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Steuerbares elektrisches Entladungsgefäß Zusatz zum Patent 88&3
383 Das Patent 887 383 betrifft ein elektrisches Entladungsgefäß, bei dem
mindestens eines der Steuerorgane aus voneinander gesonderten Einzelelementen besteht.
Auf diese Weise gelingt es, eine Verstärkerröhre zu bauen, bei der die Einzelelemente
eines Steuerorgans, für sich allein betrachtet, als Steuerteile für einen veränderlichen
I)urchgriffsverlauf ausgebildet sind, und durch entsprechende Bemessung :kann erreicht
werden, daß jeweils durch äußere Schaltmaßnahmen wahlweise ein Steuerorgan mit einem
im wesentlichen konstanten bzw. mit einem erwünschten Durchgriffsverlauf erzielt
wird oder ,dem Steuerorgan erwünschte Regeleigenschaften mit erteilt werden. Bei
der Aufteilung eines Steuerorgans in mehrere Einzelelemente wird .dann vornehmlich
die Anordnung so getroffen, daß die Einzelelemente im Zuge der Entladu g hintereinanderliegen.
Es ist aber auch möglich, daß die Einzelelemente nicht hintereinander-, sondern
im Zuge der Entladung an der gleichen Stelle .liegen.
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Die Erfindung stellt eine Weiterbildung der zuletzt genannten Blauart
dar. Die Erfindung besteht darin, daß bei einer Aufteilung die Einzelelemente in
Richtung der Entladung derart nebeneinander angeordnet sind, daß zwei oder mehr
steuerungsmäßig getrennte, sonst aber in Parallelschaltung liegende Entladungsbahnen
gebildet werden. Über einer
gemeinsamen Kathode oder über getrennten,
aber in Parallelschaltung betriebenen. (Kathoden können zwei öder mehr Entladungsbahnen
unabhängig voneinander in einem gemeinsamen Vakuumgefäß vorgesehen sein.
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!Gemäß weiterer Erfindung ist es aber auch mÖglich, die einzelnen
Entladungsbahnenderart voneinander zu trennen, daß sich diese gegebenenfalls in
mehreren getrennten Entladungsgefäßen befinden. Auf diese Weise lassen sich zwei
oder mehr Röhren getrennt nebeneinander parallel betreiben. Dabei entsteht der Vorteil,
gegebenenfalls auf bereits vorhandene Röhrentypen zurückgreifen zu können und wahlweise
Röhren mit unterschiedlichen Steuercharakteristiken zu verwenden. Die einzelnen
'Gitter; die Einzelelemente ideseigentlichen gemeinsam°n Steuerorgans darstellen,
können, wie im Hauptpatent angegeben, in verschiedener Weise an -Nutz-und Hilfsspannungen
in Gleich- und Gegenphase üsw. angeschlossen werden.
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An Hand der Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden. Die
Figuren zeigen Ausführungsbeispiele in ihren für die Erfindung wesentlichen Teilen.
In den Fig. i und 2 ist ein Steuerorgan veranschaulicht, das in. seinem ?Innern
eine Kathode einschließt. Die Kathode ist in an sich bekannter Weise als Röhrchenkathode
mit ungefähr elliptischem Querschnitt ausgebildet, wobei im Innern der Kathode i
in nicht näher dargestellter Weise sich ein Heizer befindet. An .den beiden Breitseiten
des Kathodenröhrchens befinden sich Emissionsbeläge 2 und 3 sowie q. und 5. Das
Steuergitter ist hier in zweii Einzelelemente aufgeteilt, die nebeneinanderliegen,
sich aber durch ihre unterschiedlichen geometrischen A#bmess,ungen voneinander unterscheiden.
Das Gitter 6 erstreckt sich über eine wesentlich größere :Länge als das Gitter 7.
Beide Gitter können über ihre gesamte Länge jeweils mit konstantem, eventuell gleichem
Dbrch.griff ausgebildet sein. Während,das Gitter 6 an den Streben 8 und 9 befestigt
ist, wird das Gitter 7 durch die Holme io und ii gehaltert. Auf diese Weise sind
die beiden Einzelgitter galvanisch voneinander getrennt, während ihr wirksamer ,Abstand
von der Emissionsschicht der Kathode im wesentlichen gleich ist.
