DE899C - Gegenstromkühler mit eigentümlicher Lagerung der Kühlrohre - Google Patents
Gegenstromkühler mit eigentümlicher Lagerung der KühlrohreInfo
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Description
1877.
JOH. PH. LIPPS in DRESDEN. Gegenstromkiihler mit eigenthümlicher Lagerung der Kühlrohre.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Juli 1877 ab.
Längste Dauer: 27. März 1892.
Der Apparat ist auf beiliegender Zeichnung in verschiedenen Ansichten dargestellt. Fig. 1
ist ein verticaler Längenschnitt mit partieller äufserer Ansicht; Fig. 2 ist zur einen Hälfte ein
Durchschnitt durch die Kammern 1, 3, 5 u. s. w. von Fig. i, und zur anderen Hälfte eine äufsere
Endansicht; Fig. 3 ist ein verticaler Querdurchschnitt durch die Mitte des Apparates; Fig. 4
ein Horizontalschnitt und Fig. 5 eine Ansicht von oben.
Im Princip besteht der Apparat aus einem System von flachen dünnwandigen Kupferröhren,
durch welche die Bierwürze etc. fliefst, während der Strom des Kühlwassers rechtwinklig zu diesen
Röhren gerichtet ist, aber doch derart, dafs das eintretende kalte Wasser zunächst auf die bereits
am meisten abgekühlte Würze wirkt, dann mit immer wärmeren Röhren in Berührung kommt,
und schliefslich in der Nähe des Eintritts der Würze abfiiefst. Der Apparat ist somit ein
Gegenstromapparat, dessen Anordnung aber von der bisher angewendeten abweicht.
Die flachen Kühlröhren sind in den Rohrwänden t und tl festgelöthet. Letztere sind
mit dem Bodenstück χ und dem Obertheil y verschraubt und gegen die Rückwände m und m'
abgedichtet. Der äufsere Abschlufs des Apparates wird durch die vier Thüren n, 0,p und q gebildet.
Die Rohrwände t und tl sind aufsen
bezw. mit den Rändern oder Flantschen b b'
den verticalen Rippen u und u1 und den horizontalen
Rippen ν und υ' versehen, an welche
sich die Thüren o. und η dicht anlegen. Diese Thüren sind auf der ganzen Innenfläche mit
einer Gummiplatte versehen, durch welche ein wasserdichter Abschlufs, sowohl am Rande, wie
auf den einzelnen Rippen u υ und ul vl hergestellt
wird; dieselben schwingen um Zapfen .? sl
und können durch Ueberwurfschrauben, deren Muttern mit einem Griff versehen sind, leicht
geschlossen und geöffnet werden. Die Rippen ν und υ1 sind gegeneinander versetzt/ wie die
Zeichnung ergiebt. Aus dieser Anordnung der Rohrwände 11l und·, der Thüren 0 und η entstehen
zwei Doppelreihen von Kammern 1, 3, 5 .... 17 bezw. 17, 19, 21 .... 33 auf der
einen, und 2, 4, 6 .... 16 bezw. 18,20,22 .... 32
auf der anderen Seite. Diese Kammern stehen derart miteinander durch die Kühlröhren in Verbindung,
dafs die bei α in die Kammer 1 eingetretene Würze durch die drei untersten Röhren
w1 in die Kammer 2 strömt, von dieser
durch die zweite Gruppe von drei Röhren w2
in die Kammer 3 u. s. w. bis zur Kammer 17; diese erstreckt sich abweichend von den übrigen
horizontal bis in die andere Abtheilung des Apparates, in welchem die Würze nun in ähnlicher
Weise weiter, aber abwärts gerichtet circulirt, bis sie aus der letzten Kammer 33 durch
das Rohr c abläuft.
