DE961480C - Verfahren zum Entasphaltieren von Rueckstandsoelen - Google Patents

Verfahren zum Entasphaltieren von Rueckstandsoelen

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DE961480C
DE961480C DEST6557A DEST006557A DE961480C DE 961480 C DE961480 C DE 961480C DE ST6557 A DEST6557 A DE ST6557A DE ST006557 A DEST006557 A DE ST006557A DE 961480 C DE961480 C DE 961480C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G21/00Refining of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by extraction with selective solvents
    • C10G21/003Solvent de-asphalting

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  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
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  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

  • Verfahren zum Entasphaltieren von Rückstandsölen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Entasphaltieren von Erdölrückstandsfraktionen zwecks Gewinnung hochwertiger Schmieröle. Die Erfindung betrifft die Behandlung von Rückstandsölen mit einem Propan-Butan-Gemisch von einem bestimmten Mischungsverhältnis, wodurch die asphalt- und harzartigen Bestandteile der Öle entfernt werden. Durch Verwendung eines Gemisches von Propan mit etwa 14'/o B,utan wird eine bessere Entasphaltierung erzielt.
  • Bei der Raffination von rohen Erdölen zerlegt man gewöhnlich das Rohöl durch Destillation in eine Anzahl von Fraktionen, wie Benzin, Leuchtöl, Schmieröl usw. Schwerere Erdölfraktionen können destillativ nicht mit Erfolg abgetrennt werden.
  • Zum Beispiel unterliegen die Erdölfraktionen, die oberhalb des Schmierölbereichs oder oberhalb etwa 37r° sieden, bei der Destillation, selbst wenn diese im Vakuum durchgeführt wird, einer thermischen Zersetzung. Um Rückstandsfraktionen zu behandeln und in ihrer Qualität zu verbessern, wendet man gewöhnlich eine Reihe von Methoden der Lösungsmittelbehandlung an. Die vorliegende Erfindung betrifft die Lösungsmittelbehandlung von Rückstandsölen, bei welcher man die Asphalte und Harze aus den Rückstandsölen mit einem niedrigmolekularen Paraffinkohlenwasserstoff ausfällt und dadurch wertvolle Produkte zur Beimischung zu Schmierölen und entasphaltierte Produkte für eine Reihe anderer Anwendungszwecke gewinnt.
  • Die Rückstandsöle, auf welche sich diese Erfindung anwenden läBt, sind die schwereren Fraktionen von Erdöl, die oberhalb 454° sieden und Asphalte und Harze .enthalten. Diese Öle kennzeichnen sich im 'allgemeinen mehr durch ihre physikalischen Eigenschaften als durch ihr Destillationsverhalten. Sie haben im allgemeinen ein spezifisches Gewicht (r5,6°) im Bereich von etwa o,985 bis 0,997 und eine Viskosität von etwa 240o bis 6ooo SSUbei 98,9°.
  • Es ist bekannt, daß paraffinbasische Kohlenwasserstoffe die hochmolekularen Anteile von Rückstandsölen, insbesondere Asphalte und Harze, abstoßen oder ausfällen. Es ist ferner bekannt, daß mit sinkendem Molekulargewicht des Ausfällungsmittels dessen Lösungsvermögen für Asphalte und Harze ebenfalls abnimmt bzw. die Fällungswirkung zunimmt. Aus diesem Grunde gibt man im allgemeinen Propan den Vorzug vor höhermolekularen Paraffinen, wie Butan, Pentan usw.
  • Es wurde nun gefunden, daß man durch Zusatz bestimmter Mengen Butan zu Propan ein besseres Entasphaltierungsmittel erhält. Wie unten näher erörtert wird, verbessert ein Zusatz von etwa 14% Butan zum Propan die Ergebnisse der Entasphaltierung wesentlich. Man erhält eine höhere Ausbeute an erstasphaltiertem Öl, es hat eine höhere Viskosität und bei gleicher Volumenausbeute einen besseren Farbwert, .und man kann die asphaltartigen Bestandteile bei höheren Temperaturen absetzen lassen.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in der Zeichnung erläutert. In dieser bedeutet Fig. i einen schematischen Fließplan, nach welchem die Erfindung praktisch durchgeführt werden kann, Fig. 2 die graphische Darstellung der Beziehung zwischen Viskosität des erstasphaltierten Öls und Butangehalt des Lösungsmittels, Fig. 3 die graphische Darstellung der Beziehung zwischen der Ausbeute an erstasphaltiertem Produkt und dem Butangehalt des Lösungsmittels und Fig. 4 die graphische Darstellung der Beziehung zwischen Viskosität des erstasphaltierten Öls .und derjenigen des Ausgangsgutes bei verschiedenen Butangehalten des Lösungsmittels und unter solchen Bedingungen, daß kein Asphalt mitgerissen wird.
