DE892340C - Einrichtung zur Ausnutzung schnell bewegter Ladungstraeger - Google Patents

Einrichtung zur Ausnutzung schnell bewegter Ladungstraeger

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DE892340C
DE892340C DEA6829D DEA0006829D DE892340C DE 892340 C DE892340 C DE 892340C DE A6829 D DEA6829 D DE A6829D DE A0006829 D DEA0006829 D DE A0006829D DE 892340 C DE892340 C DE 892340C
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Germany
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magnetic field
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charge
carriers
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Hartmut Dr Phil Kallmann
Ernst Dr Phil Kuhn
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    • G21NUCLEAR PHYSICS; NUCLEAR ENGINEERING
    • G21KHANDLING OF PARTICLES OR IONISING RADIATION NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; IRRADIATION DEVICES; GAMMA RAY OR X-RAY MICROSCOPES
    • G21K1/00Arrangements for handling particles or ionising radiation, e.g. focusing or moderating
    • G21K1/08Deviation, concentration or focusing of the beam by electric or magnetic means
    • G21K1/093Deviation, concentration or focusing of the beam by electric or magnetic means by magnetic means
    • HELECTRICITY
    • H05ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H05HPLASMA TECHNIQUE; PRODUCTION OF ACCELERATED ELECTRICALLY-CHARGED PARTICLES OR OF NEUTRONS; PRODUCTION OR ACCELERATION OF NEUTRAL MOLECULAR OR ATOMIC BEAMS
    • H05H6/00Targets for producing nuclear reactions
    • HELECTRICITY
    • H05ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • H05HPLASMA TECHNIQUE; PRODUCTION OF ACCELERATED ELECTRICALLY-CHARGED PARTICLES OR OF NEUTRONS; PRODUCTION OR ACCELERATION OF NEUTRAL MOLECULAR OR ATOMIC BEAMS
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Description

  • Einrichtung zur Ausnutzung schnell bewegter Ladungsträger Es sind Einrichtungen bekanntgeworden, mit denen sehr energiereiche Ladungsträger erzeugt werden können. Solche schnell bewegten Ladungsträger werden z. B. zu therapeutischen Zwecken, zur Eizeugung von Kernreaktionen und zur Herstellung von Strahlenquellen, insbesondere zur Erzeugung von Neutronen und Gammastrahlen, verwendet. Bei diesen Prozessen ist es meistens von Vorteil, möglichst schnell bewegte Ladungsträger zu verwenden, weil mit wachsender Energie die Ladungsträger ihre Eindringungstiefe in den stofflichen Körper, in dem sie wirksam werden sollen, vergrößert wird und dadurch ihre Reaktionsmöglichkeiten erhöht werden. Ein weiterer Vorteil der Benutzung schnell bewegter Ladungsträger besteht vielfach darin, daß die Reaktionswahrscheinlichkeit der Ladungsträger mit wachsender Energie stark ansteigt. Viele Reaktionen, insbesondere solche zur Erzeugung radioaktiver Körper, erreichen überhaupt erst bei genügend hoher Energie der Ladungsträger eine merkliche Wahrscheinlichkeit. Es ist also vorteilhaft, für diese Zwecke möglichst energiereiche Ladungsträger zu verwenden. Andererseits ist mit dieser Steigerung der Energie der Nachteil verbunden, daß die energiereichen Ladungsträger in dem stofflichen Körper eine große Strecke zurücklegen. Deshalb muß der stoffliche Körper, wenn man in ihm die volle Energie der Ladungsträger ausnutzen will, sehr ausgedehnt sein. In manchen Fällen ist es aber störend. Es wäre viel besser, wenn die Wirkung der schnell bewegten Ladungsträger auf einen kleineren Raumteil beschränkt wäre. Beispielsweise ist es bei der Erzeugung von Strahlen, die zur Abbildung von Gegenständen dienen sollen, notwendig, eine Strahlenquelle mit kleinen Abmessungen zu verwenden. In diesen Fällen ist es bei großer Eindringtiefe der die Strahlen erzeugenden Ladungsträger nicht möglich, ihre ganze Energie auszunutzen. Beispielsweise ist es bei der Erzeugung von Strahlen, die zur Abbildung von Gegenständen dienen sollen, notwendig, eine Strahlenquelle mit kleinen Abmessungen zu verwenden. In diesen Fällen ist es bei großer Eindringtiefe der die Strahlen erzeugenden schnell bewegten Ladungsträger nicht möglich, die Energie der Ladungsträger ganz auszunutzen.
