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Braunfärbendes, holzschützendes .Anstrichmittel Gegenstand d:r Erfindung
ist ein braunfärbendes, holzschützendes Anstrich@mittel, das aus chemisch aufgeschlossener
Braunbohle sowie Metallsalzen oder Metallsalzkomplexen, z. B. Salzen des Zinks,
Aluminiums, Eisens, Chroms, Arsens, als Beiz- und Fixiermittel besteht. Das erfindungsgemäße
Anstrichmittel kann zusätzlich bekannte pilz- und insektenwidrige Stoffe, wie wasserlösliche
Verbindungen von Phen olen, Kresolen oder deren Abkömmlinge, und feu-erhemmrI-nde
Mittel enthalten.
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Die Verwendung von Braunkohlen zu. Anstrichzwecken ist an sich bereits
bekannt. Kasseler Braun, eine erdige Braunkohle, wird z. B. als Pigmentfarbstoff
in wäßriger Aufschwemmung oder aber mit trocknenden Ölen oder Leim verwendet. Wegen
ihrer ,geringen Licht- und Wetterbeständigkeit kommen solche Anstrichfarben aber
nur für Innenanstriche in Betracht.
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Auch durch Anreiben von gemahlener Braunkohle mit Alkal-ilaugen,-
Soda oder Filüo,riidilösungen sind schon wasserlösliche Farbstoffe; insbesondere
als Nußibau;mhe-iize für die Möbelbehaäd!Du:ng, hergestellt worden. Da solche Holzanfärbungen
unter den Einflüssen der Witterung schnell zum Vergrauen neigen, kann auch hier
von einer licht- und wetterfesten Anfärbunig nicht gesprochen werden.
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Die üblichen Lasur- und Deckanstriche sind grundsätzlich anders aufgebaut
als die Anstrichmittel der Erfindung und scheiden daher für einen Vergleich aus.
Es
ist bisher auch nicht gelungen, die bekannten, in wäßriger Lösung angewendeten Holzschutzsalze;
wie z. B. Fluoride, Arsen- und Chromsalzgemische, chlorierte Phenolate, Kresolate
oder deren Homologe, die von der Holzfaser fixiert werden und einen sicheren Dauerschutz
bewirken, so mit geeigneten Farbstoffen zu kombinieren, daß dadurch das Holz gleichzeitig
eine .dauerhafte, lichtechte Anfärbung erfährt. Die behelfsmäßige Nachbehandlung
von mit auslaugbaren Salzen geschütztem Holz durch filmbildende Anstriche hat sich
ebenfalls praktisch nicht bewährt. Zudem sind Holzoberflächen, die Anstrichfilme
tragen, einer Nachbehandlung mit Schutzsalzlösungen nicht mehr zugänglich.
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Diesem Mangel an licht- und wetterbeständigen, holzschützenden Anstrichen
steht zweifellos ein erheblicher Bedarf der Technik gegenüber, der insbesondere
bei der steigenden Bedeutung des Holzbaues bisher nicht in. der geeigneten Weise
gedeckt werden konnte, zumal neben den erwähnten Eigenschaften auch ein ansprechender
Farbton sowie eine weitgehende Anpassung an die durch die Natur gegebenen Landschaftsfarhen
gefordert wird.
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Die Erfindung füllt diese Lücke aus.
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Es wurde glzfunden, daß aus mit Alkalilaugen, Fluori-dlösungen, Soda
oder anderen Alkalisalzen schwacher Säuren oder organischen Basen aufgeschlossener
Braunkohle durch Zusatz abgestimmter Mengen von gelösten Metallsalzen oder Metallsalzkomplexen,
z. B. Salzen idies Eisens, Zinks, Chroms, Aluminiums, Arsienis tisw., Anstriche
gewonnen werden können, die die geforderten Eigenschaften hinsichtlich der Licht-
und Wetterbeständigkeit, des Farbtons und des Holzschutzes in vollem Maße besitzen.
Diese überraschend günstige Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer Reihe von physikalisch-chemischen
Vorgängen zwischen der Holzfaser, den aus der Braunkohle stammenden Huminsäuren,
den Metallsalzen und den Atmosphärilien.
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Die Huminsäuren liegen vorwiegend in molekulardisperser, teilweise
in kolloidaler Form vor. Die als unlösliche Hydroxyde_(Fe (O H)3, Cr (O H) 3) oder
als Chromate, Zinkate, Aluminate gelösten Metallsalze bilden mit den Huminsäuren
Kolloidkomplexe, wodurch die ad- und absorptiven Neigungen verstärkt werden und
,damit auch idie Anfärbong- der Holzfaser intensiviert wird. Durch die molekwl;ardms#perseVerte,ilun#gider
huininsauren Salze wird ein gutes Eindringen der gefärbten Lösung in die Holzfasern
erreicht. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Beständigkeit der Holzfärbung
nach erfolgter Ausfällung der Humate auf der Faser, wobei unter dem Einfluß der
Luftkohlensjä(wre in und auf der Holzfaser unlösliche, tiefdunkel gefärbte Metallhumate
gebildet oder die kolloid dispersen Huminsäureanteile irreversibel ausgefällt werden.
Den gerbenden Eigenschaften der Huminsäuren wird `man in diesem Zusammenhang eine
günstige- zusätzliche Wirkung für die feste Bindung der Farbstoffe an die Holzfaser
zuschreiben .dürfen.
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Als besonderer Vorteil erweist sich weiter die Tatsache, daß die in
und zwischen den Holzfasern niedergeschlagenen Huminsäuren und Humate eine beachtliche
Porenfüllung bewirken und idadurch ,die Auslaugung mit eingebrachter wasserlöslicher
Schutzsalze, soweit sie nicht fixiert sein sollten, merklich unterbinden.
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Anstrichmittel, die auf dem erfindungsgemäßen Wege hergestellt werden,
zeigen, selbst bei Verwendung von ,an sich leicht au!s@lauiabane@n., feuerhemmenden
Salzen, nicht nur eine sichere: und dauerhafte Holzschutzwirkung neben einer licht--und
wetterbeständigen Anfärbung, sondern gewährleisten zusätzlich auch bei den Unbilden
der Witterung ausgesetztem Holzwerk einen weitgehenden Schutz gegen Entflammung.
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Anstriehmittel auf Grund der Erfindung können beispielsweise folgendermaßen
zusammengesetzt werden
| I . 15 % mit NaOH aufgeschlossene Braunkohle |
| (Auf schlußverhältnis 2 Teile Na O H auf |
| i Teil Braunkohle), |
| 51/o Zinkoxyd, |
| 2% Chlorkresol, |
| 1% Aluminiumsulfat, |
| 7% Natriumhydroxyd, |
| 7o % Wasser; , |
| 2. 1o0% Braunkohle mit Pyridin. aufgeschlossen |
| (I : I), |
| 8% Pentachlorphenolnatrium, |
| 1% Aluminiumsulfat, |
| 1% Kaliumferrocyanid, |
| 8o% Wasser; |
| 3. 10% Braunkohle mit Kaliumfluorid aufge- |
| schlossen (i : i), |
| 2% Zinksilicofluorid, _ |
| S % Kalilauge, |
| 8o % Wasser. |