DE87932C - - Google Patents

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  • Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Verbindungen von Chloral mit verschiedenen Oximen sind schon länger bekannt, so z. B. das Chloralbenzenylamidoxim, Chloralbenzenylanilidoxim, Chloralxylenylamidoxim, Chloralacetoxim, Chloralcamphoroxim, Chloralacetaldoxim, Chloralbenzaldoxim.
Die Herstellung der vier letztgenannten Körper war durch das mittlerweile erloschene Patent Nr. 66877 geschützt; doch haben weder diese noch die übrigen bis jetzt bekannten Chlorverbindungen eine technische oder medicinische Anwendung gefunden. Auch liegen keine physiologischen Beobachtungen vor, wonach diese Körper irgend welche Vorzüge vor dem Chloralhydrat besäfsen, im Gegentheil scheint durch Paarung des Chlorais mit den betreffenden Oximen Minderwerthigkeit der Wirkung erzielt zu werden.
Es wurde nun gefunden, dafs der bis jetzt noch nicht bekannten Verbindung von Chloral mit Acetophenonoxim werthvoUe Eigenschaften zukommen, durch welche sich dieses Präparat von den erwähnten bekannten Chloraloximen wesentlich unterscheidet. Ebenso unterscheidet sich das Chloralacetophenonoxim von dem von Koenigs u. Wagstaffe bezw. Wislicenus (Ber. d. d. Chem. Gesellschaft XXVI, S. 556 und 911) beschriebenen isomeren Oxim, sowohl in chemischer wie in physiologischer Hinsicht.
Die Constitution des Chloralacetophenonoxims ist:
C=NO- CH OHCCl3,
1
CH
diejenige des von Koenigs u. Wagstaffe beschriebenen Oxims:
65 C = NOH
CH2 CHOHCCl3.
Bei ersterem sind die beiden Componenten durch Stickstoff an einander gebunden, der Körper enthält keine freie Oximgruppe, dagegen eine intacte Methylgruppe. Im Koenigs u. Wagst äff e'schen Producte sind die Componenten durch Kohlenstoffbindung mit einander vereinigt, die Methylgruppe ist als solche nicht meljr vorhanden und die freie Oximgruppe hat für die Vereinigung beider Componenten keinerlei Bedeutung, da sie erst nachträglich, gewissermafsen als Anhängsel, eingefügt ist. Koenigs u. Wagstaffe, ebenso Wislicenus stellen nämlich zunächst Chloralacetophenon
C6H,
ho . ■
CH2CHOHCCl3
dar und verwandeln dieses durch Einwirkung von Hydroxylamin in das entsprechende Oxim, ein Weg, welcher von der unten beschriebenen Methode völlig verschieden ist.
Die Verschiedenheit der beiden Verbindungen ergiebt sich u. A. aus den Schmelzpunkten; das vorliegende Chloralacetophenonoxim schmilzt scharf bei 81 0C, das Koenigs u. Wagstaffesche Product dagegen bei 135 bis 1370 oder, wie Wislicenus angiebt, bei 131 bis 1320C. Auch physiologisch werden sich die Körper
als gänzlich verschieden erweisen. Das Koenigs u. Wagstaffe'sche Oxim geht vermuthlich im Organismus zunächst durch Abspaltung der Oxim-. gruppe in Chloralacetophenon über. Da nun nach den Untersuchungen von Paschkis und Obermayer durch Zu-- oder Austritt der Oximgrüppe zu. oder aus einem Keton keine nennenswerthe Aenderung der physiologischen Wirkung des betreifenden Ketons erzielt wird, so dürfte auch die Wirkung des Koenigs u. Wagstaffeschen Oxims als identisch oder nahezu identisch mit der des Chloralacetophenons sich erweisen. Dem letzteren aber kommt nach Koenigs u. Wagstaffe bezw. Tappeiner eine schlaf bringende Wirkung nicht zu. Gaben, welche die schlaferzeugende Dosis des Chloralhydrats um das Doppelte und selbst das Dreifache überstiegen, äufserten keinerlei hypnotische Wirkung auf Kaninchen, dagegen traten gewisse toxische Wirkungen hervor.
