DE8883C - Neuerungen an Gasmotoren - Google Patents
Neuerungen an GasmotorenInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F02—COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
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- F02K9/00—Rocket-engine plants, i.e. plants carrying both fuel and oxidant therefor; Control thereof
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Description
1879.
Klasse 46.
L. A. BÖTTCHER in KÖNIGSBERG i. Pr. Neuerungen an Gasmotoren.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Juni 1879 ab.
Die vorliegende Gaskraftmaschine dient zur Erzeugung von mechanischer Arbeit durch Verbrennung
eines Gemenges von 7 bis 12 Raumtheilen atmosphärischer Luft mit 1 Theil Leuchtgas,
oder auch von 3 bis 5 Theilen atmosphärischer Luft mit ι Theil Kohlenoxydgas. Die
Construction der Fig. 1, 2 und 5 wirkt mit schneller, die der Fig. 3 und 4 mit allmäliger
Verbrennung.
Die Fig. r und 2 zeigen einen liegenden zwölfpferdigen Gasmotor mit Entzündung mittelst
Gasgebläse.
Das Ansaugen von Luft und Gas geschieht in folgender Weise. Mit dem Querzapfen t des
Kreuzkopfes ist der Pumpenhebel / durch die Lenkerstange L verbunden, Fig. 1. Sobald
der Arbeitskolben A in der Richtung des Pfeiles bewegt wird, zieht der Hebel / mittelst der
Lenkerstange M den Luftpumpenkolben C ebenfalls in der Richtung des Pfeiles fort. Die nach
hinten durch eine Stopfbüchse V heraustretende Kolbenstange Q des Pumpenkolbens C ist mit
dem Gaspumpenkolben D fest verbunden, in dessen Querstück W auf der einen Seite der
Luftpumpenkolben E, auf der anderen Seite ein zweiter Gaspumpenkolben d befestigt ist.
Der Luftpumpenkolben C saugt durch das Ventil X, Fig. 1, Luft ein und prefst dieselbe
beim Rückgang durch das Rohr k und das Ventil Y in den Verdichtungsraum K\ gleichzeitig
saugt der Gaspumpenkolben D durch das Ventil Z Gas ein und prefst es durch das
Ventil Z1 und die Rohrleitung / ebenfalls
in den Verdichtungsraum K. Der aus der Rohrleitung p eintretende Gasstrom schneidet
dabei den aus dem Ventil Y eintretenden Luftstrom in einem schiefen Winkel, so dafs sich
Gas und Luft möglichst gleichmäfsig vermischen.
Der kleine Luftpumpenkolben E, Fig. 2, saugt durch den zugehörigen Ventilkasten E1
Luft an und prefst sie durch das Rohr e in den Luftdruckregulator N. Der kleine Gaspumpenkolben
d dagegen saugt durch den Ventilkasten rf1 Gas an und prefst es durch das
Rohr g in den Gasdruckregulator n, Fig. 1.
Die zur Entzündung dienende Gasgebläsevorrichtung besteht im wesentlichen aus den
Druckregulatoren N und η für Luft und Gas und dem Brenner S, Fig. 1. Der Druckregulator
η für Gas ist in Fig. 1 im Querschnitt dargestellt. In dem unteren engen Cylinder
desselben befindet sich ein eingeschliffener Kolben m, welcher mittelst des durch das Rohr g
eingeprefsten Gases emporgetrieben wird. Hierbei wirkt die in dem oberen erweiterten Cylinderraum
angebrachte starke Schraubenfeder ί in entgegengesetztem Sinne, so dafs das Gas
stark verdichtet wird. Damit die Spannung eine gewisse Grenze nicht überschreite, ist der
Kolben von unten mit einem Bohrkanal versehen, welcher seitlich in der halben Höhe des
Kolbens m ausmündet. Erreicht diese Mündung den oberen weiteren Cylinder des Regulators n,
so strömt das überschüssige Gas durch das Rohr w in die Gasleitung zurück. In der Bodenplatte
befindet sich ferner ein Gasausflufsventil r~ sobald man dieses öffnet, wird das
Gas mittelst des Kolbens m und der Schraubenfeder ί durch das Rohr h und den Brenner
5 ausgepreist.
Ganz ebenso ist der Luftdruckregulator N, Fig. 2, eingerichtet, dessen Ventil R die geprefste
Luft im geeigneten Zeitpunkt durch das Rohr u, Fig. 2 und 1, ebenfalls dem Brenner S-zuführt,
so dafs diesem Brenner Luft und Gas in der zum Verbrennen erforderlichen Mischung
entströmen.