  • Diese Nachteile werden bei der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Ausnutzung schnell bewegter Ladungsträger; insbesondere von Ladungsträgern mit einer Energie von mehr als o,5 MV, dadurch vermieden, daß der stoffliche Körper, in dem die Ladungskörper wirken sollen, in einem Magnetfeld angeordnet ist, dessen Feldstärke und Feldrichtung so gewählt ist, daß die Richtung der Bahnprojektion der Ladungsträger im Innern des stofflichen Körpers auf eine Ebene senkrecht zur Hauptrichtung des Magnetfeldes sich insbesondere um mehr als 9o°, vorzugsweise um mehr als 270'° ändert und daß auf dem Teil des Weges der Ladungsträger im stofflichen Körper, auf dem diese erste Richtungsänderung 9o° ausmacht, die Energie der Ladungsträger um weniger als drei Viertel, vorzugsweise um weniger als die Hälfte ihres Anfangswertes abgebremst wird.
  • Der Vorteil, den die Erfindung bietet, beruht darauf, daß durch die Krümmung der Ladungsträgerbahn in einem Magnetfeld der Teil der Bahn in einem bestimmten Raumteil vergrößert wird. Dieser Vorteil macht sich besonders dann bemerkbar, wenn sich die Richtung der Bahnprojektion in einer Ebene senkrecht zur Hauptrichtung des Magnetfeldes nicht nur um 9o°, sondern um 27o'° oder noch mehr ändert. Während die Bahn sich ohne eine solche Krümmung geradlinig durch den stofflichen Körper erstrecken und den Körper auf einer großen Länge durchsetzen würde, liegen bei Verwendung einer durch ein Magnetfeld gekrümmten Bahn die Raumteile, in denen die Ladungsträger ihre Wirksamkeit entfalten, viel näher beieinander. Die Verwendung einer gekrümmten Bahn bietet aber nur dann merkliche Vorteile, wenn der Energieverlust, den die Ladungsträger auf dem Teil ihres Weges haben, auf dem die erste Richtungsänderung um 9o° erfolgt, noch nicht drei Viertel ihres Anfangswertes beträgt. Würde der Energieverlust größer sein, so böte eine solche gekrümmte Bahn gegenüber einer geradlinigen Bahn nur noch geringere Vorteile, da eine geradlinige Bahn sich in diesem Fall nicht sehr viel weiter erstrecken würde als die gekrümmte Bahn. Einen besonderen Vorteil bietet die Einrichtung nach der Erfindung, wenn das Feld so groß gewählt wird, daß die gekrümmten Bahnen der Ladungsträger im Innern des stofflichen Körpers enden oder wenn sich ihre Bewegungsrichtung um ein Mehrfaches von 36o° ändert. Dann kann man bei genügend starker Krümmung der Bahn erreichen, daß ein sehr großer Teil der Wirkung der Ladungsträger auf einem sehr eng begrenzten Raumteil ausgenutzt wird. Dies ist wichtig bei Erzeugung von Gamma-und Neutronenstrahlen durch schnell bewegte Ladungsträger, denn dadurch kann man nahezu punktförmige, wenig ausgedehnte, strichförmige Strahlenquellen erzeugen.
