DE87205C - - Google Patents

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DE87205C
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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A63SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
    • A63GMERRY-GO-ROUNDS; SWINGS; ROCKING-HORSES; CHUTES; SWITCHBACKS; SIMILAR DEVICES FOR PUBLIC AMUSEMENT
    • A63G1/00Roundabouts
    • A63G1/38Roundabouts with rocking turntables

Landscapes

  • Toys (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT,
Die vorliegende, ein Ringelspiel betreffende Erfindung unterscheidet sich von den aus den Patentschriften Nr. 75278 und 81699 bekannt gewordenen, in schwingenden Gehäusen stillstehenden oder schwingenden Schaukeln im wesentlichen dadurch, dafs die von einer kreisenden und gleichzeitig in einer senkrechten Ebene hin- und herpendelnden Achse getragene Plattform von einem um eine waagrechte Achse pendelnden Gewölbe umfafst wird. Die pendelnden Bewegungen der Achse und des hohlkugelförmigen Gewölbes geschehen gleichzeitig, und zwar in einander entgegengesetztem Sinne, so dafs in dem Mafse, als die Plattform aus der waagrechten Lage in eine Schräglage übergeht, der Zenith des Gewölbes der ansteigenden Seite der Plattform entgegenkommt. Da die auf der Plattform sitzenden Personen von der Aufsenwelt nichts sehen und bei der eigenen Bewegung der Plattform auch nicht bemerken, dafs sich das Gewölbe bewegt, so nehmen sie unwillkürlich den Zenith des Gewölbes, welcher durch einen Beleuchtungskörper oder dergleichen markirt wird, als feststehend an, und es wird bei ihnen der Eindruck hervorgerufen, als werde die ganze Pendelbewegung lediglich von der Plattform ausgeführt. Man kann auf diese Weise bei einem nur geringen Ausschlagswinkel der Achse die Täuschung hervorbringen, als stelle sich die Plattform mit den Passagieren ganz oder doch nahezu senkrecht.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Ausführungsform dieses Ringelspieles dargestellt, bei welcher die pendelnde Achse von der Senkrechten aus nur nach einer Seite, ebenso der Zenith des Gewölbes von seiner Normalstellung aus nur nach einer (der entgegengesetzten) Seite ausschlägt. Man könnte natürlich auch Beides über die senkrechte Stellung hinweg ebenso nach der anderen Seite hin ausschlagen lassen, ohne damit den Effect zu ändern. Zu bemerken ist, dafs im Gegensatz zu früher bekannt gewordenen Ringelspielen mit schwankender Plattform (s. z. B. Patent Nr. 66081) die Achse nur in einer senkrechten Ebene hin- und herpendelt, nicht wie dort eine taumelnde (spiralige) Bewegung ausführt. Eine derartige Bewegung würde beim vorliegenden Ringelspiel seines besonderen Zweckes wegen nicht am Platze sein.
Fig. ι ist ein senkrechter Durchschnitt des gesammten Ringelspieles. Fig. 2 stellt die Antriebsvorrichtung für die Achse nebst deren Lagerung dar. Fig. 3 ist ein Grundrifs mit Schnitt durch die .Achse, Fig. 4 ein senkrechter Querschnitt in der Ebene des unteren Achslagers. Endlich zeigt Fig. 5 in schematischer Darstellung die Lagerung des Gewölbes. Die Plattform A wird von der Achse 1 undrehbar getragen; auf ihr sind die Sitze B für die Passagiere angebracht. Die Achse 1 ruht unterhalb der Plattform in einem Kugellager 2 oder in einem anderen Lager, welches aufser
der Drehbewegung die Pendelbewegung zuläfst. Der untere, seitlich abgeflachte Theil der Achse geht undrehbar, aber verschiebbar durch eine Hülse 3 hindurch, welche unten zu einer Gelenkkugel 4 ausgebildet ist und mit dieser in dem vom Schlitten 5 getragenen Kugellager ruht. Oben trägt die Hülse 3 das Kegelrad 6, durch welches der Achse die Drehbewegung mitgetheilt wird. Zu diesem Zweck greift in 6 das Kegelrad 7 ein, mit welchem andererseits das weitere Kegelrad 8 zusammenwirkt. Diese beiden Räder sind, das letztere vermittelst der Achse 9, auf dem Schlitten 5 gelagert. In dem vom Schlitten getrennten feststehenden Lager 10 wird die Nabe des Kegelrades 11 gefangen gehalten, durch welche verschiebbar, aber undrehbar die Achse 9 hindurchgeleitet ist. Ein auf der Antriebswelle 12 festsitzendes Kegelrad greift in das Rad 11 ein. In die Welle 12 wird von der Arbeitswelle 13 eines Motors aus durch ein Stirnrä'derpaar oder andere Uebertragungsmittel Drehung eingeleitet. Es wird also bei jedweder Stellung des Schlittens durch das beschriebene Räderwerk die Achse mit der Plattform gedreht werden.
