DE963185C - Verfahren zur Herstellung von formaldehydfreien bzw. formaldehydarmen Injektionsloesungen von Oxymethylamiden der Pyridincarbonsaeurereihe - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von formaldehydfreien bzw. formaldehydarmen Injektionsloesungen von Oxymethylamiden der PyridincarbonsaeurereiheInfo
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Description
In den letzten Jahren haben Oxymethylamide von Pyridincarbonsäuren, besonders der Nicotinsäure, vermehrt
Eingang in -die medizinische Praxis gefunden. Sie dienen vor allem zur Therapie der Gallenwegerkrankungen,
zur Chemotherapie der Dysbakterie des Dickdarms und ähnlichen Zwecken. Die in Frage
stehenden Oxymethylamide werden in der Regel peroral, in vielen Fällen aber auch parenteral, insbesondere
intravenös verabreicht.
Wäßrige Lösungen von Pyridincarbonsäureoxymethylamiden enthalten bei langer Aufbewahrung
freien Formaldehyd, da sich zwischen Pyridincarbonsäureoxymethylamiden
einerseits und Pyridincarbonsäureamiden und Formaldehyd anderseits ein Gleichgewicht
einstellt. Da bekanntlich freier Formaldehyd auch in geringer Konzentration bei intravenöser Verabreichung
Schmerzen hervorruft, war das Bedürfnis vorhanden, formaldehydfreie bzw. formaldehydarme
wäßrige Lösungen von Pyridincarbonsäureoxymethylamiden herzustellen. ao
Der Gedanke lag nahe, die Gleichgewichtslage zwischen Pyridincarbonsäureoxymethylamid einer-
seits und Pyridincarbonsäureamid und Formaldehyd anderseits durch Zusetzen von überschüssigem Pyridincarbonsäureamid
zugunsten des Pyridincarbonsäureoxymethylamids zu verschieben.
Es hat sich bei Nachprüfung der Verhältnisse ergeben, daß man, um den Formaldehydgehalt unter
O1I0J00 herunterzudrücken, solche Mengen an Pyridincarbonsäureamid
zusetzen müßte, die das physiologisch zulässige Maß weit übersteigen. Eine Lösung
des Problems konnte deshalb allein auf diesem Wege nicht gefunden werden.
Der Wert der Gleichgewichtskonstante
K =
[CH2O] · [Pyridincarbonsäureamid]
[Pyridincarbonsäureoxymethylamid]
[Pyridincarbonsäureoxymethylamid]
ist von der Temperatur und vom Lösungsmittel abhängig. Es war denkbar, daß bei Verwendung von
Wasser in Mischung mit einem anderen Lösungsmittel von geringerer Solvatationsfähigkeit K kleiner würde.
ao Versuche in dieser Richtung führten zu keinem oder nur sehr geringfügigen Erfolgen.
Eine Verlangsamung der Reaktionsgeschwindigkeit erschien auch möglich durch Erniedrigung der Temperatur,
Tieferstellung des pH oder Wahl eines anderen Lösungsmittels als Wasser. Es ist auf der Hand
liegend, daß diese Bedingungen nur in" äußerst engen, den physiologischen Bedürfnissen angepaßten Grenzen
verändert werden können, so daß auch hier kein absoluter Erfolg erwartet werden konnte. Die Zerfallgeschwindigkeit
läßt sich zwar mit diesen Veränderungen so weit herabsetzen, daß der Gehalt an Pyridincarbonsäureoxymethylamid für einige Jahre
nicht wesentlich absinkt, doch genügt schon ein geringer Zersetzungsgrad, um den Formaldehydgehalt
die Toleranzgrenze erreichen zu lassen. ·
Eine erfolgversprechende Maßnahme zur Verhinderung des Auftretens von freiem Formaldehyd
konnte nur im Zusatz von physiologisch inerten Formaldehydabfängern erwartet werden. Bekannte Formaldehydakzeptoren,
wie z. B. Harnstoff, Thioharnstoff, Aminotriazine usf., haben aber den Nachteil,
daß sie in Gegenwart von Formaldehyd leicht polymerisieren und wasserunlösliche Produkte bilden.
