DE967641C - Verfahren und Mittel zur Veredlung von Cellulosematerial - Google Patents

Verfahren und Mittel zur Veredlung von Cellulosematerial

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DE967641C
DE967641C DEB14709A DEB0014709A DE967641C DE 967641 C DE967641 C DE 967641C DE B14709 A DEB14709 A DE B14709A DE B0014709 A DEB0014709 A DE B0014709A DE 967641 C DE967641 C DE 967641C
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DE
Germany
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isocyanate
reaction product
bisulfite
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bisulfite reaction
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DEB14709A
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English (en)
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John Gwynant Evans
James Harry Leach
William Salkeld Meals
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Bradford Dyers Association Ltd
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Bradford Dyers Association Ltd
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    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
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    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
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    • D06M15/564Polyureas, polyurethanes or other polymers having ureide or urethane links; Precondensation products forming them
    • DTEXTILES; PAPER
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verbesserung von Cellulosematerial.
Der hier gebrauchte Ausdruck »Cellulosematerialien« soll Fasern, Garne oder Stoffe einschließen, die aus nativer oder regenerierter Cellulose einschließlich abgewandelter Cellulose und Cellulosederivaten sowie Mischungen derselben mit anderen Fasern, in denen vorzugsweise der Celluloseanteil dominiert, bestehen oder solche enthalten. Nicht eingeschlossen sind ίο Papier und Papierbrei. Im allgemeinen ist die erfindungsgemäße Behandlung mehr für Stoffe aus beispielsweise Baumwolle, Leinen oder Viskosekunstseide als für Fasern oder Garne gedacht, auf die sie jedoch auch anwendbar ist.
Verschiedene Methoden sind von Zeit zu Zeit vorgeschlagen worden, um die Eigenschaften solcher Cellulosematerialien zu verbessern. So hat man Behandlungen vorgeschlagen, um die Wassersaugfähigkeit herabzusetzen, die Naßfestigkeit zu erhöhen, die Naßreibfestigkeit heraufzusetzen oder eine Schrumpfung beim Waschen zu verringern. Gewöhnlich sind solche Behandlungen insbesondere auf Viskosekunstseide in verschiedenen Fabrikationsformen anwendbar. Solche Verfahren schlossen unter anderem die Anwendung von Phenolformaldehydvorkondensäten, Amidformaldehydvorkondensaten und Aminformaldehydvorkondensaten in wäßrigen Lösungen in Gegenwart von sauren oder mittelbar sauer
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wirkenden Katalysatoren ein, woran sich eine Trocknung und Wärmebehandlung anschloß, um eine Polymerisation des Harzes an Ort und Stelle hervorzurufen. Obwohl solche Kunstharzimprägnierangen die Eigenschaften von Viskosekunstseide fühlbar verbessern, zeigen sie auch unangenehme Begleitumstände. So sind Phenolformaldehydharze stark gefärbt; die erforderliche Benutzung saurer oder sauer wirkender Katalysatoren bringt Nachteile mit ίο sich, z. B. die Herabsetzung der Haltbarkeit und Wirksamkeit des Bades des Harzvorkondensates, und schließlich ist die für die Wärmebehandlung erforderliche Erhitzung der Viskosekunstseide mit dem Risiko verbunden, daß diese weich oder lappig wird. Außerdem zeigt das mit Kunstharz behandelte Material in jedem Falle eine Tendenz, brüchig zu werden, die so stark ist, daß diese Kunstharze nicht auf Baumw.oll- oder Leinenstoffe anwendbar sind, ohne daß eine beträchtliche Brüchigkeit und ein erheblicher Festigkeitsverlust dieser Stoffe auftreten, sofern nicht besondere Nachbehandlungen zur Wiederherstellung der Festigkeit durchgeführt werden.
Als Ersatz wurde deshalb auch bereits die Verwendung von Ketonaldehydharzen vorgeschlagen, die sich unter alkalischen Bedingungen polymerisieren lassen; damit ist jedoch der Nachteil verbunden, daß sich die behandelten Textilien sogleich oder beim Lagern gelb anfärben.
