DE89494C - - Google Patents
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B27—WORKING OR PRESERVING WOOD OR SIMILAR MATERIAL; NAILING OR STAPLING MACHINES IN GENERAL
- B27M—WORKING OF WOOD NOT PROVIDED FOR IN SUBCLASSES B27B - B27L; MANUFACTURE OF SPECIFIC WOODEN ARTICLES
- B27M1/00—Working of wood not provided for in subclasses B27B - B27L, e.g. by stretching
- B27M1/06—Working of wood not provided for in subclasses B27B - B27L, e.g. by stretching by burning or charring, e.g. cutting with hot wire
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B44—DECORATIVE ARTS
- B44F—SPECIAL DESIGNS OR PICTURES
- B44F9/00—Designs imitating natural patterns
- B44F9/02—Designs imitating natural patterns wood grain effects
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Wood Science & Technology (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Forests & Forestry (AREA)
- Dry Formation Of Fiberboard And The Like (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT/ W
PATENTSCHRIFT
KLASSE
Holz - Bearbeitung, Geräthe und Maschinen
Patentirt im Deutschen Reiche vom al. März 1896 ab.
Man hat mehrfach versucht, aus unedleren, schlicht gewachsenen Laubhölzern, wie Buche,
Birke, Ahorn und dergl., Nachahmungen von edlen, bunt gemaserten Hölzern, wie kaukasischem
Nufsbaum, Polysander und dergl., herzustellen. Die durch Buchdruck und Lithographie
erzielten Nachahmungen verschwinden bei den unerlässlichen Vollendungsarbeiten des
Holzes, wie Abschleifen, Oelen, Poliren, wieder oder lösen sich auf, weil die aufgedruckte
Färbe nicht tief eindringt. Ein besseres Verfahren bietet das Einbrennen der Maserung in
das schlichte Holz. Hierbei werden die Fournire auf beiden Seiten mit einem eingebrannten
Masermuster versehen und dann auf Bretter aufgeleimt. Der zweiseitige Brand hatte dabei
den Zweck, den Fourniren das Muster durch und durch einzubrennen, um dessen Verschwinden
bei den Vollendungsarbeiten zu verhüten. Die beim Brennverfahren verschont gebliebenen Theile wurden gefärbt.
Die durch dieses Nachahmungsverfahren hergestellten Maserungen weisen folgende Mängel
auf:
ι. Bei einer echten Holzmaserung weisen die Flächen nicht nur ein lebhaftes Linienspiel,
sondern auch ein lebhaftes Farbenspiel auf. Der bisherige Nachahmungsversuch ergiebt aber
nur das Linienspiel, dagegen gar kein Farbenspiel. Es sind nur zwei hart neben einander
befindliche Farbentöne zu erzielen, nämlich die dunkelbraune Farbe der gebrannten Maserlinien
und der einheitliche helle Grundton des gefärbten Holzes. Aufserdem nehmen gebrannte
Flächen schwer Leim an, es ist daher eine vollkommene Vereinigung solcher auf beiden
Seiten gebrannter Fournire mit der Brettfüllung schwer möglich. :
Das bekannte. Verfahren, Muster oder Maserungen in Holzfournire einzubrennen, besteht
bekanntlich darin, dafs in eine beiderseits parallel gehobelte Messingplatte diejenigen Stellen,
welche keinen Brand ausüben sollen, mehrere Millimeter tief ausgegründet werden.
