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Verfahren zum Entasphaltieren von Rückstandsölen Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zum Entasphaltieren von Erdölrückstandsfraktionen zwecks
Gewinnung hochwertiger Schmieröle. Die Erfindung betrifft die Behandlung von Rückstandsölen
mit einem Propan-Butan-Gemisch von einem bestimmten Mischungsverhältnis, wodurch
die asphalt- und harzartigen Bestandteile der Öle entfernt werden. Durch Verwendung
eines Gemisches von Propan mit etwa 14'/o B,utan wird eine bessere Entasphaltierung
erzielt.
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Bei der Raffination von rohen Erdölen zerlegt man gewöhnlich das Rohöl
durch Destillation in eine Anzahl von Fraktionen, wie Benzin, Leuchtöl, Schmieröl
usw. Schwerere Erdölfraktionen können destillativ nicht mit Erfolg abgetrennt werden.
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Zum Beispiel unterliegen die Erdölfraktionen, die oberhalb des Schmierölbereichs
oder oberhalb etwa 37r° sieden, bei der Destillation, selbst wenn diese im Vakuum
durchgeführt wird, einer thermischen Zersetzung. Um Rückstandsfraktionen zu behandeln
und in ihrer Qualität zu verbessern, wendet man gewöhnlich eine Reihe von Methoden
der Lösungsmittelbehandlung an. Die vorliegende Erfindung betrifft die Lösungsmittelbehandlung
von Rückstandsölen, bei welcher man die Asphalte und Harze aus den Rückstandsölen
mit einem niedrigmolekularen Paraffinkohlenwasserstoff ausfällt und dadurch wertvolle
Produkte zur Beimischung zu Schmierölen und entasphaltierte Produkte für eine Reihe
anderer Anwendungszwecke gewinnt.
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Die Rückstandsöle, auf welche sich diese Erfindung anwenden läBt,
sind die schwereren Fraktionen von Erdöl, die oberhalb 454° sieden und Asphalte
und Harze .enthalten. Diese Öle kennzeichnen sich
im 'allgemeinen
mehr durch ihre physikalischen Eigenschaften als durch ihr Destillationsverhalten.
Sie haben im allgemeinen ein spezifisches Gewicht (r5,6°) im Bereich von etwa o,985
bis 0,997 und eine Viskosität von etwa 240o bis 6ooo SSUbei 98,9°.
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Es ist bekannt, daß paraffinbasische Kohlenwasserstoffe die hochmolekularen
Anteile von Rückstandsölen, insbesondere Asphalte und Harze, abstoßen oder ausfällen.
Es ist ferner bekannt, daß mit sinkendem Molekulargewicht des Ausfällungsmittels
dessen Lösungsvermögen für Asphalte und Harze ebenfalls abnimmt bzw. die Fällungswirkung
zunimmt. Aus diesem Grunde gibt man im allgemeinen Propan den Vorzug vor höhermolekularen
Paraffinen, wie Butan, Pentan usw.
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Es wurde nun gefunden, daß man durch Zusatz bestimmter Mengen Butan
zu Propan ein besseres Entasphaltierungsmittel erhält. Wie unten näher erörtert
wird, verbessert ein Zusatz von etwa 14% Butan zum Propan die Ergebnisse der Entasphaltierung
wesentlich. Man erhält eine höhere Ausbeute an erstasphaltiertem Öl, es hat eine
höhere Viskosität und bei gleicher Volumenausbeute einen besseren Farbwert, .und
man kann die asphaltartigen Bestandteile bei höheren Temperaturen absetzen lassen.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in der Zeichnung erläutert.
In dieser bedeutet Fig. i einen schematischen Fließplan, nach welchem die Erfindung
praktisch durchgeführt werden kann, Fig. 2 die graphische Darstellung der Beziehung
zwischen Viskosität des erstasphaltierten Öls und Butangehalt des Lösungsmittels,
Fig. 3 die graphische Darstellung der Beziehung zwischen der Ausbeute an erstasphaltiertem
Produkt und dem Butangehalt des Lösungsmittels und Fig. 4 die graphische Darstellung
der Beziehung zwischen Viskosität des erstasphaltierten Öls .und derjenigen des
Ausgangsgutes bei verschiedenen Butangehalten des Lösungsmittels und unter solchen
Bedingungen, daß kein Asphalt mitgerissen wird.