Alle genannten Kunstharzbehandlungen können und werden normalerweise den Griff der behandelten Cellulosematerialien in einem unerwünschten Ausmaß ändern. So können sich beispielsweise durch eine derartige Behandlung der Griff, das Aussehen und die Drapierungsmöglichkeiten von Kunstseidenkrepp so nachteilig ändern, daß derartige Verfahren nicht mehr anwendbar sind. An Stelle einer Harzbehandlung hat man deshalb auch die Anwendung von Formaldehyd in Gegenwart eines sauren Katalysators vorgeschlagen. Das ist jedoch ein Prozeß, der einer sehr sorgfältigen technischen Überwachung bedarf, beispielsweise bei Viskosekunstseide, wenn ein Weichoder Lappigwerden vermieden werden soll; bei Baumwolle und Leinen ist das Verfahren infolge der starken Erweichung der Struktur überhaupt nicht anwendbar. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, durch das alle diese Nachteile beseitigt werden können. Es wurde bereits die Anwendung der Bisulfitreaktionsprodukte von Isocyanaten und Isothiocyanaten (im nachstehenden kurz Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte genannt) auf Cellulosematerialien vorgeschlagen mit anschließender Wärmebehandlung, durch die sich beispielsweise neue Färbeffekte, begleitet von einer verringerten Aufnahmefähigkeit für Wasser und einer erheblichen Naßfestigkeit, erreichen lassen. Infolge der verringerten Wasseraufnahmefähigkeit zeigen behandelte Cellulosegarne und -stoffe eine verringerte Schrumpfneigung bei Befeuchtung oder beim Waschen. Jedoch sind viele Cellulosestoffe mit hohem Schrumpfpotential, wie beispielsweise Cr&pes, nicht in gleicher Weise hinsichtlich ihrer Abmessungen beständig, wenn sie so behandelt sind. Es ist bekannt, Textilien durch Imprägnieren mit Isocyanat-Bisulfit-Addukten, die lange aliphatische Ketten aufweisen, wasserabstoßend zu machen. Zu dem gleichen Zweck hat man die Ablagerung von hochmolekularen Reaktionsprodukten zwischen zwei- und mehrwertigen Aminen und den Bisulfitaddukten gemeinsam mit wasserabstoßenden Stoffen, wie Paraffin, Fette, Wachse oder Harze, in dem Gewebe vorgeschlagen.
Maßhaltigkeit, Quell- und Schrumpffestigkeit der Textilien kann man mit diesen Behandlungen jedoch nicht erzielen.
Es wurde nun ein Verfahren gefunden, durch das die Schrumpfneigung von Garnen und Stoffen so stark herabgesetzt werden kann, daß auch Materialien von hohem Schrumpfpotential im wesentlichen stabilisiert werden können, d. h. daß die Abmessungen der Stoffe bei Befeuchtung oder beim Waschen erhalten bleiben. Auch bei Materialien von niedrigem Schrumpfpotential, die bereits mit Hilfe des zuvor erwähnten Verfahrens im wesentlichen schrumpffest gemacht werden können, kann das vorliegende Verfahren Anwendung finden, um das gleiche Ergebnis auf wirtschaftlicherem Wege zu erzielen. Das Verfahren hat auch eine verringerte Saugfähigkeit gegenüber Wasser und eine vergrößerte Naßfestigkeit zur Folge. Das Verfahren der Erfindung besteht darin, daß man in ein Cellulosematerial ein Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt und ein Amid, ein Amidin oder ein Aminotriazin einbringt und danach mit Wärme behandelt. Das Material kann anschließend gewaschen werden, um etwa vorhandene unerwünschte Nebenprodukte oder Rückstände zu entfernen. Die Einbringung des Amides, Amidines oder Aminotriazines kann vor, gleichzeitig mit oder nach der Einbringung des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes erfolgen.
Der Ausdruck Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt im Rahmen dieser Beschreibung schließt natürlich auch Isothiocyanat-Bisuhit-Reaktionsprodukte ein. Eine geeignete Durchführungsweise des neuen Verfahrens besteht darin, daß das Reaktionsprodukt und das benutzte Amid, Amidin oder Aminotriazin auf das Cellulosematerial aus der gleichen oder aus verschiedenen vorzugsweise wäßrigen Lösungen oder Dispersionen aufgebracht, das Material dann getrocknet oder teilweise getrocknet und schließlich wärmebehandelt wird.
Geeignete Amide sind Harnstoff, Thioharnstoff, Acetamid, Benzamid, Sulfonamid und p-Toluolsulfonamid; geeignete Amidine sind Dicyandiamid, Guanidin und Aminoguanidin und geeignete Aminotriazine, z. B. Melamin.
Ein Verfahren zur Herstellung des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes besteht beispielsweise darin, daß man das Isocyanat in einer gesättigten wäßrigen Lösung eines AlkaHmetallbisulfits, beispielsweise des Natriumbisulfits, dispergiert, und zwar vorzugsweise in etwa äquimolekularen Anteilen, worauf sich aus dieser Lösung nach kurzer Zeit das Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt abscheiden wird. Flüssige Isocyanate können in die gesättigte Bisulfitlösung eingerührt werden; feste Isocyanate werden weckmäßigerweise zunächst in einem organischen Lösungsmittel wie Benzol, Toluol oder Xylol gelöst.
Die Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte lassen sich bei verhältnismäßig niedriger Temperatur zu weißen geruchlosen festen Substanzen trocknen. Im Gegensatz zu Isocyanaten, die durch Wasser zersetzt werden, ergeben die Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte in vielen Fällen beständige wäßrige Lösungen, die auf die Cellulosematerialien durch Eintauchen, Aufklotzen oder Zerstäuben aufgebracht werden können, woran sich dann eine Trocknung
ίο oder teilweise Trocknung und eine Wärmebehandlung anschließen. Die Natriumverbindungen der Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte sind im allgemeinen in Wasser verhältnismäßig leicht löslich, die entsprechenden Kaliumsalze jedoch nicht. Bedingungen, die zu einer Hydrolyse der Reaktionsprodukte führen können, beispielsweise Erhitzung der wäßrigen Lösungen, sollten möglichst vermieden werden.
