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Hebezeug mit einem durch den Druck von Gasen hebbaren Kolben zum Anheben
von Lasten, insbesondere von Kraftfahrzeugen Zusatz zum Patent BGB 785 Die Erfindung
betrifft ein Hebezeug mit einem durch den Druck von Gasen, die durch Abbrennen einer
Patrone erzeugt werden, hebbaren Kolben zum Anheben von Lasten, insbesondere von
Kraftfahrzeugen.
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Bei dem Hebezeug nach dem Patent 868 785 besteht die Erfindung in
erster Linie darin, daß ein teilweise mit einer Druckflüssigkeit gefüllter Raum
einen oberhalb ersterer befindlichen Druckraum aufweist, der mit dem Gaserzeugungsraum
in Verbindung steht. Der Vorteil dieser Bauweise gegenüber dem Bekannten besteht
darin, daß die Verbrennungsgase nicht unmittelbar auf den Kolben, sondern auf eine
dazwischengeschaltete Druckflüssigkeit einwirkt, wodurch .die Dichtungen der Kolben
geschont und der Druck auf den Kolben starr übertragen wird. Bei der Zusatzerfindung
wird von diesem vorteilhaften Prinzip nicht abgewichen. Vielmehr wird das Hebezeug
teilweise baulich umgestaltet und teilweise vereinfacht. Das Wesentliche der Erfindung
besteht darin, daß die Druckflüssigkeit für den Kolben in zwei durch ein federbelastetes
Ventil verbundenen Zylindern untergebracht ist undderDruckraum sich -oberhalb des
Flüssigkeitsspiegels des einen Zylinders befindet. Dabei ist die Anordnung zweckmäßigerweise
so getroffen, daß die die Druckflüssigkeit aufnehmenden Zylinder im Winkel zueinander
angeordnet sind, wobei der eine Zylinder in der Lotrechten steht, während der andere
Zylinder mit der Waagerechten einen möglichst spitzen Winkel einschließt.
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Durch diese Maßnahme erreicht man folgendes Zunächst kann man die
Zylinderdurchmesser
verhältnismäßig kleinhalten, wodurch das Hebezeug
leichter und handlicher wird. Ferner kann man den schräg verlaufenden Zylinder so
lang machen, daß man ihn gewissermaßen als Stiel benutzen kann, mittels dessen man
das Hebezeug, insbesondere den lotrecht stehenden, mit dem Kolben versehenen Zylinder,
bequem unter die Vorder- oder Hinterachse des Fahrzeugs schieben kann, ohne daß
man unter den Wagen zu kriechen braucht. ' Am oberen Ende des schrägen Zylinders
ist ein Handgriff oder ein sonstiges Organ vorgesehen, das zweierlei Funktionen
ausübt. Einmal betätigt dieser Handgriff einen Exzenter oder ein ähnlich wirkendes
Bauglied, der seinerseits über ein Gestänge od. -dgl. das zwischen den beiden Zylindern
befindliche, federbelastete Ventil betätigt. Wenn z. B. der Handgriff betätigt wird,
wird das Ventil zwischen den beiden Zylindern geöffnet. Andererseits betätigt der
Handgriff ein Hahnküken -derart, daß dessen Bohrung oder Bohrungen in derRuhestellung
die Verbindung zwischen dem Druckraum im Zylinder und dem Gaserzeugungsraum herstellt.
Wird dagegen der Handgriff betätigt, so wird derDruckraum im Zylinder mit der Außenluft
in Verbindung gebracht, so daß das Druckgas aus dem Zylinder entweichen kann. Dies
ist dann erforderlich, wenn ,der Kolben seine gewünschte Stellung erreicht hat oder
wenn der Kolben abgelassen werden soll.
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Die Gaserzeugungspatrone ist zweckmäßigerweise in einen zylinderförmigen
Lagerkörper einschiebbar, dessen eines Ende mit dem oberen, freien Ende des schrägen
Zylinders irgendwie verbunden ist, während auf das andere Ende ein Kopfstück mittels
irgendeines Verschlusses; z. B. eines Bajonettverschlusses, leicht lösbaraufschiebbar
ist.
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Dieses Kopfstück enthält den Schlagbolzen zum Entzünden .der Gaserzeugungspatrone,
eine Spannvorrichtung und eine Abzugsvorrichtung, z. B. einen Abzugsknopf. Man kann
an ,dem Kopfstück auch eine z. B. bei Scfiußwaffen allgemein bekannte Sicherung
vorsehen, damit bei gespanntem Bolzen und eingeführter Gaserzeugungspatrone der
Abzug nicht unbeabsichtigt betätigt werden kann.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i einen lotrechten Längsschnitt durch das Hebezeug
und Abb. a eine Draufsicht auf das Hebezeug.
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Das Hebezeug besteht aus einem lotrecht stehenden, eine beliebige
Flüssigkeit enthaltenden Zylinderraum A, in dem der ein- oder mehrteilige Kolben
C gleitet. An diesen Zylinderraum A ist ein Zylinderraum B angeschlossen, der einen
beliebigen, möglichst spitzen Winkel a mit der Waagerechten I-II einschließt. Die
Höhe des Zylinders A ist so bemessen, daß er bei abgelassenem Kolben C bequem unter
eine Fahrzeugachse geschoben werden kann. Der Zylinder B kann beliebig lang gemacht
werden. Man wird sich jedoch auf eine solche Länge beschränken, daß der Zylinder
A bequem unter die Vorder- oder Hinterachse eines Fahrzeugs geschoben werden kann,
ohne daß man unter das Fahrzeug kriechen ruß. Zwischen -dem Zylinder A und dem Zylinder
B befindet sich ein unter Federdruck Z stehendes Ventil K. Das Ventil kann beispielsweise,
wie in der Zeichnung dargestellt ist, als Kugelventil ausgebildet sein. In dem Zylinder
B stellt sich die Druckflüssigkeit in dem angenommenen Niveauspiegel III-IV ein.