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In Fig. i ist ein einfacher schematischer Fließplan einer brauchbaren-
Anlage zur Entasphaltierung durch Zusatz von Lösungsmittel gezeigt. Dieser Fließplan
zeigt eine Anlage, bei welcher das Mischen von Lösungsmittel und Rückstandsöl und
das Absetzenlassen des Gemisches in mehreren Stufen erfolgt. Die Erfindung kann
natürlich ebenso auf eine Gegenstromkontaktanlage angewendet werden, bei welcher
das Lösungsmittel im Gegenstrom zum Rückstandsöl einen Kontaktturm durchströmt.
Gemäß Fig. 1 wird die aus Rückstandsöl bestehende Beschickung durch Rohrleitung
1 eingeführt. Das zur Entasphaltierung verwendete Lösungsmittel, das in der Hauptsache
aus einem Gemisch von Propan und Butan besteht, wird durch Rohrleitung 2 eingeführt
und mit dem in Rohrleitung 1 strömenden Öl vermischt. Dieses Gemisch- von Lösungsmittel
und Öl strömt nun durch den Wärmeaustauscher 3 und wird in diesem auf etwa 6o bis
71° erhitzt. Das in Rohrleitung 4 fließende Kreislauflösungsmittel kann mit dem
Öl-Lösungsmittel-Gemisch sowie weiterem durch Rohrleitung 5 eingeführtem Lösungsmittel
vermischt werden. Dieses Gemisch aus Ölbeschickung, primärem, sekundärem und Kreislauf-Lösungsmittel
wird nun durch eine geeignete Mischvorrichtung geführt, z. B. die Mischdüse 6. Das
Lösungsmittel-Öl-Verhältnis der Mischung, die eine Temperatur zwischen etwa 54 und
66° hat und in die waagerecht angeordnete Absetzzone 7 geleitet wird, beträgt etwa
4 bis io, vorteilhaft 4 bis 6.
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Im Absetzgefäß 7 erfolgt eine Phasentrennung. Die obere flüssige Phase
besteht aus einer Lösangsmittelphase und Öl und die untere flüssige Phase aus einer
Lösungsmittelphase, welche die ausgefallenen Asphalte und Harze enthält. Die obere
Lösungsmittel-Öl-Phase wird in Rohrleitung 8 abgezogen und durch den Wärmeaustauscher
9 geleitet und in diesem auf etwa 57 bis 68° erwärmt. Aus Rohrleitung 1o zuströmendes
Kreislauflösungsmittel wird mit dem Gemisch von Öl und Lösungsmittel gründlich vermischt,
vorteilhaft in einer Mischdüse i i oder ähnlichen Einrichtung. Dieses Gemisch strömt
nun in ein zweites Absetzgefäß 12, in welchem sich weitere hochmolekulare Bestandteile
aus dem Öl abscheiden. Wie beschrieben, erfolgt in dem ersten Absetzgefäß 7 hauptsächlich
eine Ausfällung der Asphalte, während im zweiten Absetzgefäß 12 hauptsächlich die
Harze ausgefällt werden. Aus dem Absetzgefäß 12 kann eine obere flüssige Phase,
die aus einem Gemisch von Lösungsmittel und erstasphaltiertem Öl besteht, durch
Rohrleitung 13 abgezogen und in eine Anlage 14 zur Gewinnung des erstasphaltierten
Öls gefördert werden. Diese Anlage kann aus einer Dampfdestillationszone bestehen,
in welcher man das Lösungsmittel aus dem erstasphaltierten Öl mittels Dampf abstreift.
Das Lösungsmittel wird als Kopfstrom durch Rohrleitung 15, das erstasphaltierte
Öl als Bodenprodukt in Rohrleitung 16 abgezogen.
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Die Asphaltphase, welche sich im Absetzgefäß 7 abscheidet, wird aus
dem unteren Teil dieses Absetzgefäßes durch Rohrleitung 17 abgezogen und mit Waschlösungsmittel
aus Rohrleitung 18 vermischt. Waschlösungsmittel und Asphaltphase werden in der
Mischdüse 1g gemischt und in die Absetzzone 2o gefördert. Aus dieser wird die obere
Lösungsmittelphase in Rohrleitung 4 abgezogen und in der beschriebenen Weise im
Kreislauf wiederverwendet, während das ausgefallene Asphalt aus dem unteren Teil
des Absetzgefäßes durch Rohrleitung 21 entfernt wird.
