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Anrollvorrichtung an Wickeltrommeln für den flachen Aufbau von Luftreifen
Die Erfindung behandelt eine Anrollvorrichtung an Wickeltrommeln für den flachen
Aufbau von Luftreifen.
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Bei dem bekannten Flachbandverfahren werden die Reifenbestandteile
nacheinander aus verschiedenen Lagen auf einer zusammenklappbaren, zylindrischen
Trommel zusammengestellt. Ein Anrollverfahren bringt die einzelnen Lagen anschließend
in innige Berührung miteinander und zum gegenseitigen Haften. Dablei erfolgt ein
fortlaufender Druck auf die äußere Lagenfläche. Dlas Anrollverfahren umfaßt auch
das Umwenden der Lagen an den Enden der Trommel, um die Wulstdrähte einzubetten.
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Für das Umwenden der Lagen an den Bandenden kannte man bisher noch
kein vollkommen zuverlässiges mechanisches Anrollwerkzeug oder geeignete Anrollmaschinen.
Der Reifenarbeiter mußte deshalb diesen Arbeitsgang größtenteils von Hand oder mit
einem Handrolkverkzeug erledigen, obwohl die Reifenmaschinen für die vorangehenden
Rollarbeiten bereits mit automatischen Rollern ausgerüstet sind.
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Die ersten Anrollvorrichtungen arbeiteten mit verschieden geformten
Walzen. Diese Walzen wurden radial an !die Trommel herangeschoben, bis sie die Reifenllagen
berührten und sich damit drehten. Eine bekannte Maschine arbeitete zum Umbiegen
der Lagen z. B. mit einer zylindrischen Walze, die am Umfang einer Trommelkante
angriff, und einer zweiten Walze, die über die Band-
kante hinaus
bewegbar war. Die zweite Walze war dabei so geformt, daß auch während eines späteren
Arbeitsvorgangs, z. B. bei eingelegtem Walstdraht, das Umbiegen der Lagen möglich
war. Bei diesen Maschinen entstand im wesentlichen eine Punktberührung zwischen
Anrollvorrichtung und Lagen, so daß sich an den Lagen immer wieder Falten bildeten.
Auch das gegenseitige Kleben der Lagen war unbefriedigend. Bei höheren Trommelgeschwindigkeiten
verhinderten die Zentrifugalkräfte sowohl das Kleben wie auch das Umwenden, so daß
nur verhältnismäßig geringe Trommelgeschwindigkeiten möglich waren. Die Anordnung
war außerdem unnachgiebig. Man mußte die Anrollwerkzeuge deshalb auf eine bestimmte
Stellung einstellen. Bei Veränderungen in der Schichtung der umzuwendenden Lagen
versagte die Einrichtung dann.
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Federnde Anrollvorrichtungen in der Art endloser federnder Riemen
wurdien schon früher vorgeschlagen, jedoch nur in begrenztem Umfang angewandt.
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Gemäß der Erfindung wird ein wirksames Umflaten der Lagen um die
Kante der Trommel in radialer Richtung dadurch erreicht, daß die Anrollvorrichtung
aus einem Paar Seilscheiben mit einem darüberl,aufenden, federnden endlosen Riemen
und einer Andrückrolle zwischen dem Sel!-scheilienpaar besteht, wobei die Andrückrolle
am Riemen anliegt und quer dazu beweglich ist.
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Durch die eigenartige Anordnung entsteht eine breite, nachgiebige
Andrückfläche an der Trommelkante, die nicht nur die einzelnen Lagen hervorragend
miteinander verhaften macht, sondern zugleich auch jede nachteilige Faltenbildung
in der bearbeiiteten Lage ausschließt. Ein Lösen oder, Loslassen einzelner Lagen
ist durch die breite und federnde Andrückfläche ebenfalls ausgeschlossen.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt deshalb eine höhere Trommelgeschwindigkeit
und damit einen größeren Reifenausstoß. Veränderungen in der Schichtung der umzuwendenden
Lagen werden durch die federnde Anordnung ebenfalls ausgeglichen und damit die Anrollvorrichtung
vielseitig verwendbar.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird unter Zuhilfenahme
der Zeichnung im nachstehenden erläutert, und zwar zeigt Fig. I eine Vorderansicht
der Anrollvorrichtung und Wickel der Trommel, gesehen von der Linie 1-1 der Fig.