  • Besonders einfach sind die Verhältnisse, wenn ein Ladungsträgerstrahl annähernd paralleler Bewegungsrichtung verwendet wird und das Magnetfeld senkrecht zu der Bewegungsrichtung der Ladungsträger steht. Dann bewegen sich nämlichdie Ladungsträger praktisch nur senkrecht zum Magnetfeld, und es kann ihre Bahn bei genügender Stärke des Magnetfeldes in einer Ebene aufgewickelt werden. Treffen die Ladungsträgerstrahlen nicht senkrecht zur Richtung des Magnetfeldes auf den stofflichen Körper, sondern unter einem spitzen Winkel zu dieser Richtung, so bleibt die Komponente der Geschwindigkeit der Ladungsträger parallel zum Magnetfeld selbstverständlich unbeeinflußt. Mit dieser Geschwindigkeitskomponente können die Ladungsträger in den Körper so weit eindringen, bis ihre Energie durch die bremsende Wirkung des stofflichen Körpers aufgezehrt ist. Um eine möglichst weitgehende Aufspulung der Bahnen der Ladungsträger zu erzielen, wird man es so einrichten, daß die Ladungsträger nahezu senkrecht zum Magnetfeld den stofflichen Körper durchsetzen. Dies kann man leicht erreichen, wenn die Ladungsträger einer künstlichen Ladungsträgerquelle entstammen und durch zusätzliche elektrische und magnetische Felder auf hohe Energie gebracht worden sind und eine bestimmte Richtung erhalten haben. Stammen die Ladungsträger jedoch beispielsweise aus einem radioaktiven Präparat, so ist dies im allgemeinen nicht mehr möglich, denn aus einem solchen Präparat treten die Ladungsträger nach allen Richtungen gleichmäßig aus. In einem solchen Fall ist es vorteilhaft, die Ladungsträgerquelle im Innern des stofflichen Körpers anzuordnen und dann den stofflichen Körper gegebenenfalls mitsamt der Ladungsträgerquelle der Wirkung eines möglichst starken Magnetfeldes auszusetzen. Die Ladungsträgerbahn wird nur entsprechend der Geschwindigkeitskomponente der Ladungsträger senkrecht zum Magnetfeld aufgewickelt, während die Geschwindigkeitskomponente parallel zum Magnetfeld nur durch Abbremsung beeinflußt wird. In Richtung parallel zum Magnetfeld wird die Ausdehnung der Bahnen also nur durch die abbremsende Wirkung des stofflichen Körpers begrenzt. Ist der Körper nicht genügend ausgedehnt, so werden die Ladungsträger den Körper vorzugsweise in dieser Richtung verlassen. Um eine möglichst gute Ausnutzung der Ladungsträger zu erzielen, ist es daher hierbei zweckmäßig, dem stofflichen Körper parallel zur Richtung des Magnetfeldes, vorzugsweise nach beiden Seiten der Ladu.ngsträgerquelle, eine größere Ausdehnung zu erteilen als in dazu senkrechten Richtungen. Um die Ausdehnung der Körper in dieser Richtung zu beschränken, kann man das Austreten der Ladungsträger aus dem stofflichen Körper durch parallel zur Richtung des Magnetfeldes wirkende elektrische Felder erschweren. Besonders vorteilhaft ist es, die Ladungsträgerquelle selbst als eine der Elektroden auszubilden, die zur Erzeugung des elektrischen Feldes notwendig ist.
  • Die Fig. i bis 7 stellen in zum Teil schematischer Weise Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Einrichtung dar.
  • Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. i trifft ein Ladungsträger nahezu senkrecht auf den stofflichen Körper 2. Ein Magnetfeld wirkt senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger in dem stofflichen Körper. Das Magnetfeld steht also senkrecht auf der Zeichenebene. Innerhalb des stofflichen Körpers verlaufen die Ladungsträger auf einer stark gekrümmten Bahn 3, deren Krümmung mit wachsender Länge der Bahn zunimmt. Die Bahn endet nach zahlreichen Windungen schließlich im Punkt 4. Die Gesamtlänge der Bahn 3 in dem stofflichen Körper 2 ist dabei unabhängig von der Stärke des Magnetfeldes und nur durch die Natur des stofflichen Körpers und die Anfangsenergie der einfallenden Ladungsträger bestimmt. Ist das Magnetfeld sehr schwach, so ist die Krümmung der Bahn sehr viel geringer. Die Teilchen werden tief in den Körper eindringen, und erst am Ende der Bahn, wenn die Energie der Teilchen schon sehr stark abgenommen hat, wird sich eine Aufwicklung der Bahn infolge des Magnetfeldes bemerkbar machen. Je stärker das Magnetfeld ist, um so früher tritt die Krümmung und Aufwicklung der Bahn merklich in Erscheinung. Will man eine möglichst starke Konzentrierung der Wirkung der Ladungsträger auf einen engen Raumteil erzielen, so wird man deshalb ein sehr starkes Magnetfeld verwenden. Bei einem starken Magnetfeld wird eine Änderung der Richtung der Ladungsträger um i8o° schon längs einer relativ kleinen Bahnlänge eintreten. Dann kann es vorkommen, daß die Ladungsträgerbahn nicht völlig in dem Körper verläuft, sondern daß die Ladungsträger nach derselben Seite, aus der ihr Eintritt erfolgte, wieder austreten. Um dies zu vermeiden, ist es zweckmäßig, die Ladungsträger möglichst streifend in das Magnetfeld bzw. in den Körper eintreten zu lassen. Dabei muß man bedenken, daß in den meisten Fällen der Ladungsträgerstrahl aus einem magnetfeldfreien Raum kommt und in .das Magnetfeld eintritt. Dieses Magnetfeld wird meistens nur in dem Gebiet des stofflichen Körpers wirken und nach außen an der Grenze des stofflichen Körpers möglichst steil abfallen. Ist das jedoch nicht der Fall, so wird die Ladungsträgerbahn auch außerhalb des stofflichen Körpers eine Krümmung aufweisen, wie durch die Linie 5 in den Fig. i, 2 und 3 angedeutet ist. Meist wird das Feld außerhalb des stofflichen Körpers 2 schwächer sein als innerhalb desselben, und daher wird auch die Krümmung der Ladungsträgerbahn im Außenraum kleiner sein als im stofflichen Körper. Die Bahn wird also im Außenraum bei dem angenommenenFeld im Innern des Körpers 2 im allgemeinen zwischen den Bahnen i und 5 verlaufen.
  • Um zu bewirken, daß die Ladungsträgerbahn möglichst ganz in dem stofflichen Körper verläuft, ist es vorteilhaft, die Bahn möglichst steifend in den Körper eintreten zu lassen, wie in Fig. 2 dargestellt ist. Die Ladungsträgerbahn 5 trifft dort bei 6 in den stofflichen Körper 2 ein. Würden jedoch die Ladungsträger in dem stofflichen Körper gar nicht abgebremst werden, so würden sie im Innern des stofflichen Körpers nicht auf einer geschlossenen Bahn laufen. Nur dadurch, daß die Ladungsträger im stofflichen Körper 2 genügend Energie verlieren und dadurch die Krümmung ihrer Bahn anwächst, ist es möglich, zu erreichen, daß die Ladungsträgerbahn ganz in dem stofflichen Körper verläuft.
  • Eine andere Möglichkeit, die Ladungsträgerbahn ganz in dem stofflichen Körper verlaufen zu lassen, besteht darin, daß man die Oberfläche des stofflichen Körpers nicht glatt wählt, sondern, wie in Fig. 3 gezeigt ist, eine Art Stufe 7 anbringt, in die der Ladungsträgerstrahl bei 8 eintritt.
  • Es ist aber nicht immer notwendig, daß die Ladungsträgerbahn gänzlich in dem stofflichen Körper verläuft. Wenn es nur darauf ankommt, da.ß die Wirkung in einem schmalen, begrenzten stofflichen Körper stattfindet, so kann man die Bahn auch an der Rückseite des Körpers 2, wie in Fig.4 gezeigt ist, oder an einer anderen Seite wieder austreten lassen, wenn man nur dafür sorgt, daß in dem von dem stofflichen Körper freien Raum auch noch ein Magnetfeld vorhanden ist, das die Bahn 9 der Ladungsträger weiter krümmt und so bewirkt, daß diese wieder in den stofflichen Körper :z eintreten. Durch ein solches Verfahren wird die Ausnutzung des Ladungsträgerstrahles nicht verringert, denn auf dem Bahnteil 9 findet kein Verlust an Energie der Ladungsträger statt, so daß die ganze Ausnutzung des Ladungsträgerstrahles nur in dem stofflichen Körper 2 zur Wirkung. kommt.
