DE865643C - Gegenstand aus Glas und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Gegenstand aus Glas und Verfahren zu seiner Herstellung

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DE865643C
DE865643C DEF6051A DEF0006051A DE865643C DE 865643 C DE865643 C DE 865643C DE F6051 A DEF6051 A DE F6051A DE F0006051 A DEF0006051 A DE F0006051A DE 865643 C DE865643 C DE 865643C
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glass
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DEF6051A
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Henry H Blau
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FED GLASS Co
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FED GLASS Co
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    • C03B23/00Re-forming shaped glass
    • C03B23/20Uniting glass pieces by fusing without substantial reshaping
    • C03B23/207Uniting glass rods, glass tubes, or hollow glassware
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    • A47FURNITURE; DOMESTIC ARTICLES OR APPLIANCES; COFFEE MILLS; SPICE MILLS; SUCTION CLEANERS IN GENERAL
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    • A47G19/22Drinking vessels or saucers used for table service
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Glaswaren, die mit einem gestielten Fuß versehen sind. Insbesondere bezieht sie sich auf ein neues Verfahren zum Formen und Herstellen des kelchförmigen Körpers sowie des Fußes oder Stieles in einer Weise, welche das Vereinigen beider erleichtert.
Zur Herstellung von Gegenständen aus Glas, deren Fuß an einem Stiel sitzt, gibt es verschiedene Verfahren. Bei einem bekannten Verfahren, das von Hand ausgeführt wird, fertigt man zunächst von Hand den Kelch. Während dieser noch heiß und plastisch ist, wird ein von Hand oder maschinell gefertigter und noch plastischer gestielter Fuß an ihn angarniert, d. h. angedrückt und angeformt. Hierbei kann aber der dünnwandige Kelch leicht verformt oder sonstwie beschädigt werden, worin ein wesentlicher Mangel dieses Verfahrens zu erblicken .ist, denn beim Anpressen des gestielten Fußes ist der Kelch ja noch weich. Er wird daher leicht verformt und Spannungen unterworfen, besonders an der Anschlußstelle des Fußes, wodurch der Kelch erheblich geschwächt wird und leicht bricht. Auch erfordert dieses Verfahren, da es von Hand ausgeführt wird, verhältnismäßig viel Arbeitszeit, so daß; sich die Ware verteuert.
In den letzten Jahren hat man zum Formen gestielter Glasgegenstände eine selbsttätig arbeitende große und teure Maschine entwickelt, welche den ganzen Gegenstand einschließlich des Kelches und des gestielten- Fußes fertigt. Das geschieht in der Weise, daß zunächst aus einem Glasbatzen der Kelch gefertigt und aus einem anderen Glasbatzen der gestielte Fuß1 gepreßt wird. Während beide
noch- plastisch sind, wird der Fuß auf den Kelch aufgebracht und dann von neuem erhitzt und geformt, um dem Erzeugnis seine endgültige Gestalt zu geben. Bei dieser Maschine besteht aber ebenfalls die Gefahr einer Verformung des Kelches beim Aufbringen des Fußes oder des Stieles sowie die Gefahr, da© in dem Kelch Spannungen entstehen, die später leicht zu Bruch führen. Weiter kann man mit Hilfe der Maschine nur ein Enderzeugnis herstellen, dessen Kelch der Gestalt der besonderen Form entspricht, die in die Maschine jeweils eingebaut ist, und dessen Fuß ebenfalls der Gestalt der betreffenden jeweils verwendeten Form entspricht. Eine Auswechslung der beiden Formen kommt bei großen Maschinen dieser Art zu teuer und wäre daher unpraktisch. Auch besteht keine Möglichkeit, das Verfahren dem Bedürfnis nach häufigem Wechsel der Farbe des Kelches und des Fußes anzupassen. Die beiden Aggregate der Maschine, dasjenige zum Formen des Kelches und dasjenige zum Formen des Fußes, müssen im Gleichlauf betrieben werden. Der Wirkungsgrad des einen Aggregats richtet sich daher nach dem Wirkungsgrad des anderen. Muß· ein Aggregat überholt werden, so kann das nicht ohne gleichzeitige Betriebsunterbrechung des anderen Aggregats geschehen. FMt der auf einem Aggregat erzeugte Kelch fehlerhaft aus, so kann es dennoch vorkommen, daß! er mit einem guten Fuß vereinigt wird, und umgekehrt. Dann ist das ganze Erzeugnis Ausschuß und nicht nur der fehlerhafte Teil. ■ Der mit dem Stengel oder dem Stiel versehene Fuß wird in einer geteilten Form gepreßt, um die Herausnahme aus der Form zu ermöglichen. Das hat aber zur Folge, daß! sich die Nahtstelle auf dem Fuß' abzeichnet. Dadurch wird das Aussehen des Fußes beeinträchtigt. Durch spätere Überarbeitung läßt sich dieser Schaden nur schwer beheben.