2, Fig. 1 a eine Ansicht von der Linie 1a-1a der Fig. 1 gesehen, Fig. 1 b einen
vergrößerten Schnitt einer Einzelheit der Fig. I am oberen Ende der Kolhenstange
des unteren Luftzylinders, Fig. 2 eine Seitenansicht der Anrollvorrichtung nach
Fig. I, von der rechten Seite der Fig. I gesehen (mit strichpunktierten Linien ist
die Arbeitsstellung einer Andrückrolle dargestellt), Fig. 3 eine Draufsicht der
Andrückrolle, Fig. 4 eine Vorderansicht der Andrückrolle nach Fig. 3, Fig. 5 einen
Schnitt gemäß der Linie 5-5 der Fig. 4, Fig. 6 eine Teilansicht einer Trommelkante,
das Umfallen des ersten Lagenpaares durch die Anrollvorrichtung darstellend, Fig.
7 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 6, die in strichpunktierten Linien das Umfallen
des zweiten Lagenpaares nach Einlage der Wulstdrähte zeigt, Fig. 8 einen Teilschnitt
der Trommelkante und das vollständige Umfalten des zweiten Lagenpaares.
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Die Reifenaufbautrommel 1 ist auf einer Welle 2 befestigt und hat
den üblichen und nicht welter dargestellten Antrieb.
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Wie aus Fig. 2 ersichtlich, sitzt die Anrollvorrichtung mittels des
Bettes 4 auf dem Fuß 3, wobei die gesamte Vorrichtung zur und von der Trommel I
durch einen Luftzylinder 6 üblicher Art, der auf einer Platte 7 am Bett 4 befestigt
ist, bewegt wird. Die Platte ist gegen die Senkrechte etwas geneigt. Der Zylinder
sitzt auf einem Sockel 8, der auf der Platte 7 durch vier Schrauben g befestigt
ist. Eine stehende Platte I.I; die am Sockel 8 brefestigt und Idurch ein Paar Endrippen
verstärkt wird, ist zur Aufnahme einer mit Gewinde versehenen Büchse 14 (Fig. Isb)
durchbohrt. Die Büchse 14 hat einen Flansch 15, der am Zylinder befestigt ist, wobei
der Zylinder an der Platte 11 durch eine Mutter I6 auf der Büchse 14 gehalten wird.
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Die Kolbenstange 17 gleitet in der Büchse 14, wobei sie mit der Grundplatte
für die Anrollvorrichtung so verbunden ist, daß sie die Anrollvornichtung zur Trommel
vor- und zurückbewegt.
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Die Anrollgrundplatte weist einen Quersupport 18 auf, der durch einen
Beolzen 19 mit einer Mutter 21 am Teil 22 befestigt ist. Der Teil 22 bildet mit
dem Schlitten 23 und seinen abgeschrägten Führungen 24, 26 ein Ganzes, wobei letztere
wiederum in die Schwalbenschwanzführungen des Tisches 7 gleitend eingreifen. Mit
Hilfe der Nachstelleiste 27 mit rhomboidem Querschnitt und den Schrauben 28 kann
man den Gleitsitz nachstellen. Die Kolbenstange I7 ist an ihrem äußeren Ende mit
Gewinde versehen, das in eine Gewindebohrung 291 eines Kopfes 30 des Bolzens 19
greift, wobei sie in ihrer Stellung durch die Gegenmuttern 3I gesichert wird.
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Zur Doppelwirkung der Kolbenstange sind die Luftleitungen 32, 33 vorgesehen.
Es ist ersichtlich, daß die Kolbenstange 17 beim Bewegen den Quersupport I8 zusammen
mit den Andrückrollen sowie demSchlitten23, der in den Führungen derPlatte7 läuft,
mitnimmt, so daß die Anordnung ständig mit der Achse der Kolbenstange I7 fluchtet.
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Um die Bewegung der Anrollvorrichtung nach außen zu begrenzen, ist
wie bei 35 in den Quersupport eine Stange 34 eingeschraubt, die in einer Bohrung
in einem Anschlagstück 36 gleitet, das von dem den Zylinder haltenden Sockel 8 getragen
wird. Eine auf die Stange 34 geschraubte Mutter 37 sperrt die Auswärtsbewegung,
wenn der Anschlag 36 aufsitzt, wobei tdie Mutter 37 durch die Gegenmutter 38 in
ihrer Stellung gesichert wird.
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Die Andrückrollen sind zur Einstellung entlang dem Quersupport I8
beweglich. Diese Vorrichtungen an den gegenüberliegenden Trommelrändern sind spiegeibilsdlich
gleich. Es genügt deshatb dlie Erläuterung der rechten Anrollvorrichtung in Fig.
