DE9708C - Lufterwärmungsapparat - Google Patents
LufterwärmungsapparatInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
1879.
Klasse 36.
UWE ESMARCH in ST. PETERSBURG. Lufterwärmungsapparat.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. Juni 1879 ab.
Der vorliegende Lufterwärmungs - Apparat besteht im wesentlichen aus einem System von
Röhren, deren Aufsenseiten entweder durch directes Feuer oder durch abziehende Feuergase
oder durch Wasserdampf oder heifses Wasser erwärmt werden, während durch einen Ventilator oder ein Gebläse oder ähnliche Vorrichtungen
Luft durch das Innere dieser erwärmten Röhren hindurchgetrieben oder hindurchgesaugt
wird, bei welcher Gelegenheit sich die Luft erwärmt.
Die Röhren, die am besten aus Gufseisen anzufertigen sind, sind auf ihrer Aufsenseite mit
einer grofsen Anzahl von flantschartigen Vorsprüngen oder Rippen versehen, die den Zweck
haben, die Heizgase, welche die Röhren bestreichen, in dünne, sich häufig mischende
Schichten zu zertheilen, und die von diesen Gasen bestrichene Oberfläche der Röhren sehr
zu vergröfserh, wodurch sowohl den Heizgasen die ihnen innewohnende Wärme schnell entzogen
wird, als auch die Röhren befähigt werden, ein im Vergleich zur Oberfläche ihrer
inneren Wände sehr grofses Quantum Wärme zu transmittiren. Um die im Innern der Röhren
auftretende, strahlende ,Wärme zur Erwärmung der Luft benutzen zu können, befindet sich
im Innern einer jeden Röhre ein eiserner Kern, der die von der Innenwand der Röhre
ausströmende, . strahlende Wärme in sich aufnimmt und sie der durch die Röhre getriebenen
Luft durch Leitung mittheilt. Ferner haben diese Kerne den Zweck, die Luft in dünne
Schichten zu zertheilen und dieselbe in innige Berührung mit den im Innern der Röhren befindlichen
erhitzten Oberflächen zu bringen.
In Fig. t bis 4, auch Fig. 24 und 25, ist ein durch directes Feuer oder durch abziehende
Heizgase zu heizender Lufterwärmungs-Apparat dargestellt. Er besteht aus einem im Innern
mit Ziegeln ausgemauerten Mantel von rechteckigem Querschnitt, in dessen oberem Theile
sich die mit Rippen versehenen Heizröhren a a,
in diagonaler Richtung übereinanderliegend, befinden. Die Röhren sind aufserdem in Fig. 5,
6 und 7 dargestellt, die rechteckige Form der Rippen ist aus diesen Figuren ersichtlich; diese
Form kann übrigens auch jede beliebige ändere sein, wenn sie nur den oben angegebenen
Zweck der Rippen erfüllt. Die in der Mitte einer jeden Röhre befindlichen Rippen bilden
mit einander im Innern des Apparates eine verticale Wand, welche die Feuergase veranlafst,
zuerst die eine Hälfte sämmtlicher Röhren in aufsteigender, und dann die andere Hälfte in
absteigender Richtung zu bestreichen, Fig. 4, worauf sie durch den Kanal b in den Schornstein
entweichen.
Im Innern der Röhren α α befinden sich die eisernen Kerne oder Cylinder c c, Fig. 8, die
zugespitzte Enden haben und ohne weitere Befestigung in die Röhren eingeschoben werden,
Fig. 15. Jeder Cylinder c hat in der Nähe seiner beiden Enden je vier kleine, schmale
Ansätze; mit den beiden unteren Ansätzen liegt er auf der Innenwand der Heizröhre α auf,
während ihm mit Hülfe . der anderen Ansätze eine annähernd concentrische Lage zum Innern
der Heizröhre gesichert wird, Fig. 1. Auf diese Weise bildet sich zwischen der Innenwand der
Röhre α und dem Cylinder c ein Hohlraum von ringförmigem Querschnitt, den die zu erwärmende
Luft passiren mufs.
Die hier angewendeten Röhren α α haben
beispielsweise einen inneren Durchmesser von 7 5 mm und die Cylinder c c haben einen Durchmesser
von 50 mm, der ringförmige Hohlraum zwischen Röhre und Cylinder hat daher eine Weite von 12,5 ,mm. Je geringer diese Weite
ist, um so stärker erwärmt sich die Luft bei ihrem Durchgange durch diesen Raum, bei gegebenem
Hitzegrade der Röhre a.