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Entsprechend wird die Harzphase aus Absatzgefäß 12 durch Rohrleitung
22 abgezogen und zusammen mit aus Rohrleitung 23 zuströmendem Waschlösungsmittel
in der Mischdüse 24 gemischt. Dieses Gemisch läßt .man im Absetzgefäß 25 absetzen
und zieht aus diesem Lösungsmittel durch Rohrleitung 1o für die weitere Kreislaufführung
in der beschriebenen Weise ab, während man die ausgefallenen Harze durch Rohrleitung
26 entfernt. Die asphalt- und harzartigen Bestandteile in den Rohrleitungen 21 und
26 werden zusammen mit Lösungsmittelrückständen in eine Anlage 27 zur
Asphaltgewinnung
gefördert, die aus einer Fraktionierzone bestehen kann. Aus dieser kann Lösungsmittel
über Kopf durch Rohrleitung 28 abgezogen und die harzartigen Bestandteile
als Bodenprodukt in Rohrleitung 29 entfernt werden. Für die Herstellung von Asphalt
kann ein Fließ- oder Verdünnungsöl niedriger Viskosität in Rohrleitung 30 zugeführt
und mit dem in Rohrleitung 29 abgezogenen Asphalt vermischt werden.
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Zum Betrieb einer Entasphaltierungsanlage der in Fig. 1 beschriebenen
Art verwendet man gemäß der Erfindung als Lösungsmitel Propan., welches etwa 1q.0/0
B,utan enthält. Die Erkenntnis, daß ein Zusatz einer solchen Butanmenge zu Propan
außerordentlich vorteilhaft ist, wurde in grundlegenden Betriebsuntersuchungen gewonnen.
Hierbei fand man, däß eine technische Entasphaltierungsanlage unverhältnismäßig
schlechter war als eine anscheinend entsprechende Versuchsanlage. So -wurde bei
einem Vergleich eine technischen Entasphaltierungsanlage von einem Durchsatz von
etwa 636 m3/Tag mit einer Versuchsanlage von einem Durchsatz von etwa. 6361/Tag
gefunden, daß Ausbeute, Farbe und Viskosität des in der technischen Anlage gewonnenen
Produktes- wesentlich schlechter -waren als des Produktes der Versuchsanlage. Diese
Beobachtung wurde gemacht, obgleich sich die technische und die Versucrsanlage anscheinend
entsprachen. So -wurden die Betriebsbedingungen so eingestellt, daß sowohl in der
Betriebs- als auch in der Versuchsanlage gleiche Ölausbeuten von gegebener Viskosität
erzielt wurden, was zeigt, daß die beiden Anlagen etwa eine gleichstufige Wirkung
haben. Nichtsdestoweniger war die Farbe des in der technischen Anlage anfallenden
Raffinates viel dunkler als die in der Versuchsanlage, was klar zeigt, daß die Harze
und Asphalte ungenügend entfernt wurden.
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Bei der Untersuchung dieser Abweichungen wurde überraschenderweise
gefunden, daß zwischen der Viskosität des behandelten Rückstandsöls und dem Molekulargewicht
des verwendeten Entasphaltierungsmittels bezüglich des Betriebsverhaltens ein eindeutiger
Zusammenhang besteht. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß z. B. entgegen
der allgemeinen Ansicht, bei Behandlung von Rückstandsölen hoher Viskosität ein
Lösungsmittel besonders stark selektiv wirkt, welches ein etwa größeres mittleres
Molekulargewicht als Propan hat. Diese Erkenntnis läuft dem allgemeinen Grundsatz
zuwider, daß bei Änderung des Molekulargewichtes des Entasphaltierungsmittels keine
Änderung der Selektivität erfolgt. Trotzdem wurde festgestellt, daß man das Verfahren
erheblich verbessern kann, indem man das Molekulargewicht des zur Entasphaltierung
dienenden Propans durch Zusatz von Butan erhöht. Die Verminderung des Molekulargewichtes
von Propan durch Zusatz von Methan und Äthan hat die entgegengesetzte Wirkung und
führt zu einer schlechteren Leistung der Anlage. Optimale Ergebnisse wurden erhalten,
wenn das Entasphaltierungsmittel aus einem Gemisch von reinem Propan mit etwa 14%
reinem Butan bestand. Wenn das Lösungsmittelgemisch kleine Mengea Methan und Äthan
enthält, müssen etwas größere Butanmengen verwendet werden. Die Kompensation des
eventuell vorhandenen Methans rund Äthans kann am einfachsten durch das mittlere
Molekulargewicht des Gemisches ausgedrückt werden. So soll man gemäß der Erfindung
ein Lösungsmittel verwenden, dessen mit=leres Molekulargewicht etwa 45,8 beträgt,
was einem Butangehalt von etwa 1q.0/0 unter der Annahme entspricht, daß nur Propan
und Butan vorhanden sind.