Beim Beginn des neuen Hubes in der Pfeilrichtung öffnet eine auf der Welle F sitzende
unrunde Scheibe U, Fig. 2, mittelst des Hebels b das Ventil P, Fig. 1, und läfst das pemenge
aus dem Raum K hinter den Treibkolben A treten. Eine ähnliche unrunde Scheibe
öffnet mittelst des Hebels a, Fig. 2, das Ventil 0, Fig. i. In derselben Weise werden gleichzeitig
noch geöffnet das Ventil R des Luftdruckregulators
N und das Ventil r des Gasdruckregulators 11, Infolge dessen treten Gas
und Luft aus dem Brenner S durch das Ventil 0 und entzünden sich an der aufsen brennenden
Gasflamme /, worauf die Flamme bis zur Brennermündung S zurückschlägt. Nun schliefst
sich das Ventil 0 und öffnet sich das Ventil T, wodurch sofort die Verpuffung des Gasgemenges
im Raum K und hinter dem Treibkolben A erfolgt. Ein Erlöschen der Brennerflamme £ ist
hierbei nicht möglich, weil Luft und Gas mit
Ueberdruck durch den Brenner S ausgeblasen werden. Durch diese Entzündungsweise mittelst
einer Gasgabläsevorrichtung wird nach Angabe des Erfinders eine SchmierÖlersparnifs bis zur
Hälfte des jetzigen Verbrauches erzielt.
Das entzündete Gasgemenge schiebt den Treibkolben A in der Richtung des Pfeiles vor
sich her, während die Lenkstange i die Schwungradwelle q und das Schwungrad B in bekannter
Weise in Drehung versetzen. Kurz vor Ende des Hubes wird das Auslafsventil H mittelst
des Hebels G geöffnet und während des Rückganges des Treibkolbens A offen erhalten.
Die Geschwindigkeitsregulirung der Maschine erfolgt in ähnlicher Weise wie beim stehenden
Motor, Fig. 3 und 4.
Fig. 3 und 4 zeigen einen senkrechten zweipferdigen Gasmotor mit Ofenfeuerentzündung.
Der Treibkolben A dient gleichzeitig als Luftpmmpenkolben,
wobei der Raum unterhalb des Kolbens A als Arbeitscylinder, der Raum oberhalb
des Kolbens A als Luftpumpencylinder benutzt wird.
An das zur Geradführung des Treibkolbens A dienende Querhaupt M, Fig. 4, ist der Tauchkolben
E einer zweiten Luftpumpe angehängt, welcher den Entzündungsofen N mit atmosphärischer
Luft zu speisen hat. Letzterer besteht aus dem mit feuerfestem Stoff ausgefütterten
eigentlichen Ofen N mit dem Rost r, der hermetisch verschliefsbaren Aschenfallthür Q,
dem Luftzuführungsventil L, dem oberen Abschlufsventil M und dem Auslafskanal η und
Auslafsventil T für die Feuergase; ferner aus dem oberhalb luftdicht aufgeschraubten Fülltrichter
/ mit Feuerthür G zum Einbringen des Brennmaterials. Durch die Stopfbüchse im
Deckel dieses Fülltrichters geht die Ventilstange g des Ventils M, so dafs sich mittelst
des Handrades h das Ventil M öffnen und schliefsen läfst.
In diesem Ofen N, Fig. 3, wird zunächst ein Holzkohlenfeuer entzündet, dann werden Koks
aufgeworfen. Dreht man nun am Schwungrad, so treibt der Luftpumpenkolben E durch das
Ventil L Luft ein und facht das Feuer schnell zur Glut an. Dann werden die Thüren G
und Q und das Ventil M geschlossen. Soll nun Koks während des Ganges der Maschine
nachgelegt werden, so öffnet man zunächst die Thür G, bringt Koks in den Trichter f ein,
schliefst die Thür G, öffnet das Ventil M und schliefst auch dieses wieder, sobald die Koks
in den Ofen N heruntergefallen sind.
Diese Einrichtung hat den Zweck, ein allmäliges
Verbrennen des Gasgemenges zu erzielen. Bewegt sich der Treibkolben A nach oben und
das Schwungrad in der Richtung des Pfeiles, so saugt zunächst der Luftpumpenkolben E,
Fig. 4, Luft an. Kurz vor dem oberen todten Punkt der Kurbel öffnet sich das Auslafsventil
α und bleibt während des Kolbenniederganges offen. Während dieser Zeit saugt
der Treibkolben A durch das Ventil c Luft in
den Raum C, der Gaspumpenkolben D saugt durch das Ventil K Gas an, und der Luftpumpenkolben
E prefst die beim Aufgang angesaugte Luft durch das Ventil L in den Entzündungsofen
N.
