DE956604C - Elektrischer Lasttrennschalter - Google Patents
Elektrischer LasttrennschalterInfo
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Description
Lastschalter mit einem Trennschaltmesser zwischen einem Paar im Abstand voneinander angeordneten
Klemmen und einem stationären, an der einen Klemme befestigten Unterbrecher, bestehend
aus einem Paar von durch einen Betätigungsmechanismus in Abhängigkeit von der Bewegung
des Schaltmessers trennbaren Lichtbogenkontakten, von denen der eine mit der letzterwähnten Klemme,
der andere mit einem stationären Schalterkontakt nächst dem äußeren Ende des Unterbrechers verbunden
ist, sind bekannt. Hierbei ist ein Hilfsschaltmesser fest verbunden mit dem Hauptschaltmesser,
so daß es sich in jeder Bewegungsphase1 mit diesem bewegt; das Hilfsschaltmesser steht im
Reibungseingriff mit zwei Kontaktstreifen, und zwar vom Beginn des Öffnens bis nach Trennung
zweier Kontakte. Die hierbei über eine lange Strecke auftretende Reibung verzögert nicht nur
die Bewegung des Messers, sondern verursacht auch eine außergewöhnlich starke Abnutzung der
Teile.
Zur Vermeidung dieser Mängel ist erfindungsgemäß nächst der zweiten Klemme ein schwenkbar
gelagerter und relativ zu dem Trennmesser beweglicher, diese Klemme mit dem Unterbrecherkontakt
verbindender Hilfskontaktarm vorgesehen, der während des ersten Teiles der Öffnungsbewegung
des Messers mit seinem freien Ende strom-
schließend auf diesem Unterbrecherkontakt liegenbleibt, wobei das Messer einen bestimmten Leerhub
zurücklegt, bevor es den Betätigungsmechanismus des Unterbrechers auslöst und nach Trennung der
Lichtbogenkontakte mit dem Hilfskontaktarm derart in Wechselwirkung tritt, daß dieser aus
seiner stromschließenden Stellung auf dem Gegenkontakt des Unterbrechers in die geöffnete Stellung
bewegt wird.
ίο Durch diese Ausbildung wird erreicht, daß die
zu bewegenden und während des Schaltvorganges zu beschleunigenden Massen auf ein Minimum verringert
werden, daß das Öffnen und Schließen des Schalters bei verhältnismäßig hoher GeschwindigiS
keit vor sich gehen kann und nur eine geringe Antriebskraft erfordert.
Das öffnen und Schließen der den Lichtbogen
löschenden Einrichtung erfolgt mittels eines S chnapp werkes.
so Außerdem umfaßt die Erfindung einen verbesserten
Betätigungsmechanismus für die den Lichtbogen, unterbrechende Einrichtung des Lasttrennschalters.
Die Anordnung ist so getroffen, daß während des
as Schließvorganges der Stromkreis zunächst zwischen
den Kontakten der den Lichtbogen unterbrechenden Einrichtung und nicht an den Kontaktelementen
des eigentlichen Trennschalters geschlossen wird.
Zur Verwirklichung der Erfindung kommt auch ein verbessertes Kniehebelschnappschaltwerk als
Mittel zur Unterbrechung und Schließung der den Lichtbogen löschenden Einrichtung zur Anwendung.
Vorzugsweise findet das öffnen und Schließen in einem abgeschlossenen, mit einem den, Lichtbogen
löschenden Gas gefüllten. Raum statt; dieser ist
erfindungsgemäß durch besondere Mittel gegen das Entweichen von Gas abgedichtet.
Die Figuren zeigen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar
Fig. ι den Grundriß des Lastschalters bei geschlossener
Stellung,
Fig. 2 den Aufriß zu Fig. 1, ebenfalls bei geschlossener
Stellung, während die Offenstellung gestrichelt angedeutet ist,
Fig. 3 einen Vertikalschnitt in vergrößertem Maßstab durch das den Lichtbogen löschende Gerät
des Schalters der Fig.-i und 2, wobei dieses Gerät in der den Stromkreis schließenden Stellung
wiedergegeben ist,
Fig. 4 den Schnitt nach Linie IV-IV zu Fig. 3.