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Die durch Verwendung eines Lösungsmittelgemisches von einem mittleren
Molekulargewicht von etwa 45,8 erzielte Wirkung hängt anscheinend mit dem Mitreißen
von Asphalt mit dem Gemisch aus Rückstandsöl .und Entasphaltierungs@mittel zusammen.
Bei den obenerwähnten Versuchen in der Versuchsanlage wurde nämlich gefunden, daß
nach der Phasentrennung kein Asphalt mit dem Lösungsmittel mitgerissen -wurde. Da
es aber in technischen Anlagen nicht möglich ist, eine solche Trennung durch Absetzen
zu erzielen, werden gewöhnlich merkliche Asphaltmengen mit dem entasphaltierten
Öl mitgerissen. Aus irgendwelchen Gründen beseitigt die Erhöhung des Molekulargewichtes
des Entasphaltierungsmittels, indem man dem Propan Butan zusetzt, diese Schwierigkeiten
und ermöglicht es, das Mitreißen auch in technischen Anlagen vollständig zu beseitigen,
-wenn das Propan 1q.0/0 Butan enthält. Dies geht aus Fig. a hervor, in -welcher
die Beziehung zwischen der Viskosität des entasphaltierten Öls von konstantem Farbwert
und dem Butangehalt des Propans gezeigt ist. Das Beschickungsöl hatte eine Viskosität
von 3000 SSU bei 98,9°. In technischen Anlagen hatte das entasphaltierte
Öl bei Verwendung von Reinpropan infolge Mitreißens von Asphalt eine Viskosität
von etwa 195. Zusätze von geringen Mengen Butan zum Propan verringern dieses Mitreißen,
wobei etwa 1q.0/0 Butan notwendig sind, um das Mitreißen von Asphalt durch das entasphaltierte
Öl vollständig zu beseitigen Die gleiche Abhängigkeit vom Butangehalt des Lösungsmittels
wurde für die Ausbeute an entasphaltiertem Öl von konstantem Farbwert gefunden..
Dies ist in Fig. 3 dargestellt. Hieraus ergibt sich, daß man erheblich höhere Ausbeuten
an entasphaltiertem Öl erzielt, wenn man das Mitreißen von Asphalt durch Erhöhen
des Butangehaltes des Lösungsmittels beseitigt. Wiederum liegt die durch Beseitigung
des Mitreißens von Asphalterzielbare optimale Ausbeute an entasphaltiertem Öl bei
Verwendung von Propan mit etwa 14% Butan.