Um nun der Achse auch die erforderliche Pendelbewegung zu verleihen, steht der Schlitten durch Schubstangen 14 mit Kurbelzapfen in Verbindung, welche sich an den Flanken des Kegelrades 13 und des Stirnrades auf der Welle 12 befinden. Es wird also, während sich die Achse 1 dreht, der Schlitten hin- und hergeschoben, und Achse 1 schwingt, um das Kugellager 2 pendelnd, zwischen den beiden in Fig. 1 angedeuteten Endstellungen hin und her.
Diese doppelte Bewegung der Plattformachse könnte indessen auch durch andere als die gezeichneten und beschriebenen kinematischen Mittel hervorgebracht werden.
Denkt man sich die Schwingungsachse im Kugellager 2 winkelrecht zur Schwingungsebene — also in waagrechter Richtung — verlängert, so erhält man aufserhalb des Umfanges der Plattform den Ort für die beiden Lagerstellen des Gewölbes C. Dasselbe, zweckmäfsig aus einem leichten, aber starken Eisengerippe mit Stoffbekleidung bestehend, bildet eine Hohlkugel, von welcher (unten) nur so viel herausgeschnitten ist, dafs bei keiner Stellung der Plattform der Rand des Ausschnittes über dieselbe hinwegtritt. Es ruht mit den Schildzapfen 15 in den vorhin ermittelten Lagerstellen (Fig. 5), welche vom Umfassungsbau des Ringelspieles oder von besonderen Bockgerüsten getragen werden. Von der feststehenden Plattform D aus gelangt· man in das Gewölbe durch Thüren C1, welche während der Bewegung des Ringelspieles geschlossen werden. Die Innenfläche des Gewölbes wird in recht abwechselungsreicher Weise mit Malereien ausgestattet, der Zenith aufserdem durch eine Gruppe elektrischer Glühlampen c markirt, so dafs der Beschauer an der vorbeiziehenden Malerei und dem sich bewegenden Zenith die wirkliche und vermeintliche Bewegung der Plattform gegen das vermeintlich feststehende Gewölbe wahrnimmt.
Die Pendelbewegung des Gewölbes wird durch ein Seil 16 bewirkt, welches um die Seilscheibe 17 geschlungen ist. Durch die' in Fig. 2 und 4 ersichtliche Zahnräderübersetzung und eine Zahnstange 18 am Schlitten wird' bei dessen Hin- und Hergang abwechselnd an dem einen und am anderen Seiltrum gezogen.
Es wurde schon in der Einleitung gesagt, dafs die Pendelbewegungen der Achse 1 und diejenigen des Gewölbes C gleichzeitig, aber in einander entgegengesetztem Sinne erfolgen. Denkt man sich also das Ringelspiel in Bewegung gesetzt, so wird man von der Plattform im Kreise herumgenommen, zugleich aber führt dieselbe eine solche Schwankung aus, dafs man sich bald oben, bald unten befindet. Während nun diese Schwankung in den mit der Sicherheit der Passagiere verein-, barten Grenzen bleibt, glaubt man Dank der nicht wahrgenommenen Eigenbewegung des Gewölbes die Schwankung in angsterregender Weise gesteigert zu sehen.
Hinsichtlich baulicher Einzelheiten kann natürlich an dem beschriebenen Ringelspiel auch in solchen Punkten noch mancherlei ohne Abweichung vom Erfindungsgedanken geändert werden, bei welchen im Texte nichts Besonderes darüber gesagt ist. So könnte z. B. die Pendelbewegung des Gewölbes durch eine Zahnstange veranlafst werden, welche in einen Trieb auf einem Schildzapfen 15 einzugreifen hätte.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein Ringelspiel, bei welchem die von einer kreisenden und während einer Mehrheit von Umdrehungen aus der senkrechten in eine schräge Lage nach einer Seite hin ausschlagenden Achse (1) getragene Platt-, form (A) von einem Gewölbe (C) umfafst wird, welches entsprechend der Ausschwin-
■ gung der Achse, aber im entgegengesetzten Drehsinne um die Schildzapfen (1 5) bewegt wird, so dafs bei den im Gewölbe eingeschlossenen Personen die Täuschung erweckt wird, als sei die ursprünglich in waagrechter Ebene kreisende Plattform in * eine senkrechte oder nahezu senkrechte Lage übergegangen.
2. Eine Ausführungsform des zu 1. gekennzeichneten Ringelspieles, bei welcher der Plattformachse 7i) die kreisende und
zugleich in senkrechter Ebene hin- und herpendelnde Bewegung dadurch verliehen, wird, dafs die oben in ein Kugelgelenk (2) gefafste Achse unten mit Hülfe eines zweiten Kugelgelenkes (4) in einem durch Schubkurbelgetriebe (14) hin- und herbewegten Schlitten (5) gelagert ist und ihre Drehbewegung durch ein theils auf dem Schlitten, theils auf fester Grundlage ruhendes Räderwerk unter Vermittelung der verschiebbaren Achse (9) empfängt, wobei zugleich durch eine mit dem Schlitten verbundene Zahnstange (18), Rädergetriebe, Seilscheibe (17) und Seil (16) die Pendelbewegung des Gewölbes hervorgebracht werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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