DE95482C - - Google Patents
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Classifications
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- Textile Engineering (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Februar 1897 ab.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Moireglanz auf Geweben
aus pflanzlicher Faser durch Mercerisiren mit einer farblosen oder gefärbten Reserve. Der
Moireglanz wird auf der Druckmaschine dadurch erzeugt, dafs man das Stück vor dem
Durchgang durch die Walze nach rechts und links verschiebt, wodurch die Reservestreifen
unregelmäfsig verzogen werden, so dafs sie mit den farbigen Gewebestreifen einen Winkel
bilden. Es sind bereits Verfahren bekannt geworden, durch welche Verzierungen von Geweben
durch Mercerisiren und Bossirung erzeugt werden sollen (vergl. die Patentschriften
Nr. 28696, 30966 und 37658). Die vorliegende Erfindung bezweckt jedoch nicht die
Herstellung einer Bossirung, d. h. einer gewöhnlichen Art von Gaufrirung, sondern die
Erzeugung einer unregelmäfsigen Moirirung mit eigenartig schillerndem Glanz, welcher besonders
beim Betrachten der Gewebe quer zur Kette bemerkbar wird. Die Erreichung des angestrebten Zweckes erfolgt durch das Zusammenwirken
der folgenden Bedingungen :
1. durch das Vorhandensein von gleichgerichteten, möglichst gleich breiten Streifen von
verschiedener Färbung,
2. durch eine bestimmte Einschränkung der Breite der Streifen,
3. durch eine gewisse Faltung des Stückes in der Längsrichtung, welche durch die Zusammenziehung
der mercerisirten Theile hervorgerufen wird,
4. durch die unregelmäfsige Deckung der gefärbten Streifen mit den mercerisirten Streifen.
Zur Erläuterung des Verfahrens möge das nachfolgend beschriebene Ausführungsbeispiel
dienen.
Man druckt auf Nesselgewebe von nicht zu grober Beschaffenheit eine Anzahl von gleichgerichteten,
in der Längsrichtung des Stückes verlaufenden Streifen von gleicher oder verschiedener
Farbe , z. B. Anilinschwarz oder Eisbordeaux. Die bedruckten oder unbedruckten Streifen müssen hierbei von gleicher
Breite sein , der Moireglanz zeigt sich am schärfsten, wenn die Breite der Streifen etwa
3 bis 6 Kettenfäden beträgt. Auf dieses Gewebe druckt man eine weifse oder gefärbte
Reserve, z. B. Gummi arabicum, allein oder in Verbindung mit Substantiven Farbstoffen, in
Streifen von gleicher Breite wie die Gewebestreifen. Eine unregelmäfsige Deckung bezw.
eine Störung der Richtung der Reservestreifen wird dadurch erzielt, dafs man das Stück vor
dem Durchgang durch die Druckwalze in der Richtung des Schusses abwechselnd nach rechts
und links zieht. Die Moirirung tritt nach dem Mercerisiren hervor und kann, je nachdem man
das Stück langsam oder schnell bezw. mehr oder weniger hin- und herzieht, in ihrer Wirkung
beliebig verändert werden. Nach dem Aufdrucken der Reserve wird das Stück durch concentrirte Natronlauge von 15 bis 400 B.
hindurchgezogen. Nach der Imprägriirung mit Lauge läfst man das Stück zweckmäfsig durch
gerippte Walzen gehen oder zieht es auf gerippte Querstücke, um kleine Falten zu erzeugen,
welche einen gefälligen Eindruck erzielen.
(2. Atiflage, ausgegeben am 26. November i8g8.)
Claims (1)
- Der Moireglanz entsteht durch die Zusammenziehung der mercerisirten Streifen, welche die mit Reserve bedruckten Streifen als Relief erscheinen lassen, sowie durch die unregelmäßigen Wellungen der erhabenen Reservestreifen auf den Gewebestreifen, welche durch das Verziehen des Gewebes erzeugt werden. Die chemische Wirkung der Natronlauge trägt dazu bei, den Moireglanz zu erhöhen. Die einzelnen Fäden zeigen für sich betrachtet keinen besonderen eigentümlichen Glanz.Die gleichgerichteten Gewebestreifen können durch Druck oder durch Weben hergestellt, ein- oder mehrfarbig oder mit anderen Neben-'mustern in Applications-, Aetz- oder Conversionsfarben bedeckt sein. Die Reserven können farblos, einfarbig oder bunt sein. Die Stoffe können mit Schutzpappe bedeckt und alsdann durch die Natronlauge hindurchgezogen oder unmittelbar mit verdickter Natronlauge bedruckt werden. Anstatt Natronlauge kann eventuell auch concentrirte Schwefelsäure Verwendung finden.Patenτ-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Moireglanz auf Geweben durch Mercerisiren, dadurch gekennzeichnet, dafs man das mit gleichgerichteten, möglichst gleich breiten Streifen von verschiedener Färbung durch Druck oder Weben versehene Gewebe vor dem Mercerisiren mit einer farblosen oder gefärbten Reserve in Streifen von gleicher Breite in der Weise bedruckt, dafs das Gewebe vor dem Durchgang durch die Druckwalzen nach rechts und links verschoben wird, um ein das Moiremuster bedingendes unregelmäfsiges Verziehen der Reservestreifen zu erzielen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95482C true DE95482C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT95482D Active DE95482C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE95482C (de) |
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