Diese Messingform wird auf die mittelst Gas stark geheizte Unterplatte einer Kniehebelpresse
gelegt, deren Oberplatte kalt: bleibt. Auf die somit stark angewärmte Messingplatte wird das
Fournir gelegt und nun erfolgt der Andruck, wobei sich die hochstehenden Flächen der
Messingform in das Fournir· eindrücken und durch die grofse: Hitze gleichzeitig eine ' einheitlich
braune Farbe an den gebrannten Stellen im Holz hervorrufen. Würde man nun diese durch die gleichmäfsige Höhe der Form auch
gleichmäfsig braun brennende Farbe des Holzes dadurch abtönen wollen, dafs man statt einer
gleichmäfsigen Höhe sämmtlicher Formenlinien eine verschiedene, also reliefartige Höhe ani·
wendet in der Absicht, dafs die höheren Theile der Form einen stärkeren Druck und somit
dunkleren Brand hervorrufen als die tieferen, das Holz minder stark berührenden, so ergiebt
das, wie Versuche gezeigt haben, keinen Erfolg. Das weiche Holz wird beim Andruck von den
ausgegründeten Hohlräumen der Form stark
angesogen, so dafs trotz der verschiedenen Höhen der gleiche Farbenton, am allerwenigsten
aber auch der gleichzeitig beabsichtigte sanfte Uebergang von dunkel zu hell und umgekehrt
erzielt wird. Um nun den Wechsel in der Grundfärbung zu bewirken, wird folgendes
Verfahren angewendet.
Auf einem der Gröfse der Presse entsprechend gewählten Blech werden auf beliebige Art
mehrere Bogen Pappe oder Papier befestigt. Aus diesen werden beliebige Vertiefungen, wie
sie den zu erzeugenden helleren Farbenschattirungen entsprechen, ausgeschnitten. Hierbei
werden sowohl die abwechselnde .Tiefe der Ausschnitte abc, als auch die kürzer oder
länger gewählte Schräge bis zum tiefsten Punkt nach dem gewollten helleren Ton bezw. längeren
oder kürzeren Uebergang von einem Farbenton zum anderen a' b' c' durch abwechselnd gröfseren bezw. tieferen Ausschnitt
vorgesehen. Auf dieser so vorbereiteten Pappenmatrize wird nun das Fournir befestigt, so
dafs also, von unten nach oben gerechnet, in der Presse über einander liegen: geheizter
Prefskasten, Messingform, Fournir, Pappmatrize mit Ausschnitten, Blechplatte, kalter Oberkopf
der Presse. Die Wirkung ist nun die, dafs trotz der ganz gleichmäfsigen Höhe der Prefsform
im Brande des Fournirs, entsprechend den Ausschnitten der Pappmätrize, die verschiedensten
Farbentöne auf gröfseren und kleineren Flächen vom dunkelsten Braun bis
zum hellsten Gelblichbraun mit mehr oder weniger sanftem Uebergang entstehen.
Dieselbe Wirkung wird erzielt, gleichviel ob die gleichmäfsig hohe Messingform gemustert
oder ganz glatt, also ungemustert ist. Zur Erhöhung der Wirkung wird die Maserung
durch ein zweimaliges Brennen des Fournirs erzielt.
Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren ist nun folgendes:
Das Fournir wird zuerst gegen eine glatte ungemusterte Platte leicht geprefst, um dem
Fournir die hellere Grundfarbe zu geben, und erhält dann einen zweiten Brand durch stärkere
Pressung gegen eine gemusterte, also die Maserlinien hervorrufende Platte, welche einen
dunkler gebräunten Ton erhalten. In beiden Fällen wird eine Pappmatrize der gekennzeichneten
Art benutzt, um sowohl beim Brennen der helleren Grundfläche wie der dunkleren
Maserung die verschiedenen Farbentöne und Schattirunge.n und Uebergänge zu erzielen, und
zwar empfiehlt es sich, für jeden der beiden Brände eine anders ausgegründete Pappmatrize
anzuwenden, wodurch die Farbentöne auf dem fertig gebrannten Fournir eine äufserst lebhafte
Verschiedenheit zeigen, wie sie dem natürlichen Edelholz eigen ist.
Das Verfahren wird dadurch sehr einfach, dafs man eine gröfsere Anzahl von Fourniren
zunächst mit dem Grundton und dann mit der Maserung versieht. ■
Anstatt eine ausgegründete Pappmatrize bei beiden Brandpressungen zu verwenden, läfst
sich auch schon eine Wirkung erzielen, wenn man nur beim Brande der helleren Grundfläche
oder nur beim Brande der dunkleren Maserung die ausgegründete Pappmatrize an-,
wendet...·. .
Die so ausgesparten Pappmatrizen können auch zur Erzeugung von figürlichen oder
ornamentalen Brandmustern auf Holzfourniren dienen, um durch die erzielbaren Farbentöne
und sanften Abschattirungen den Mustern einen reliefartigen Charakter zu verleihen, was bisher
beim Brande nur durch Einbrennen von Strichen möglich war.