Durch Anwendung von dünneren oder dickeren derartigen Cylindern, sowie durch Entfernung
einiger oder sämmtlicher Cylinder aus dem Innern der Röhren α α, ist man daher im
Stande, bei gegebener Temperatur der Röhren a, und bei gegebenem zu erwärmenden Luftquantum,
diesem Luftquantum sehr verschiedene und im Verhältnifs zum Hitzegrade der Heizröhren
α erforderlichenfalls sehr hohe, d. h. demselben sehr nahe kommende Temperaturen zu
ertheilen, welches letztere namentlich von Wichtigkeit ist in dem Falle, wo die Heizröhren
nicht durch directes Feuer, sondern durch we-. niger heifse, aus anderen Heizapparaten abziehende
Gase oder durch Dampf oder heifses Wasser geheizt werden. Die Anordnung eines durch abgehenden Dampf (Retourdampf) geheizten
Lufterwärmungs - Apparates zeigen die
Figuren 12, 13, 14, 15; derselbe besteht aus
vier auf der Innenseite gehobelten gufseisernen Platten, die mit Hülfe von Schraubenbolzen zu
einer horizontalen Röhre A von quadratischem oder rechteckigem Querschnitt vereinigt sind.
Die Röhre A ist an ihren beiden gehobelten Enden durch zwei Deckel B B geschlossen,
durch welche Deckel die Enden der im Innern des Apparates befindlichen Heizröhren a a, Fig. 9,
10 und 11, dampfdicht hindurchgehen. Diese dampfdichte Verbindung erfolgt einfach durch
Anschrauben der beiden auf der Innenseite gehobelten, und hier auf ihrer ganzen Fläche mit
einer Dichtungsscheibe (Pappe, Gummi) versehenen Deckel B B an die Röhre A, und durch
das dadurch gleichzeitig erfolgende Anpressen dieser Deckel an die beiden äufseren, genau
auf gleiche Höhe mit der Röhre A abgedrehten flantschartigen Rippen einer jeden Heizröhre
mit Hülfe theils der kurzen, in den Rändern der Röhre A befindlichen Schrauben, theils der
durch den ganzen Apparat der Länge nach hindurchgehenden Schraubenbolzen, wie Fig. 15
zeigt. Die an den Aufsenwänden der Röhren α α angegossenen, an ihren Rändern entsprechend
gehobelten Rippen bilden, wenn die Röhren in diagonaler Richtung übereinander gelegt sind,
im Innern des Apparates verticale Wände, die den durch die Röhre d in den Apparat eintretenden
Dampf nöthigen, in auf- und absteigender Richtung, wie dieses die Pfeile in Fig. 15
andeuten, die Röhren α α zu bestreichen und dementsprechend längere Zeit im Apparate zu
verweilen. Gleichzeitig bieten diese Wände eine grofse Oberfläche dar, die als Heizfläche
der Röhren α α zn betrachten ist, wodurch dem in einer dünnen sich beständig mischenden
Schicht durch den Apparat strömenden Dampfe rasch Wärme entzogen wird, e ist die Austrittsröhre des Dampfes, / die Abflufsröhre für das
bei Condensation des Dampfes sich bildende Wasser.
Wenn der Apparat durch frischen Dampf aus dem Kessel oder durch heifses Wasser geheizt
wird, so sind die Wände im Innern desselben nicht erforderlich, die den Röhren α α
angegossenen Rippen können daher jede beliebige Form (am besten kreisförmige) haben,
und müssen an den Röhren nur in genügender Anzahl angebracht sein, um die Transmissionsfähigkeit derselben wesentlich zu erhöhen. Ebenso
kann die Lage der einzelnen Röhren zu einander jede beliebige sein; zur Aufnahme des
ganzen Röhrensystems dient am besten eine verticale cylindrische Röhre. Die Dichtung der
durch die beiden Deckel desselben hindurchgehenden Röhren α α erfolgt genau wie in Fig. 15.
Der Dampf oder das heifse Wasser tritt durch eine Röhre am oberen Ende des Apparates in
denselben ein und verläfst ihn durch eine Röhre am unteren Ende desselben, Fig. 16 und 17.
Die Weite des inneren Raumes zwischen der inneren Wand der Heizröhren α α und den in
denselben befindlichen Cylindern soll bei Dampf- und Wasserheizung des Apparates ein geringer
sein und etwa 4 bis 6 mm betragen.