Fig. 4 den Schnitt nach Linie IV-IV zu Fig. 3.
Gemäß den Fig. 1 und 2 ist eine Gruppe von
Isolatoren i, 2 und 3 auf einem geeigneten Träger-.gerüst
10 (Fig. 1) angeordnet. Die Isolatoren. 1, 2
und 3 ragen von dem Träger 10 um eine beträchtliehe Höhe nach oben, wenn der Trennschalter in
Hochspannungsstromkreisen Verwendung finden soll. Die Isolatoren 1 und 3 sind feststehend, während
der Isolator 2 mittels eines Kurbelarmes 2a um seine Achse drehbar gelagert ist. Durch diese
Drehbewegung wird der Mechanismus für den Trennschalter in Tätigkeit gesetzt. Der Trennschalter
ist allgemein mit 4 bezeichnet; er befindet sich über dem Isolatorensatz 1 bis 3.
Auf dem stationären Isolator 1 ist das den Lichtbogen
löschende Gerät, allgemein mit 6 bezeichnet, angeordnet. Ferner ist am oberen Ende dieses
stationären Isolators 1 die Kontaktbacke 7 angeordnet, welche mit dem Ende 8 des Kontaktmessers
9 in Wechselwirkung arbeitet. Letzteres ist an einem Nockengehäuse 11 befestigt, das um
Zapfen 12 schwenkbar ist. Die Zapfen 12 ragen von einem Gehäuse 13 nach innen in das Nockengehäuse
11; das Gehäuse 13 ist mit einem Ansatz
14 versehen, der eine Leitungsanschlußklemme 15 trägt.
Die andere Anschlußklemme des Lastschalters 4 ist mit 16 bezeichnet und bildet einen Ansatz eines
Trägergehäuses 17, das an dem oberen Ende des Isolators 1 befestigt ist. Somit nimmt der Strom
seinen Weg durch den Trennschalter 4 von der Anschlußklemme l6, das Gehäuse 17, die stationäre
Kontaktbacke 7, den Kontakt 8 des schwenkbaren Messerkontaktes 9, das Nockengehäuse 11, die
Drehzapfen 12, das vorzugsweise gegossene Gehäuse 13 und die andere Anschlußklemme 15.
Wie üblich sind Mittel vorgesehen, welche die das Öffnen des Schalters bewirkende Aufwärtsbewegung
des Messerkontaktes 9 um die Drehzapfen 12 bewerkstelligen. Die Offenstellung ist in
Fig. 2 gestrichelt angedeutet und mit 18 bezeichnet In dieser Stellung befindet sich ein großer Luftzwischenraum
zwischen den Schalterkontakten entgegengesetzten Potentials.
Wie im besonderen aus Fig. 3 hervorgeht, besteht das den Lichtbogen löschende Gerät 6 aus
einem wetterfesten Porzellangehäuse 19, das senkrecht
auf dem Trägergehäuse 17 steht. Die Verbindung zwischen dem unteren Ende des Porzellangehäuses
19 und dem gegossenen Trägergehäuse 17 wird durch eine Zement- oder Kittfüllung 20
zwischen einem unteren gerillten Teil 21 des keramischen Gehäuses 19 und inneren Rillen 22 eines
flanschartigen Teiles 23 hergestellt. Der Teil 23 ist in geeigneter Weise an dem Gußgehäuse 17 befestigt.
Am oberen Ende 24 des wetterfesten Gehäuses 19 ist ebenfalls durch Zement oder Kitt 25 ein
Montageflansch 26 mit Hilfe von Bolzen 27 an einem Gehäuse 28 aus Gußmaterial befestigt. Das
Gehäuse 2.8 ist mit einer Deckelplatte 29 versehen, die durch Bolzen 30 unter Zwischenschaltung einer
Dichtung 31 gasdicht an dem Gehäuse 28 gesichert ist.
In dem wetterfesten Gehäuse 19 befindet sich das eigentliche, den Lichtbogen löschende Gerät 32.
