, ihre Oberfläche geebnet, die andere Pulvermasse der erstgenannten
überlagert wird und dann die Pulver zu einem geschichteten Kern gepreßt und gesintert werden.
Beim Sintern können die Ferrite etwas ineinanderdiffundieren;
die Diffusion kann aber weitgehend durch genaue Einstellung der Sintertemperatur und der
Sinterdauer beschränkt werden.
Die Erfindung wird an Hand einiger Figuren beispielsweise näher erläutert.
'Der in Fig. 1 dargestellte Kern 1 ist aus zwei Schichten
2 und 3 aufgebaut, die beide aus ferromagnetischem Ferritmaterial bestehen; die Kurven 10 und 12 nach
Fig. 2 stellen die Permeabilität-Temperaturcharakte-
: ristiken der beiden Ferritstoffe dar, aus denen die Schichten 2 bzw. 3 bestehen. Die Permeabilität-Temperaturcharakteristik
des zusammengesetzten Kernes 1 wird durch die Kurve 15 nach Fig. 2 dargestellt. Die
beiden den Kern bildenden Schichten bestehen aus Nickel-Zink-Ferrit. Das Ferrit für die eine Schicht
wurde dadurch hergestellt, daß 15 Molprozent Nickeloxyd, 35 Molprozent Zinkoxyd und 50 Molprozent
dreiwertiges Eisenoxyd gemischt, das Gemisch ge-
• sintert und das so erhaltene Ferrit nach Abkühlung gepulvert worden ist. Das für die andere Schicht
-bestimmte Ferrit wurde in gleicher Weise hergestellt, wobei aber von 20 Molprozent Nickeloxyd, 30 MoI-
j prozent Zinkoxyd und 50 Molprozent dreiwertigem
! Eisenoxyd ausgegangen wurde.
Das erstgenannte gepulverte Ferrit wurde in eine 8a
ringförmige Matrize eingeführt und die Oberfläche der Masse sorgfältig geebnet, wonach das andere, gleichfalls
gepulverte Ferrit darübergeschüttet wurde. Die Gewichtsmenge des letztgenannten Ferrits war das
Neunfache derjenigen des erstgenannten Pulvers. Die Pulver wurden unter einem Druck von etwa 1 t/cm2
gepreßt und 1 Stunde bei 1250° C gesintert. Der erhaltene Kern hatte eine geschichtete Struktur
(Fig. 1) und eine durch die Kurve 15 nach Fig. 2 dargestellte
Permeabilität-Temperaturcharakteristik.
Ein ähnlicher Kern wurde aus den gleichen Ferritstoffen, jedoch in zueinander gleicher Menge hergestellt.
In Fig. 3 sind die Permeabilität-Temperaturcharakteristiken der gesonderten Ferrite und des
zusammengesetzten Kernes dargestellt. Der zusammengesetzte 'Kern ist aus zwei Schichten aufgebaut, die je
aus den oben beschriebenen Ferriten bestehen. Die Kurve 16 stellt die Permeabilität-Temperaturcharakteristik
des zusammengesetzten Kernes dar.
Claims (6)
1. Magnetkern mit einer über einen weiten Temperaturbereich im wesentlichen konstanten
Permeabilität, der aus wenigstens zwei Schichten aus ferromagnetischem Material mit verschiedenen
Temperaturkoeffizienten der Permeabilität besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichten aus
gesinterten Ferritkernen bestehen, von denen einer einen Curiepunkt zwischen 20 und 110° C und ein
anderer einen Curiepunkt oberhalb 1100C aufweist,
und durch Sintern miteinander verbunden sind.
2. Verwendung eines Magnetkerns gemäß Anspruch ι bei Betriebstemperaturen, die oberhalb
des niedrigsten Curiepunktes der verschiedenen Ferritmaterialien liegen.
3. Magnetkern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß alle Schichten aus Nickel-Zink-Ferrit bestehen.
4. Magnetkern nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß er aus zwei Schichten aufgebaut ist,
von denen die eine aus einem Ferrit aus 15 Molprozent Nickeloxyd, 35 Molprozent Zinkoxyd und
50 Molprozent dreiwertigem Eisenoxyd und die andere aus einem Ferrit aus 20 Molprozent Nickeloxyd,
30 Molprozent Zinkoxyd und 50 Molprozent dreiwertigem Eisenoxyd besteht und die Gewichts-
menge der letzteren Schicht etwa das Neunfache der ersteren Schicht beträgt.
5. Magnetkern nach Anspruch^, dadurch gekennzeichnet,
daß er aus zwei Schichten aufgebaut ist, von denen die eine aus einem Ferrit aus 15 Molprozent
Nickeloxyd, 35 Molprozent Zinkoxyd und 50 Molprozent dreiwertigem Eisenoxyd und die
andere aus einem Ferrit aus 20 Molprozent Nickeloxyd, 30 Molprozent Zinkoxyd und 50 Molprozent
dreiwertigem Eisenoxyd besteht und die Gewichtsmengen der beiden Schichten einander etwa gleich
sind.
6. Verfahren zur Herstellung eines Magnetkernes nach einem der Ansprüche 1, 3, 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß, ausgehend von zwei Pulvermassen, von denen die erste aus einem ferromagnetischen
Ferritmaterial mit einem Curiepunkt zwischen 20 und no0 C und die zweite aus einem
ferromagnetischen Ferritmaterial mit einem Curiepunkt oberhalb iio° C besteht und beide Ferritmaterialien
untereinander verschiedene Temperaturkoeffizienten der Permeabilität aufweisen, eine
der beiden Pulvermassen in eine Preßform eingeführt, ihre Oberfläche geebnet, die andere Pulvermasse
der erstgenannten überlagert wird und dann die Pulver zu einem geschichteten Kern gepreßt
und gesintert werden.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 539 491, 665 776,
450560, 54966O;
deutsche Patentanmeldung K 8072/21 g (bekanntgemacht
am 11.10.1951);
österreichische Patentschrift Nr. 167 377 ;
schweizerische Patentschriften Nr. 247 856, 254 931;
französische Patentschrift Nr. 906 784;
USA.-Patentschrift Nr. 2 158 132;
Zeitschrift »Metall«, Januar 1953, S. 1 bis 9;
»Zeitschrift für Metallkunde«, 1941, S. 175 bis 185;
»Physikalische Zeitschrift«, Bd. 39, 1938, S. 208 bis
212;
»Physica«, III, Nr. 6, S. 482, Juni 1936;
»Technische Mitteilungen Krupp«, Dezember 1934, S. 127 und 128.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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