Anstatt die Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte als solche auf das Material aufzubringen, kann man diese Verbindungen, obwohl dies weniger zweckmäßig ist, auch in situ in den Cellulosematerialien erzeugen, indem man entweder zuerst das Isocyanat und dann das Bisulfit aufbringt oder die umgekehrte Reihenfolge wählt. So könnte beispielsweise das Isocyanat auf das Material aus einer Lösung in einem organischen Lösungsmittel aufgebracht werden, welches anschließend verdampft wird, worauf das Bisulfit aus wäßriger Lösung aufgebracht wird. Doch kann man ebensogut zunächst das Bisulfit aus wäßriger Lösung auf das Material aufbringen, dieses trocknen und dann das Isocyanat aus der Lösung in einem organischen Lösungsmittel aufbringen. In beiden Fällen folgt die abschließende Wärmebehandlung, nachdem ebenfalls das Amid, Amidin oder Aminotriazin in das Material eingebracht ist, und zwar zweckmäßigerweise aus der gleichen wäßrigen Lösung, die auch das Bisulfit enthält.
Eine andere Ausführungsform der Erfindung würde darin bestehen, daß man das Isocyanat in einer verdünnten wäßrigen Bisulfitlösung emulgiert, dispergiert und diese Emulsion, in der dann gleichzeitig auch ein Amid, Amidin oder Aminotriazin dispergiert oder gelöst sein kann, auf das Cellulosematerial aufbringt und eine Trocknung und Wärmebehandlung anschließt.
In verdünnten Bisulfitlösungen verläuft die Reaktion mit dem Isocyanat nicht leicht, aber beim Trocknen und der dadurch bedingten Konzentration im Gewebe läßt sich die Umsetzung von Isocyanat und Bisulfit ohne weiteres durchführen.
Obwohl auch Isocyanate mit einer Funktion für die Umsetzung mit dem Bisulfit benutzt werden können, wird doch die Verwendung von polyfunktionellen Isocyanaten, beispielsweise Bi- oder Triisocyanaten, vorgezogen. Bei Verwendung aromatischer Isocyanate sind die mit drei Funktionen solchen mit zwei Funktionen vorzuziehen, während bei Verwendung von aliphatischen Isocyanaten denjenigen mit zwei Funktionen und einer aliphatischen Kette von nicht mehr als 10 Kohlenstoffatomen der Vorzug gegeben wird. Werden Isocyanate mit einer Funktion verwendet, so sollen sie entweder aromatischen Charakter haben oder, wenn sie aliphatische Verbindungen sind, keinesfalls eine Kette von mehr als 8 Kohlenstoffatomen besitzen. Finden aliphatische Isocyanate mit einer Funktion und einer aliphatischen Kette von mehr als 8 Kohlenstoffatomen Verwendung, beispielsweise Octadecylisocyanat, so sollten solche Verbindungen in Verbindung mit anderen Isocyanaten benutzt werden, wobei die Isocyanate mit der längeren aliphatischen Kette als Gleitmittel wirken.
Geeignete Beispiele brauchbarer Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukte sind die Bisulfitreaktionsprodukte von Phenylisocyanat, Hexamethylen-di-isocyanat, m - Toluylen - di - isocyanat, m - Phenylen - di - isocyanat, einer Mischung von Polyisocyanaten, in Xylol gelöst, beliebige der entsprechenden Isothiocyanate und endlich auch Allylisothiocyanat. Weitere Beispiele sind durch die Bisulfitreaktionsprodukte des Toluol-2,4-diisocyanat, Toluol-2,4,6-tri-isocyanat, Mischungen des Toluol-2,4- und -2,6-di-isocyanats und Methylen-bisp-phenylen-isocyanat gegeben.
Die optimale Temperatur der Wärmebehandlung ist die Zersetzungstemperatur des jeweils benutzten Isocyanat - Bisulfit - Reaktionsproduktes. Normalerweise wird die Dauer der Wärmebehandlung zwischen ι und 15 Minuten bei einer Temperatur von 100 bis 200° betragen; bei Benutzung tiefer liegender Temperaturen wird natürlich die erforderliche Behandlungszeit wachsen. In der Praxis ist im allgemeinen die Anwendung eines engeren Temperaturbereiches vorzuziehen, der beispielsweise zwischen 140 und i6o° liegt; infolgedessen sind die Reaktionsprodukte von Hexamethylen-di-isocyanat und m-Toluylen-di-isocyanat besonders brauchbar, da ihre Zersetzungstemperaturen in diesem Bereich liegen. Zuweilen wird es auch möglich sein, die Trocknung und Wärmebehandlung gleichzeitig durchzuführen. Die Wärmebehandlung kann auf irgendeine geeignete übliche Weise durchgeführt werden, vorzugsweise in Trockenmaschinen, Heißluftkammern oder Anlagen, die mit Infrarotstrahlung als Wärmequelle arbeiten. Die Wärmebehandlung könnte auch beispielsweise durchgeführt werden, indem das Material durch ein Bad aus geschmolzenem Metall durchgeschickt wird, das aus niedrigschmelzenden Metallegierungen besteht, und endlich auch durch die Behandlung des Materials mit Dampf, obwohl dies weniger zweckmäßig ist.