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In Fig. 3 ist ein vereinfachtes Schaltbild dargestellt, bei dem eine
Röhre .mit einem Elektroden-System, wie es in Fig. i und 2 dargestellt ist, verwendet
werden kann. In der Röhre i2 ist .das Steuergitter in die Einzelelemente 13 Und
14 aufgeteilt, wobei das Einzelelement 13 dem Gitterteil 6 in den Fig. i und 2 und
Idas Einzelelement 14. dem Gitterteil 7 entspricht.
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Die Verstärkerröhre 12 dient bei ,dem dargestellten Ausführungsbeispiel
der Verstärkung hochfrequenter Schwingungen, auf deren Frequenz der Schwi igkreis
15, 16 abgestimmt ist. Über einen Widerstand 17 wird eine Regelspannung zugeführt.
Während diese Spannungen an dem Einzelelement 13 liegen, tritt am Einzelelement
1q. ,des Steuerorgans ein in Gegenphase zur Nutzspannung wirksamer \Tutzspannungsanteil
auf. Da die Spannungen in Gegenphase liegen, kompensiert .sich ihre gemeinsame Steuerwirkung
ganz oder zum Teil in Abhängigkeit vom benutzten Erzeugungsprinzip der Regelspannung
abhängig oder unabhängig vom Übertragungsvorgang der Einrichtung.
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Während bei denn in Fig.3 veranschaulichten Ausführungsbeispiel gemeinsame
Hilfselektroden und eine gemeinsame Arbeitselektrode (Anode) vorgesehen sind, ist
es auch möglich, zwei getrennte Entladungsstrecken mit gesonderten Elektroden vorzusehen.
Diese können im wesentlichen in Parallelschaltung .betrieben werden, wobei aber
in vielen Fällen id?ie Gleichspannungen" die an die einzelnen Elektroden angelegt
werden und Betriebs-oder Hilfsspannungen darstellen, nicht gleich zu sein brauchen.
Es ist ohne weiteres möglich, mit unterschiedlichen Schirmgitterspannungen zu arbeiten,
weiterhin wäre es denkbar, auch unterschiedliche Anodenwiderstände für die beiden
Entladungsstrecken zu verwenden. Das Wesentliche -dabei ist aber, daß für die Nutzfrequenz
eine Parallelschaltung am Röhrenausgang erzielt wird. Diesgelingt beispielsweise
durch Überbrückung der -Anoden mit rH:ilfe eines Kondensators, wobei man in der
Wahl der Anodenwiderstände freie Hand hat.
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Ähnliche Verhältnisse liegen vor, wenn man in Weiter#lbilidungdieses
Prinzips getrennte Entladungsstrecken verwendet, die nicht mehr in einem einzigen
Entladungsgefäßuntergebracht sind, sondern sich auf zwei oder mehr Einzelröhren
verteilen. Bei einer Regelung mit zwei Röhren, bei der beispielsweise die Wirkung
erzielt werden soll, wie sie in dem Schaltbild nach Fig. 3 dargestellt ist, kann
eine der beiden Röhren die durch das Einzelelement 13 gegebenen Steuerungseigenschaften
besitzen und die andere in ihren Steuerwirkungen etwa .den ,des Einzelelementes
14 entsprechen. Bei jeder der beiden Röhren kann der Durchgriff verschieden sein,
wenn die Anodenspannungen diesen Werten angepaßt sind. Von zwei getrennten Röhren
kann eine ,der Röhren die volle Regelspannung erhalten, die andere Röhre braucht
nicht geregelt zu werden oder wird nur schwach durch die Regelung beeinflußt. Auf
diese Weise wird erreicht, daß im Anfangszustand die eine Röhre voll arbeitet, während
die andere, in Gegenphase betriebene, nur schwach arbeitet. Di: voll arbeitende
Röhre wird analog zu dem in Fig. 3 .dargestellten Schaltbild geregelt.