DE965635C - Abscheiden von Metallsalzen aus waessrigen Loesungen - Google Patents

Abscheiden von Metallsalzen aus waessrigen Loesungen

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DE965635C
DE965635C DER17638A DER0017638A DE965635C DE 965635 C DE965635 C DE 965635C DE R17638 A DER17638 A DE R17638A DE R0017638 A DER0017638 A DE R0017638A DE 965635 C DE965635 C DE 965635C
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Germany
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gold
polymeric
hydrocyanic acid
metal salts
solution
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Expired
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DER17638A
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English (en)
Inventor
Dr Herbert Zima
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Roehm GmbH Darmstadt
Original Assignee
Roehm and Haas GmbH
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C3/00Cyanogen; Compounds thereof
    • C01C3/08Simple or complex cyanides of metals
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G1/00Methods of preparing compounds of metals not covered by subclasses C01B, C01C, C01D, or C01F, in general

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Solid-Sorbent Or Filter-Aiding Compositions (AREA)

Description

  • Abscheiden von Metallsalzen aus wäßrigen Lösungen Es ist bekannt, gelöste Verbindungen adsorptiv an feste Stoffe, wie. Aktivkohle oder Silicagel, zu binden oder Elektrolyte mit Hilfe sogenannter »Austauscher« aus einer wäßrigen Lösung zu entfernen. Beide Mechanismen können bei dem im nachstehenden beschriebenen Verfahren eine Rolle spielen, jedoch ist die Erfindung nicht im Ablauf einer unter Umständen nebenher ablaufenden Adsorption oder eines Austausches von Anionen oder/ und Kationen zu sehen, vielmehr wird als neue Lehre zu technischem Handeln ein Weg gewiesen, um Metallsalze aus einer wäßrigen Lösung abzutrennen und chemisch an eine Festsubstanz zu binden.
  • Es wurde nämlich gefunden, daß die durch Polymerisation von Blausäure entstehenden Produkte - im folgenden als »polymere-Blausäure« bezeichnet - in der Lage sind, die Salve bestimmter Metalle aus ihrer wäßrig.en Lösung heraus anzulagern. Über den sich bei dieser Anlagerung abspielenden Mechanismus kann bisher nur so viel ausgesagt werden, daß die Bindung zwischen Metallsalz und polymerer Blausäure vermutlich chemischer Natur ist. Daß die Anlagerung nicht adsorptiv erfolgt, geht einmal aus den großen Mengen an Metallsalz hervor, die von polymerer Blausäure »gebunden« werden, und zum anderen aus der Tatsache, daß aus einer z. B. mit Goldchlorid oder Bleiacetat angereicherten, polymeren Blausäure das 'Salz mit Wasser nicht ausgewaschen werden kann.
  • Unter polymerer Blausäure sollen jene braun-en bis schwarzen, anscheinend amorphen Produkte verstanden werden, zu denen Blausäure unter dem Einfluß basisch wirkender 'Substanzen polymerisiert. Die Herstellung solcher Produkte ist beispielsweise Gegenstand der deutschen Patentschrift 662 338. Die Aufnahmefähigkeit der polymeren Blausäure bleibt in einem technisch. auswertbaren Umfange auch dann erhalten, wenn das P.olymerisat verseift, d. h. wenn die Nitrilgruppen in Carboxylgruppen übergeführt werden. In diesem Falle kann neben der beschriebenen Anlagerung ein echter Ionenaustausch stattfinden. Polymere Blausäure vermag in überraschenden Mengen Salze solche Metalle aufzunehmen, deren Normalpotential, gemessen gegen die Wasserstoffelektrode, positiver als -0,4 ist. Als Beispiele solcher Metalle seien die Edelmetalle Platin, Palladium. Gold und Silber, ferner Kupfer, Quecksilber, Blei und Kobalt genannt. Die Aufnahmefähigkeit polymerer Blausäure für Salze der genannten :Metalle hängt in geringem, jedoch meßbarem Umfange vom Anion ab, und zwar kann als Anhalt ausgesagt werden, daß Chloride in etwas größerer Menge aufgenommen werden als die entsprechenden Sulfate.