  • In Fig. i ist ein einfacher schematischer Fließplan einer brauchbaren- Anlage zur Entasphaltierung durch Zusatz von Lösungsmittel gezeigt. Dieser Fließplan zeigt eine Anlage, bei welcher das Mischen von Lösungsmittel und Rückstandsöl und das Absetzenlassen des Gemisches in mehreren Stufen erfolgt. Die Erfindung kann natürlich ebenso auf eine Gegenstromkontaktanlage angewendet werden, bei welcher das Lösungsmittel im Gegenstrom zum Rückstandsöl einen Kontaktturm durchströmt. Gemäß Fig. 1 wird die aus Rückstandsöl bestehende Beschickung durch Rohrleitung 1 eingeführt. Das zur Entasphaltierung verwendete Lösungsmittel, das in der Hauptsache aus einem Gemisch von Propan und Butan besteht, wird durch Rohrleitung 2 eingeführt und mit dem in Rohrleitung 1 strömenden Öl vermischt. Dieses Gemisch- von Lösungsmittel und Öl strömt nun durch den Wärmeaustauscher 3 und wird in diesem auf etwa 6o bis 71° erhitzt. Das in Rohrleitung 4 fließende Kreislauflösungsmittel kann mit dem Öl-Lösungsmittel-Gemisch sowie weiterem durch Rohrleitung 5 eingeführtem Lösungsmittel vermischt werden. Dieses Gemisch aus Ölbeschickung, primärem, sekundärem und Kreislauf-Lösungsmittel wird nun durch eine geeignete Mischvorrichtung geführt, z. B. die Mischdüse 6. Das Lösungsmittel-Öl-Verhältnis der Mischung, die eine Temperatur zwischen etwa 54 und 66° hat und in die waagerecht angeordnete Absetzzone 7 geleitet wird, beträgt etwa 4 bis io, vorteilhaft 4 bis 6.
  • Im Absetzgefäß 7 erfolgt eine Phasentrennung. Die obere flüssige Phase besteht aus einer Lösangsmittelphase und Öl und die untere flüssige Phase aus einer Lösungsmittelphase, welche die ausgefallenen Asphalte und Harze enthält. Die obere Lösungsmittel-Öl-Phase wird in Rohrleitung 8 abgezogen und durch den Wärmeaustauscher 9 geleitet und in diesem auf etwa 57 bis 68° erwärmt. Aus Rohrleitung 1o zuströmendes Kreislauflösungsmittel wird mit dem Gemisch von Öl und Lösungsmittel gründlich vermischt, vorteilhaft in einer Mischdüse i i oder ähnlichen Einrichtung. Dieses Gemisch strömt nun in ein zweites Absetzgefäß 12, in welchem sich weitere hochmolekulare Bestandteile aus dem Öl abscheiden. Wie beschrieben, erfolgt in dem ersten Absetzgefäß 7 hauptsächlich eine Ausfällung der Asphalte, während im zweiten Absetzgefäß 12 hauptsächlich die Harze ausgefällt werden. Aus dem Absetzgefäß 12 kann eine obere flüssige Phase, die aus einem Gemisch von Lösungsmittel und erstasphaltiertem Öl besteht, durch Rohrleitung 13 abgezogen und in eine Anlage 14 zur Gewinnung des erstasphaltierten Öls gefördert werden. Diese Anlage kann aus einer Dampfdestillationszone bestehen, in welcher man das Lösungsmittel aus dem erstasphaltierten Öl mittels Dampf abstreift. Das Lösungsmittel wird als Kopfstrom durch Rohrleitung 15, das erstasphaltierte Öl als Bodenprodukt in Rohrleitung 16 abgezogen.