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Wenn auch die vorteilhafte Wirkung eines Gehaltes von 14% Butan im
Propan eindeutig auf der Beseitigung des Mitreißens von Asphalt beruht, wie ausgeführt
wurde, sind die eigentlichen Gründe für diese Erscheinung noch nicht bekannt. Aus
den Fig. z und 3 sieht man, daß größere Ausbeuten an entasphaltiertem öl von gleichem
Farbwert gewonnen werden, da die Beseitigung des Mitreißens von Asphalt bessere
Farbeigenschaften bei höheren Ausbeuten ergibt. Entsprechend erlaubt eine bessere
Ausfällung
des Asphalts eine stärker selektive Entfernung der hochrnolekudaren Bestandteile,
wodurch man ein Produktöl höherer Viskosität erhält. Wahrscheinlich beruht diese
Wirkung auf einer erhöhten Teilchengröße der Asphaltphase. Es ist ferner wahrscheinlich,
daß ein erhöhter Dichteunterschied der Phasen, der durch den Butanzusatz entsteht,
zu dieser Wirkung beiträgt. Auf jeden Fall ist es erwiesen, wie ausgeführt wurde,
daß ein Propan-Butan-Gemisch mit etwa 14% Butan ein besonders wertvolles Entasphaltierungsmittel
ist. Wie betont, bann dieses Mittel durch Angabe des mittleren Vlolekulargewichtes
beschrieben werden, welches etwa 45,8 betragen soll. Urn das Wesen und die Vorteile
der Erfindung weiter zu erläutern, wurde in einer technischen Entasphaltierungsanlage
eine Reihe von Versuchen durchgeführt, wobei man das Molekulargewicht des Lö&ungsmittelgemisches
durch Zusatz von B,utan zu einer hauptsächlich aus Propan bestehenden Grundlage
veränderte. Jeder Versuch wurde so durchgeführt, daß man ein erstasphaltiertes Öl
von gleichere Farbwert erhielt, während man dessen Ausbeute und Viskosität bestimmte.
Die dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle I angegeben, in welcher die
Betriebsbedingungen und die Eigenschaften des erstasphaltierten Öls angegeben sind.
| Tabelle 1 |
| Wirlving von wechselndem Butangehalt des Propans und Farbe
des erstasphaltierten Öls (technische Anlage) |
| Versuch Nr. |
| 3 I 4 I 5 |
| Durchsatz, m3/Standardtag ........... 594,1 6o6,3 6o6,3 6o9,8
626,1 |
| Viskosität der Beschickung, |
| SSU bei 98,9° .................... 2,990 3,010 3,003 3,06o
3.990 |
| Erstasphaltiertes Öl |
| Durchsatz, m3tStandardtag .......... 256,o l 271,4 285,4
289,0 289,o |
| Ausbeute, Volumprozent ............ 43,0 44,8 47,1 47,4 462 |
| Viskosität, SSU bei 98,g° . ... ..... . 203 209 220
223 234 |
| arbwex-t, Tag Robinson, verd....... 1 1 1 1 3/4 |
| Raumteile Lösursgsmittel je Raumteile |
| Beschickung |
| primäres Lösungsmittel ...... . . . . .. o,7» o,76 0,76 0,70
( 0, 1g4 |
| sekundäres Lösungsmittel ........... ' 0179 0;76 0,78
0,68 I o,63 |
| Asphaltvräsche ..................... 1,12 1,15 i,16
0,97 1,40 |
| Harzwäsche ....................... 1,22 ! 1,22 1,22 . i,Ig
I 1,36 |
| insgesamt ......................... 3,90 i 3,89 3,92 3,53 4,33 |
| Absetztemperaturen, ° C |
| Asphalt............................ 55,6 589 I 59,4 63,3 65,o |
| Harz ............................. 57,8 60,o 62,8 65,o 65,3 |
| Asphaltwäsche ..................... 39,4 389 I 39,4 46,1 46,1 |
| Harzwäsche ....................... 45,6 46,1 46,7 49,4 51,1 |
| Zusammensetzung des Lösungsmittels |
| Durchschnittliches Molekular- |
| gewicht (a) ................:..... 44.61 44,96 4548 4577 46,o6 |
| berechneter Butangehalt, |
| Volumprozent (b) . . _ . . . . . . . . . . . . . . 4,3 7,2
11,4 13,8 13,8 |
| (a) Errecbnet aus der Bestimmung im Massenspektrometer und
den Ergebnissen einer einfachen Entspannungsverdampfung. |
| (b) Berechnet aus dem durchschnittlichen Molekulargewicht unter
der Annahme, daß nur C$ und C, anwesend sind; Methan- |
| gehalt: o bis 0,3 Ü%; Äthangehalt: 0,3 bis o18
%. |
Aus Tabelle
! ist zu erkennen, daß eine Erhöhung jes Butangehaltes von 4,3
auf 13,80/0 in den Versuchen T, z, 3 wand 4 die Ausbeute an entasphaltierte.m Öl
von 43 bis auf 47,4 Volumprozent steigerte. Entsprechend wurde die Viskosität des
erstasphaltierten Öls wesentlich erhöht, wenn man den Butangehalt des Entasphaltierungslösungsmittels
erhöhte. Versuch Nr. 5, bei dem man sogar einen noch höheren Butangehalt im Lösungsmittel
verwendete, ist mit den Versuchen 1 bis 4 nicht genau vergleichbar, da man hierbei
ein Öl von etwas schlechteren. Farbeigenschaften erhielt. Ein Vergleich von Ausbeute
und V iskäsität zeigt indessen, daß man durch Steigerung des Butangehaltes
im
wesentlichen keine weitere Verbesserung erzielte.