  • Im allgemeinen wird man es so einrichten, daß das Magnetfeld im wesentlichen nur innerhalb des stofflichen Körpers 2 wirkt. Ein mehr oder minder starkes Eindringen des Magnetfeldes auch in den Außenraum ist jedoch aus praktischen Gründen nicht zu vermeiden. Dies kann für die Einführung des Ladungsträgerstrahles in den stofflichen Körper hinderlich sein. Es ist dann unter Umständen vorteilhaft, den Ladungsträgerstrahl durch ein Rohr an den stofflichen Körper heranzuführen, in dem er gegen das Magnetfeld abgeschirmt ist.
  • In den Fig. i, 2, 3, 4 ist angenommen worden, daß das Magnetfeld senkrecht zur Ladungsträgerbahn steht. Es kann unter Umständen Vorteile bieten, das Magnetfeld mehr oder weniger schräg zur Ladungsträgerbahn zu richten. Bei einer Anordnung nach Fig. i, bei der das Magnetfeld senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger steht, ist das Gebiet, in dem die Ladungsträger wirken, ein flächenhaftes Gebilde, dessen Breite durch die Stärke des Magnetfeldes bedingt ist. Die Dicke dieses flächenhaften Gebildes in Richtung des Magnetfeldes, senkrecht zurZeichenebene, ist durch die Höhe des Ladungsträgerstrahles in dieser Richtung bedingt. Für manche Zwecke, z. B. bei der Herstellung radioaktiver Präparate, kann es vorteilhaft sein, die Breite des flächenhaften Gebildes zu verkleinern und dafür eine gewisse Erhöhung der Dicke dieses Gebildes in Kauf zu nehmen. Das kann man erreichen, indem man das Magnetfeld schräg zu der Bewegungsrichtung der Ladungsträger wirken läßt. Dann wird bei gleichem Magnetfeld die Breite des flächenhaften Gebildes geringer, weil nämlich die Geschwindigkeitskomponente der Ladungsträger senkrecht zum Magnetfeld, die für die Weite der Bahnspirale maßgeblich ist, durch das schräge Einführen des Ladungsträgerstrahles in das Magnetfeld geringer geworden ist. Dadurch tritt eine Geschwindigkeitskomponente parallel zum Magnetfeld auf. Diese wird durch das Magnetfeld nicht beeinflußt. Die Ladungsträger dringen also, ohne von dem Magnetfeld beeinflußt zu werden, auch in Richtung des Magnetfeldes in den stofflichen Körper ein. Die Tiefe, bis zu der die Ladungsträger in den Körper in Richtung des Magnetfeldes eindringen, ergibt sich auf folgende Weise: Ist So die gesamte Bahnlänge der Ladungsträger im stofflichen Körper und ist a der Winkel, den die Ladungsträger mit der Richtung des Magnetfeldes bilden, so ist die Länge der Bahn in Richtung des Magnetfeldes So - cos a. Ist die ursprüngliche Breite des flächenhaften Gebildes bei senkrechter Richtung der Geschwindigkeit der Ladungsträger zum Magnetfeld d, so ist nunmehr bei gleichem Magnetfeld die Ausdehnung des flächenhaften Gebildes nur noch d - sin a. Man erreicht also durch dieses Schrägstellen des Magnetfeldes gegen die Bewegungsrichtung der Ladungsträger eine Verkleinerung der Breite des Raumteiles, in dem die Ladungsträger wirken. Gleichzeitig wächst die Ausdehnung des Gebildes in Richtung des Magnetfeldes an. Auch für die Erzeugung des Magnetfeldes kann die richtige Wahl dieser Größen von Bedeutung sein, und daher kann es unter Umständen zweckmäßiger sein, die Bewegungsrichtung der Ladungsträger nicht genau senkrecht zum Magnetfeld zu wählen.
