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Raumheiz- und Kühlanlage mit Gebläse für die durch einen Kanal geführte
Umluft Zur Beheizung großer und hoher Räume, wie Fabrikhallen und Kinos, dienen
vielfach durch Dampf, Heißwasser oder elektrischen Strom beheizte Vorrichtungen,
denen die Raumluft zu ihrer Erwärmung, z. B. mittels eines Lüfters, als Frisch-oder
Umluft zugeführt wird. Durch die damit verbundene Luftströmupg werden jedoch Mikroorganismen
von dem Fußboden und anderen Teilen des Raumes aufgewirbelt, so daß für die in diesen
Räumen sich aufhaltenden Personen eine erhöhte Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten
der verschiedensten Art besteht.
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Es ist ferner bekannt, Entkeimungslampen in Form von Ultraviolettstrahlern
im Zuge der Luftführung von Belüftungseinrichtungen anzuordnen. Demgegenüber bezieht
sich die Erfindung auf eine Raumheiz- und -kühlanlage mit Gebläse für die durch
einen Kanal geführte Umluft, bei der mit Sicherheit erreicht werden soll, daß in
jedem Falle die gesamte dem Raum von der Belüftungseinrichtung zugeführte Luft voll
entkeimt wird. Die Erfindung geht dabei von den bekannten Einzelvorrichtungen aus
und vereinigt sie in einer den angestrebten Erfolg sicherstellenden Weise.
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Die Erfindung ist gekennzeichnet durch die Vereinigung folgender Merkmale:
a) eine Heiz- und/oder eine Kühlvorrichtung sowie ein Bestrahlungsgerät aus einem
oder mehreren Ultraviolettstrahlern sind an den das Gebläse einschließenden Luftringkanal,
an einer Stelle sich gegenüberliegend, angeschlossen; b) an dieser Anschlußstelle
ist in dem Luftringkanal eine drehbewegliche Klappe derart angeordnet, daß in der
einen Endstellung (ausgezogen
) die Heiz- oder Kühlvorrichtung und
in der anderen Endstellung (gestrichelt) das Bestrahlungsgerät mit der Saugleitung
des Gebläses unmittelbar verbunden ist.
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Es wird bei dieser konstruktiven Ausbildung der Anlage erreicht, daß
die Luft den Ultraviolettstrahlern stets bei höherer Temperatur zugeführt wird.
Da die Strahlungsstärke handelsüblicher Entkeiinungslampen, d. h. von Ultraviolettstrahlern,
in der Regel bei hoher Umgebungstemperatur größer als bei niedriger Temperatur ist,
wird somit eine optimale Leistungsfähigkeit der Entkeimungsanlage ebenso sichergestellt
wie eine einwandfreie Entkeimung der durchströmenden Luft.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung sind an Hand einer schematischen
Zeichnung erläutert, die als Ausführungsbeispiel eine im Uinluftverfahren arbeitende
Einrichtung zur Raumheizung mit gleichzeitigerLuftem.tkeimungzeigt. Esbezeichnet(Deinen
Luftkanal, der mindestens an seinen Enden 2 und 3 in den zu beheizenden Raum geführt
ist und. in seinem Zuge eine Heizvorrichtung q. bekannter Bauart sowie einDurchströmbestrahlungsgerät
5 aufnimmt, von dem nur seine Ultraviolettstrahler 6 angedeutet sind. An den Wänden
des Luftkanals liegen sich zwei Öffnungen 7, 8 gegenüber, an deren eine die Saugleitung
9 und an deren andere die Druckleitung io eines Fliehkraftlüfters i i angeschlossen
ist. Ferner ist in dem Luftkanal eine Umschaltklappe 12 vorgesehen, die in ihren
beiden voll ausgezogen bzw. gestrichelt angedeuteten Endstellungen 13, 1q.
eine Scbeidewand für die beiden Lüfterleitungen bildet und gleichzeitig den Luftkanal
in zwei AbschnitfieG', O" aufteilt. Auf diese Weises strömt die Luft bei in der
Endstellung 13 befindlicher Klappe 12 in der Pfeilrichtung 15 durch ihren
Kanal GO, so daß die bei 2 aus dem Raum angesaugte Luft nach ihrer Erwärmung in
dem Kanalabschnitt T' durch die Heizvorrichtung q. anschließend in demKanalabschnitt(Y"
durch das Bestrahlungsgerät 5 fortlaufend entkeimt wird, bevor sie bei 3 wieder
in den Raum austritt. Diese Strömungsrichtung, bei der nur die erwärmte Luft dem
Bestrahlungsgerät zugeführt wird, gewährleistet außerdem, daß die Ultraviolettstrahler
bei einer für ihre Strahlungsausbeute günstigen Temperatur arbeiten.