Jede in dem Lufterwärmungs-Apparate befindliche
Heizröhre α empfängt, wenn die Luft durch den Apparat hindurchgetrieben wird,
durch eine besondere, einfach auf dieselbe aufgesteckte Blechröhre aus einem Kasten oder
Reservoir, welches in Verbindung mit dem Blase - Apparat steht, kalte oder vorgewärmte
Luft, und ebenso wird die erhitzte Luft aus jeder einzelnen Heizröhre α durch eine besondere,
auf derselben aufgesteckte Blechröhre abgeführt. Die die Heizung des Apparates bewirkenden
Gase oder Flüssigkeiten (Feuergase, Dampf, heifses Wasser) können daher selbst bei starkem Undichtwerden der Heizröhren im
Apparate (an den Verbindungsstellen, wo sie durch die Deckel aus dem Apparate hinaus
ins Freie' treten) sich niemals mit der durch die Röhren α α hindurchgetriebenen oder hindurchgesaugten
Luft vermischen, und dieselbe daher weder verunreinigen noch feucht machen, da der aus den undichten Fugen etwa austretende
Rauch, Dampf oder heifses Wasser nur ins Freie entweichen, aber nicht ins Innere
der Röhren α α gelangen kann. Die Verbindung des Lufterwärmungs-Apparates mit den
Sammelreservoirs für kalte und warme Luft durch aufgesteckte Blechröhren ist aus Fig. 24
und 25 ersichtlich.
Wenn mit der aus diesem Lufterwärmungs-Apparate kommenden warmen Luft Körper in
gewöhnlichen Trockenstuben getrocknet werden sollen, z. B. Zuckerbrode, Wolle, Stoff, so wer·:
den dieselben, wenn möglich, etagenweise übereinander placirt. Die warme Luft wird in den
oberen Theil der Trockenstube eingeblasen, und durch eine im untern Theile der Trockenstube
befindliche Abzugsröhre abgeführt, und kommt somit bei ihrem Durchgange zuerst mit
den am meisten trockenen, darauf mit den weniger trockenen und zuletzt mit den ganz
feuchten Gegenständen in Berührung. Dieses Verfahren bedarf keiner weiteren Erläuterung.
Sind aber körnerförmige Substanzen zu trocknen, so ist mit Vortheil eine besondere
Darrmaschine oder Darre anzuwenden, wie solche in den Fig. 18 bis 28 dargestellt ist. Dieselbe
besteht im wesentlichen aus einem eisernen Gehäuse, das von paarweise, aber sonst in
beliebiger Anzahl angeordneten, flachen, verticalen und unter einander parallelen Kanälen
oder Kammern, die siebartig durchlöcherte Wände haben, seiner ganzen Höhe und Breite
nach durchschnitten wird. Diese Kammern sind mit dem zu trocknenden Material angefüllt,
und dieses bewegt sich aus einem über der Darre befindlichen Reservoir infolge seiner
eigenen Schwere und mit Hülfe eines Mechanismus allmälig durch die Kammern.
Zwischen je zwei Kammern wird durch den Ventilator erwärmte Luft in die Darre getrieben,
die keinen anderen Ausweg ins Freie findet, als durch die in den Kammern befinde
lichen Körper, die sie bei ihrem Durchgange erwärmt und trocknet.
In den Fig. 18, 19, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27,
und ferner in den Fig. 20 und 28 sind zwei Darren, eine jede mit vier Kammern dargestellt,
die in ihrem Mechanismus einander vollständig gleich sind, aber in der Leitung der
erhitzten Luft durch das zu trocknende Material eine Verschiedenheit von einander zeigen.
Wenn infolge der Beschaffenheit des zu trocknenden Materials ein öfteres Verstopfen der
siebartig durchlöcherten Wände der Kammern zu erwarten ist, oder wenn das zu trocknende
Material die Anwendung hoher Hitzegrade ge-, stattet (z. B. Knochenkohle für Zuckersiedereien),
so ist die erste in den Fig. 18 bis 27
dargestellte Anordnung vorzuziehen, bei welcher die Luft bei einmaligem Durchgange durch das
in den Kammern enthaltene Material sofort ins Freie entweicht, da bei dieser Anordnung
der Darre die durchlochten Blechtafeln, welche die Wände der Kammern bilden, leicht herausgenommen
und gereinigt werden hönnen.