  • Die Asphaltphase, welche sich im Absetzgefäß 7 abscheidet, wird aus dem unteren Teil dieses Absetzgefäßes durch Rohrleitung 17 abgezogen und mit Waschlösungsmittel aus Rohrleitung 18 vermischt. Waschlösungsmittel und Asphaltphase werden in der Mischdüse 1g gemischt und in die Absetzzone 2o gefördert. Aus dieser wird die obere Lösungsmittelphase in Rohrleitung 4 abgezogen und in der beschriebenen Weise im Kreislauf wiederverwendet, während das ausgefallene Asphalt aus dem unteren Teil des Absetzgefäßes durch Rohrleitung 21 entfernt wird.
  • Entsprechend wird die Harzphase aus Absatzgefäß 12 durch Rohrleitung 22 abgezogen und zusammen mit aus Rohrleitung 23 zuströmendem Waschlösungsmittel in der Mischdüse 24 gemischt. Dieses Gemisch läßt .man im Absetzgefäß 25 absetzen und zieht aus diesem Lösungsmittel durch Rohrleitung 1o für die weitere Kreislaufführung in der beschriebenen Weise ab, während man die ausgefallenen Harze durch Rohrleitung 26 entfernt. Die asphalt- und harzartigen Bestandteile in den Rohrleitungen 21 und 26 werden zusammen mit Lösungsmittelrückständen in eine Anlage 27 zur Asphaltgewinnung gefördert, die aus einer Fraktionierzone bestehen kann. Aus dieser kann Lösungsmittel über Kopf durch Rohrleitung 28 abgezogen und die harzartigen Bestandteile als Bodenprodukt in Rohrleitung 29 entfernt werden. Für die Herstellung von Asphalt kann ein Fließ- oder Verdünnungsöl niedriger Viskosität in Rohrleitung 30 zugeführt und mit dem in Rohrleitung 29 abgezogenen Asphalt vermischt werden.
  • Zum Betrieb einer Entasphaltierungsanlage der in Fig. 1 beschriebenen Art verwendet man gemäß der Erfindung als Lösungsmitel Propan., welches etwa 1q.0/0 B,utan enthält. Die Erkenntnis, daß ein Zusatz einer solchen Butanmenge zu Propan außerordentlich vorteilhaft ist, wurde in grundlegenden Betriebsuntersuchungen gewonnen. Hierbei fand man, däß eine technische Entasphaltierungsanlage unverhältnismäßig schlechter war als eine anscheinend entsprechende Versuchsanlage. So -wurde bei einem Vergleich eine technischen Entasphaltierungsanlage von einem Durchsatz von etwa 636 m3/Tag mit einer Versuchsanlage von einem Durchsatz von etwa. 6361/Tag gefunden, daß Ausbeute, Farbe und Viskosität des in der technischen Anlage gewonnenen Produktes- wesentlich schlechter -waren als des Produktes der Versuchsanlage. Diese Beobachtung wurde gemacht, obgleich sich die technische und die Versucrsanlage anscheinend entsprachen. So -wurden die Betriebsbedingungen so eingestellt, daß sowohl in der Betriebs- als auch in der Versuchsanlage gleiche Ölausbeuten von gegebener Viskosität erzielt wurden, was zeigt, daß die beiden Anlagen etwa eine gleichstufige Wirkung haben. Nichtsdestoweniger war die Farbe des in der technischen Anlage anfallenden Raffinates viel dunkler als die in der Versuchsanlage, was klar zeigt, daß die Harze und Asphalte ungenügend entfernt wurden.
  • Bei der Untersuchung dieser Abweichungen wurde überraschenderweise gefunden, daß zwischen der Viskosität des behandelten Rückstandsöls und dem Molekulargewicht des verwendeten Entasphaltierungsmittels bezüglich des Betriebsverhaltens ein eindeutiger Zusammenhang besteht. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß z. B. entgegen der allgemeinen Ansicht, bei Behandlung von Rückstandsölen hoher Viskosität ein Lösungsmittel besonders stark selektiv wirkt, welches ein etwa größeres mittleres Molekulargewicht als Propan hat. Diese Erkenntnis läuft dem allgemeinen Grundsatz zuwider, daß bei Änderung des Molekulargewichtes des Entasphaltierungsmittels keine Änderung der Selektivität erfolgt. Trotzdem wurde festgestellt, daß man das Verfahren erheblich verbessern kann, indem man das Molekulargewicht des zur Entasphaltierung dienenden Propans durch Zusatz von Butan erhöht. Die Verminderung des Molekulargewichtes von Propan durch Zusatz von Methan und Äthan hat die entgegengesetzte Wirkung und führt zu einer schlechteren Leistung der Anlage. Optimale Ergebnisse wurden erhalten, wenn das Entasphaltierungsmittel aus einem Gemisch von reinem Propan mit etwa 14% reinem Butan bestand. Wenn das Lösungsmittelgemisch kleine Mengea Methan und Äthan enthält, müssen etwas größere Butanmengen verwendet werden. Die Kompensation des eventuell vorhandenen Methans rund Äthans kann am einfachsten durch das mittlere Molekulargewicht des Gemisches ausgedrückt werden. So soll man gemäß der Erfindung ein Lösungsmittel verwenden, dessen mit=leres Molekulargewicht etwa 45,8 beträgt, was einem Butangehalt von etwa 1q.0/0 unter der Annahme entspricht, daß nur Propan und Butan vorhanden sind.