  • In den bisherigen Figuren ist angenommen worden, daß ein Ladungsträgerstrahl aus einer Ladungsträgerquelle von außen auf den stofflichen Körper heraufgeschossen wird. Es sind aber auch Fälle von Wichtigkeit, bei denen die Ladungsträgerquelle innerhalb des Körpers, in dem die Ladungsträger wirken sollen, untergebracht bzw. von ihm umgeben ist. Meistens wird es sich dabei um ein radioaktives Präparat handeln, das negative oder positive Elektronen aussendet. Auch in diesem Fall, der in Fig. 5 dargestellt ist, kann es von Vorteil sein, ein Magnetfeld zu verwenden, um das Wirkungsgebiet der Ladungsträger zu konzentrieren. In Fig. 5 stellt i i die Ladungsträgerquelle dar. Es ist wieder angenommen, daß das Magnetfeld senkrecht zur Zeichenebene wirkt. Von einer solchen Ladungsträgerquelle werden die Ladungsträger im allgemeinen nach allen Seiten gleichmäßig, also nahezu kugelsymmetrisch, ausgesandt. Das Magnetfeld wirkt daher nur auf die zum Magnetfeld senkrechte Geschwindigkeitskompoj nente der Ladungsträger ein. In dieser Richtung betrachtet, wird die Ladungsträgerbahn analog, wie es in Fig. i gezeigt ist, aufgewickelt, während die Geschwindigkeitskomponente in Richtung des Magnetfeldes unbeeinflußt bleibt. Werden also die Ladungsträger in einer Richtung ausgesandt, die den Winkel a mit dem Magnetfeld bildet, und ist die gesamte Bahnlänge in dem stofflichenKörper So, so werden diese Ladungsträger in Richtung des Magnetfeldes die Wegstrecke So * cos a zurücklegen. Währenddessen wird die Bahnrichtung senkrecht zum Magnetfeld in immer stärkerem Maß gekrümmt. Die Projektion der Ladungsträgerbahn auf eine Ebene senkrecht zur Hauptrichtung des Magnetfeldes stellt eine Spirale analog der in Fig. i dar. Die Ladungsträger verlaufen also auf Spiralbahnen, die im Körper :2 in den Punkten 4. endigen. Hat der stoffliche Körper in Richtung des Magnetfeldes, von der Ebene gerechnet, in der sich die Ladungsträgerquelle i i befindet, eine Ausdehnung d, so endigen nur diejenigen Bahnen innerhalb des stofflichen Körpers, für die S.' cos a kleiner als d ist, andernfalls treten die Ladungsträger an der Ober- bzw. an der Unterfläche des stofflichen Körpers aus. Je stärker die Bewegungsrichturig der Ladungsträger gegen das Magnetfeld geneigt ist, um so größer ist ihre Geschwindigkeit senkrecht zur Richtung des Magnetfeldes und um so geringer ist ihre Bahnkrümmwig. Die Teilchen, die eine große Geschwindigkeitskomponente senkrecht zum Magnetfeld haben, werden also erst in einem Punkt enden, der in Richtung senkrecht zum Magnetfeld weiter von der Ladungsträgerquelle i i entfernt ist als die Endpunkte derjenigen Bahnen, die nur eine geringere Geschwindigkeitskomponente senkrecht zum Magnetfeld haben. Diejenigen Punkte q. in Fig. 5, die am weitesten vom Präparat ii entfernt sind, rühren also von Bahnen her, die sehr stark gegen das Magnetfeld geneigt sind. Die Punkte in der Nähe des Präparates rühren von solchen Bahnen her, deren Bewegungsrichtung nur einen kleinen Winkel mit dem Magnetfeld bilden.