Wenn dagegen das zu trocknende Material
Anwendung hoher Hitzegrade nicht gestattet, oder ein sehr allmäliges Trocknen verlangt
würde (z. B. beim Malz), oder wenn namentlich auf Ersparnifs an Heizmaterial Rücksicht
genommen werden mufs, so ist die in den Fig. 20 und 28 dargestellte zweite Anordnung
der Darre vorzuziehen, bei der die erwärmte Luft nach ihrem ersten Durchgange durch das
in den Kammern enthaltene Material noch ein oder mehrere male durch dasselbe hindurchgeleitet
werden kann.
Das Gestell bei der Darrmaschine wird durch zwei einander gleiche, verticale gufseiserne Platten
oder Seitenwände C C gebildet, die oben durch einen gufseisernen Deckel D und unten durch
einen gufseisernen Boden E geschlossen, und durch vier horizontale eiserne Bolzen g g fest
mit einander verbunden sind. Deckel und Boden sind in den Fig. 21 und 2 2 detaillirt dargestellt.
Jede der in der Darre befindlichen Kammern m m wird von zwei siebartig durchlochten,
verticalen, parallelen Eisenplatten (Malzdarrbleche), die ca. 25 mm Abstand von einander
haben, gebildet. Diese Eisenplatten sind in Falze oder Nuthen, die sich an der inneren
Fläche der beiden Seitenwände CC, Fig. 27, befinden, eingeschoben und gehen sowohl durch
den mit entsprechenden Oeffnungen versehenen Deckel D als durch den Boden E hindurch, in
denen sie befestigt sind. Der Deckel und der Boden bilden daher bezw. das obere und das
untere Ende der Kammern. Zwischen je zwei Kammern befindet sich in der unteren Hälfte
einer jeden Seitenwand C je eine gröfsere ovale Oeffnung h, von denen die dem Lufterwärmungs-Appärat
zugekehrte Oeffnung zum Eintritt der erhitzten Luft zwischen den Kammern dient, "während die in der gegenüberliegenden Wand
der Darre befindlichen Oeffnungen h h zum Reinigen der Darre von feinem, durch die Siebbleche
der Kammern hindurchgefallenem Material dienen, und während der Thätigkeit der Darre durch einen Deckel i geschlossen sind.
Ueber diesen letzteren Oeffnungen befinden sich in der Seitenwand zwei schmale mit Glas bedeckte Oeffnungen kk, hinter denen Thermometer
Il angebracht werden können, welche
die in der Darre herrschende Temperatur anzeigen.
Auf dem Deckel D steht ein Reservoir F zur
Aufnahme des zu trocknenden Materials. Wenn aus demselben die in der Darre befindlichen
Kammern m m mit Material angefüllt sind, so hat die durch die Oeffnungen h zwischen die
Kammern getriebene warme Luft keinen anderen Ausweg ins Freie, als durch die 25 mm
dicken Schichten des in den Kammern m in enthaltenen Materials. Je zwei solcher Kammern, mit der zwischen ihnen befindlichen leeren
Abtheilung G, bilden daher eine für sich abgeschlossene selbstständige Darre. Die hier dargestellte
Darre hat nur vier solcher Kammern, es bedarf aber nur einer entsprechenden Verlängerung
des Darrgestells, um in demselben eine beliebige Anzahl solcher paarweise angeordneten
Kammern anbringen zu können, wodurch es möglich wird, eine grofse Darrfläche
in einem Räume von verhältnifsmäfsig sehr kleinem Kubikinhalt anzubringen. In jeder der
durch zwei Kammern eingeschlossenen Abtheilungen G G befindet sich ein System kleiner,
verticaler Platten oder Schaufeln η η, aus Eisenblech, von ungleicher Länge, deren Breite gleich
ist dem Abstande der beiden Kammern von einander. Diese Platten haben den' Zweck,
den durch die Oeffnungen h h in die Abtheilungen G G eintretenden heifsen Luftstrom derartig
von seiner ursprünglichen Richtung abzulenken, dafs er gleichmäfsig auf die ganze Oberfläche
der Kammer wirkt. Ohne diese Vorrichtung würde der vom Ventilator kräftig in
die Abtheilungen G G getriebene Luftstrom viel stärker auf die den Eintrittsöffnungen h h entfernt
liegenden Theile der Kammern wirken und infolge dessen ein gleichmäfsiges Trocknen
des ganzen in den Kammern enthaltenen Materials erschweren.