  • Die durch Verwendung eines Lösungsmittelgemisches von einem mittleren Molekulargewicht von etwa 45,8 erzielte Wirkung hängt anscheinend mit dem Mitreißen von Asphalt mit dem Gemisch aus Rückstandsöl .und Entasphaltierungs@mittel zusammen. Bei den obenerwähnten Versuchen in der Versuchsanlage wurde nämlich gefunden, daß nach der Phasentrennung kein Asphalt mit dem Lösungsmittel mitgerissen -wurde. Da es aber in technischen Anlagen nicht möglich ist, eine solche Trennung durch Absetzen zu erzielen, werden gewöhnlich merkliche Asphaltmengen mit dem entasphaltierten Öl mitgerissen. Aus irgendwelchen Gründen beseitigt die Erhöhung des Molekulargewichtes des Entasphaltierungsmittels, indem man dem Propan Butan zusetzt, diese Schwierigkeiten und ermöglicht es, das Mitreißen auch in technischen Anlagen vollständig zu beseitigen, -wenn das Propan 1q.0/0 Butan enthält. Dies geht aus Fig. a hervor, in -welcher die Beziehung zwischen der Viskosität des entasphaltierten Öls von konstantem Farbwert und dem Butangehalt des Propans gezeigt ist. Das Beschickungsöl hatte eine Viskosität von 3000 SSU bei 98,9°. In technischen Anlagen hatte das entasphaltierte Öl bei Verwendung von Reinpropan infolge Mitreißens von Asphalt eine Viskosität von etwa 195. Zusätze von geringen Mengen Butan zum Propan verringern dieses Mitreißen, wobei etwa 1q.0/0 Butan notwendig sind, um das Mitreißen von Asphalt durch das entasphaltierte Öl vollständig zu beseitigen Die gleiche Abhängigkeit vom Butangehalt des Lösungsmittels wurde für die Ausbeute an entasphaltiertem Öl von konstantem Farbwert gefunden.. Dies ist in Fig. 3 dargestellt. Hieraus ergibt sich, daß man erheblich höhere Ausbeuten an entasphaltiertem Öl erzielt, wenn man das Mitreißen von Asphalt durch Erhöhen des Butangehaltes des Lösungsmittels beseitigt. Wiederum liegt die durch Beseitigung des Mitreißens von Asphalterzielbare optimale Ausbeute an entasphaltiertem Öl bei Verwendung von Propan mit etwa 14% Butan.
  • Wenn auch die vorteilhafte Wirkung eines Gehaltes von 14% Butan im Propan eindeutig auf der Beseitigung des Mitreißens von Asphalt beruht, wie ausgeführt wurde, sind die eigentlichen Gründe für diese Erscheinung noch nicht bekannt. Aus den Fig. z und 3 sieht man, daß größere Ausbeuten an entasphaltiertem öl von gleichem Farbwert gewonnen werden, da die Beseitigung des Mitreißens von Asphalt bessere Farbeigenschaften bei höheren Ausbeuten ergibt. Entsprechend erlaubt eine bessere Ausfällung des Asphalts eine stärker selektive Entfernung der hochrnolekudaren Bestandteile, wodurch man ein Produktöl höherer Viskosität erhält. Wahrscheinlich beruht diese Wirkung auf einer erhöhten Teilchengröße der Asphaltphase. Es ist ferner wahrscheinlich, daß ein erhöhter Dichteunterschied der Phasen, der durch den Butanzusatz entsteht, zu dieser Wirkung beiträgt. Auf jeden Fall ist es erwiesen, wie ausgeführt wurde, daß ein Propan-Butan-Gemisch mit etwa 14% Butan ein besonders wertvolles Entasphaltierungsmittel ist. Wie betont, bann dieses Mittel durch Angabe des mittleren Vlolekulargewichtes beschrieben werden, welches etwa 45,8 betragen soll. Urn das Wesen und die Vorteile der Erfindung weiter zu erläutern, wurde in einer technischen Entasphaltierungsanlage eine Reihe von Versuchen durchgeführt, wobei man das Molekulargewicht des Lö&ungsmittelgemisches durch Zusatz von B,utan zu einer hauptsächlich aus Propan bestehenden Grundlage veränderte. Jeder Versuch wurde so durchgeführt, daß man ein erstasphaltiertes Öl von gleichere Farbwert erhielt, während man dessen Ausbeute und Viskosität bestimmte. Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle I angegeben, in welcher die Betriebsbedingungen und die Eigenschaften des erstasphaltierten Öls angegeben sind.