Dieses setzt sich zusammen aus einem stehenden Isolierzylinder 33, in welchem, axial verschiebbar
;eführt, eine Kontaktstange 34 angeordnet ist; an letzterer ist ein Kolben 35 befestigt, der verhältnismäßig
dicht gegen die Innenwandung des Isolier-Zylinders 33 abschließt.
An dem unteren Ende der Kontaktstange 34 ist ein mit dieser beweglicher Kontakt 36 befestigt.
Dieser stützt sich bei geschlossener Stellung
egen den verhältnismäßig stationären Kontakt 37 ab, der unter der Einwirkung einer Druckfeder 38
steht. Die Kontaktdruckfeder 38 befindet sich in einem Rohr 39, das nächst seinem oberen Ende mit
einem feststehenden, radialen Stift 40 versehen ist. Letzterer greift in einen Langschlitz 41 nächst dem
unteren Ende des Kontaktstückes 37 ein, derart, daß während des Schließhubes der stationäre Kontakt
37 in bezug auf das Trägerrohr 39 und den Stift 40 sich federnd nach unten bewegt, wobei die
Feder 38 zusammengedrückt wird; auf diese Weise wird der erforderliche Kontaktdruck zwischen den
Kontaktelementen 37 und 36 herbeigeführt. Ein flexibler Leiterstreifen 39a verbindet den stationären
Kontakt 37 mit einer elektrisch leitenden Grundplatte 42.
Das Trägerrohr 39 ruht auf dieser Grundplatte 42, die an einer elektrisch leitenden Abschlußplatte
43 befestigt, z. B. in diese eingeschraubt ist. Die Platte 43 ist in beliebiger Weise an dem Flansch 23
des Trägergehäuses ΐγ befestigt. An dem unteren Ende der elastisch leitenden Grundplatte 42 ist ein
Manometer 44 angebracht, das von dem Träger 10 aus abgelesen werden kann. Die. Bedienungsperson
beobachtet an diesem Manometer den Druck, der in dem Inneren 45 des Gehäuses 19 herrscht; das
Gehäuse» ist, wie schon oben angedeutet, gasdicht ausgeführt.
Vorzugsweise wird das Gehäuse, z. B. über das Manometer 44, mit einem den Lichtbogen löschenden
Gas, z. B. Schwefelhexafluorid, oder einem anderen Gas, -das besser geeignet ist, den Lichtbogen
zu löschen als Luft, gefüllt.
Die axiale Bewegung der Kontaktstange 34 in dem Isolierzylinder 33 wird durch ein Kmiehebelschnappwerk
bewerkstelligt, das allgemein mit 46 bezeichnet und in dem Gehäuse 28 angeordnet ist.
Der Mechanismus 46 umfaßt einen U-förmigen Lagerbock 47, der durch Bolzen 48" in einem
Trägerteil 49 des Gehäuses 28 befestigt ist. Der U-förmige Lagerbock 47 ist an seinen nach oben
gerichteten Schenkeln mit Bohrungen zur Aufnahme eines Drehbolzens 51 versehen. Von diesem
Drehbolzen 51 wird ein U-förmiger Lenker 52 getragen, · dessen Schenkel 53 an den Enden durchs bohrt
sind und einen Drehbolzen 54 aufnehmen, welcher der Anlenkung eines U-förmigen Bügels
SS dient (Fig. 4). Ein Schenkel 56 des Bügels SS
ist langer als der andere Schenkel 57 und ist an seinem äußeren Ende bei 58 gelenkig verbunden
mit dem oberen Ende der Kontaktstange 34. An dem Ende des anderen Schenkels 57 des
Bügels 55 befindet sich eine Bohrung für den Durchgriff eines Drehbolzens 59, der auch eine
Bohrung 60 des längeren Schenkels 56 des Bügels 55 durchgreift.
