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Ausziehvorrichtung für Schlundsonden, insbesondere für Wiederkäuer
Die
Wiederkäuer erfassen häufig auf einem längs eines Feldes verlaufenden Weg oder unter
anderen Umständen eine Knolle, z. B. eine Kartoffel oder auch eine andere Frucht
oder noch andere Körper.
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Die Abmessungen dieser Knollen oder Früchte gestatten ein normales
Herunterschlucken nicht, und nach einigen Anstrengungen bleibt die verschluckte
Knolle oder Frucht in der Speiseröhre des Tieres stecken. Hier verursacht sie ein
Ersticken bzw. verhindert die Nahrungsaufnahme.
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Um bei diesen Unfällen Hilfe zu schaffen, versucht man im allgemeinen,
den Fremdkörper mittels eines Drückers oder eines Schlundrohrs in den Magen zu stoßen,
damit er dort verdaut wird.
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Diese Methode ist jedoch nicht ungefährlich.
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Ausziehvorrichtungen für Schlundsonden, insbesondere für Wiederkäuer,
sind bekannt; Dieselben haben einen biegsamen Schaft mit aufgesetztem Ausziehkopf
mit einem vorderen profilierten Teil, der einen am vorderen Ende verringerten Durchmesser
zeigt. Dieses Vorderteil ist zur Bildung einer kreisförmigen Kammer großen Durchmessers
ausgehöhlt und enthält eine in einer Hülse drehbare Stange mit einem schraubenförmigen
Greifer.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Ausziehvorrichtung, welche an die
Schlundrohre angesetzt werden kann und schnell und sicher arbeitet, um das Tier,
welches einen ihm schädlichen Gegenstand verschluckt hat, davon zu befreien, und
ist in den Ansprüchen, auf die hier Bezug genommen ist, gekennzeichnet.
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Die Erfindung ist unter Bezugnahme auf die Zeichnung beispielsweise
erläutert.
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Abb. I zeigt die Benutzung des mit der Ausziehvorrichtung ausgerüsteten
Schlundrohrs zum Ausziehen eines in der Speiseröhre eines Wiederkäuers
festgeklemmten
Fremdkörpers, wobei das Profil des Tieres mit schwachen Strichen eingezeichnet ist;
Abb. 2 zeigt in einem Axialschnitt das Ende des mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ausgerüsteten Schlundrohrs in der Stellung, in welcher es mit dem auszuziehenden
Körper in Berührung kommt, wobei der gestrichelte Linienzug die Biegung des Verdauungskanals
im Vergleich zu dem am Ende des Schlundrohrs befestigten Ausziehkopf darstellt;
Abb. 3 zeigt in einem der Fig. 2 entsprechenden Schnitt das Eindringen des schraubenförmigen
Greifers in den auszuziehenden Körper zum Zwecke des Herausziehens desselben aus
dem Verdauungskanal des Tieres; Abb. 4 zeigt schaubildlich eine zweite Ausführungsform
der Hülse mit einem schraubenförmigen Schlitz.
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Die Vorrichtung ist an ein Schlundrohr angepaßt, dessen biegsamer
Teil 1 auf beliebige bekannte Weise ausgebildet sein kann und z. B. die Form eines
Stabes aus Gummi oder einem beliebigen anderen nachgiebigen Werkstoff oder gemäß
dem in der Zeichnung dargestellten Beispiel eines mit einander berührenden Windungen
aufgewickelten Metalldrahtes haben kann, welcher an einem Ende 2 eine das Eindringen
in den Verdauungskanal verhindernde Verdickung 3 trägt, während das untere Ende
des Stabes I einen Ausziehkopf 5 trägt. In diesem letzteren Fall kann der biegsame
Stab einen Schutzüberzugq aus einem plastischen Werkstoff tragen.
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Erfindungsgemäß besitzt der Ausziehkopf 5 einen außen konvexen Teil
51, dessen Durchmesser am Vorderende des Ausziehkopfes kleiner ist, um die Einführung
und die Verstellung in dem Verdauungskanal des Tieres ohne Hängenbleiben oder Verletzungen
zu erleichtern. Der größte Durchmesser des Teils 51 entspricht ungefähr dem Durchmesser
der Speiseröhre, so daß der Ausziehkopf zentriert und geführt wird.
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Der konvexe Teil 5t ist mit einem hinteren zylindrischen Teil 52
verbunden, in welchen das Ende des biegsamen Stabes I des Ausziehkopfs eingesetzt
ist. Dieser letztere ist an das Ende des biegsamen Stabes entweder unmittelbar angegossen
oder an diesem durch ein beliebiges anderes bekanntes Mittel befestigt.
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Der konvexe Vorderteil 5t des Auäziehkopfs weist eine Kammer 55 mit
großem Durchmesser auf, deren kreisförmigef Rand über eine Abrundung 54 in das konvexe
Außenprofil übergeht. Diese Kammer gesfattet eine Zentrierung und eine Fes1-legung
des Ausziehkopfs an dem auszuziehenden Fremdkörper, dessen Erfassen so sichergestellt
wird.' -Hinter der Kammer 53 ist der Ausziehkopf zur Aufnahme einer Hülse 6 durchbohrt
und mit Gewinde versehen. Diese Hülse ist bei 61 in den Ausziehkopf eingeschraubt
und bei 62 mittels einer konischen Lagerfläche zentriert.