    Tabelle 1
    Wirlving von wechselndem Butangehalt des Propans und Farbe des erstasphaltierten Öls (technische Anlage)
    Versuch Nr.
    3 I 4 I 5
    Durchsatz, m3/Standardtag ........... 594,1 6o6,3 6o6,3 6o9,8 626,1
    Viskosität der Beschickung,
    SSU bei 98,9° .................... 2,990 3,010 3,003 3,06o 3.990
    Erstasphaltiertes Öl
    Durchsatz, m3tStandardtag .......... 256,o l 271,4 285,4 289,0 289,o
    Ausbeute, Volumprozent ............ 43,0 44,8 47,1 47,4 462
    Viskosität, SSU bei 98,g° . ... ..... . 203 209 220 223 234
    arbwex-t, Tag Robinson, verd....... 1 1 1 1 3/4
    Raumteile Lösursgsmittel je Raumteile
    Beschickung
    primäres Lösungsmittel ...... . . . . .. o,7» o,76 0,76 0,70 ( 0, 1g4
    sekundäres Lösungsmittel ........... ' 0179 0;76 0,78 0,68 I o,63
    Asphaltvräsche ..................... 1,12 1,15 i,16 0,97 1,40
    Harzwäsche ....................... 1,22 ! 1,22 1,22 . i,Ig I 1,36
    insgesamt ......................... 3,90 i 3,89 3,92 3,53 4,33
    Absetztemperaturen, ° C
    Asphalt............................ 55,6 589 I 59,4 63,3 65,o
    Harz ............................. 57,8 60,o 62,8 65,o 65,3
    Asphaltwäsche ..................... 39,4 389 I 39,4 46,1 46,1
    Harzwäsche ....................... 45,6 46,1 46,7 49,4 51,1
    Zusammensetzung des Lösungsmittels
    Durchschnittliches Molekular-
    gewicht (a) ................:..... 44.61 44,96 4548 4577 46,o6
    berechneter Butangehalt,
    Volumprozent (b) . . _ . . . . . . . . . . . . . . 4,3 7,2 11,4 13,8 13,8
    (a) Errecbnet aus der Bestimmung im Massenspektrometer und den Ergebnissen einer einfachen Entspannungsverdampfung.
    (b) Berechnet aus dem durchschnittlichen Molekulargewicht unter der Annahme, daß nur C$ und C, anwesend sind; Methan-
    gehalt: o bis 0,3 Ü%; Äthangehalt: 0,3 bis o18 %.
    Aus Tabelle! ist zu erkennen, daß eine Erhöhung jes Butangehaltes von 4,3 auf 13,80/0 in den Versuchen T, z, 3 wand 4 die Ausbeute an entasphaltierte.m Öl von 43 bis auf 47,4 Volumprozent steigerte. Entsprechend wurde die Viskosität des erstasphaltierten Öls wesentlich erhöht, wenn man den Butangehalt des Entasphaltierungslösungsmittels erhöhte. Versuch Nr. 5, bei dem man sogar einen noch höheren Butangehalt im Lösungsmittel verwendete, ist mit den Versuchen 1 bis 4 nicht genau vergleichbar, da man hierbei ein Öl von etwas schlechteren. Farbeigenschaften erhielt. Ein Vergleich von Ausbeute und V iskäsität zeigt indessen, daß man durch Steigerung des Butangehaltes im wesentlichen keine weitere Verbesserung erzielte.