Der Drehbolzen oder Drehstift 59 trägt einen U-förmigen Bügel 61 (Fig. 3); die rechten Enden
der Schenkel 62 und 63 dieses Bügels 61 sind, wie bei 64 gezeigt, eingeschlitzt. Der Schlitz 64 des in
der Fig. 4 obenliegenden Schenkels 62 des Bügels 61 sitzt über dem Zapfen 65, der in einem Lagerteil
66 der Seitenwand 67 des Gehäuses 28 gelagert ist. Der Schlitz 64 des unteren Schenkels 63 des
Bügels 61 (Fig. 4) ist auf eine Kurbelwelle 68 gepaßt. Der Zapfen 65 trägt auch einen Schenkel 69
eines1 Gelenkbügels 70, -dessen in Fig. 4 untenliegender
Schenkel 71 einen mit diesem Schenkel fest verbundenen Hals 72 trägt. Dieser Halsansatz
ist auf -dem inneren Ende der Kurbelwelle mittels eines Keilstiftes 73 oder auf sonstige Weise befestigt
(Fig. 4).
Gemäß dieser Anordnung bewirkt eine Drehung der Kurbelwelle 68 eine Schwenkbewegung des mit
ihr fest verbundenen Gelenkbügels 70, was das Öffnen bzw. Schließen der Kontakte des den Lichtbogen
löschenden Gerätes 32 zur Folge hat.
Zweckmäßig ist eine Spannfeder 75 zwischen den Bolzen oder Stift 59 und einen ebensolchen Bolzen
oder Stift γ6 in einer Bohrung γγ der Schenkel 69,
71 des Bügels 70 eingesetzt. Abstandhalter 78 auf den Stiften oder Bolzen 59, 76 sichern die Lage
der Feder 75. Ein Anschlag 80, in Form einer Erhebung des Gehäuses 28, begrenzt die Bewegung
des Bügels 70 im Uhrzeigersinn (Fig. 3). Ein zweiter Anschlag 81, der zweckmäßig verstellbar
ist, ragt von der Deckplatte 29 des Gehäuses nach unten und dient zur Begrenzung der Schwenkbewegung
des Bügels 61 während des Öffnungsvorgangs. Diese Stellung ist in Fig. 3 gestrichelt angedeutet.
Ein weiterer verstellbarer Anschlag 7O0 dient zur Begrenzung der Schwenkbewegung des go
Bügels 70 entgegen dem Uhrzeigersinn während der Öffnungsbewegung. Die Feder 75 hat das Bestreben,
das aus den Gliedern 70 und 61 bestehende Kniehebelschnappwerk bei geöffnetem und geschlossenem
Unterbrecher zum Zusammenbruch zu 95-bringen (Fig. 3).
Die Kurbelwelle 68 ist in einem Lager 83 der Seitenwand 84 des Gehäuses 28 gelagert und erstreckt
sich durch ein seitlich angebautes, gasdichtes Gehäuse 85, wie besonders aus Fig. 4 ersichtlich
ist. Das gasdichte Gehäuse 85 besteht aus ejnem. zylindrischen Teil, der bei 86 an der Seitenwandung
84, z. B. durch Schweißen, befestigt ist. Das Gehäuse 85 ist von einer Deckplatte 87 abgeschlossen,
durch welche die Kurbelwelle 68 nach außen durchgreift. An ihrem freien Ende trägt die
Kurbelwelle eine Kurbel 88, 89.
Diese Kurbel wird, wie aus den Fig. 1, 2 und 4 hervorgeht, durch eine dreieckige Platte 89 gebildet,
die zur Gewichtsverringerung mit einer Ausnehmung oder Durchbrechung 90 versehen ist.
Die Platte 89 trägt zwei Auslösenebel 91, 92 (Fig. 2), welche während der Öffnungs- und
Schließbewegungen mit dem Kontaktende 8 des Messerkontaktes 9 in Wechsel richtung arbeiten.
Während des Öffnungsvorganges des Schalters 4 tritt das Kontaktende 8 mit dem Auslösehebel 91
der Kurbel 88 in Wechselwirkung und bewirkt so eine Verdrehung der Kurbelwelle 68 mit der Folge,
daß die Feder 75 durch ein Verschwenken des Gelenkbügels 70 entgegen dem Uhrzeigersinn der
Fig. 3 gespannt wird. Sobald sich die Stifte oder Bolzen 59, 76 und die Kurbelwelle 68 in einer Geraden
befinden, nimmt der Mechanismus 46 die voll gespannte Stellung (labilen Gleichgewichts) ein.