  • In Übereinstimmung mit der Deutung der Anlagerung als chemische Reaktion und nicht als adsorptive Bindung werden sowohl. die Anlagerungsgeschwindigkeit als auch die aufgenommene Metallsalzm.enge durch Erhöhung der Temperatur vergrößert. Im nachstehenden Beispiel 5 wird die Temperaturabhängigkeit der Anlagerung von Goldchlorid an polymere Blausäure bei normaler und -erhöhter Temperatur zahlenmäßig beschrieben.
  • Mit Hilfe des beschriebenen Verfahrens können die näher gekennzeichneten Metallsalze auch aus solchen wäßrigen Lösungen entfernt und an polymere Blausäure gebunden werden, deren Konzentration sehr gering ist, so daß sie nicht in Form schwer löslicher Verbindungen, z. B. als 'Sulfide oder Chloride, ausgefällt werden können. Das Verfahren kann zur Gewinnung der Metalle benutzt werden oder auch dazu dienen, eine wäßrige Lösung von Spuren störender Metallsalze zu befreien. Die Isolierung der an polymere Blausäure gebundenen Metallsalze bzw. der Metalle kann in leinfacher und an sich bekannter Weise erfolgen, beiGpielsweise derart, daß die mit Metallsalzen »beladenee(, polymere Blausäure mit verdünnten Säuren gewaschen oder mit konzentrierter Schwefelsäure 'abgeraucht wird.
  • Das beschriebene Verfahren eignet sich nicht nur zur Abtrennung der gekennzeichneten Metallsalze von Salzen solcher Metalle, deren Norm.alpobential kleiner als - 0,4 -ist, sondern kann in entsprechender Abwandlung auch dazu benutzt werden, aus einer mehrere der gekennzeichneten Metallsalze enthaltenden Lösung ein Salz oder mehrere Salze bevorzugt an polymere Blausäure zu binden und auf diese Weise zu isolieren.
  • Die in den nachstehenden Beispielen beschriebenen Ausführungsformen des Verfahrens erschöpfen nicht dessen Anwendbarkeit.
  • Beispiel i 5o g polymere Blausäure, die durch Polymuxysation von H C N in wäßriger Lösung unter Verwendung von Calciumhydroxyd als Katalysator hergestellt war, wurden mit i o 1 einer Goldchloridlösung überschichtet, die o, 58 % Gold in Form von Goldchlonvasserstoffsäure enthielt. Die sich am Boden des Gefäßes absetzende, polymere Blausäure -wurde in Abständen durch Rühren in der Flüssigkeit verteilt. Nach 2¢ Stunden wurde die in der Lösung befindliche Goldmenge durch Ausfällen des Metalls gravimetrisch bestimmt. Nach weiteren 48 Stunden war der Goldgehalt praktisch konstant geblieben, so daß die von der polymeren Blausäure aufgenommene Goldsalzmeng@e bei der Arbeitstemperatur als optimal angesehen werden kann. Der ursprüngliche Gehalt der Goldsalzlösung von i % Goldchlorwasserstoffsäure, entsprechend o,@80,io Gold, war nach 24 Stunden auf o,2585% Gold abgesunken. Somit waren von den ursprünglich in deT Lösung befindlichen 58g Gold 32,159 von 5o g polymerer Blausäure aufger.)mmen, d. h., von i g polymerer Blausäure wurden unter den beschriebenen Bedingungen 0,643g Gold in Form seines Salzes gebunden.
  • Beispiel 2 Auf die im Beispiel i beschriebene Weise wurden io 1 einer q.%1gen Silbernitratlösung mit 50o g polymerer Blausäure, die nach dem Verfahren gemäß der deutschen Patentschrift 662 338 hergestellt war, vermischt. Der anfängliche Gehalt der Lösung an metallischem Silber von 2,53 0.'o betrug nach 12stündiger Berührungszeit -weniger, als dem Löslichkeitsprodukt von Silberchlorid entspricht, d. h., in der vom Festkörper abgetrennten Lösung war mit Salzsäure Silber qualitativ nicht mehr nachweisbar.