Das vorliegende Chloralacetophenonoxim unterscheidet sich aber nicht nur ganz bedeutend von den anderen bisher bekannten Chloraloximen, seine physiologische Wirkung ist auch verschieden von derjenigen, welche seine beiden Componenten Chloral und Acetophenon (beides bekannte Schlafmittel) jedes für sich zeigen. Es erweist sich nicht nur als ein prompt und sicher wirkendes Schlafmittel, sondern es zeigt auch nicht die unangenehmen Nebenwirkungen des Acetophenone und Chloralhydrats. Es wirkt nämlich nicht im mindesten störend auf den Magen, beim Erwachen bleibt weder Mattigkeit noch Benommenheit des Sensoriums zurück und, was als Hauptvorzug vor den meisten Schlafmitteln in Betracht kommt, es übt keinerlei Einflufs auf das Herz aus. Dabei sind zur Erzielung gleicher Wirkung die Dosen nur halb so grofs zu nehmen als von Chloralhydrat.
Von besonderer Wichtigkeit ist ferner, dafs das Chloralacetophenonoxim neben der schlafmachenden Wirkung auch noch die erschlaffende Einwirkung auf die motorischen Nervenendigungen der willkürlichen Muskeln zeigt, welche dem Curare zukommen, ohne dafs man das erstere indessen trotz gleich vollkommener Wirkung in Bezug ' auf Giftigkeit und Gefährlichkeit auch nur im Entferntesten mit dem, zudem in seiner Zusammensetzung sehr variirend.en Curare vergleichen könnte.
Die Vereinigung der muskelerschlaffenden und schlafmachenden Wirkung macht das Chloralacetophenonoxim zu einem bisher noch ganz fehlenden Specifkum bei den die willkürlichen Muskeln ergreifenden , Krampfzustifrtden der Eklampsie, der Epilepsie und des Tetanus.
Die Darstellung des Chloralacetophenonoxirns geschieht auf die Weise, dafs man wasserfreies Chloral und Acetophenonoxim in molecularen Mengen in einem indifferenten Lösungsmittel, wie Benzol oder Petroläther, zusammenbringt, wobei jede Erwärmung möglichst zu vermeiden ist. Bei langsamem Verdunsten der Mischung bei gewöhnlicher Temperatur krystallisirt das Chloralacetophenonoxim in grofsen Prismen aus.
Beispiel: 14,8 kg Chloral werden in 10 kg Benzol gelöst und in kleinen Portionen in die gut gekühlte Lösung von 1 3,5 kg Acetophenonoxim in 15 kg Benzol eingetragen. Die Verbindung geht gleich vor sich und erhält man beim theilweisen Verdunsten der Lösung bei gewöhnlicher Temperatur sofort ein reines Product. Aus der Mutterlauge kann man durch ferneres Verdunstenlassen oder Abdestilliren, am besten im luftleeren Raum, noch weitere. Krystallmengen gewinnen, welche eventuell durch Umkrystallisiren gereinigt werden.
Selbstverständlich kann man den Körper auch durch directes Zusammenbringen der Componenten herstellen, doch ist die Verdünnung durch ein Lösungsmittel zur Milderung der Reaction entschieden vorzuziehen.
Das Chloralacetophenonoxim hat, wie oben bereits erwähnt, die Zusammensetzung:
^fi ^ y C = NO CH OH C Cl3;
es bildet aus Benzol krystallisirt grofse farblose harte Prismen, welche bei 810C. schmelzen und leicht in Alkohol und Aether, etwas schwerer in Benzol und Petroläther löslich sind. In Wasser ist es fast unlöslich, dagegen löst es sich in fetten Oelen, namentlich bei schwachem Erwärmen, leicht auf. Durch Säuren und noch leichter durch Alkalien wird es in seine Bestandteile zerlegt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Herstellung von Chloralacetophenonoxim durch Paarung von Chloral mit Acetophenonoxim.
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