Bei manchen Stoffen, besonders Cre"pearten, ist es häufig wünschenswert, den Stoff vor der endgültigen Wärmebehandlung auf bestimmte Abmessungen einzustellen. Sehr zweckmäßig ist es, dies bei der Trocknung des Stoffes nach der Imprägnierung mit dem Amid, Amidin oder Aminotriazin und dem Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt zu tun, beispielsweise in Verbindung mit der Anwendung einer Trockenmaschine, wobei der Stoff entsprechend auf die gewünschte Länge übergeführt wird, unter Strecken auf die gewünschte Breite. Eine brauchbare Methode für die Behandlung hochdehnbarer Stoffe, wie beispielsweise Cr^pestoffe, besteht darin, sie nach der Imprägnierung auf Abmessungen zu trocknen, die ein wenig größer sind als die des geforderten Fertigfabrikates. Die behandelten Stoffe werden dann wärmebehandelt und durch eine Naßbehandlung entspannt. Auf diese Weise schrumpft der Stoff zum Teil und nimmt auf diese Weise die Abmessungen
an, die von dem betreffenden Stoff nach seiner Fertigbenandlung verlangt werden. Der Stoff wird dann mit diesen Abmessungen getrocknet und ist nun im wesentlichen bei erneutem Anfeuchten oder Waschvorgängen schrumpffest.
Es liegt auf der Hand, daß die erfindungsgemäße Behandlung auch nur örtlich begrenzt durch Drucken oder Schablonieren angewandt werden kann und daß man dadurch verschiedenartige Schrumpfeffekte und ίο dadurch bestimmte Musterwirkungen im Stoff erzeugen kann. Zur Erzielung der gleichen Wirkung kann man auch so vorgehen, daß die erfindungsgemäße Behandlung sich über die ganze Stofffläche erstreckt, dann aber örtlich unwirksam gemacht wird, indem man chemische Schutzmittel, beispielsweise stark alkalische Pasten, auf den Stoff örtlich aufbringt (oder vorher aufgebracht hat), oder auch, indem man bestimmte Stellen des Stoffes gegen die erfindungsgemäße Behandlung dadurch schützt, daß man vorher mechanische Schutzmittel, beispielsweise Wachs, auf diese Stellen aufbringt. Man kann hierbei natürlich auch umgekehrt vorgehen, indem man beispielsweise die erfindungsgemäßen Behandlungssubstanzen auf die gesamte Stofffläche aufbringt und dann vor der Wärmebehandlung durch Aufdrucken eines Musters mit einer stark alkalischen Paste an bestimmten Stellen unwirksam macht.
Da es möglich ist, das neue Verfahren mit Hilfe von neutralen oder im wesentlichen neutralen Bädern durchzuführen, fallen die Nachteile der Verwendung saurer oder sauer wirkender Katalysatoren fort. Außerdem lassen sich Mischungen von Amiden, Amidinen oder Aminotriazinen mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten in trockenem Zustande lange Zeit aufheben. Auch die Brauchbarkeit einer Lösung der erfindungsgemäßen Verbindungen beläuft sich in vielen Fällen auf mehrere Tage. Die Behandlung nach der Erfindung ruft keine oder nur eine geringfügige Verfärbung der behandelten Cellulosematerialien hervor, ihr Griff erfährt praktisch keine Änderung oder wird bestenfalls ein wenig fester, während die physikalischen Eigenschaften wie die Festigkeit nicht nachteilig beeinflußt werden. Obwohl kein Anspruch darauf erhoben wird, daß die behandelten Materialien knitterfest sind, wird durch die erfindungsgemäße Behandlung doch auch eine geringfügige Erhöhung der Knitterfestigkeit erreicht.
Die Erfindung ist auch anwendbar auf Stoffe, die bereits in üblicher Weise ausgerüstet wurden, d. h. beispielsweise auf Stoffe, die bereits Weichmachungsmittel, Gleitmittel oder antiseptische Mittel enthalten, oder auf Stoffe, die mit Hilfe von wärmehärtbaren Harzkondensaten knitterfest gemacht oder stabilisiert worden sind.
Die erfindungsgemäße Behandlung von Stoffen mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Amiden, Amidinen oder Aminotriazinen kann auch bereits vor einer anderen üblichen Ausrüstung oder gleichzeitig damit durchgeführt werden.
Die erfindungsgemäße Behandlung von Cellulosestoffen mit einem Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt und einem Amid, Amidin oder Aminotriazin kann auch durchgeführt werden in Verbindung mit anderen Verfahren zur Herstellung krumpfechter und nicht eingehender Stoffe. Beispielsweise besteht ein bekanntes Verfahren zur Herstellung krumpfechter Stoffe darin, den Stoff durch eine Maschine laufen zu lassen, die durch Krafteinwirkung die Abmessungen des Stoffes verringert, indem seine Fasern gestaucht werden. Solche Maschinen sind beispielsweise in den britischen Patentschriften 359 759 und 372 803 beschrieben. Es ist wohlbekannt, daß sich die Oberfläche von vielen Kunstseidenstoffen nach einer Druckschrumpfung ausdehnen oder in ihren Abmessungen in anderer Weise verändern wird, wenn die Stoffe anschließend benetzt werden und quellen. Wird jedoch das Verfahren der Druckschrumpfung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verbunden, so werden die Stoffe völlig einlauffrei. Ein geeignetes Verfahren zur Durchführung einer solchen Behändlung würde darin bestehen, daß der Stoff zunächst mit einer wäßrigen Lösung oder Dispersion eines Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes und eines Amides, Amidines oder Aminotriazines behandelt wird, worauf es in einer der genannten maschinellen Vorrichtungen einer Druckschrumpfung unterworfen und schließlich einer Wärmebehandlung zugeführt wird, die entweder gleich in den genannten Maschinen oder gesondert durchgeführt wird.