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß Ureide von Pentosen und Hexosen,
wäßrigen Lösungen von Oxymethylpyridincarbonsäureamiden zugesetzt, imstande sind, den Formaldehydgehalt
solcher Lösungen auf unter i%„ herabzusetzen.
Speziell wirksam haben sich die Ureide von Hexosen und im besonderen das Glucoseureid erwiesen.
So wurden beispielsweise folgende Gehalte an freiem Formaldehyd in 4%igen wäßrigen Lösungen
von Nicotinsäureoxymethylamid mit 0,01 m Citratpuffer (pH = 6) bei Raumtemperatur (i8 bis 250)
ermittelt:
Zeit
33 Tage
75 Tage
110 Tage
145 Tage
189 Tage
ohne
Zusätze
Zusätze
0,090%,
0,204 %
0,504 7oo
0,504 7oo
0,828 %0
1,094 %0
1,094 %0
1,160 0I00
G = Glucoseureid
0,114 7oo
0,156 7oo
0,174 7oo
0,197°/,
0,156 7oo
0,174 7oo
0,197°/,
0,072%
0,097 %o
0,114 %o
0,138 %o
0,159 %o
0,114 %o
0,138 %o
0,159 %o
12 Vo
0,036 %0 0,052 %0
0,066 %0 0,078 %0 0,083 %0
Wird an Stelle von Glucoseureid i-Arabinoseureid
verwendet, so konnte bei sonst gleichen Konzentrations- und Temperaturverhältnissen nach 190
Tagen ein Gehalt von 0,095 %0 freiem Formaldehyd bestimmt werden.
Es ist nachgewiesen, daß der Mechanismus der Formaldehydbindung in einer Oxymethylierung des
Ureides besteht. Die größenordnungsmäßige Übereinstimmung der C H2 O-Werte in der Tabelle mit den
berechneten Werten hat gezeigt, daß das Glucoseureid erst dann mit Formaldehyd reagiert, wenn
dieser schon vom Oyxmethyliucotinsäurearnid abgespalten
ist.
Der formaldehydabfangende Zusatz, das Glucoseureid, und das sich im Verlaufe der Zeit bildende
Oxymethylglucoseureid sind außerordentlich gut wasserlöslich, so daß sich die wäßrigen Lösungen
nie trüben können. Sie zeigen beide auch eine extrem niedere Toxizität, so daß man die beiden Körper in
normalen Dosierungsgrenzen als physiologisch indifferent betrachten kann. Peroral vertragen beispielsweise
weiße Mäuse mehr als 20 g/kg Glucoseureid, subcutan mehr als 20 g/kg und intravenös mehr als
10 g/kg.
In gleicher Weise, wie hier beschrieben, können auch Lösungen von Isonicotinsäure-N-oxymethylamid
mit Hilfe von Hexoseureiden praktisch formaldehydfrei erhalten werden. '
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von formaldehydfreien
bzw. formaldehydarmen Änjektionslösungen
von Oxymethylamiden der Pyridincarbonsäurereihe, dadurch, gekennzeichnet, daß man den
wäßrigen Lösungen dieser Oxymethylamide Ureide von Pentosen oder Hexosen, vorzugsweise
Hexoseureide, in einer Menge, die nicht 15 % übersteigt, zufügt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Hexoseureid Glucoseureid verwendet.
ȣ09 706/369 10. (609 873 4.57)
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH963185X | 1954-09-24 |
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|---|---|---|---|
| DEC11801A Expired DE963185C (de) | 1954-09-24 | 1955-09-11 | Verfahren zur Herstellung von formaldehydfreien bzw. formaldehydarmen Injektionsloesungen von Oxymethylamiden der Pyridincarbonsaeurereihe |
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| DE (1) | DE963185C (de) |
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1955
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