I.
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Die Anrollvorrichtung wird auf dem Quersupport I8 durch einen Winkel
39 gehalten, dessen Fuß 40 zur Gleitführung entlang dem Support I8 wie bei 41 ausgespart
ist, wobei ein wie bei 43 ausgespartes Klemmstück 42 auf der gegenüberliegenden
Seite des Supports I8 durch eine Schraube 44 gesichert wird, die durch einen Schlitz
46 des Supports geht und in den Fuß 40 des Winkels 39 eingeschraubt ist. Wenn die
Schraube 44 gelöst ist, kann man sden Fuß 40 entlang dem Quersuppoft I8 einstellen,
wobei der Schlitz 46 zur freien Bewegung der Schraube vorgesehen ist.
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Die Feineinstellung des Winkels 319 auf dem Support 18 ist durch die
Schraube 47 möglich, deren Hals 48 in einem am Ende der Unterseite des Supports
x8 befestigten Lagerbock 49 drehbar gelagert ist, wobei ihr Gewinde in das Klemmstück
42 eingreift. Der Hals 48 wird in dem Lagerbock durch einen Ring ei gehalten, wobei
ein Drehen des gerändelten Kopfes 52 das eKlemmstück 42 entlang dem Support I8 bewegt.
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Der Winkel 39 besitzt einen oberen Tisch 53, der gegenüber dem Fuß
40 geneigt ist, wobei dessen obere Fläche der Länge nach in der Mitte eine Aussparung
wie bei 54 aufweist, die zur Aufnahme der Haupthalterung 56 dient, die unmittelbar
die Andrückrolle trägt. Der Querschnitt der Haupthalterung ist winkelförmig, wobei
der Fuß 57 in die Aussparung 54 eingepaßt und wie bei 55 auf den Tisch 53 geschraubt
ist.
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Ein Paar gleichachsige Seilscheiben 58, 59 (Fig. 3) sind an jedem
Ende der stehenden Wand 6I der Haupthalterung 56 angebracht, wobei die betreffenden
Paare der Form, dem Aufbau sowie der Anordnung nach gleich sind. Wie aus dem Teilschnitt
links in Fig. 3 ersichtlich, ist die Seilscheibe 58 nach der Wand 6i hin mit einer
Nabe 62 verseheti, während an der anderen Seite auf der Nahe 63 die Seilscheibe
59 gegen Verdrehung durch die auf eine Fläche 66 an der Nabe angreifende Stellschraube
64 gesichert ist. Jedes Seilscheibenpaar ist an der Wand 61 mittels des Bolzens
67 und der Mutter 68 angebracht. Der Kopf 69 des Bolzens 67 liegt am Laufring 71
eines Kugellagers an, das durch einen Federring 72, der in eine Ringnut in der Bohrung
der Nabe 62' eingreift, gesichert ist. Die Nabe 63 hat eine konzentrische Bohrung,
durch die der mit einem Schlitz versehene Kopf 69 mittels eines Schraubenziehers
beim Anziehen der Mutter 68 gehalten werden kann. Über die beiden Seilscheibenpaare
58, 59 laufen endlose federnde Riemen 73 und 74.
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Der Riemen 73 drückt die Lagen gegen die Kanten des Trommelumfanges
an und biegt sich dabei im oberen Riemenabschnitt in Anpassung an die Trommel konkav
durch, während der Riemen 74 an der Trommelkante vorbeiläuft (Stellung der strichpunktierten
Linien in Fig. 2). Stützrolle 76 bzw. 77 stützen den Riemen in der Mitte gegen diese
Durchbiegung ab und verhindern seine Bewegung axial zur Trommel (Fig. 5). Der in
gestrichelten Linien in Fig. 4 dargestellte rechteckige Block 78 trägt ein Paar
senkrechte Rippen auf seiner Stirnfläche, nämlich eine schmale Rippe 79 sowie eine
breitere Rippe 8I, und dient als Träger der Rollen 76, 77. Die äußeren Seitenflächen
der Rippen 79, 8I werden genau in einem Schlitz 82 in der Wand 6I aufgenommen, wobei
der Block 78 an der Wand 6I mit vier Schrauben 83 befestigt ist.