Wie sich am deutlichsten aus Fig. 3 ergiebt, sind die Kühlröhren in ihrer Breitenrichtung
derart gegeneinander versetzt, dafs sie auf ihrer ganzen Länge in der einen Abtheilung abwechselnd
die Rückwand m, bezw. die Thür q, in der anderen ebenso die Wand ml und die
Thür p berühren. Das durch α eintretende Kühlwasser strömt demnach in einer Schlangen-,
linie um die Röhren herum, wie durch Pfeile angegeben ist, steigt dabei in der einen Hälfte
des Apparates aufwärts, geht durch die Oeffnung I in die andere Hälfte über, circulirt hier
abwärts und fliefst bei / ab. (Die Röhren könnten jedoch auch ohne Versetzung übereinander
gelegt werden, nur müfsten dann Thür und Rückwand mit abwechselnden horizontalen
Rinnen versehen werden, um Zwischenräume für die Circulation des Wassers herzustellen.) Die
Thüren 'p und q haben eine Dichtung nur am Rande, da ein absolut dichter Schlufs auf den
betreffenden Röhren nicht erforderlich ist, nur mufs die Ausführung hinreichend genau sein,
so dafs auf alle Fälle nur ein sehr geringes Wasserquantum zwischen den AVänden bezw.
Thüren und den anliegenden Röhren hindurchfliefst. Immerhin kann auch hier eine Dichtung
angebracht werden. Die Thüren p und q schwingen um Zapfen r Und r' und sind am Umfange
in ähnlicher Weise, wie die Thüren η und o,
zu verschrauben.
Im Obertheil des Apparates liegen die beiden Ventile ζ und z1, durch welche entweder die
Röhren i und k, oder die mittlere Oeffnung /
verschlossen werden kann, um in dem einen Falle dasselbe Kühlwasser durch den ganzen
Apparat strömen zu lassen, oder im anderen die beiden Abtheilungen von einander zu trennen
und jeden einzelnen mit Wasser zu versorgen. Die Ein- und Austrittsröhren für die Würze sind
mit Thermometer versehen, um daran die Tem-
Claims (4)
1. Die Würze läfst sich in der Temperatur mit dem 1 lj.2 fachen ihres Gewichtes an Kühlwasser
auf einen Grad über der Temperatur des letzteren reduciren. Der Bedarf an Wasser ist
daher bedeutend geringer, als bei anderen Apparaten, und an Eis werden 40 bis 50 pCt. gespart.
2. Der Apparat ist vollkommen geschlossen, und passiren die Flüssigkeiten denselben unter
Druck. Die Würze kommt daher bei der Abkühlung nicht mit Luft in Berührung, und fällt
das störende und verlustbringende Schäumen derselben ganz weg. Der Apparat kann daher
überall zwischen der Sudpfanne und den Gährbottichen aufgestellt werden, ohne dafs ein wiederholtes
Pumpen der Würze erforderlich ist.
3. Die Kühlröhren lassen sich innen und aufsen leicht und rasch reinigen. Es ist dies
der bei vorliegendem Apparat am meisten ins Gewicht fallende Vorzug; denn bei den bisherigen
Gegenstromapparaten war das Reinigen der Röhren von dem sich aufsen an dieselben ansetzenden
Schlamm sehr schwierig, ja bei manchen Constructionen ganz unmöglich, und wurde dadurch die Kühlfähigkeit in hohem Grade beeinträchtigt.
Bei diesem Apparate genügen 1 bis ι ya Stunden Zeit, um denselben vollkommen zu
reinigen und die Thüren wieder zu verschrauben.
4. Jede Undichtheit' der Röhren läfst, sich nach dem Oeffnen der Thüren / und q bei
Vorhandensein von Wasserdruck innerhalb der Röhren leicht erkennen, und in der Regel ohne
Schwierigkeit beseitigen.
Patent-Anspruch: Die flachen mit den Enden in den Rohrwänden 11' festgelötheten
Kühlröhren, welche in der Breitenrichtung so angeordnet oder gegeneinander versetzt sind,
dafs sie abwechselnd mit der Rückwand und mit der betreffenden Thür des Apparates in
möglichst nahe Berührung kommen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE899T | 1877-07-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE899C true DE899C (de) |
Family
ID=70976512
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE899DA Expired - Lifetime DE899C (de) | 1877-07-16 | 1877-07-16 | Gegenstromkühler mit eigentümlicher Lagerung der Kühlrohre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE899C (de) |
-
1877
- 1877-07-16 DE DE899DA patent/DE899C/de not_active Expired - Lifetime
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