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Dieser Schlu ß wurde durch sorgfältige Kontrollversuche erhärtet,
bei welchen der Butangehalt des Lösungsmittels über 14°/o erhöht wurde. Wiederum
wurden die Versuche in einer technischen Anlage durchgeführt. Die Ergebnisse sind
in Tabelle 1I zusammengestellt.
| Tabelle II |
| Wirkung von wechselndem Butangehalt des |
| d ropans und Farbe des entasohaltiertem Öls |
| (technische Anlage) |
| Versuch Nr. |
| i 2 3 |
| DLrchsatz, m3/Standard- |
| tag.. I |
| _.............. 590,0 596,o 592,7 |
| Viskosität der |
| Beschickung, SSI1 |
| bei 98,9° . . . . . . . . . . . . 2,530 I 2,4501 2,40.0 |
| Entasphaltiertes Öl |
| Durchsatz, |
| m3/Standardtag ... 287,3 288,1 284,9 |
| Ausbeute, |
| Volumprozent ..... 48,7 ' 48,3 48,1 |
| Viskosität, |
| SSU bei 98,g° .... igg 202 199 |
| Farbwert, |
| Tag Robinson, verd. 3/4 3/4 3/4 |
| Raumteile Lösungs- |
| mittel j e Raumteile |
| Beschickung |
| primäres Lösungs- |
| mittel ............ 1,02 i,01 1,01 |
| sekundäres Lösungs- |
| mittel............ o,88 0,87 o,87 |
| Asphaltwäsche ..... 1,56 1,58 1,70 |
| Harzwäsche . . . . .. . . 1,67 1,67 i,67 |
| insgesamt . . . . . . . . . . 5,13 5,13 5.25 |
| Absetztemperaturen, °C |
| Asphalt . . . . . . . . . . . . 63,9 67,9 717 |
| Harz .. . .. . ... ..... 63,9 68,3 71,7 |
| Asphaltwäsche ..... 44,4 44,4 456 |
| Harzwäsche . . . . . . . . 52,2 58,9 61,1 |
| Zusammensetzung des |
| Lösungsmittels |
| Durschnittliches |
| Molekulargewicht (b) 45,75 46,6o 47,20 |
| berechneter Butan- |
| gehalt, Volum- |
| prozent (c) . . . . . . . . . 13,8 20,0 24,0 |
| (b) Errechnet aus der Bestimmung im Massenspektrometer |
| und den Ergebnissen einer einfachen Entspannungs- |
| verdampfung. |
| (c) Beiechnet aus dem durchschnittlichen Molekulargewicht |
| unter der Annahme, daB nur C, und C4 anwesend Sind; |
| Methangehalt: o bis o,20/0; Athangehalt: o,i bis 1,3o/.. |
Aus Tabelle II ist zu erkennen, daß Ausbeute und Viskosität des entasphaltierten
Öls von vergleichbarem Farbwert nicht verbessert wurden, wenn man das Molekulargewicht
des Lösungsmittels über etwa 45,8 erhöhte bzw. indem man mehr als 14% Butan dem
Propan zusetzte. Diese Werte beweisen deshalb zusammen mit denjenigen der Tabelle
I, daß der Zusatz von etwa 14% Butan zu Propan das Mitreißen am wirkungsvollsten
beseitigt und man dadurch höhere Ausbeute an Öl, eine bessere Viskosität u. dgl.
erzielt. Wenn man die Möglichkeit untersucht, ob man größere Butanmengen verwenden
kann, muß man sich vergegenwärtigen, daß die Butanwiedergewinnung nicht so wirksam
durchgeführt werden kann wie die Wiedergewinnung von Propan. So geht Butan in den
normalen Lös..ungsmittelwiedergewinnungs=lagerr einer Entasphaltierungsanlage selektiv
verloren. Infolgedessen ist es sehr unzweckmäßig, mehr als 14% Butan im Entasphaltierungslös:ungsmittel
zu verwenden. Aus diesem Grunde liegt die verwendete Butanmenge bei etwa 14%.