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Die auf dem Wälzlager 84 sitzende Rolle 76 ist auf dem Bolzen 86
angebracht, der in der inneren Seite des Blocks 78 befestigt ist. Die Rolle 77 hat
einen oberen Flansch 88 und ebenfalls ein Wälzlager 89, wobei sie durch einen Bolzen
glI auf dem oberen Längsarm 92 eines aufrecht stehenden Arms 93 angebracht ist,
der um den durch die Rippen 79, 8I gehaltenen Stift 94 schwenkbar ist, so daß der
Arm 93 innerhalb besagter Rippen pendeln kann.
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Der Anschlag des Arms 93 in entgegengesetztem Uhrzeigersinn gemäß
Fig. 5 wird durch eine durch den Arm 93 geschraubte Einstellschraubeg6, die an die
hintere Wand 95 der Aussparung zwischen den Rippen 7!9, 8I anschlägt, begrenzt,
wobei eine Gegenmutter 97 auf der Schraube 96 vorgesehen ist. Der Arm 93 ist im
Uhrzeigersinn gegen den Druck einer Schraubenfeder beweglich, die auf einem in den
Block 78, wie bei Ioo, eingeschraubten Führungsstift 99 angebracht ist. Die Feder
98 wird durch eine Mutter 101 (Fig.3) mit Gegenmutter 102 auf dem Führungsstift
99 gesichert, wobei vorzugsweise an jedem Ende eine Scheibe 103 vorgesehen wird.
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Aus Fig. 3 und 5 ist ersichtlich, daß die Stellung der Rolle 77 in
der Regel so ist, daß der Riemen 74 in der Mitte zwischen den beiden Seilscheiben
58 nach innen in die radiale Ebene der Seilscheiben gedrückt wird, wobei sich diese
Durchbiegung während des Anrollens dauernd auf Grund der Rollenanbringung an dem
schwenkbaren Arm sowie der Wirkung der Feder 98 ändern kann.
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Die Riemen 73 und 74 sind nur zum Umfalten des ersten Lagenpaares
vorgesehen. Für die nachfolgenden Lagen sind größere Trommelgeschwindigkeiten erwünscht.
Es wurde jedoch festgestellt, daß Andrückrollen mit endlosen Riemen bei hohen Geschwindigkeiten
nicht standhalten, sondern unterschiedslos versagen. Deshalb ist zum Umfalten der
weiteren Lagen ein Rollenhefter 104 vorgesehen. Mit der Auflage der ersten zwei
Lagen und der Wulstringe wird die wirksame Breite der Trommel vergrößert. Die Rolle
104 steht deshalb außen am Riemen 74 und kann sich an einem schwenkbaren Arm Io6
zur Trommel hin und her bewegen. Arm I06 dreht sich mit der Nahe 107 auf den Bolzen
1o8, der nahe dem rechten Ende (Fig. 4) der stehenden Wand 6I der Haupthalterung
56 mit der Mutter IO9 und der Nabe Io7 verschraubt ist. Die mit Wälzlagern ausgerüstete
Rolle 104 ist auf einer Spindel 111 SO angebracht, daß sie durch eine Bohrung im
äußeren Ende des Arms Io6
gehend verstellbar ist, wobei sie in ihrer
Stellung durch die Muttern 112 gesichert wird. Das Aufwärtsschwenken des Arms 106
wird durch eine Einstellschraube 113 begrenzt, die in eine Verlängerung 114 des
Arms 106 eingeschraubt ist, wobei sie an den Luftzylinderaufbau anschlagen kann.
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Durch die Kolbenstange eines Luftzylinders 115 wird ein Aufwärtsschwenken
des Arms 106 bewirkt. Ein auf die Kolbenstange 117 geschraubter und durch eine Gegenmutter
118 gesicherter Gabelkopf II6 ist mit dem ArmIoG durch einen mit einem Kopf versehenen
Stift 119, der eine durch einen Splint 121 ges-che--te Scheibe 120 trägt, gelenkig
verbunden.
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Der Luftzylinder 115 ist zwischen die Rippen 122, I23 eines Slattelstückes
I24 eingebaut und durch die in das obere rechteckige Befestigungsstück I27 des Luftzylinders
eingreifenden Schrauben 126 gehalten. Das Sattelstück 124 (Fig. 3) Dreht sich mit
einem Stift 128 in einer Bohrung der Rippe &I des Blocks 78, so daß sich die
Neigung des Zylinders 115 selbsttätig zu der Winkelstellung des betätigten Arms
106 einstellen kann. Der Stift I28 kann z. B. mit dem Sattel I24 verschweißt sein,
während er sich im Block 78 dreht; seine Sicherung erfolgt durch einen Federring
I29 in der Ringnut 13.1.