Sobald der Treibkolben A nun wieder kurz vor dem unteren todten Punkt der Kurbel angelangt
ist, schliefst sich das Auslafsventil a, der Treibkolben beginnt wieder aufzusteigen,
das Ventil T öffnet sich und führt die im Ofen N verdichtete Flammenluft unter den
Treibkolben A, Fig. 3. Dieser treibt beim Aufsteigen die im oberen Cylinderraum C befindliche,
vorher durch das Ventil c eingesaugte Luft vor sich her und prefst sie durch das
Rohr R in das Rohr O und durch das Ventil P in den Raum unterhalb desselben Kolbens Ä.
Gleichzeitig aber prefst auch der Gaspumpenkolben D, Fig. 4, durch das Rohr O und dasselbe
Ventil P, Fig. 3, Gas unter den Treibkolben A, welches in dem Mafse allmälig verbrennt,
wie es eingetrieben wird.
Das Nachpressen des Gases aus der Pumpe D und der Luft aus dem oberen Cylinderraum C
dauert nun an, bis der Treibkolben A etwa 2/3 seines Hubes zurückgelegt hat. Dann
schliefst sich das Ventil P, und der Rest der eingepumpten Luft und des Gases verdichtet
sich in den Druckrohrleitungen als Anfangsdruck für das nächste Kolbenspiel.
Wenn die Maschine ihre Normalgeschwindigkeit überschreitet, bewirkt der Regulator B ein
Niedersinken der Zugstange Z, wodurch der Winkelhebel W, Fig. 3, mit seinem Hebelarm X
unter das Ende des doppelarmigen Hebels U greift. Erfolgt nun ein Drehen der Schwungradwelle
und mittelst der auf ihr sitzenden unrunden Scheibe S ein Anheben des Hebels Y,
der Zugstange V und des Hebels U, so kann letzterer nicht mehr wie bisher frei um seinen
mittleren abgestützten Drehpunkt schwingen, sondern derselbe wird emporgehoben und mit
ihm die Zugstange F, der Hebel H und der auf derselben Welle sitzende Hebel /, Fig. 4,
welcher seinerseits das Gassaugeventil K während des Vorganges des Gaspumpenkolbens D
geöffnet hält. Auf diese Weise wird das vom Gaspumpenkolben D angesaugte Gas wieder in
den Gasbehälter zurückgeprefst, und die Maschine -spielt so lange nur mit Luft, bis der
Regulator durch Heben der Zugstange Z dem Gassaugeventil K wieder freies Spiel gewährt.
Fig. 5 stellt einen verticalen einpferdigen Gasmotor mit Entzündungsofen für schnelle
Verbrennung dar. Sobald sich der Treibkolben A von oben nach unten bewegt, saugt er in den
oberen Cylinderraum C Luft ein und prefst dieselbe beim Wiederaufsteigen in den Entzündungsofen
N. Oeffnet man nun den Gaszuleitungshahn und dreht das Schwungrad von neuem um, so saugt der Kolben A beim Aufsteigen
durch das Rohr α Luft an, durch das Rohr b Gas. Bei etwa V4 des Hubes schliefst
das Ventil c ab, während sich das Ventil ν
öffnet und die nun aus dem Ofen N einströmende gespannte Flammenluft die Verpuffung
des unter dem Kolben A befindlichen Gasgemenges verursacht.
Die Scheibe X mit schraubenförmigem Vorsprung bewirkt das Oeffnen des Entzündungsventils v, die Scheibe Y das Oeffnen des
hintenliegenden Auslafsventils und die Scheibe Z das Oeffnen des Gaszuflufsventils d und des
Gasgemengezuführungsventils c.
Der Regulator B wirkt, wie aus Fig. 5 ersichtlich, ganz ähnlich wie der bei Fig. 3 und 4,
nur mit dem Unterschied, dafs hier bei zu schnellem Gange der Maschine das Gaszuflufsventil
d überhaupt nicht .geöffnet wird.
Claims (3)
1. Die Entzündung des Gemenges von Gas und Luft mittelst der Gasgebläsevorrichtung,
wie beschrieben und in den Fig. 1 und 2 dargestellt.
2. Die Entzündung des Gemenges von Gas und Luft mittelst eines Entzündungsofens,
wie beschrieben und in den Fig. 3 und 5 dargestellt.
3. Die Anwendung einer besonderen Pumpe zum Ansaugen und Comprimiren von Luft
und einer zweiten dergleichen Pumpe für das Gas.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Family Applications (1)
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