  • Dabei ist angenommen, daß die Energie aller ausgesandten Teilchen gleich ist. Durch die aufwickelnde Wirkung des Magnetfeldes wird also erreicht, daß die Zone, in der die Ladungsträger in dem stofflichen Körper 2 wirken, in Richtung senkrecht zum Magnetfeld wesentlich verkleinert wird. Die Richtung parallel zum Magnetfeld bleibt unbeeinflußt. Will man also möglichst viele Ladungsträger zur Wirkung bringen, so ist es zweckmäßig, dem stofflichen Körper 2 in Richtung des Magnetfeldes eine größere Ausdehnung zu geben als senkrecht dazu, Eine weitere Erhöhung der Ausnutzung der Ladungsträger erreicht man mit der Anordnung nach Fig.6, bei der parallel bzw. antiparallel zur Richtung des Magnetfeldes H ein elektrisches Feld auf die Ladungsträger derart einwirkt, daß ihre Geschwindigkeitskomponente verkleinert wird. Zur Erzeugung eines solchen elektrischen Feldes dienen bei diesem Ausführungsbeispiel die Elektroden 12, die sich gegenüber der Ladungsträgerquelle i i, falls diese negative Teilchen aussendet, auf negativem Potential befinden. Die Ladungsträgerquelle i i kann auch noch mit einer mittleren Elektrode 13 verbunden werden. Falls die Ladungsträgerquelle positive Teilchen aussendet, muß die elektrische Feldstärke umgekehrt wirken.
  • Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 wird der stoffliche Körper 2 von dem Ladungsträgerstrahl nahezu streifend getroffen. Es ist dabei angenommen, daß nur im Innern des stofflichen Körpers 2 ein Magnetfeld von etwa gleichmäßiger Stärke wirkt. Die Ladungsträgerbahn 3 verläuft im Innern des stofflichen Körpers auf einer Spirale, ähnlich wie dies an Hand der Fig. i erläutert ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist angenommen, daß die abbremsende Wirkung des stofflichen Körpers nur sehr gering ist. Die Krümmung der Spirale ändert sich daher auf dem Weg, auf dem eine Richtungsänderung um 36ö° erfolgt, nur sehr wenig. Eine Windung der Spirale unterscheidet sich also nur wenig von einem Kreis, so daß die Spirale nach einem Umlauf aus dem stofflichen Körper in der Nähe der Eintrittsstelle des Strahles i wieder aus dem Magnetfeld austreten würde. Um diesen unerwünschten Austritt der Ladungsträger nach einem einzigen Umlauf zu verhindern, wird bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 im Weg der Ladungsträgerbahn ein stofflicher Körper 14 vorgesehen, der die Ladungsträger erheblich stärker abbremst als der stoffliche Körper 2. Schon in verhältnismäßig dünner Schicht erfolgt daher eine Abbremsung der Ladungsträger um einen solchen Betrag, daß der Krümmungradius der Ladungsträgerbahn nach dem Verlassen des Bremskörpers 14 merklich kleiner ist als vor dem Eintritt in denselben. Nach einem Umlauf trifft daher der Ladungsträgerstrahl 3, wie in Fig. 7 dargestellt ist, den Bremskörper 14 an einer Stelle, die dem Innern der Spirale näher liegt als die vorhergehende Austrittsstelle des Ladungsträgerstrahles aus dem Bremskörper 14. Durch entsprechende Wahl der Abmessungen des Bremskörpers 14 und der Lage der ersten Eintrittsstelle des Ladungsträgerstrahles in den Bremskörper 14 kann man erreichen, daß er schon nach einem Umlauf oder nach wenigen Umläufen nicht mehr auf den Bremskörper 14 auftrifft, sondern, wie in Fig. 7 bis 15 angedeutet ist, an ihm vorbeiläuft. Anschließend laufen die Ladungsträger auf einer nur langsam enger werdenden Spirale. Sie werden in der Regel erst in einem der Mitte der Spirale nahegelegenen Punkt 4 enden. Durch den Bremskörper 14 kann man also bei passender Wahl der Abmessungen und der Werkstoffe erreichen, daß die Ladungsträgerbahn ganz im Innern des stofflichen Körpers a verläuft.
  • Falls der stoffliche Körper 2 kleiner ist als das Magnetfeld, kann man den Bremskörper 14 auch außerhalb des stofflichen Körpers 2 anbringen. Der Bremskörper 14 bewirkt auch in diesem Fall, daß die Ladungsträger aus dem Magnetfeld nicht wieder austreten und stattdessen in kurzer Zeit in das Innere des stofflichen Körpers :2 eindringen.