Die folgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung der Erfindung; die angegebenen Zahlen bezeichnen Gewichtsverhältnisse.
Beispiel 1
Das Natriumbisulfitreaktionsprodukt von Hexamethylen-di-isocyanat wird wie folgt hergestellt:
84 Teile Hexamethylen-di-isocyanat werden 310 Teilen einer Lösung von Natriumbisulfit in Wasser zugesetzt, die 104 Teile Natriumbisulfit enthält. Durch heftiges Verrühren werden beide Flüssigkeiten innig miteinander gemischt, bis sich mit fortschreitender Reaktion eine feste weiße kristalline Substanz abscheidet. Unter Umständen erstarrt hierbei die Mischung zu einer steifen Paste, aus der das Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt durch Filtrieren und Waschen und anschließendes Trocknen bei 50 bis 6oc gewonnen werden kann.
Ein Cre"pestoff von 91,5 cm Breite mit Schußfäden aus Acetatkunstseide und Cre*pekettfäden aus Viskosekunstseide wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat, nach obiger Vorschrift hergestellt, und 5 Teile Harnstoff in 90 Teilen Wasser enthält (mit einer Breiteneinstellung von 91,5 cm), in einer Trockenmaschine bei 100° getrocknet und anschließend einer Wärmebehandlung von 1450 für 10 Minuten unterworfen.
Eine zweite Probe desselben Stoffes wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-diisocyanat in 90 Teilen Wasser enthält, getrocknet und anschließend wie oben wärmebehandelt. Schrumpüngsversuche mit den beiden so behandelten Stoffproben und einer weiteren unbehandelten Stoffprobe in einer Seifenlösung von 6o°, die pro Liter 2,5 g
Seife enthielt, ergaben bei einer Versuchsdauer von ι Stunde folgende Werte:
Unbehandelt Breite Breite Schrump
ίο Behandelt nur vor dem nach dem fung
S mit Isocyanat- Schrumpf Schrumpf
Bisulfit-Reak- versuch versuch 30%
tionsprodukten 91,5 cm 64,0 cm
Behandelt mit
15 Isocyanat-
Bisulfit-Reak- ii.7%
tionsprodukten 91,5 cm 80,8 cm
und Harnstoff
o,3%
91,5 cm 91,2 cm
Beispiel 2
Der gleiche Stoff wie im Beispiel 1 wird mit einer Lösung durch Aufklotzen befeuchtet, die 5 Teile Acetamid und 10 Teile des nach Beispiel 1 hergestellten Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat in 85 Teilen Wasser enthält. Der Stoff wird in einer Breite von 91,5 cm in einer Trockenmaschine bei 8o° getrocknet und anschließend 10 Minuten lang bei 1500 wärmebehandelt.
Eine weitere Probe desselben Stoffes wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-diisocyanat in 90 Teilen Wasser enthält, getrocknet und wie oben wärmebehandelt.
Die Schrumpfversuche wurden wieder mit einer Versuchsdauer von 1 Stunde in einer verdünnten wäßrigen Seifenlösung, die 2,5 g Seife/1 enthielt, bei einer Temperatur von 6o° durchgeführt und zeigten folgendes Ergebnis:
Schußschrumpfung
Unbehandelt 25,5 %
Behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten allein 20,0 %
Behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Acetamid 5,5%
Beispiel 3
Der gleiche Stoff wie im Beispiel 1 wird mit einer Lösung von 5 Teilen Benzamid in 95 Teilen Äthylalkohol durchfeuchtet und bei 80° getrocknet. Das Gewebe wird dann durch Aufklotzen mit einer wäßrigen Lösung durchfeuchtet, die 10 Teile des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat in 90 Teilen Wasser enthält, anschließend bei 700 und einer Breiteneinstellung von 91,5 cm in einer Trockenmaschine getrocknet. Eine Wärmebehandlung von 6 Minuten und 145 ° wird angeschlossen.
Eine zweite Stoffprobe wird nur mit der zweiten Lösung durchfeuchtet, d. h. nicht vorher mit einer Benzamidlösung imprägniert, dann bei 700 und einer Breiteneinstellung von 91,5 cm getrocknet und anschließend in derselben Weise wie zuvor für 6 Minuten bei 1450 erhitzt.
Schrumpfversuche wurden mit diesen Stoffproben mit einer Versuchsdauer von 1 Stunde in einer Seifenlösung von 6o° durchgeführt, die 2,5 g Seife/1 enthielt.