Das Fournir wird, da eine gebrannte Fläche schwer Leim annimmt, nur auf einer Seite,
nicht auf beiden Seiten gebrannt, jedoch auf dieser einen Seite zweimal. Hierdurch wird
gleichzeitig bewirkt, dafs durch den Brand der Grundfarbe die Oberfläche des Fournirs eine
harte Kruste erhält, so dafs beim folgenden Einbrennen der Maserlinien die letzteren nicht
so tief eingedrückt werden, wie dies in einem ungebrannten, noch weichen Fournir möglich
wäre. Der Ton der Maserlinie wird eben nur dunkelbraun und brennt sich gut ein, ohne
sich auch tief einzudrücken. Um nun den nach dem zweiten Brande noch etwas vorstehenden
ungemaserten Grundbrand noch tiefer und somit mit dem Maserbrand möglichst in eine gleiche Ebene zu drücken, wird das
gemaserte Fournir mit einem oder mehreren gewöhnlichen Fourniren verbunden und einem
Druck von 150 bis 250 Atm. in einer schwach gewärmten (etwa 70 bis ioo°) hydraulischen
Presse zwischen geglätteten Formen ausgesetzt. Die Oberfläche ist nunmehr so glatt und eben,
dafs ein nachheriges starkes Abschleifen nicht mehr erforderlich ist.
Fig. ι zeigt die Prefsplatte mit eingelegtem Fournir im Querschnitt, g ist die geheizte
Platte, m das darauf liegende Messingblech, welches durch die geheizte Platte g stark erwärmt
wird. Auf dieser liegt das Fournir f und auf diesem die Pappausschnitte abc,
welche an dem Messingblech / befestigt sind und die verschiedenen Farbentöne; hervorbringen.
Ueber dieser ruht ein starkes Gegenblech ρ und dagegen drückt;der kalte, ungeheizte
Oberstempel q. . ■■
Fig. 2 zeigt die Platte /. mit den darauf gehefteten Pappstückchen in der Oberansicht.
In Fig. 3 ist eine Abänderung dargestellt, mittelst .deren zugleich Maserung und Farbenr
abtönungen erzeugt werden. Es ist g die
geheizte Unterform,. m' die mit Rippen gemäfs
der hervorzubringenden Maserung versehene Messingplatte, auf welcher das zu brennende
Fournir f ruht. Auf diesem Fournir ruhen nun wieder die ausgesparten Pappblätter, welche
an der Unterlagsplatte ρ befestigt sind, auf dieser wieder die starke Eisenplatte und darauf
die Gegenform.
Hier wird also beim Einbrennen der Maserung zugleich eine Farbenabtönung des Fournirholzes
herbeigeführt, da an den Stellen, wo Aussparungen vorhanden sind, eine geringere
Brandwirkung herbeigeführt wird.
Fig. 4 zeigt das fertig gebrannte Fournir, bei welchem durch punktirte Linien die Formen
der ausgesparten Pappblättchen angegeben sind
und bei welchem die Maserungen in Bezug
auf ihre gröfsere oder geringere Wirkung
durch stärkere oder hellere Striche dargestellt sind.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Verfahren zur Herstellung von Flächenabtönungen, an Brandhölzern, dadurch gekennzeichnet, dafs das Einbrennen des Grundtones des Holzes mittelst einer geheizten Prefsform (g) und einer mit Aussparungen (a b c) versehenen Gegenform (I) erfolgt, zum Zweck, indirect durch Druckverminderung die Brandwirkung der glatten Formplatte an den ausgesparten Stellen zu ermäfsigen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE89494C true DE89494C (de) |
Family
ID=361305
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT89494D Active DE89494C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE89494C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4455183A (en) * | 1977-11-10 | 1984-06-19 | George Suchomel | Producing pokerwork designs on wood substrates |
-
0
- DE DENDAT89494D patent/DE89494C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4455183A (en) * | 1977-11-10 | 1984-06-19 | George Suchomel | Producing pokerwork designs on wood substrates |
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