-
Gerät zum Vorbestimmen oder Analysieren von aus Garn, Gespinsten od.
dgl. bestehenden Melangen
Die Erfindung betrifft ein Gerät zum - Vorbestimmen oder
Analysieren von Melangegarnen, die aus verschiedenfarbigen Melangebestandteilen,
wie Garnen, Fäden oder Fasern, zusammengesetzt werden sollen bzw. zusammengesetzt
sind.
-
Bei Bildung von Melangen, die aus einer Mehrzahl verschieden gefärbter
Melangebestandteile, wie Garne, Fäden, Fasern, Gespinsten od dgl., zusammengesetzt
sind, ist es schwierig, die endgültige Melange vorauszubestimmen, da hierfür, besonders
wenn es auf ganz bestimmte Melangen ankommt, Erfahrung allein nicht ausreicht. Genau
so schwierig ist es, eine vorliegende Melange in ihre Melangebestandteile so aufzulösen,
daß die prozentualen Anteile der verwendeten farbigen Melangebestandteile festgestellt
werden können.
-
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, zu diesem Zweck gefärbte,
mit Ausschnitten versehene Scheiben so übereinander anzuordnen, daß die von oben
sichtbaren Flächen der Scheiben in einem vorbestimmten und einstellbaren Verhältnis
zueinander stehen. Bei Drehen sämtlicher Scheiben mit gleicher Geschwindigkeit kann
dann die durch die verschiedenen Farben erzielte Melange festgestellt werden. Dieses
Verfahren zur Feststellung einer Melange ist jedoch deswegen umständlich und daher
nachteilig, weil die einzelnen Scheiben zuerst mit der richtigen Farbe versehen
werden müssen,
und bei der Zusammensetzung einer Melange aus mehreren
Melangebestandteilen. wäre eine große Zahl farbiger Scheiben notwendig, deren Farben
jedoch nur sehr schwer in genaue Ubereinstimmung mit den gewählten Bestandteilen
gebracht werden können.
-
Diese Nachteile werden durch das Gerät gemäß der Erfindung dadurch
verinieden, daß die Farbelemente als Garnträger ausgebildet sind, die auf einer
mit hoher Drehzahl rotierbaren Welle parallel zu dieser angeordnet und mit den Melangebestandteilen
bewickelbar sind. Durch Bewickeln der gesamten Garnträger oder auch nur eines Teiles
derselben kann das Verhältnis der radialen Projektionen der verschieden bewickelten
Garnträger in vorbestimmter Weise festgelegt werden. Bei raschem Umlauf der Garnträger
ergibt sich dann die endgültige Melange. Dieses Verfahren kann entweder dazu benutzt
werden, die Zange bestimmter Melangebestandteile festzustellen oder eine vorliegende
Melange dadurch zu analysieren, daß verschiedene Kombinationen von Melangebestandteilen
so lange zusammengestellt werden, bis die zu analysierende Melange erreicht ist.
-
Zweckmäßig ist es, besonders um die prozentuale Verteilung der verschiedenen
Farben leicht feststellen zu können, wenn die unter sich gleichen Garnträger im
gleichen Winkelabstand voneinander und im gleichen Abstand yon der Mittelachse der
Welle angeordnet sind.
-
Zweckmäßig wird die Konstruktion dabei so getroffen, daß die Garnträger
Zylinderstifte sind, die käfigartig in Lochscheiben gehalten sind.
-
Um dieZylilTderstifte leicht abnehmen zu können, ist es vorteilhaft,
wenn die erste Lochscheibe eine Nabe aufweist, gegen die die zweite Lochscheibe
lösbar, vorzugsweise mittels einer Schraube, festspannbar ist.
-
Um die verschiedenen Melangebestandteile zu einer gemeinsamen Melange
zusammenwirken zu lassen, ist es notwendig, das Gerät mit einer verhältnismäßig
;holmen Geschwindigkeit umlaufen zu lassen, und es ist vorteilhaft, wenn das Gerät,
vorzugsweise mit seiner ersten Lochscheibe, auf der Welle eines umlaufenden Antriebsmittels,
vorzugsweise eines Elektromotors, formschlüssig befestigt ist.
-
Obwohl die endgültige Melange durch Betrachten der Oberfläche des
Gerätes bereits gut sichtbar ist, kann das Erkennen und besonders auch das Vergleichen
des Farbtones dadurch wesentlich erleichtert werden, daß eine mit einem Sehschlitz
versehene Abdeckplatte am Gerät so vorgesehen ist, daß ein Ausschnitt der Umfangsiläche
durch den Sehschlitz sichtbar ist. Dabei kann die Anordnung zweckmäßig so getroffen
werden, daß die Abdeckplatte am Gehäuse des- Antriebsmittels aufklappbar angeordnet
ist.