  • Dieser Schlu ß wurde durch sorgfältige Kontrollversuche erhärtet, bei welchen der Butangehalt des Lösungsmittels über 14°/o erhöht wurde. Wiederum wurden die Versuche in einer technischen Anlage durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1I zusammengestellt.
    Tabelle II
    Wirkung von wechselndem Butangehalt des
    d ropans und Farbe des entasohaltiertem Öls
    (technische Anlage)
    Versuch Nr.
    i 2 3
    DLrchsatz, m3/Standard-
    tag.. I
    _.............. 590,0 596,o 592,7
    Viskosität der
    Beschickung, SSI1
    bei 98,9° . . . . . . . . . . . . 2,530 I 2,4501 2,40.0
    Entasphaltiertes Öl
    Durchsatz,
    m3/Standardtag ... 287,3 288,1 284,9
    Ausbeute,
    Volumprozent ..... 48,7 ' 48,3 48,1
    Viskosität,
    SSU bei 98,g° .... igg 202 199
    Farbwert,
    Tag Robinson, verd. 3/4 3/4 3/4
    Raumteile Lösungs-
    mittel j e Raumteile
    Beschickung
    primäres Lösungs-
    mittel ............ 1,02 i,01 1,01
    sekundäres Lösungs-
    mittel............ o,88 0,87 o,87
    Asphaltwäsche ..... 1,56 1,58 1,70
    Harzwäsche . . . . .. . . 1,67 1,67 i,67
    insgesamt . . . . . . . . . . 5,13 5,13 5.25
    Absetztemperaturen, °C
    Asphalt . . . . . . . . . . . . 63,9 67,9 717
    Harz .. . .. . ... ..... 63,9 68,3 71,7
    Asphaltwäsche ..... 44,4 44,4 456
    Harzwäsche . . . . . . . . 52,2 58,9 61,1
    Zusammensetzung des
    Lösungsmittels
    Durschnittliches
    Molekulargewicht (b) 45,75 46,6o 47,20
    berechneter Butan-
    gehalt, Volum-
    prozent (c) . . . . . . . . . 13,8 20,0 24,0
    (b) Errechnet aus der Bestimmung im Massenspektrometer
    und den Ergebnissen einer einfachen Entspannungs-
    verdampfung.
    (c) Beiechnet aus dem durchschnittlichen Molekulargewicht
    unter der Annahme, daB nur C, und C4 anwesend Sind;
    Methangehalt: o bis o,20/0; Athangehalt: o,i bis 1,3o/..
    Aus Tabelle II ist zu erkennen, daß Ausbeute und Viskosität des entasphaltierten Öls von vergleichbarem Farbwert nicht verbessert wurden, wenn man das Molekulargewicht des Lösungsmittels über etwa 45,8 erhöhte bzw. indem man mehr als 14% Butan dem Propan zusetzte. Diese Werte beweisen deshalb zusammen mit denjenigen der Tabelle I, daß der Zusatz von etwa 14% Butan zu Propan das Mitreißen am wirkungsvollsten beseitigt und man dadurch höhere Ausbeute an Öl, eine bessere Viskosität u. dgl. erzielt. Wenn man die Möglichkeit untersucht, ob man größere Butanmengen verwenden kann, muß man sich vergegenwärtigen, daß die Butanwiedergewinnung nicht so wirksam durchgeführt werden kann wie die Wiedergewinnung von Propan. So geht Butan in den normalen Lös..ungsmittelwiedergewinnungs=lagerr einer Entasphaltierungsanlage selektiv verloren. Infolgedessen ist es sehr unzweckmäßig, mehr als 14% Butan im Entasphaltierungslös:ungsmittel zu verwenden. Aus diesem Grunde liegt die verwendete Butanmenge bei etwa 14%.
  • Bei Bestimmung der Verbesserung, die man durch Butanzusatz zu Propan bei der Asphaltentfernung erzielen kann, wurde ferner gefunden, daß man bei Zusatz von Butan höhere Temperaturen in den Absetzzonen einhalten kann. So@ wurde in einem typischen Fall bei Herstellung eines entasphaltierten Öls von brauchbarer Farbe gefunden, daß bei Verwendung von Reinpropan eine Absetztemperatur von etwa 56° notwendig war. Wenn man aber dem Propan 14% Butan zusetzte, konnte die Absetztemperatur 64° betragen, wenn man ein entasphaltiertes Öl von gleicher Qualität herstellte. Das ist ebenfalls ein bedeutender Vorteil, den man durch Verwendung eines Butan-Propan-Gemisches als E ntasphaltierungsmittel erzielt, und zwar gilt dies besonders für warme Gegenden oder solche Gebiete, in denen Kühlwasser nicht ausreichend zur Verfügung steht, da die Temperatur, auf welcher die Absetzzone einer Entasphaltierungsanlage gehalten werden kann, häufig die Anwendung des Verfahrens einschränkt.