Die Ziffern der Schußschrumpfung sind:
Schuß
schrumpfung
Unbehandelt 28,5%
Behandelt mit Isocyanat-Bisulflt-
Reaktionsprodukten allein 20,0%
Behandelt mit Benzamid und an
schließend Isocyanat-Bisulfit-Re-
aktionsprodukten 5.75%
Beispiel 4
Ein ähnlicher Stoff wie im Beispiel 1, jedoch mit einem Schrumpfpotential von 20 0I0, wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat und 5 Teile Harnstoff auf 85 Teile Wasser enthält, und dann bei 700 in einer Breiteneinstellung von 91,5 cm getrocknet.
Eine weitere Probe desselben Stoffes wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat in 90 Teilen Wasser enthält, und bei 700 und einer Breiteneinstellung von 91,5 cm getrocknet.
Einzelne Teile des Stoffes, wie er mit Hilfe jeder der beiden Imprägnierungen erhalten wurde, werden 10 Minuten lang bei verschiedenen Temperaturen erhitzt.
Dann wurden Schrumpf versuche mit den Stoffen durchgeführt, die bei einstündiger Dauer in Seifenlösungen von 60° durchgeführt wurden, die 2,5 g/l Seife enthielten. Zweitens wurden die Zahlen für die Wasseraufnahme des Viskoseschusses sowie die Reißfestigkeiten der Stoffe im Naßzustand bestimmt. Im nachstehenden folgen die Ergebnisse:
Imprägniert mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten
Temperatur
der Wärmebehandlung
von 10 Minuten
unbehandelt 1250
I300
135°
1400
145°
1500
20,0
18,5
17,0
17,0
13,25
12,5
Naßreißfestigkeit
kg/cm2
2,7 2,6
3,3 3,5
Wasseraufnahme
100,0
97,o
76,5 74,5
709 832/58
Imprägniert mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Harnstoff
Temperatur
der Wärmebehandlung
von io Minuten
unbehandelt..
125°
130°
135°
1400
145°
1500
Schußschrumpfung
20,0
11,0
7,5
5.5
3,5
i,75
1,25
Naßreißfestigkeit
kg/cm2
2,7 3,4
3,5 3,7
Wasser-
aufnahme
100,0 72,8
68,0 60,5
Aus der vorstehenden Tabelle ergibt sich, daß die gleiche Stabilität durch eine Erhitzung von io Minuten bei 125° bei gleichzeitiger Verwendung des Isocyanat ao Bisulfit-Reaktionsproduktes und Harnstoff erzielt werden kann, wie es eine Erhitzung von 10 Minuten auf 1500 in Gegenwart von Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten allein erfordert.
a5 Beispiel 5
Das Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt von m-Toluylen-di-isocyanat wird in folgender Weise hergestellt:
35 Teile m-Toluylen-di-isocyanat werden mit 130 Teilen einer wäßrigen Lösung von Natriumbisulfit, die 45 Teile Natriumbisulfit enthält, kräftig verrührt. Nach mehreren Stunden fällt aus der Lösung ein weißer Niederschlag aus, der in kristalliner Form nach 8 Stunden abfiltriert, gewaschen und bei 70° getrocknet wird.
Ein Stoff aus weißer gesponnener Viskosekunstseidestapelfaser wird mit einer Lösung imprägniert, die 5 Teile des nach vorstehender Vorschrift hergestellten Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes und 5 Teile Harnstoff auf 90 Teile Wasser enthält. Nach dem Auspressen wird der Stoff bei 85 ° getrocknet. Der trockene Stoff wird dann 10 Minuten auf 150° erhitzt.
Die Ziffern für Wiederaufnahmefähigkeit wurden erhalten, indem man die behandelte Stoffprobe zusammen mit einer Probe des unbehandelten Stoffes 24 Stunden lang in kaltes Wasser von 200 legt und anschließend 5 Minuten mit einer Zentrifugalkraft von 1000 g (g = Erdbeschleunigungskonstante) schleudert.
Unbehandelter Stoff 100 °/0
Behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Harnstoff 79,5 %
Die Reißfestigkeiten dieser Stoffe in nassem Zustand wurden in kg/cm2 gemessen und folgen im nachstehenden.
Unbehandelter Stoff 5,8 kg/cm2
Behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Harnstoff 7,7 kg/cm2
Beispiel 6
Ein Crepestoff mit Kettfaden aus Acetatkunstseide und Cre"peschußfäden aus Viskosekunstseide wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat und 5 Teile Harnstoff auf 85 Teile Wasser enthält. Nach der Imprägnierung wird der Stoff bei 700 und einer Breiteneinstellung von 91,5 cm in einer Trockenmaschine getrocknet.
Eine zweite Probe desselben Stoffes wird in einer Lösung von 10 Teilen des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat in 90 Teilen Wasser imprägniert. Diese Stoffprobe wird dann ebenfalls bei 70° und einer Breiteneinstellung auf 91,5 cm in der Trockenmaschine getrocknet.
Muster beider Stoffproben werden dann für verschieden lange Zeit auf 1500 erhitzt und nach der Erhitzung 1 Stunde lang in Wasser von 500 eingeweicht. Überschüssige Feuchtigkeit wird dann abgeschüttelt und die Reißfestigkeit der Stoffproben in nassem Zustand in kg/cm2 bestimmt. Im nachstehenden folgen die Ergebnisse:
Naßreißfestigkeit des Stoffes in kg/cm2
Dauer der Wärmebehandlung bei 1500 ι Minute I 2 Minuten I 3 Minuten I 5 Minuten I 10 Minuten
Unbehandelt und ohne Wärmebehandlung ...