-
Um die Garnträger rasch und bequem bewickeln zu können, ist es zweckmäßig,
wenn eine Spuleinrichtung zum Aufwickeln der Melangebestandsteile auf den Garnträgern
vorgesehen ist, die von dem das Gerät antreibenden Antriebsmittel angetrieben ist.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiet der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. I eine schaubildliche Ansicht des Gerätes zusammen mit dem Antriebsmotor
und der Spulvorrichtung, Fig. 2 einen Längs schnitt durch das Gerät nach Linie 2-2
der Fig. 3, Fig. 3 einen Querschnitt nach Linie 3-3 der Fig. 2.
-
Auf der Welle eines MotorsA, der mit seinen Füßen auf einer Unterstützungsfläche
aufsteht und dort befestigt ist, ist mittels einer an sich bekannten formschlüssigen
Kupplung das eigentliche Gerät B zum Vorbestimmen bzw. Analysieren von Melangen
befestigt.
-
Das Gerät B weist eine mit einer Nabe 11 versehene erste Lochscheibe
IO auf,.in der achsparallele Sacklöcher 29 im gleichen Abstand voneinander und von
der Achse vorgesehen sind. An ihrer Stirnseite weist die Nabe ii einen mit einem
Gewindeloch versehenen zylindrischen Ansatz 12 auf, über den eine zweite Lochscheibe
13 mit einem entsprechenden zylindrischen Loch geschoben ist. Die zweite Lochscheibe
13 weist achsparallele Sacklöcher 14 auf, die den Löchern 29 der ersten Lochscheibe
IO entsprechen. Zwischen den beiden Lochsoheiben sind Zylinderstifte 15 angeordnet,
die mit ihren Enden in die vorgenannten Sacklöcher 29 und I4 der beiden Lochscheiben
eingreifen. Auf den Zylinderstiften sind bei 17 das aufgewickelte Garn bzw. die
sonstigen aufgewickelten Gespinstfasern erkennbar. Eine Schraube I6, die mit ihrem
Gewinde in das Gewindeloch des Ansatzes I2 eingeschraubt ist, preßt die zweite Lochscheibe
I3 in axialer Richtung gegen die erste Lochscheibe und hält so das ganze Gerät einschließlich
der Zylinderstifte fest zusammen. Ein Lösen der Schraube I6 wird verhindert, indem
die Drehrichtung des Gerätes B entgegengesetzt dem Drehsinn der Schraube I6 gewählt
wird.
-
Auf der dem Gerät zugekehrten Seite des Motorgehäuses'I8 ist mittels
Scharnier 19 eine mit einem Sehschtitz 20 versehene Abdeckplatte 21 schwenkbar angeordnet.
In Fig. I ist diese Abdeckplatte in hochgeschwenkter Stellung beim Zusammenbau des
Gerätes B dargestellt. Im Betrieb wird die Abdeckplatte 21 nach unten geklappt und
in der horizontalen Stellung durch Lappen 22 festgehalten.
-
Bei C ist eine Spulvorrichtung erkennbar, die über einen Riemen 23
bzw. eine zwischen dem Motor A und dem Gerät B angeordnete, nicht sichtbare Riemenscheibe
antreibbar ist. Der Riemen 23 umschlingt eine Riemenscheibe 24 der Spulvorrichtung
und kann mit Hilfe einer Spannrolle25 gespannt werden. Die beiden Lagerböcke 26
und 27 sind auf einer Platte 28 montiert, und zwisohen den beiden vorgenannten Lagerböcken
können die Zylinderstifte 15 eingespannt werden, wie dies in Fig. 1 strichpunktiert
dargestellt ist.
-
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nun wie folgt: Zuerst wird
das Gerät B durch Abnehmen der Schraube I6, der zweiten Lochscheibe 13 und der Zylinderstifte
15 auseinandergenommen. Nun
werden die einzelnen Zylinderstifte
mit den betreffenden Garnen, Gespinsten od. dgl. auf der Spulvorrichtung C bewickelt,
wobei mit Hilfe der Spannrolle 25 der Riemen gespannt wird und damit bei laufendem
Motor A die Spulvorrichtung C umläuft. Nachdem nun die einzelnen Zylinderstifte
I7 bewickelt sind, werden sie in entsprechender Verteilung auf dem Umfang in die
erste Lochscheibe 10 mit ihrem einen Ende eingesteckt und das Gerät durch Aufsetzen
der zweiten Lochseheibe I3 und Einschrauben der Schraube 16 wieder zu einer Einheit
starr zusammengebaut. Nunmehr wird die beim Auseinandernehmen nach oben in die Stellung
gemäß Fig. 1 hochgeklappte Abdeckplatte 21 in ihre waagerechte Stellung heruntergeschwenkt.
-
Nach Lösen der Spannrolle 25 wird nun der Motor A in Umdrehung versetzt,
und die durch die versclhiedenen Garne entstehende Melange kann nun durch den Sehschlitz
20 der Abdeckplatte 21 betrachtet werden.