  • Die Anordnung nach Fig. 7 ist besonders dann von Bedeutung, wenn der stoffliche Körper, in dem die Ladungsträger zur Wirkung kommen sollen, eine sehr geringe Bremswirkung auf die Ladungsträger ausübt. Dieser Fall liegt beispielsweise bei Gasen oder Dämpfen vor. Es empfiehlt sich deshalb, diese Gase oder Dämpfe in einem Behälter unterzubringen, dessen äußere Begrenzung 16, sofern sie innerhalb des Magnetfeldes liegt, die Wirkung des Bremskörpers 14 übernehmen kann.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Einrichtung zur Ausnutzung schnell bewegter Ladungsträger, insbesondere mit einer Energie von mehr als o,5 MV, dadurch gekennzeichnet, daß der stoffliche Körper, in dem die Ladungsträger wirken sollen, in einem Magnetfeld angeordnet ist, dessen Feldstärke und Feldrichtung so gewählt ist, daß die Richtung der Bahnprojektion der Ladungsträger im Innern des stofflichen Körpers auf eine Ebene senkrecht zur Hauptrichtung des Magnetfeldes sich insgesamt um mehr als 9o°, vorzugsweise um mehr als 27o°, ändert und daß auf dem Teil des Weges der Ladungsträger im stofflichen Körper, auf dem diese erste Richtungsänderung 9o'0 ausmacht, die Energie der Ladungsträger um weniger als drei Viertel, vorzugsweise um weniger als die Hälfte ihres Anfangswertes abgebremst wird.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß Ladungsträger mit annähernd paralleler Bewegungsrichtung verwendet werden und das Magnetfeld senkrecht zur Richtung der auf den stofflichen Körper auftreffenden Ladungsträger gerichtet ist.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Feldstärke des Magnetfeldes so groß und die Einfallsrichtung der Ladungsträger in den stofflichen Körper derart gewählt ist, daß die Ladungsträger sich unter dem Einfluß des Magnetfeldes und der abbremsenden Wirkung des stofflichen Körpers auf gekrümmtenBahnen bewegen, die im Innern des stofflichen Körpers enden.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetfeld nach Form, Lage und Stärke und die Eintrittsrichtung der Ladungsträger so gewählt werden, daß die Ladungsträger mehrfach aus dem stofflichen Körper austreten und wieder in ihn eintreten.
  5. 5. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Bewegungsrichtung der Ladungsträger, bevor diese den stofflichen Körper verlassen, um ein Mehrfaches von 36o° ändert.
  6. 6. Einrichtung nach Anspruch i oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungsträgerquelle, vorzugsweise eine Quelle schneller Elektronen, beispielsweise ein radioaktives Präparat, im Innern des stofflichen Körpers angeordnet ist.
  7. 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der stoffliche Körper parallel zur Richtung des Magnetfeldes, vorzugsweise nach beiden Seiten der Ladungsträgerquelle, eine größere Ausdehnung aufweist als in dazu senkrechten Richtungen. B. Einrichtung nach Anspruch i oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Austreten der Ladungsträger aus dem stofflichen Körper durch parallel zur Richtung des Magnetfeldes wirkende elektrische Felder erschwert wird. g. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladungsträgerquelle eine der zur Erzeugung des elektrischen Feldes dienenden Elektroden bildet. io. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Magnetfeldes in der Bahn der Ladungsträger ein weiterer stofflicher Körper vorgesehen ist, durch den die Ladungsträger stärker abgebremst werden als längs des gleichen Weges in dem stofflichen Körper, in dem die Ladungsträger wirken sollen. i i. Einrichtung nach Anspruch i und folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der stoffliche Körper aus einem Gas oder Dampf besteht, der im Innern eines Behälters untergebracht ist, der für die Ladungsträger wenigstens an der Eintrittsstelle durchlässig ist.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1133044B (de) * 1955-11-25 1962-07-12 High Voltage Engineering Corp Verfahren und Vorrichtung zur Bestrahlung von Gasen mit sehr energiereichen, geladenen Teilchenstrahlen

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DE1133044B (de) * 1955-11-25 1962-07-12 High Voltage Engineering Corp Verfahren und Vorrichtung zur Bestrahlung von Gasen mit sehr energiereichen, geladenen Teilchenstrahlen

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