Nur behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten
Behandelt mit Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukten und Harnstoff
4.0
4,3
4,o 4,3 4,4 4,o
4,4
4,9
4,o 4,5 5,1
4,0 4,8 5,6
Man sieht hieraus, daß die Naßreißfestigkeit durch eine Erhitzung von nur 3 Minuten bei Gegenwart von Harnstoff und Isocyanat-Bisulnt-Reaktionsprodukten im gleichen Maße erhöht werden kann, wofür bei An-
Wesenheit des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes allein eine Wärmebehandlung von io Minuten erforderlich ist.
Beispiel 7
Ein Cr£pe marocain von 91,5 cm Breite mit Kettenfäden aus Acetatkunstseide und Cre"peschußfäden aus Viskosekunstseide wird mit einer Lösung imprägniert, die 5 Teile des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat und 5 Teile Thioharnstoff auf 90 Teile Wasser enthält, und bei 700 und einer Breiteneinstellung auf 91,5 cm in einer Trockenmaschine getrocknet. Der Stoff wird dann 10 Minuten lang auf 1450 erhitzt. Anschließend wird der Stoff 30 Minuten lang in einer Lösung von 60° gewaschen, die 2,5 g Seife/1 enthält, und zeigt dabei keinerlei Schrumpfung in Schußrichtung. Unbehandelter Stoff schrumpft um 7,5 % in Schußrichtung, während Stoff, der mit dem Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt von Hexamethylen-di-isocyanat allein behandelt ist, noch eine Schrumpfung von 2,0 °/0 zeigt.
Beispiel 8
Ein Cr£pe von 91,5 cm Breite und einem annähernden Schrumpfpotential von 18,5% mit einem Kettfaden aus Acetatkunstseide und einem Cr^peschußfaden aus Viskose wird mit einer Lösung imprägniert, die 5 Teile Acetamid und 10 Teile des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von m-Toluylendi-isocyanat (hergestellt nach Beispiel 5) auf 85 Teile Wasser enthält. Der Stoff wird bei 8o° und einer Breiteneinstellung von 91,5 cm in einer Trockenmaschine getrocknet und dann 10 Minuten lang auf 150° erhitzt. Eine weitere Probe desselben Stoffes wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Natrium-Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes von m-Toluylen-di-isocyanat auf 90 Teile Wasser enthält und anschließend unter den gleichen Bedingungen getrocknet und wärmebehandelt. Die Stoffproben werden für ι Stunde in wäßriger Seifenlösung von 6o° behandelt, die 2,5 g Seife/1 enthält, und ergeben dabei folgende Schrumpfresultate:
18,5 °/
Unbehandelter Stoff
Stoff, behandelt mit Natrium-Iso-
cyanat-Bisuliit-Reaktionsproduk-
ten des Meta-toluylen-di-iso-
cyanates
Stoff, behandelt mit Natrium-Iso-
cyanat-Bisulfit-Reaktionsproduk-
ten von Meta-toluylen-di-iso-
cyanat und Acetamid
Beispiel 9
Ein Kettköper aus Viskosekunstseidestapelfaser wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile des Hexamethylen-di-isocyanat-bisulfit-Reaktionsproduktes (hergestellt nach Beispiel 1) und 10 Teile Harnstoff
Schußschrumpfung
12,5%
i.57o
auf 80 Teile Wasser enthält, gemangelt und getrocknet. Der Stoff wird dann einer Druckschrumpfung nach der britischen Patentschrift 372 803 unterworfen und 10 Minuten auf 1500 erhitzt. Der Effekt einer solchen Behandlung ergibt sich aus der folgenden Tabelle, die den Schrumpfungsbetrag zeigt, der bei einer Waschung des Stoffes in einer Flüssigkeit resultiert, die 0,25 Teile Seife auf 100 Teile wäßriger Lösung enthält, im Vergleich zu entsprechenden Behandlungen, bei welchen der Harnstoff fortgelassen ist:
Unbehandelter Stoff .. Kett Schuß- 75 80 1.0% 85 0,6%
Wie ι mit anschließen schrumpfung schrumpfung
I. der Druckschrumpfung 14 % 2,5%
2. nach britischer Patent
schrift 372 803
Stoff nach Imprägnie 90
rung mit dem Natrium- 6,4% keine
OO Isocyanat - Bisulfit -Re
aktionsprodukt von
Hexamethylen - di - iso -
cyanat mit anschließen
der Druckschrumpfung
nach britischer Patent
schrift 372 803 und Wär
mebehandlung
Stoff, behandelt wie
unter 3, jedoch imprä 2,1%
gniert mit dem Natrium-
Isocyanat -Bisulfit - Re -
aktionsprodukt und
Harnstoff
1,0 0L
Beispiel 10
Ein Crepe, der ausschließlich aus Viskosekunstseide besteht, wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile der Natriumbisulntverbindung von Hexamethylendi-isocyanat und 5 Teile di-Cyandiamid auf 85 Teile Wasser enthält. Der Stoff wird um etwa 7 % in Kett- und Schußrichtung auf einer Trockenmaschine gedehnt und 10 Minuten lang auf 150° erhitzt. Dann wird er auf seine ursprünglichen Abmessungen in einer Seifenlösung entspannt und unter Einhaltung dieser Abmessungen getrocknet. Ein so behandelter Stoff zeigt eine Schrumpfung von nur 6% in der Kettrichtung und 11 % in der Schußrichtung im Vergleich zu einer 14- bzw. 22%igen Schrumpfung des gleichen unbehandelten Stoffes.