Bei weiterer Drehung der Kurbelwelle 68 entgegen
dem Uhrzeigersinn bricht das aus den Gliedern Jo und 61 bestehende Kniehebelschnappschaltwerk zusammen,
wie in Fig. 3 durch die-gestrichelte Linie 82 angedeutet. Die Folge davon ist, daß der bewegliche
Kontakt 36 sich von dem stationären Kontakt 37 ruckartig abhebt und nach oben schnellt. Dabei wird das Gas in dem Raum 93 über
dem Kolben 35 komprimiert. Der Kolben 35 zwingt das komprimierte Gas durch eine Düse 94 eines
Gliedes 95, durch welche der Laststrombogen gezogen wird. Das Ausblasen des komprimierten
Gases durch das Glied 95 löscht den zwischen, den Kontakten 36, 37 gezogenen Lichtbogen. Die heißen
Gase strömen durch eine oder mehrere öffnungen 79 der Grundplatte 42 aus.
Nachdem die Kurbel 88 in ihre obere, in Fig. 2 mit 96 bezeichnete, gestrichelte Stellung geschnellt
ist, wird der Auslösehebel 91 von einem Messerkontakt 9 freigegeben. Dieser Messerkontaktarm
setzt eine Schwenkbewegung bis zur Stelle des völligen öffnens fort; diese Stellung ist in Fig. 2
gestrichelt angedeutet und mit 18 bezeichnet.
Beim Schließen wird der Kontaktarm 8, 9 entgegen dem Uhrzeigersinn um die Drehzapfen 12
geschwenkt; auf diesem Weg trifft er den Auslösehebel 92.
Hierdurch wird der Kurbelarm 88, 89 im Uhrzeigersinn
verschwenkt, desgleichen die Kurbelwelle 68, die ihrerseits eine Schwenkbewegung des
Gelenkbügels 70, ebenfalls im Uhrzeigersinn, aus der gestrichelten Stellung 97 der Fig. 3 in die ausgezogene
Stellung dieser Figur bewirkt. Wie beim Öffnungsvorgang wird auch jetzt die Feder 75 zunächst
gespannt und bewirkt nach Überschreitung des Totpunktes den Zusammenbruch des Kniehebelschnappschaltwerkes
61, 70, was zur Folge hat, daß die Kontakte 36, 37 ruckartig geschlossen werden.
Um es zu ermöglichen, daß der Strom das den Lichtbogen löschende Gerät im Anschluß an die
Trennung der Kontakte 8 und 7 des Trennschalters durchfließen kann, ist ein Hilfskontaktarm 99 vorgesehen,
der um einen Zapfen 100 schwenkbar gelagert ist. Dieser Zapfen ist achsgleich zu den Zapfen
12 angeordnet. Wie im besonderen aus Fig. 2 ersichtlich, steht das freie Ende 101 des Hilfskontaktarnnes
99 in stromleitender Berührung mit einem U-förmigen Kontakt 102, welcher durch Bolzen
103 an der Deckplatte 29 des Gehäuses 28 befestigt ist. Der Hilfskontaktarm 99 wird gegen den
Messerkontaktarm 9 gezogen, beispielsweise mittels einer Federbüchse 104, in der sich eine Kompressionsfeder
107 befindet. Diese Feder stützt sich mit ihrem unteren Ende gegen eine Kappe io7a der
Federbüchse 104. Das obere Ende der Feder stützt sich gegen die Federplatte IO76, die an dem freien
Ende einer Federstange 105 befestigt ist. Das untere Ende der Stange 105 ist bei 106 schwenkbar
an das Gehäuse 11 angelenkt (Fig. 1). Die Federbüchse*
104 wirkt wie eine Spannungsfeder, welche die beiden Arme 9 und 99 zusammenzieht. Der
Arm- 9 besitzt einen seitlich vorstehenden Mit-' nehimer 5, der mit 'dem Arm 99 während der Öffnungsbewegung
in Wechselwirkung tritt, um diesen Arm in die volle Öffnungsstellung mitzunehmen.