Oberhalb dieses Niveauspiegels befindet sich der Druckraum M, der mit -dem Gaserzeugungsraum
0 durch ein Abdichtungs- und Bremsventil H verbunden ist.
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Dieses Ventil H hat den Zweck, den Gaserzeugungsraum 0 gegen das Eindringen
von Druckflüssigkeit aus dem Zylinderraum B zu schützen und andererseits die im
Gaserzeugungsraum 0 erzeugten Gase bei ihrem Übergang in den Druckraum M abzubremsen,
so daß keine schlagartige Betätigung des Kolbens C auftreten kann.
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Am oberen freien -Ende des Zylinders B ist ein Handhebel L drehbar
gelagert, der durch ein beliebiges Arbeitsmittel, z. B. einen Exzenter, ein Gestänge
S betätigt. Dieses Gestänge S arbeitet mit dem zwischen den Zylindern A und B sitzenden'
Ventil K zusammen. Mit dem Handhebel L zusammen arbeitet ferner ein Hahnküken D
od. dgl., dessen Bohrung oder Bohrungen j e nach der Stellung des Handhebels L den
Druckraum M mit dem Gaserzeugungsraum 0 oder mit .der Außenluft in Verbindung bringen.
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An dem freien Ende des Zylinders B sitzt ferner ein zylindrischer
Lagerkörper O, in den die Gaserzeugungspatrone P eingeführt werden kann. Auf das
andere Ende,des Lagerkörpers 0 ist, z. B. durch einen Bajonettverschluß, das Kopfteil
G aufschiebbar. Dieses Kopfteil enthält den durch einen beliebig .ausgestalteten
Handgriff R spannbaren Schlagbolzen V und die Abzugsvorrichtung W.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Um das Hebezeug zum
Gebrauch fertig zu machen, wird zunächst das Kopfstück G abgenommen und die Gaserzeugungspatrone
P in den zylindrischen Lagerkörper 0 eingeführt. Darauf wird das Kopfstück G wieder
auf den zylindrischen Lagerkörper 0 aufgeschoben und der Schlagbolzen durch die
Spannvorrichtung R gespannt. Man kann den Schlagbolzen in der Spannstellung in gleicher
Weise, wie dies bei Schußwaffen bekannt und üblich ist, gegen unbeabsichtigten oder
zufälligen Abzug durch eine Abzugssicherung sichern. Beim Drücken auf den Abzugsknopf
W wird die Patrone P zur Entzündung gebracht. Die Gase gelangen von dem Gaserzeugungsraum
0 über das Absperrventil H und die Bohrungen des Hahnkükens D in den Druckraun M
des Zylinders B. Der auf die Druckflüssigkeit ausgeübte Druck drängt die Druckflüssigkeit
über das federbelastete Ventil K, das entgegen. dem Federdruck Z von seiner Sitzfläche
abgehoben wird, in den Zylinder A, in denn der Kolben C längs verschieblich gelagert
ist.
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Bei Erreichen der gewünschten Hubhöhe wird der Handgriff L mehrmals
und so lange vor- und rückwärts bewegt, bis die Gaserzeugungspatröne P abgebrannt
ist. Durch diese Betätigung des Handgriffs L wird der Druckraum M des Zylinders
B
mehrfach über die Bohrungen des Hahnkükens D mit der Außenluft
in Verbindung gebracht, so daß das Gas nach außen entweichen kann.' -Gleichzeitig
wird über den Exzenter und das Gestänge S das Ventil IL mehrfach geöffnet und geschlossen,
so daß der Druck der Druckflüssigkeit auf den Kolben C ständig unterbrochen wird.
Ist die Patrone P abgebrannt, so. wird der Handgriff L in seiner Ruhestellung belassen.
Diese Ruhestellung des Handgriffs L kann man übrigens selbsttätig dadurch erreichen,
daß man den Handgriff L mit einer Feder ausrüstet, die den Handgriff in seine Ruhestellung
drückt. Inder Ruhestellung des Handgriffs L drückt die auf den Kolben C einwirkende
Last das Ventil K auf seine Sitzfläche und verschließt diese. Der Kolben C bleibt
somit in seiner Höhenstellung.
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Will man nunmehr den Kolben wieder ablassen, so betätigt man den Handgriff
L dauernd. Dadurch wird das Ventil IL geöffnet und ferner gleichzeitig der Druckraum
M mit der Außenluft in Verbindung gebracht. Die Druckflüssigkeit kann nunmehr, belastet
durch das Gewicht des Fahrzeugs, von dem Zylinder A in den Zylinder B zurückfließen,
bis der Kolben C in seiner untersten Stellung angelangt ist. Der Kolben C kann somit
durch die vorgeschlagene Vorrichtung in -jede gewünschte Stellung gebracht und dort
gehalten werden.