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Der Luftzylinder 115 kann den Arm 106 nur außerhalb schwenken. Das
Zurückschrauben des Arms erfolgt dagegen durch eine Zugfeder I52 am Gelenkstift
1 19 und am Stift 133, der im Zylinderboden 134 eingehängt ist. Man sieht, daß der
Zylinder 115 mit seinen Befestigungsteilen nur durch den Stift 128 gehalten wird.
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Die Arbeitsweise der Anrollvorrichtung (Fig. 6 bis 8) soll nun im
Hinblick auf Iden Aufbau eines Vierlagenreifens beschrieben werden, wobei nur die
Andrückrollen an einem Trommelende betrachtet werden. Die erste und zweite Lage
I36, I37 werden nacheinander um die Trommel gelegt. Während des Arbeitsvorgangs
hat die Trommel Zylinderform, deren Seiten I35 zur Trommelachse senkrecht stehen.
Die Lagen sind etwas breiter als die Länge der Trommel, so daß die Teile, die um
die Wulstringe gewickelt werden sollen, über die Seiten der Trommel hinausragen.
Für Vorbereitung des Einbettens des Wulstringes werden die Lagenenden, die über
die Seiten der Trommel hinausragen, umgefaltet, d. h. so um die Kante der Trommel
gebogen, daß sie ungefähr eine radiale Stellung zur Trommel einnehmen. Bei diesem
Arbeitsgang weist der umgebogene Teil der Lagen zwangsläufig radial verlaufende
Falten und Unebenheiten auf.
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Zum großen Teil sind diese radialen Wellen die Ursache, daß Andrückrollen
mit kleiner Berührungsfläche für diesen Faltarbeitsgang ungeeignet sind.
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In Fig. 6 wird das Umfalten der ersten zwei Lagen mittels der Andrückrollen
gemäß der Erfindung dargestellt. Bei diesem Arbeitsgang sind die Andrückrollen mittels
des Luftzylinders 6 mit der äußeren Lage zum Anliegen gebracht. Wenn der Riemen
73 die äußere Lage berührt, legt sich der Riemen vom Bewegungspunkt in der.Mitte
fortlaufend nach den Seiten zu an die Lagen auf der Trommel an, so daß der obere
Riementeil schließlich bei der weiteren Aufwärtsbewegung der Anrollvorrichtung im
Bogen die äußere Lage umschließt und dabei genügend auf die Lagen drückt, um die
Lagen untereinander zusammenzukleben und die innere Lage auf die Trommel zu kleben.
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Der Riemen 73 wird durch die Trommel angetrieben, wobei sich der Antrieb
durch die feste Verbindung der Seilscheiben 59 und 58 auch auf den Riemen 74 überträgt.
Der wichtigste Beitrag des Riemens liegt in der Minderung bzw. dem Fortfall der
Faltenbildung der Lagen.
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Durch das Weiterbewegen der Anrollvorrichtung nach Berührung der
Lagen durch den Riemen 73 geht der Riemen 74 an der Trommelkante vorbei (strichpunktierte
Linien in Fig. 2) und biegt dadurch die Lagenkanten nach innen um. Da der Riemen
74 von unten durch die Rolle 76 abgestützt wird, kann sein mittlerer Teil nicht
nach unten ausweichen. Die Lagen werden deshalb auf jeden Fall umgefaltet. Obgleich
sich der Riemen 74 nicht durchbiegen kann, bildet er trotzdem eine wirksame Anrollfläche,
da er an der Trommelseite verläuft. Die von der Feder 98 veranlaßte Durchbiegung
der oberen, mittleren Spannlänge des Riemens 74 gegen die Trommelachse zu gewährleistet
ein allmähliches Umfalten der Lagen. Mit der Stellschraube 96 kann man die Durchbiegung
ändern.
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Der Teil des Riemens, der der äußeren der zwei Seilscheiben 5. naheliegt,
stellt den Anfangspunkt der Berührung dar, wobei das Umfalten der Lagen allmählich
geschieht, und zwar während der Zeitspanne, wo ein angenommener Punkt auf den Lagen
vom Anfangspunkt der Berührung bis zu der Rolle 77 wandert, da der Anfangspunkt
der Berührung etwas weiter von der Trommelkante entfernt liegt als die Mitte des
Riemens. Durch die vergrößerte Berührungsfläche und das allmähliche Umbiegen der
Lagen wird das Umfalten erleichtert und Faltenbildung vermieden. Durch die nachgiebige
Führung der Rolle 77 und des Hebels 93 läuft das Umfalten sehr sanft ab, da die
Andrückrollen Abweichungen der Lagen von der Normalform elastisch nachgeben, so
daß sich rasch wieder normale Arbeitsbedingungen einstellen.
