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Zeitmesser mit Auslösung, insbesondere Weckeruhr Die Erfindung betrifft
Zeitmesser mit Auslösung, insbesondere W eckeruhren. Zweck der Erfindung ist, eine
Vorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, die Auslösung zu beliebiger Zeit auf
einen beliebigen Zeitpunkt einstellen zu können. Beispielsweise bei den gebräuchlichen
Weckeruhrkonstruktionen ist es nicht möglich, etwa des Abends um 6 Uhr den Wecker
auf die sechste Stunde einzustellen und sogleich aufzuziehen, denn die sogenannte
Weckerschnecke führt die Weckersperrfeder erst nach etwa I bis 11I_ Stunden wieder
in die Sperrlage zurück.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Anordnung eines Organs,
das im weiteren als Überbrückungsorgan bezeichnet wird und das die Aufgabe hat,
vorzeitig den Sperrzustand herbeizuführen, solange die regulären Steuerorgane diesen
Zustand selbst noch nicht wiederhergestellt haben; dabei wird das unter der Wirkung
einer Rückholkraft stehende Überbrückungsorgan mit den Steuerorganen in eine auf
die Überbrückungszeit beschränkte Wirkungsverbindung gebracht. Es wurde als zweckmäßig
gefunden, das Überbrückungsglied mit dem Auslöseglied selbst zusammenwirken zu lassen.
Gleichwohl könnte das Überbrückungsglied auch mit einem der Steuerorgane für das
Auslöseglied zusammenarbeiten. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
für Weckeruhren ist das Überbrückungsglied als ein unter der Einwirkung einer Rückholfeder
stehender, an einem feststehenden WeTkstei4 .schwingbar gelagerter Hebel ausgebildet,
der eine Ablenkfläche besitzt, um die Weckersperrfeder in die Sperrstellung bringen.
zu können, und der außerdem m-it einer Rast versehen ist, um sich mit der hierzu
mit einer Nase ausgestatteten Wecker:sperrfeder in der Sperrstellung verklinken
zu können; der Rasteingriff ist hierbei nur so tief gehalten, daß die Nase außer
Eingriff mit der Rast am Überbrückungsglied tritt, wenn die Steuermittel: die Sperrurig
voll übernommen haben.
Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal kann
der üblicherweise vorgesehene Weckerabsteller zugleich zur Betätigung des Überbrückungsorgans
dienen. Das hat den Vorzug, daß beim Aufziehen des Weckerwerkes im Weckzeitpunkt
oder kurz danach, d. h. eben in einem Zeitpunkt, zu welchem die Weckerschnecke die
Weckersperrfeder noch nicht in die Sperrlage geführt hat, trotzdem das Weckerwerk
aufgezogen werden kann, indem zuvor der Absteller niedergedrückt wird. Dadurch wird
zugleich das Überbrückungsglied betätigt, bringt die Weckersperrfeder in. die Sperrlage
und verklinkt sich mit ihr. Der Absteller kann sofort wieder freigegeben werden;
ist es einer der bekannten, sich mit einem Getriebeteil des Weckerwerkes verk'linkender
Absteller, so wird er nach seiner Betätigung durch das Aufziehen des Weckerwerkes
selbsttätig wieder freigegeben und kehrt in seine unwirksame Stellung zurück.
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Die Merkmale der Erfindung sind in den Ansprüchen zusammengefaßt.
Aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels ergibt sich an Hand
der Zeichnung ihre Wirkungsweise.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei die
an jeder Weckeruhr vorhandenen Getriebeteile, soweit sie für das Verständnis der
Erfindung nicht notwendig sind, der besseren Übersicht halber fortgelassen sind.
Es zeigen Fig. i und 2 in Seiten- und Vorderansicht an einem Weckeruhrwerk die Organe
zum Einstellen, Auslösen und Abstellen des Weckerwerkes, und zwar in derjenigen
Stellung, bei welcher die normalen Steuerorgane das Auslöseglied in die Sperrstellung
geführt haben; Fig. 3 und 4 zeigen in gleicher Darstellungsweise wie die Fig. i
und 2 den Zustand, wo unmittelbar nach der Weckerauslösung die Sperrung des Auslösegliedes
durch die 'erfindungsgemäßen Überbrückungsmittel herbeigeführt ist.
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Mit i ist die vordere Werkplatte des Weckerwerks bezeichnet, und 2
bedeutet die dawin gelagerte Weckereinstellwelle, 3 das vom Uhrwerk angetriebene
Weckerrad, 3a eine Buchse, 4 die Weckerschnecke und 5 den Weckerstift in der Weckereinstellwelle
2. Die Weckersperrfeder (Auslöseglied) ist mit 6 bezeichnet und mit 6" die Sperrnase.
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Ferner ist an dem dargestellten Weckeruhrwerk ein bekannter Absteller,
bestehend aus dem Abstellknopf 7 mit Abstellstößel 8, dem Abstellhebel 9 und dem
auf der Weckerharnmerwelle io befestigten Abstellarm i i mit Klinke i ia angeordnet.