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Die so gekennzeichnete Einrichtung gestattet jedoch nicht nur eine
Entkeimung der Raumluft bei eingeschalteter Heizung, sondern kann mit gleichem Erfolg
auch nach Außerbetriebsetzung der Heizung, also z. B. in den Sommermonaten, eingesetzt
werden. Besteht die Heizvorrichtung ..dabei aus einem von einem flüssigen oder gasförmigen
Mittel zu durchströmenden Röhren- oder Doppelplattensystem, so ergibt sich eine
weitere vorteilhafte Anwendung einer so ausgebildeten erfindungsgemäßen Einrichtung,
wenn diese mit einem Kühlmittel, z. B. Kühlwasser, gespeist wird, so daß zusammen
mit der Entkeimung in einfacher Weise ein Absenken der Raumtemperatur erzielt wird.
Zu dem gleichen Zweck ist es vor allem bei elektrischen Heizvorrichtungen möglich,
zusätzlich ein von einem Kühlmittel durchströmtes Röhren- oder Doppelplattensystem
in dieAnlage einzubauen, das außerdem bei eingeschalteter Heizung erforderlichenfalls
zur Regelung der Lufttemperatur mit herangezogen werden kann.
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Da auch bei einer solchen, mit einer Luftkühlung verbundenen Entkeimung
darauf Wert zu legen ist, daß möglichst die noch warme Luft bestrahlt wird, andererseits
bei Beibehaltung der ursprünglichen Strömungsrichtung 15 immer die kältere
Luft dem Bestrahlungsgerät 5 zugeführt wird, schlägt die Erfindung vor, Mittel vorzusehen,
durch die die Strömungsrichtung der Luft umzukehren ist. Hierzu dient bei dem gezeichneten
Ausführungsbeispiel der Erfindung die Umschaltklappe r2, die bei ihrem Wechsel in
die Endstellung 1q. den Anschluß der beiden Kanalabschnitte O', O" an die Luftleitungen
9, i o vertauscht, so d'aß die Luft in der umge keh.rten Richtung 16 in ihrem noch
warmen Zustand an den Strahlern 6 vorbeiströmt. Von besonderem Vorteil ist es dabei,
wenn der Durchtrittsduerschnitt des Bestrahlungsgeräts 5 größer ist als der der
anschließenden. Teile des Luftkanals t0" und die Strahler 6, wie dargestellt, außerhalb
des zwischen den Luftein- und -austrittöffnungen des Bestrahlungsgeräts liegenden
Raums der Hauptluftströmung, also in einem toten Raum dieses Bestrahlungsgeräts,
angebracht sind. Hierdurch staut sich die Luft in diesem toten Raum und begünstigt
infolge ihrer Erwärmung durch die Verlustleistung der Strahler ebenfalls noch die
Strahlungsausbeute.
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Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt,
sondern kann in der verschiedensten Weise abgewandelt werden, wobei stets Voraussetzung
ist, daß die beanspruchte Vereinigung der Merkmale bestehenbleibt. Insbesondere
ist es ohne weiteres möglich, entsprechende Einrichtungen bei Raumheizungen vorzusehen,
denen Frischluft entweder allein oder als Zusatz zur Umluft zugeführt wird.
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Ebenso kann man zur Umkehr der Strömungsrichtung in dem Luftkanal
andere Mittel als eine Umschaltklappe verwenden, z. B. Ventile oder auf den Wänden
des Luftkanals über zwei Öffnungen gleitende Schieber, wie sie an sich im einzelnen
von Dampfmaschinensteuerungen her bekannt sind und von denen je einer der Saug-
und der Druckleitung des Lüfters zuzuordnen ist. Dabei ist dann lediglich noch an
Stelle des Dampfmaschinenkolbens eine feste Scheidewand in dem Luftkanal zwischen
dessen entsprechend der gewünschten Strömungsrichtung je nach der wechselseitigen
Schieberstellung von Saug-oder Druckluft beaufschlagten Kanalabschnitten vorzusehen.
Es ist weiterhin selbstverständlich nicht erforderlich, diese Mittel zur Umkehr
der Luftströmung zwischen Heiz- bzw. Kühlvorrichtung q. und Bestrahlungsgerät 5
anzuordnen; sie können vielmehr genauso gut auch zwischen einem dieser Teile einerseits
und dem Kanalende 2 bzw. 3 andererseits liegen.