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-D.ie Hülse 6 ist axial vollständig durchbohrt. In der ilülse kann
eine Stange 7 gleiten, welche an ihrem Vorderende einen schraubenförmigen Greifer
8 trägt. An ihrem Hinterende trägt die Stange 7 eine aufgenietete oder auf andere
Weise befestigte Scheibe 9, auf welcher sich das Ende einer Feder IQ abstützt. Diese
steht unter einer gewissen Vorspannung und stützt sich mit ihrem anderen Ende auf
einer Schulter der Hülse 6 ab, welche von der hinteren Auflagefläche 63 gebildet
wird, auf welche die Feder I0 teilweise aufgewickelt ist.
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Die Stange 7 trägt einen in einen Schlitz 64 der Hülse eingreifenden
Stift II. Dieser Schlitz liegt diametral und gestattet die Blockierung der Hülse
in dem Ausziehkopf.
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Das Gewinde für die Verbindung der Hülse 6 mit dem Ausziehkopf ist
so ausgebildet, daß es die Hülse zu blockieren sucht, wenn man einen Fremdkörper
mittels des schraubenförmigen Greifers 8 durch eine Drehung in der üblichen Richtung
(Uhrzeigersinn) erfassen will.
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Die Zahl der Windungen und somit die Länge des schraubenförmigen
Greifers 8 ist so bemessen, daß nur die halbe äußerste Windung 81 über die durch
den vordereri kreisförmigen Rand des Ausziehkopfs gehende Ebene vorsteht. Die Feder
10 hält den schraubenförmigen Greifer in dieser Stellung. Das Ende des Greifers
8 kann daher selbst bei einer sehr starken Krümmung des Verdauungskanals (in Abb.
2 gestrichelt eingezeichneter Linienzug) die Wand desselben weder erreichen noch
verletzen.
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Ferner hat der schraubenförmige Greifer 8 den größten Durchmesser,
welcher mit den Benutzungsbedingungen vereinbar ist, so daß der auszuziehende Fremdkörper
kräftig erfaßt und ein Zerbröckeln desselben bei seinem Herausziehen vermieden wird.
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Wenn ein Tier unglücklicherweise eine Knolle, eine Frucht od. dgl.
verschluckt hat, wird die mit der obigen Ausziehvorrichtung ausgerüstete Schlundsonde
mit ihrem den Ausziehkopf tragenden Ende in die Speiseröhre eingeführt, bis dieser
mit dem Fremdkörper in Berührung kommt.
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Man erteilt dann der Sonde eine leichte Drehbewegung, damit die halbe
äußerste Windung 8t des schraubenförmigen Greifers in den Fremdkörper I2 eindringt
(Abb. 2).
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Hierdurch wird der Greifer 8 in den Fremdkörper . 12 eingeschraubt.
Dieses Einschrauben wird fortgesetzt, indem der Stab der Sonde in der geeigneten
Richtung (Pfeilrichtung) gedreht wi'rd.
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Der auszuziehende Fremdkörper I2 wird an dem Vorderende des Ausziehkopfes
durch die Kammer 53 kräftig gehalten und zentriert, und die den schraubenförmigen
Greifer in den Fremdkörper einschraubende Drehung bewirkt die Vorschubbewegung des
Greifers und seiner Stange 7 unter Zusammendrückung der Feder I0, bis der Stift
II aus dem Schlitz 64 heraustritt, d. h. bis der Greifer vollständig und fest in
den auszuziehenden Fremdkörper 'eingedrungen ist. Die Sonde und der Ausziehkopf
drehen sich dann frei um die Stange7, und man kann die zum Herausziehen des Fremdkörpers
aus dem Verdauungskanal des Tieres
erforderliche Zugkraft ausüben,
ohne ein Herausreißen des Greifers befürchten zu müssen.
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Bei der in Abb. 4 dargestellten Ausführungsabwandlung weist die Hülse
6 an Stelle des diametralen Schlitzes 64 einen schraubenförmigen Schlitz 65 auf,
in welchen der Stift II eingreift.
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Diese Anordnung bietet den Vorteil eines leichteren Eindringens des
Greifers 8 in den auszuziehenden Fremdkörper I2, da der Stift II nicht nur in Umdrehung
versetzt, sondern auch infolge der Schraubenform des Schlitzes 65 in der richtigen
Richtung nach vorn gedrückt wird.
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Gemäß einer weiteren Abwandlung kann der Antriebsstift II durch eine
in Abb. 2 und 3 strichpunktiert eingezeichnete, mit der Stange 7 fest verbundene
Führungsplatte I3 ersetzt werden.
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Diese Platte ist in den diametralen Schlitz 64 eingesetzt und erleichtert
die Vorschubbewegung der Stange 7 und somit das Eindringen des schraubenförmigen
Greifers 8, da sie in dem Schlitz 64 eine breite Auflagefläche findet, welche das
Vorwärtsgleiten begünstigt.
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Die Ausziehvorrichtung, d. h. im wesentlichen die Hülse, ihre Stange
mit dem schraubenförmigen Greifer und die Feder, ist zum Zwecke der Reinigung und
gegebenenfalls des Ersatzes gewisser Teile oder auch zur Benutzung des Ausziehkopfes
einfach als Drücker auseinandernehmbar.