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Bei Bestimmung der Verbesserung, die man durch Butanzusatz zu Propan
bei der Asphaltentfernung erzielen kann, wurde ferner gefunden, daß man bei Zusatz
von Butan höhere Temperaturen in den Absetzzonen einhalten kann. So@ wurde in einem
typischen Fall bei Herstellung eines entasphaltierten Öls von brauchbarer Farbe
gefunden, daß bei Verwendung von Reinpropan eine Absetztemperatur von etwa 56° notwendig
war. Wenn man aber dem Propan 14% Butan zusetzte, konnte die Absetztemperatur 64°
betragen, wenn man ein entasphaltiertes Öl von gleicher Qualität herstellte. Das
ist ebenfalls ein bedeutender Vorteil, den man durch Verwendung eines Butan-Propan-Gemisches
als E ntasphaltierungsmittel erzielt, und zwar gilt dies besonders für warme Gegenden
oder solche Gebiete, in denen Kühlwasser nicht ausreichend zur Verfügung steht,
da die Temperatur, auf welcher die Absetzzone einer Entasphaltierungsanlage gehalten
werden kann, häufig die Anwendung des Verfahrens einschränkt.
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Weitere Versuche mit dem Entasphaltierungsmittel gemäß der Erfindung
erwiesen, daß die erwäinten Verbesserungen hauptsächlich bei der Verarbeitung von
Rückstandsölen hoher Viskosität erzielt werden. So hat der Butanzusatz zu Propan
wenig Wirkung, wenn man die En.tasphaltierung eines Rückstandsöls niedriger Viskosität
verbessern will. Wenn aber das Rückstandsöl eine Viskosität über etwa 250o SSU hat,
lassen sich die Vorteile der Erfindung in vollem Umfange erzielen. Die Erfindung
wird vorteilhaft auf die Behandlung von Rückstandsölen angewendet, deren Viskosität
etwa 3000 SSU bei g8,9° beträgt. Das ist aus Fig. 4 zu erkennen, in welcher
die Beziehung zwischen der Viskosität des entasphaltierten Öls und der Viskosität
der- Beschickung dargestellt ist. Kurve A wurde in Versuchsanlagen unter Bedingungen
erhalten, daß kein Asphalt in das entasphaltierte Öl mitgerissen wurde. Kurve B
wurde in einer technischen Anlage erhalten, wenn man zumindest 13'/o
Betan
im Lösungsmittel verwendete, während für Kurve C kein Betan verwendet wurde. Es
ist zu erkennen, daß unterhalb einer Viskosität von etwa 2500 für die Beschickung
das Verfahren durch Zusatz von Betan nur wenig verbessert werden konnte. Wenn aber
die Viskosität der Beschickung höher, insbesondere oberhalb 3000 lag, führte ein
Zusatz von 13% Betan oder mehr zu Ergebnissen, die im wesentlichen denen entsprachen,
bei denen kein Mitreißen erfolgte. Es ist deshalb festzustellen, daß das erfindungsgemäße
Verfahren in erster Linie auf die Behandlung von Rückstandsölen anwendbar. ist,
deren Viskosität bei 98,9° oberhalb etwa 3000 SSU liegt. Wenn man die durch
das erfindungsgemäße Verfahren erzielten Vorteile .betrachtet, muß man den Vorteil
bedenken, ein entasphaltiertes Öl höherer Viskosität zu gewinnen, als es sonst erzielbar
ist. So kann man, wie betont, durch Verwendung von Propan mit 14% Betan die Viskosität
des en.tasphaltierten Öls bis zu 30 Einheiten erhöhen. Dies dient dazu, weiter
die Anzsbeuteerhöhung an entasphaltiertem Öl zu vergrößern, da ein entasphaltiertes
Öl höherer Viskosität mit größeren Mengen von Schmierölverschnittprodukten niedriger
Viskosität vermischt werden kann, wodurch man unter vergleichbaren Bedingungen eine
Erhöhung der Schmierölproduktion von praktisch bis zu 27% erzielen kann.