Die Wirkungsweise des Lasttrennschalters ergibt sMi aus vorstehendem. Bei !geschlossenem Stromkreis
nimmt der Strom seinen Weg von der Anschlußklemme 16 über das Gehäuse 17, den stationären
Kontakt 7, den beweglichen Kontakt 8, 9, das Nockengehäuse 11, die Lagerzapfen 12, das Gehäuse
13 zu der anderen Klemme 15.
Parallel zu diesem Stromkreis ist bei geschlossenem Schalter ein weiterer Stromkreis vorhanden.
Dieser geht von der Klemme 16 über das Gehäuse 17, den leitenden Flansch 23, Platte 43,
Platte 42, Kabel 39,,, stationären Kontakt 37, beweglichen
Kontakt 36, Kontaktstange 34, Kabel 74, Gehäuse 28, Kontakt 102, Hilfskontaktarm 99,
Nockengehäuse 11, Zapfen 12, Gehäuse 13, zur Anschlußklemme
15. Da der zweite parallel laufende Stromkreis über den Unterbrecher 6 höheren
Widerstand besitzt als der direkt über den Kontaktarm 9 gehende Hauptstromkreis, so wird praktisch
der gesamte Strom über den Hauptschalter 9 fließen.
Um den Schalter zu öffnen, werden der Kurbelarm 2a und damit Isolator 2 in an sich bekannter
Weise entgegen dem Uhrzeigersinn (Fig. 1) gedreht. Während des ersten Teiles der Nockenbewegung
wird eine Drehung des Armes 9 um seine Achse veranlaßt, so daß zwischen den Kontakten 7
und 8 etwa gebildetes Eis gebrochen wird.
Im Anschluß an diese Drehbewegung des Armes 9
um seine Achse verursacht der Nockenantrieb im Innern des Gehäuses 11 eine Schwenkbewegung des
Armes 9 um die Zapfen 12. Sobald sich der Kontaktteil 8 des Armes 9 von der stationären Kontaktbacke
7 abhebt, wird der Strom gezwungen, seinen Weg über das den Lichtbogen löschende Gerät 6
und'den Hilfskontaktarm 99 zu nehmen.
Der Arm 9 gelangt schließlich auf seinem Schwenkweg in Wechselwirkung mit dem Auslösehebel
91, wodurch die Kurbelwelle 88 in der vorbeschriebenen Weise entgegen dem Uhrzeigersinn
verdreht und die Kontakte 36 und 37 des Unterbrechers ruckartig getrennt und somit der
Lichtbogen gelöscht wird.
Sobald der Lichtbogen gelöscht ist, ist der Stromkreis über den Lastschalter 4 völlig unterbrochen.
Bei Fortsetzung der Bewegung des Armes 4 im Uhrzeigersinn nimmt der Anschlag 5
den Arm 99 mit, beide Arme gehen in die gestrichelt gezeichnete Offenstellung 18 der Fig. 2 über.
Hervorzuheben ist, daß die Federbüchse 104 wie eine Spannfeder den Hilfskontaktarm 99 gegen den
Kontakt 102 halt, bis dieser Hilfskontaktarm von dem Anschlag 5 des Armes 9 getroffen wird.
Um den Schalter zu schließen, ist es lediglich erforderlich, durch einen geeigneten, an sich bekannten
Mechanismus den Arm 2a und damit den Isolator 2 im Uhrzeigersinn (gesehen an Fig. 1) zu
drehen. Dies bewirkt, daß der Nockenantrieb im Innern des Gehäuses 11 zunächst den Arm 9 entgegen
dem Uhrzeigersinn der Fig. 2 verschwenkt,
wobei der Hilfskontaktarm 99 durch die Federbuchse 104 und sein Eigengewicht mitgenommen
werden.