Die Wirkungsweise dieser Schaufeln η η ist aus der Fig. 19 sofort verständlich. Da die
acht verticalen Platten η η ungleiche Länge haben, und sich hinter einander und in gleicher
Entfernung von einander befinden, so wird eine jede derselben annähernd von dem achten
Theile des ganzen in die Abtheilung G eintretenden heifsen Luftstromes getroffen; infolge
dessen wird der auf diese Weise getheilte Luftstrom in verticaler Richtung nach oben abgelenkt
und wirkt ziemlich gleichmäfsig auf die ganze innere Oberfläche der Kammern. Um ein gleichmäfsiges Trocknen der in den Kammern
befindlichen Körper zu erzielen, müssen dieselben vom Reservoir F aus allmälig und in
gleichmäfsiger Bewegung die Kammern passiren, während welcher Zeit sie dem Einflüsse des
durch sie hindurchgetriebenen warmen Luftstromes ausgesetzt sind. Zu diesem Ende ist
es nothwendig, das Material am unteren Ende einer jeden Kammer auf der ganzen Breite der-,
selben entweder continuirlich oder in regelmäfsigen Zwischenräumen austreten zu lassen,
auch müssen die in einem gegebenen Zeitraum aus jeder Kammer austretenden Mengen unter
einander gleich sein. Hierzu dient ein zu diesem Zweck passender bekannter Mechanismus,
z. B. ein Rüttelschuh oder eine mit Vertiefungen versehene Walze (auf ihrer Mantelfläche).
Hier ist als einfachster Mechanismus für alle vier Kammern ein gemeinschaftlicher Schieber H
(Fig. 23 zeigt die Details) angeordnet, der durch ein Excenter O, das durch ein Wurmgetriebe p
getrieben wird, in alternirende Bewegung gesetzt wird. Bei Bewegung des Schiebers H
tritt das Material aus den Oeffnungen rr, die
sich im Boden E, als am untern Ende der Kammern, auf der einen Seite derselben und
auf ihrer ganzen Breite befinden und unter einander gleiche Höhe haben, aus, und wird allmälig
dem Rande des Schiebers und den in demselben befindlichen Schlitzen s s zugeführt,
durch die es in den Kasten/ fällt und fortgeschafft wird. Die Anzahl der Umdrehungen
des Excenters O, und somit das davon abhängige mehr oder weniger lange Verweilen des
Materials in den Kammern wird auf bekannte Weise mit Hülfe der Stufenscheiben 11 bewirkt.
Die Wirkungsweise des Schiebers ist aus der Fig. 26 verständlich. In den Fig. 24 und 25
ist eine vollständige Trockenvorrichtung mit einmaligem Durchgange der heifsen Luft durch
das zu trocknende Material dargestellt.
Der Ventilator K treibt die Luft in ein Reservoir Z, welches mit zehn cylindrischen Stutzen
«der rohrartigen Ansätzen versehen ist, die durch zehn aufgesteckte Blechröhren MM mit
den zehn Heizröhren α α des Lufterwärmungs-Apparates
verbunden sind. Letztere sind wieder durch zehn aufgesteckte Blechröhren NN auf
gleiche Weise mit dem Reservoir O vereinigt, von wo aus die heifse Luft durch die ovalen
Blechröhren PP und durch die Oeffnungen h h in die Abtheilungen G G der Darre gelangt,
hierauf durch das in den Kammern m m befindliche
Material hindurchgetrieben wird, und theils direct, theils durch die in den Seitenwänden
der Darre befindlichen grofsen Oeffnungen R R ins Freie entweicht. In den
Fig. 20 und 28 ist eine Darrmaschine mit zweimaligem Durchgange der heifsen Luft durch
das in den Kammern m m enthaltene Material dargestellt. Bei dieser Anordnung fehlen die
Oeffnungen R R in den Seitenwänden der Darre, und die Vorderseiten derselben sind durch die
Deckel .S-S1 geschlossen. In den Abteilungen GG
befinden sich die horizontalen Wände TT, die die Darre in ihrer ganzen Breite durchschneiden.