Zusätzlich zu diesen für die normale Weckerfunktion notwendigen Teilen ist an der
Vorderplatine i, auf der Außenseite, der Überbrückungshebel 12 schwingbar bei 13
befestigt. Der Überbrückungshebel steht unter der Einwirkung einer (nicht gezeichneten)
Rückholfeder, die bestrebt ist, ihn nach oben, d. h. zum Abstellknopf hin, zu heben.
Der überbrückungshebel weist eine rechtwinklig abgebogene Zunge 12a auf, mit welcher
er unter den Abstellhebel 9 greift, so daß er beim Niederdrücken des Abstellhebels
mitgenommen wird. Das vordere Ende i2b des Überbrückungshebels liegt im Bereich
der oberen Abbiegung der Weckersperrfeder 6, und zwar ist an der Biegestelle der
Feder 6 eine Einklinknase 66 angebogen, und es sind am Hebelende i2b eine Schrägfläche
12, und eine Rast i2d angebracht. Die Schrägfläche 12, an der Hebelspitze 12b hat
die Aufgabe, beim Niederdrücken des Überbrückungshebels r2 die Weckersperrfeder
6 gegen die Vorderplatine z hinzuschieben, und die Rast i2d ist dazu bestimmt, daß
beim weiteren Niedergang des Überbrückungshebels die Einklinknase 6b in sie einfällt
und nun beide Teile 6 und 12 federnd verklinkt sind. Der Überbrückungshebel 12 befindet
sich so dicht vor der 'Vorderplatine i, daß er die Sperrnase 6" der Weckersperrfeder
6 in die Sperrlage zu bringen vermag, d. h. in die gleiche Lage, in welche sie die
Weckerschnecke 4 in Zusammenwirken mit dem Weckerstift 5 bringt; in der Sperrstellung
steht die Sperrnase 6, bekanntlich unter (gelegentlich auch über) dem Abstellarm
i i an der Weckerhammerwelle io (vgl. Fig. i und 2).
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: i. Steuerung durch
die Weckerschnecke: Da diese Funktion bekannt ist, genügt es hierzu kurz auszuführen,
daß beim Ablaufen des Uhrwerks das Weckerrad 3 mitgenommen wird. Hat die Auslösung
soeben stattgefunden (Fig. 3), dann dauert es gewöhnlich i bis i1/2 Stunden, bis
das W_ eckerrad 3 und mit ihm die Weckerschnecke 4 sich so weit gedreht haben, daß
der Weckerstift 5 an der Schräge 4" ganz hochgestiegen und auf dem ebenen Teil angelangt
ist (Fig. i). Erst in dieser gegenseitigen Lage von Weckerstift und Weckerschnecke
hat die Buchse 3" die Weckersperrfeder 6 so weit zur Vorderplatine i hingebogen,
daß die Sperrnase 6" den Abstellarm i i sperren kann.
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2. ÜbeTbrückung: Um es zu ermöglichen, die Weckvorrichtung im Zeitpunkt
der Auslösung oder kurz danach (Fig. 3), also zu einer Zeit zu sperren, wo die regulären
Steuerorgane 4, 5 die Sperrung noch nicht herbeizuführen vermögen, wird vermittels
des Abstellknopfes 7, 8 über den Abstellhebel 9 der Überbrückungshebel 12 niedergedrückt.
Dabei läuft seine Schräge 12, an der Einklinknase 6b der Weckersperrfeder 6 an und
schiebt die Sperrnase 6,
in Richtung auf die Vorderplatine i hin nach innen.
Beim weiteren Niederdrücken des Überbrückungshebels 12 fällt die Einklinknase 6b
in die Rast 12,1 des Überbrückungsfhebels 12 ein, und beide Teile 6, 12 sind nun
federnd miteinander verklinkt. In dieser Stellung steht die Sperrnase 6" der Weckersperrfeder
6 in ihrer normalen Sperrstellung, d. h., sie steht im Wege des Abstellarmes i i
auf der Weckerhammerwelle io. Da der Abstellknopf 7 sogleich wieder freigegeben
worden ist, klinkt beim weiteren Aufziehen des Weckerwerks der Abstellhebel 9 aus
der Klinke i i"' an der vom Federdruck entlasteten Weckerhammerwelle io aus und
geht nach oben.
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Wie aus Fig. i und 3 ersichtlich, bleibt die Verklinkung des Überbrückungshebels
i2 mit der Weckersperrfeder 6 nur so lange aufrechterhalten, als die Weckerschnecke
4 noch nicht voll zur Wirkung gekommen ist. Ist dies geschehen, dann hat
die
Weckerschnecke die Weckersperrfeder 6 noch etwas weiter zur Vorderplatine hingedrückt,
als das der Überbrückungshebel 12 zu tun vermag, d. !h., die Weckerschnecke hebt
die Einklinknase 6b aus der Rast i2d heraus (Fig. i). Das hat zur Folge, daß am
Ende der Überbrückungszeit von etwa i bis 1'/2 Stunden die Verklinkung aufgehoben
und der Überbrückungshebel 12 von seiner (nicht gezeichneten) Rückholfeder in die
Ausgangsstellung zurückgeführt wird. Von nun an übernehmen die regulären Steuerungsteile
des Weckerwerks die Sperrung und Auslösung.