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Die Mittenverschiebung des Riemens 74 sowie die federnde Lagerung
seiner Rolle bringen außerdem noch den weiteren Vorteil, daß die Riemenmitte den
Umfang der Trommel zuerst an der Kante berührt, dann gegen den Druck der Feder 99
um die Ecke und über die Kante gleitet, wobei er nach dem Vorbeigleiten an der Kante
durch die Rückwirkung der Feder 99 etwas nach innen zur Trommel bewegt wird. Auf
diese Weise werden die Lagen kräftig und genau an die Trommel angedrückt und verklebt.
Diese innige Verbindung beginnt nahe dem Riemen 73 und erstreckt sich um die ganze
Trommelkante sowie darüber hinweg.
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Ein Ablösen der Lagen von der Trommelkante durch die Zentrifugalkraftwirkung
ist dadurch ausgeschlossen.
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Bei in nächsten Arbeitsgang wird die ganze Anrollvorrichtullg durch
den Luftzylinder 6 von der Trommel zurückgezogen. Dann legt man den vorbereiteten
Wulstdrahtring 138 in bekannter Weise in die Lagen ein und faltet die Lagen I36,
I37 um denselben Wulstdraht in bekannter Weise. Schließlich wickelt man die dritte
und vierte Lage 144, I45 nacheinander außen um die zweite Lage 137. Das Umfalten
dieser Lagen erfolgt mit der Rolle IO4-auf der Anrollvorrichtung. Die nach der Trommelseite
zu gerichtete Stirnfläche der Rolle 104 liegt außen hinter dem Riemen 7ß, da man
die Lagen 114, 145 um die Wulstdrähte herum wendet. Bei dieser Arbeit muß man die
Trommel rasch drehen; dabei brechen die Riemen 73 und 74 nicht. Das Ankleben der
Lagen beim Herabwenden ist jedoch nicht allzuschwer erreichbar, da die Wulstdrähte
rund sind; die üblichen Andrückkopfrollen genügen deshalb.
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Zur Einleitung des letzten Herabwendens wird der Luftzylinder 115
betätigt, wodurch der Arm Io6 die Andrüchrolle 104 aufwärts hebt und die Enden der
Lagen 144, I45 über die Seite der Wulstdrähte faltet (Fig. 7); hiernach geht die
Andrückrolle durch die Wirkung der Feder I32 wieder zurück.
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Mit dem Umbiegen der Lagen über den Boden der Schalter ist das Umlegen
beendet; das Ergebnis ist in Fig. 8 dargestellt. Die Einrichtung zur Durchführung
dieses Arbeitsganges ist nicht Gegenstand der Erfindung.
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Das Anrollen des Laufstreifens erfolgt wie üblich, eine Erläuterung
ist deshalb nicht erforderlich. Die Anrollvorrichtung nach der Erfindung sorgt für
eine gleichmäßige Verteilung der Falten der einzelnen Lagen beim umlegen um sdie
Trommelkante. Das Andrücken erfolgt dabei über eine breite Fläche unter Vermeidung
von örtlicher Kräfteballung und Beschädigung der Lagen. Dabei ist eine hohe Sicherheit
beim Umlegen gewä.hrleistet. Die elastische Anordnung der Andrückrollen für das
Umfalten um die Trommelkante erlaubt den Andrückrollen ihren Weg ähnlich wie bei
der Handarbeit zu erfüllen und Abweichungen in der Form und Lage des Werkstücks
genau zu folgen.
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Bekanntlich laufen die Trommelenden ja selten in einer Ebene, sondern
schlagen besonders bei alten Maschinen ganz erheblich. Die erfindungsgemäße Anrollvorrichtung
gleich solche Ungenauigkeiten selbsttätig aus.
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Form und Anordnung der Teile lassen sich natürlich gegenüber dem
Beispiel ändern. Die Scheibe 77 z. B. muß nicht unbedingt auf einem Kipphebel sitzen;
sie kann genau so gut für unmittelbare Bewegungsübertragung eingerichtet sein. Ebenso
kann die Andrückrolle 104 anders gebaut sein. Man kann das letzte Umfalten auch
durch fortdauerndes Bewegen der üblichen Protektorlagenrolle erzielen, falls die
Protektorlagen in genauen Breiten vorgesehen sind und damit Unterbrechungen zum
Ilesäumen ihrer Kante wegfallen.