  • Weitere Versuche mit dem Entasphaltierungsmittel gemäß der Erfindung erwiesen, daß die erwäinten Verbesserungen hauptsächlich bei der Verarbeitung von Rückstandsölen hoher Viskosität erzielt werden. So hat der Butanzusatz zu Propan wenig Wirkung, wenn man die En.tasphaltierung eines Rückstandsöls niedriger Viskosität verbessern will. Wenn aber das Rückstandsöl eine Viskosität über etwa 250o SSU hat, lassen sich die Vorteile der Erfindung in vollem Umfange erzielen. Die Erfindung wird vorteilhaft auf die Behandlung von Rückstandsölen angewendet, deren Viskosität etwa 3000 SSU bei g8,9° beträgt. Das ist aus Fig. 4 zu erkennen, in welcher die Beziehung zwischen der Viskosität des entasphaltierten Öls und der Viskosität der- Beschickung dargestellt ist. Kurve A wurde in Versuchsanlagen unter Bedingungen erhalten, daß kein Asphalt in das entasphaltierte Öl mitgerissen wurde. Kurve B wurde in einer technischen Anlage erhalten, wenn man zumindest 13'/o Betan im Lösungsmittel verwendete, während für Kurve C kein Betan verwendet wurde. Es ist zu erkennen, daß unterhalb einer Viskosität von etwa 2500 für die Beschickung das Verfahren durch Zusatz von Betan nur wenig verbessert werden konnte. Wenn aber die Viskosität der Beschickung höher, insbesondere oberhalb 3000 lag, führte ein Zusatz von 13% Betan oder mehr zu Ergebnissen, die im wesentlichen denen entsprachen, bei denen kein Mitreißen erfolgte. Es ist deshalb festzustellen, daß das erfindungsgemäße Verfahren in erster Linie auf die Behandlung von Rückstandsölen anwendbar. ist, deren Viskosität bei 98,9° oberhalb etwa 3000 SSU liegt. Wenn man die durch das erfindungsgemäße Verfahren erzielten Vorteile .betrachtet, muß man den Vorteil bedenken, ein entasphaltiertes Öl höherer Viskosität zu gewinnen, als es sonst erzielbar ist. So kann man, wie betont, durch Verwendung von Propan mit 14% Betan die Viskosität des en.tasphaltierten Öls bis zu 30 Einheiten erhöhen. Dies dient dazu, weiter die Anzsbeuteerhöhung an entasphaltiertem Öl zu vergrößern, da ein entasphaltiertes Öl höherer Viskosität mit größeren Mengen von Schmierölverschnittprodukten niedriger Viskosität vermischt werden kann, wodurch man unter vergleichbaren Bedingungen eine Erhöhung der Schmierölproduktion von praktisch bis zu 27% erzielen kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Entasphaltieren von Rückstandsölen durch Zusatz eines Entasphaltienungsmittels, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Entasphaltierungsmittel verwendet, das im wesentlichen aus Propan besteht, welches etwa 1.2.% B.utan enthält. a. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsprodukt ein Rückstandsöl verwendet, dessen Viskosität bei 98,9° oberhalb etwa a5oo SSU liegt. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Entasphaltierungsmittel verwendet, das im wesentlichen aus einem Gemisch niedrigmolekularer C1 bis C4 Paraffin-Kohlenw asserstoffe von einem durchschnittlichen Molekulargewicht von etwa 45,8 besteht. In Betracht gezogene Druckschriften: K a 1 i c h e w s k y und S t a g n er, Chemical Refining of Petroleum, New York 1942, S. 33o/331, 333, 33:2; H. S. Bell, C. E. American Petroleum Refining, 3. Ausgabe, 1945, S. 386.
DEST6557A 1952-06-12 1953-06-12 Verfahren zum Entasphaltieren von Rueckstandsoelen Expired DE961480C (de)

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DE (1) DE961480C (de)

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