Am Ende des Schließhubes trifft der Kontaktarm 99 auf den Kontakt 102. Bei Fortsetzung der
Bewegung entfernen sich die Arme 9 und 99 voneinander; das Ende 8 des Armes 9 trifft gegen den
Auslösehebel 92 der Kurbel 88, welcher Auslösehebel sich zu dieser Zeit im Schwenkweg des
Armes 9 befindet. Es wird somit der Kurbelarm 88 nunmehr im Uhrzeigersinn bewegt, was das
Schließen des Kniehebelschnappschaltwerkes 46 in dem Gehäuse 28 zur Folge hat. Die Kontakte 36,
37 treten ruckartig in stromführende Berührung, und zwar bevor die Hauptkontakte 7,8 sieh berühren.
Schließlich schließt der Kontakt 8 an dem GegenkoHJtakt 7 den Hauptstromkreis>. Der Nockenmechanismus
des Nockengehäuses 11 bewirkt, daß der Arm 9 sich im entgegengesetzten Sinne<
wie vorher um seine Achse dreht, womit der feste Schluß zwischen 7 und 8 wieder hergestellt ist.
Nunmehr ist der Parallelstromkreis über den Hilfskontaktarm und die Kontakte 36, 37 wieder kurzgeschlossen.
Wie schon erwähnt, ist es wünschenswert, das den Lichtbogen löschende Gerät 6 gasdicht auszuführen,
um ein Lecken zu verhindern. Es kann das Gas, z. B. Schwefelhexafluorid, unter einem gewissen
Druck, beispielsweise 1 oder 2 Atmosphären absolut, in dem Gehäuse 19 stehen. Ein wesentliches
Merkmal der Erfindung ist das Treffen von Maßnahmen zur Verhinderung eines Leckes des Gases
längs der Kurbelwelle 68. Zu diesem Zweck ist eine Manschette oder Muffe 108 aus Gummi oder
synthetischem Gummi auf die Kurbelwelle 68 bei 109 mittels einer U-förmigen Klemme 110 geklemmt.
Die Schenkel der Klemme sind durch einen Schraubenbolzen in zusammengespannt.
Um Friktionskräfte auszuschalten, wird die äußere Oberfläche der Kurbelwelle 68 im Bereich der
Manschette 108 mit einem Schmiermittel, z. B. Graphit, überzogen.
Das untere Ende der Manschette 108 ist mittels einer Spannschraube 111 durch eine Klemme 112
auf einen Flanschteil 113 der Abschlußplatte 87 aufgeklemmt.
Es ist ersichtlich, daß durch diese Anordnung ein Lecken des Gases längs der Kurbelwelle 68
hinter dem Lagerteil 83 unmöglich ist; dieses Gas wird nur in dem Raum 114 gesammelt, kann aber
nicht längs der Kurbelwelle 38 entweichen. Ein in dem Sammelraum 114 herrschender Druck kann die
Manschette 108 aus Gummi od. dgl. nicht deformieren, da diese ja auf der Kurbelwelle 68 sitzt.
Somit ist ein gasdichter Verschluß 108 geschaffen, der eine Drehung der Welle 68 über 1200
(was der maximalen Schwenkbewegung des Unterbrechermechanismus entspricht) gestartet. Dieser
Verschluß bietet der Wellendrehung nur geringen Widerstand und verhindert bei verhältnismäßig
hohem Druck Leckverluste und Beschädigungen.
Aus vorstehendem ist ersichtlich, daß der erfindungsgemäße Lastschalter das Unterbrechen des
Stromkreises über einen den Lichtbogen löschenden Hilfsunterbrecher und nicht über die eigentlichen
Trennschalterkontakte" bewirkt. Diese letzteren Kontakte werden daher frei gehalten'von Erosion
und gewährleisten bei geschlossenem Stromkreis unter Kurzschluß des Parallelstromkreises des
Hilfsunterbrechers einen guten, nur sehr geringer Abnutzung unterworfenen Kontakt. Die Konstruktion
ist einfach, wirtschaftlich und von großer Lebensdauer.
An Stelle des als Beispiel erwähnten Gases können zum Löschen des Lichtbogens auch andere
Gase Verwendung finden.