Infolge dieser Anordnung ist die heifse Luft gezwungen, um ins Freie zu gelangen, wie dieses
die Pfeile in der Fig. 28 andeuten, zuerst das in den unteren Theilen der Kammern m m enthaltene,
bereits trocknere Material zu passiren, und darauf, bereits abgekühlt und angefeuchtet,
noch das in der oberen Hälfte der Kammern befindliche feuchtere Material zu durchdringen,
worauf sie durch die Oeffnungen U U ins Freie gelangt. Der Abstand der beiden, die Wände
einer Kammer bildenden durchlochten Bleche von einander kann bei weniger feuchtem Material
allerdings auch gröfser sein als 25 mm, und somit die Dicke der Schicht des in den
Kammern enthaltenen Materials auch gröfser sein als 25 mm, es dürfte aber nicht vortheilhaft
sein, diese Dicke wesentlich gröfser oder kleiner als 25 mm zu machen.
Der hier beschriebene Lufterwärmungs-Apparat kann aufser der hier mitgetheilten Verwendung
zum Trocknen verschiedener Körper überall dort Anwendung finden, wo erwärmte Luft in
gröfseren Mengen verlangt wird, z. B. zum Heizen von Räumen.
In den zu heizenden Raum wird die erwärmte Luft durch im oberen Theile desselben
befindliche Oeffnungen eingeblasen und durch im unteren Theile desselben befindliche Oeffnungen
abgeführt.
Claims (5)
1. Die Gesammtanordnung des Heizapparates;
welcher durch ein System in mehreren Schichten über einander gelagerter Röhren gebildet wird, die an der Aufsenseite in
der 'beschriebenen Weise mit Rippen versehen sind. ■ .
2. Die Anordnung der in den Heizröhren befindlichen Kerne oder Cylinder, wodurch es
ermöglicht wird:
a) die im Innern der Röhre auftretende strahlende Wärme zur Erwärmung der
die Röhren passirenden Luft zu benutzen ;
b) diese Luft in dünne Schichten zu zertheilen, sie in innige Berührung mit
den im Innern der Röhre befindlichen erhitzten Oberflächen zu bringen und sie sehr schnell zu erwärmen;
c) durch Anwendung von dickeren oder dünneren Kernen oder durch Entfernung
einiger oder aller Kerne aus dem Röhrensystem, bei gegebener Temperatur der Heizröhren und bei gegebenem Luftquantum dieser Luftmenge
sehr verschiedene und erforderlichenfalls sehr hohe, d. h. der Temperatur der Röhren nahe kommende Hitzegrade
zu ertheilen.
3. Die gleichzeitige Dichtung sämmtlicher durch die Deckel der durch Dampf oder Wasser
geheizten Apparate hindurchgehenden Heizröhren durch Anschrauben der beiden Deckel
an den zur Aufnahme dieser Röhren bestimmten röhrenartigen Körper.
4· Die Verbindung einer jeden einzelnen Heizröhre
mit den Sammelreservoirs für kalte und warme Luft durch eine besonders aufgesteckte
Röhre, infolge dessen Undichtigkeiten im Apparate an den -Stellen, wo die Röhren durch die Deckel oder die Wände
desselben hindurchgehen, keinen schädlichen Einflufs auf die. Wirksamkeit des Apparates
ausüben können, da der an diesen Stellen m etwa austretende Rauch oder Dampf nur
ins Freie entweichen, aber nicht ins Innere der Luftleitungsröhren gelangen und somit
auch nicht die Luft, die durch dieselben hindurchgetrieben wird, verunreinigen oder
feucht machen kann.
5. Bei der mit dem Lufterwärmungs-Apparat verbundenen Darrmaschine die Anordnung
einer beliebig grofsen Anzahl von paarweise angeordneten, verticalen und parallelen Kammern
in einem Apparat, die es ermöglicht:
a) eine sehr grofse Darrfläche in einem Raum von verhältnifsmäfsig geringem
Kubikinhalt anzubringen, und
b) die gleichmäfsige Bewegung des zu trocknenden Materials durch sämmtliche
Kammern durch einen einzigen, für alle Kammern gemeinschaftlichen Schieber zu bewerkstelligen.
Die Anordnung eines Systems von verticalen Platten oder Schaufeln η η zwischen je zwei
Kammern zur Erzielung einer gleichmäfsigen Wirkung des seitwärts in die Darre eintretenden
Luftstromes auf die ganze Oberfläche der Kammern und des in denselben
enthaltenen Materials.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE9708C true DE9708C (de) |
Family
ID=287048
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT9708D Active DE9708C (de) | Lufterwärmungsapparat |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE9708C (de) |
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