  • Beispiel 3 5o g polymere Blausäure wurden auf die oben beschriebene Weise mit iol einer Bleiaoetatlösung vermischt, die --,0720/'o Blei enthielt. Nach 12 Stundien war die Lösung -,87%ig an Blei. Es hatten also 509 polymere Blausäure 20,--g Blei in Form des Acetats aufgenommen.
  • Beispiel q 509 polymere Blausäure wurden wie oben mit iol einer Platin(IV)-chloridchlorwasserstofflösung mit einem Platingehalt von 0,480/0 vermischt. Nach 12 Stunden war die Lösung o,078 %ig an Platin. 5o- polymere Blausäure hatten also 79 Platin als Salz aufgenommen.
  • Beispiel 5 Zur Bestimmung der Temperaturabhängigkeit der Metallsalzanlagerung -wurden in zwei parallelen Ansätzen i o, i g g polymere Blausäure mit i o 1 einer Lösung von Gold(III)-chloridchlonvasserstoff, die 0,1788 % Gold enthielt, vermischt. Ein Ansatz wurde bei 2o° C und ein zweiter bei 85° C gehalten. Nach 3o Minuten wurden die Lösungen von der polymeren Blausäure abgetrennt. i o, i g g polymere Blausäure hatten bei 2o° C 1,0802 g Gold und bei 85° C 7,9074g Gold in Form des Salzes aufgenommen.
  • In einem weiteren Versuch wurden i o, 56g polymere Blausäure mit i o l einer 0,1788% Gold enthaltenden Lösung vermischt, 2 Stunden lang auf 8o' C gehalten und heiß abgetrennt. 1o,56 g polymere Blausäure nahmen unter diesen Bedingungen 13,8654g Gold auf.
  • Beispiel 6 Durch eine mit polymerer Blausäure beschickte Säule von 2o cm Länge und --cm Durchmesser wurden innerhalb von 3 Stunden 51 einer Gold (III)-chloridchlorwasserstofflösung durchgesetzt, die 3oo,ug Gold pro Liter enthielt. Nach dem Durchgang durch die Säule enthielt die Lösung 6o,ug Gold pro Liter.
  • Beispiel 7 im' Wasser, in dem eine Goldmenge, eingebracht als Goldchlorwasserstoffsäure, von 2o mg gelöst war, wurde im Lauf von i o Tagen durch ein Glasrohr von. 8 mm Durchmesser geschickt, in dem sich 7,59 polymere Blausäure befanden. Die polymere Blausäure war derart zu Tabletten geformt, daß i oo g des polymeren Produkts mit 2o g einer 50%igen Kunststoffemulsion auf Methacrylatbasis vermischt und anschließend im Vakuum getrocknet wurden. Das pulvrige Produkt wurde bei 5o bis 6o° in einer üblichen Presse zu Tabletten von 025 cm Durchmesser und 2 cm Dicke verpreßt.
  • Die Formlinge aus polymerer Blausäure quellen im strömenden Wasser leicht an, sind jedoch gegen die mechanische Beanspruchung dies Durchlaufs so beständig, d.aß sie am Ende des Versuches ihrei Form praktisch nicht verändert hatten. Nach beendetem Versuch wurden die Tabletten getrocknet und verascht. Der Goldgehalt wurde mikroelektrolytisch bestimmt. In 7,5 g p,olyrnerer Blausäure wurde ein Goldgehalt von 75 ,ug ermittelt, d. h., rund 37% des anfänglichen Goldgehaltes wurden im Laufe von 1o Tage.. aus dem goldhaltigen Wasser abgetrennt.
  • ,ug = 1 o-6 g.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Abtrennen von Salzen solcher Metalle, deren Normalpotential. positiver als - 0,4 ist, aus verdünnten, wäßrigen Lösungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallsalzlösung in Berührung mit den durch Polymerisation von Blausäure entstehenden Produkten gebracht und die mit Metallsalz angereicherten, polymeren Produkte gegebenenfalls von dem Lösungsmittel abgetrennt werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlagerung von Metallsalzen an die durch Polymerisation von Blausäure entstehenden Produkte bei erhöhter Temperatur erfolgt.
DER17638A 1955-10-25 1955-10-25 Abscheiden von Metallsalzen aus waessrigen Loesungen Expired DE965635C (de)

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