Claims (9)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Elektrischer Lasttrennschalter mit einem Trennschaltmesser zwischen einem Paar im Ab- 8a stand voneinander angeordneten Klemmen und eimern stationären., an der einen Klemme befestigteniUnterbrecher, bestehend aus einem Paar von; durch einen Betätigungsmechanismus in> Abhängigkeit von der Bewegung des Schaltmessers trennbaren Lichtbogenkontakten, von denen der eine mit der letzterwähnten Klemme, der andere mit einem stationären Schalterkontakt nächst dem äußeren Ende des Unterbrechers verbunden ist, gekennzeichnet durch einen go nächst der anderen Klemme (15) schwenkbar gelagerten und relativ zu dem Trennmesser (9) beweglichen, diese Klemme (15) mit dem erwähnten Unterbrecherkontakt (102) verbindenden Hilfskontaktarm (99), der während des ersten Teiles der Öffnungsbewegung des Messers (9) mit seinem freien Ende (101) stromschließend auf diesem Unterbrecherkontakt (102) liegenbleibt, wobei das Messer (9) einen bestimmten Leerh/u'b zurücklegt, bevor es ioo den Betätigungsmechanismus des Unterbrechers auslöst und nach Trennung der Lichtbogenkontakte (36, 37) mit dem Hilfskontaktarm (99) derart in Wechselwirkung tritt, daß dieser aus seiner stromschließenden Stellung auf dem Gegenkontakt (102) des Unterbrechers in die geöffnete Stellung bewegt wird.
- 2. Trennschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (100) des Hilfskontaktarmes (99) gleichachsig oder benachbart zur Schwenkachse (12) des Hauptkontaktarmes (9) liegt.
- 3. Trennschalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfskontaktarm (99) und der Hauptkontaktarm (9) durch Federkraft (107) zusammengekuppelt sind.
- 4. Trennschalter nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkontaktarm (9) mit einem Anschlag (5) versehen ist, welcher während der Öffnungsbewegung des Hauptkontaktarmes den Hilfskontaktarm (99) in die voll geöffnete Stellung mitnimmt.
- 5. Trennschalter nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Betätigungsmechanismus (46) des Stromunterbrechers (6) eine aus dem Unterbrechergehäuse hervor-stehende Kurbelwelle (68) und eine von dieser getragene Kurbel (88) mit zwei Auslösehebeln oder Auslösestiftem (91, 92) aufweist, derart, daß einer dieser Hebel oder Stifte (91) im öffnungsweg, der andere (92) im Schließ weg des Hauptkontaktarmes (9) liegt.
- 6. Trennschalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Betätigungsmechanismus (46) für den Unterbrecher (6) ein Kniehebelschnappwerk dient, welches eine ruckartige öffnungs- und Schließbewegung der Unterbrecherkontakte (36, 37) bewirkt.
- 7. Trennschalter nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterbrecher (6) in einem gasdicht abgeschlossenen Gehäuse (19, 28) angeordnet ist und daß dieses Gehäuse mit einem den Lichtbogen löschenden Stoff, z. B. Schwefelhexafluoridgas, gefüllt ist.
- 8. Trennschalter nach Anspruch 5 bis 7, dadurch !gekennzeichnet, daß die aus dem Unterbrechergehäuse vorstehende Betätigungswelle (68) mit einer Gummimanschette (108) od. dgl. versehen ist, welche mit einem Ende (109) auf diese Welle (68), mit dem anderen Ende auf einen Teil (113) des Gehäuses (28) gasdicht aufgeklemmt ist.
- 9. Trennschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in dem gasdichten Gehäuse (19) ein Isolierzylinder (33) angeordnet ist, welcher die Unterbrecherkontakte (36, 37) und einen mit dem beweglichen Kontakt (36) sich bewegenden Kolben (35) und ein mit einer Durchgangsöffnung (95) versehenes Glied einschließt, derart, daß bei der ÖfFnungsbewegung der Kolben das Löschgas komprimiert und auf den zu löschenden Lichtbogen bläst.In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschriften Nr. 2 239 224, 2 295 663, 2434315, 2462285.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (2)
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| US576875A US2889434A (en) | 1951-10-26 | 1956-04-09 | Switching device |
Publications (1)
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| DE956604C true DE956604C (de) | 1957-01-24 |
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