Beispiel 11
Der gleiche Stoff wie im Beispiel 10 wird mit einer Lösung imprägniert, die 10 Teile der Kaliumbisulfitverbindung von Hexamethylen-di-isocyanat und 2,5 Teile handelsüblichen Melamin auf 87,5 Teile Wasser enthält und eine Temperatur von 700 besitzt. Der Stoff wird dann gedehnt, wärmebehandelt und entspannt, wie es im Beispiel 10 beschrieben ist. Ein so behandelter Stoff zeigt eine Schrumpfung von 7 % in Kettrichtung und 12,5 % in Schußrichtung im Ver-
gleich zu einer Schrumpfung von 14 bzw. 22 7o des uribehandelten Stoffes.
Beispiel 12
Ein Vorhangstoff aus Baumwolle mit einem Schrumpfpotential von etwa 4,5 °/0 in Kettrichtung und 7,5 7o in Schußrichtung wird mit einer Lösung imprägniert, die 5 Teile des Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat mit Natriumbisulfit und 5 Teile Acetamid auf 90 Teile Wasser enthält. Der Stoff wird während der anschließenden Trocknung auf seinen ursprünglichen Abmessungen gehalten. Anschließend wird der Stoff bei einer Temperatur von 1500 10 Minuten lang wärmebehandelt.
Eine zweite Probe desselben Stoffes wird mit einer Lösung behandelt, die nur 10 Teile des Reaktionsproduktes von Hexamethylen-di-isocyanat auf 90 Teile Wasser enthält, und in derselben Weise, wie eben beschrieben, getrocknet und wärmebehandelt.
Mit beiden Stoffproben und einer Probe des völlig unbehandelten Stoffes werden Schrumpfproben gemacht, indem die Stoffproben 1 Stunde lang in einer wäßrigen Lösung von 6o° gewaschen werden, die 2,5 g Seife/1 enthalt. Die nachfolgenden Ergebnisse lassen erkennen, daß mit der halben Menge des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes in Gegenwart von Acetamid eine bessere Beständigkeit erzielt werden kann als durch den vollen Betrag des Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsproduktes allein:
Kett Schuß-
schrumpfang schrumpfung
Unbehandelt 4,5% 7,5%
Behandelt mit ίο Teilen
Isocyanat-Bisulfit-Reak-
tionsprodukten allein .... 2,5% 5,o 7o
Behandelt mit 5 Teilen Iso-
cyanat -Bisulfit - Reaktions -
produkten und 5 Teilen
Acetamid 1,5 % 3.5 7o

Claims (11)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Verbesserung der Naßfestigkeit und Schrumpfbeständigkeit von Cellulosetextümaterial, dadurch gekennzeichnet, daß man in das Material ein Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt und ein Amid, Amidin oder Aminotriazin einbringt und anschließend wärmebehandelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt und das Amid, Amidin oder Aminotriazin auf das Material aus einer Lösung oder aus getrennten Lösungen aufgebracht wird, daß das Material anschließend getrocknet oder teilweise gegetrocknet und schließlich einer Wärmebehandlung unterworfen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wäßrige Lösungen oder Dispersionen angewendet werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt auf das Material in wäßriger Lösung bzw. Dispersion und das Amid, Amidin oder Aminotriazin in einem organischen Lösungsmittel gelöst aufgebracht wird, wobei diese beiden Vorgänge in beliebiger Reihenfolge mit einer dazwischenliegenden Trockenstufe durchgeführt werden können.
5. Verfahren nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach erfolgter Aufbringung beider Verbindungen Trocknung und Wärmebehandlung gleichzeitig durchgeführt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung für eine Zeitdauer von etwa 1 bis 15 Minuten bei Temperaturen zwischen 100 und 2000 durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, gekennzeichnet durch die Verwendung eines aus einem polyfunktionellen Isocyanat hergestellten Bisulfitreaktionsproduktes.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung auf örtlich begrenzte Stellen des Materials Anwendung findet, um Muster zu erzielen.
9. Verfahren nach Anspruch 1 und 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildung des Isocyanat-Bisulnt-Reaktionsproduktes innerhalb des Cellulosematerials bewirkt wird. go
10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Behandlung mit dem Isocyanat-Bisulfit-Reaktionsprodukt und dem Amid, Amidin bzw. Aminotriazin bei Textilien der Stoff vor der Wärmebehandlung und während der Trocknung auf gewünschte Abmessungen, etwa durch Stauchung und Breitendehnung, eingestellt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß es in Verbindung mit anderen üblichen Ausrüstungsbehandlungen durchgeführt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften: Angewandte Chemie, 1947 (Ausgabe A), S. 265/266; Annalen der Chemie, Bd. 562 (1949), S. 217.
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