Sowohl bei der Herstellung von Hand als auch bei dem maschinellen Verfahren sind der endgültigen Bearbeitung und Gestaltung des gestielten Fußes durch dessen Befestigung an dem dünnwandigen Kelch Grenzen gesetzt. Denn die dünne Wandung des Kelches verformt sich bei der Erhitzung und mechanischen Beanspruchung, die zum Bearbeiten und Formen des Fußes in der bisher üblichen Weise unerläßlich waren, z. B. zum Beseitigen der Nahtmarkierung des Fußes, insbesondere.der Füßscheibe.
Der Erfindung liegen nun folgende Aufgaben zu-■ gründe: Beim Formen und Anfertigen der Glasware, und zwar des Kelches und des Fußes in Gestalt einer mit dem Stiel versehenen Scheibe, soll das Zusammengarnieren der Teile erleichtert werden. Das dazu benutzte Verfahren soll zu keiner Verformung des Kelches und zu keiner Entstehung von Spannungen und damit zu späfterem Bruch führen. Der Kelch und der Fü(& sollen bei diesem Verfahren in vollständig getrennten und unabhängigen Arbeitsgängen geformt und später miteinander verschweißt werden. Weiter soll das Verfahren die Möglichkeit bieten, Kelch und Fuß mit Ansätzen zu versehen, die sich nachträglich leicht miteinander verschweißen lassen und deren Nahtstelle sich dann im Abstand vom Kelch befindet und daherohne merkliche Beeinträchtigung des Kelches verstärkt werden kann. Der Fuß, der aus einer Scheibe mit dem daran befestigten Stiel besteht, soll nahtlos hergestellt werden und daher ein besseres Aussehen haben, ohne daß die Nahtmarkierung erst durch besondere Bearbeitung entfernt zu werden braucht.
Weitere Aufgaben der Erfindung ergeben sich nachstehend.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird ein Kelch der gewünschten Gestalt entweder geblasen oder gepreßt, am besten durch ein vereinigtes Blas- und P reßiverfahren erzeugt. Das kann auf einer üblichen Formmaschine geschehen. Hierbei wird nicht nur der eigentliche Kelch geformt, sondern gleichzeitig ein aus einem Stück mit ihm bestehender abwärts ragender fester Ansatz an seinem unteren Ende. Der Kelch wird dann dadurch fertiggestellt, daß das Arbeitsstück von der Pfeife abgesprengt oder abgeschnitten und die Kante geschliffen und rund geschmolzen wird. Auch wird das Arbeitsstück zur Beseitigung von Spannungen einer entsprechenden Wärmebehandlung unterworfen. Die auf diese Weise hergestellten Kelche werden sortiert und der Ausschuß entfernt.
In einem davon völlig getrennt verlaufenden Vorgang wird der Fuß' hergestellt, der aus einer gegebenenfalls mit einem Stengel versehenen Scheibe besteht. Das geschieht am besten in einer Presse, die so ausgestaltet ist, daß; sie den Fuß ohne Naht fertigt. Hierbei wird die Scheibe aus einem Stück mit dem von ihrer Oberseite aufragenden Stengel oder einem anderen entsprechenden Ansatz gefertigt. Dieser Fuß wird dann in beliebiger Weise fertiggestellt, insbesondere bis zum Erweichen angewärmt, wobei die Oberfläche Glanz erhält und alle Oberflachenfehler verschwinden. Alsdann wird der Fuß) einer Wärmebehandlung unterworfen, um eine Spannung zu beseitigen. Die auf diese Weise angefertigten Füße werden dann zur Beseitigung des Ausschusses sortiert. Bei dem der Glätttung dienenden Erhitzen kann man im Bedarfsfall den Stengel dadurch verlängern, daß man ihn etwas auszieht. Man erhält dadurch eine längere schlankere Gestalt, als sie sich im Preßvorgang erreichen läßt. Statt von vornherein die Scheibe und den Stengel aus einem Stück zu fertigen, kann man beide auch getrennt herstellen, und zwar die Scheibe mit einer Naht oder mit einem aufwärts ragenden Vorsprung.
Sind die Kelche und die Füße in der beschriebenen Weise fertiggestellt, so kann man sie auf Lager nehmen, bis eine weitere Verarbeitung erfolgt. Man kann sie aber auch noch im heißen Zustand miteinander vereinigen. Hierfür sucht man einen Kelch und einen dazu passenden Fu© aus. Der abwärts ragende Ansatz des Kelches und der an der Oberseite der Scheibe befestigte Ansatz oder auch das obere Ende des Stengels werden dann getrennt erhitzt, beispielsweise in der Flamme, bis die zusammenzuschweißenden Enden schmelzen.
Die erweichten Enden werden dann in der Achsrichtung aufeinandergedrückt, so daß sie miteinander verschweißen. Bei diesem Aufeinanderdrücken der erweichten Enden entsteht an der Stoßstelle eine Ausbauchung, der man eine gefällige Form geben kann, indem man Kelch und Fuß in Achsrichtung auseinanderzieht. Besteht der Fuß aus zwei Teilen, schweißt man am besten zunächst das untere Ende des Stieles an den aufrechten ίο Ansatz der Scheibe an. Da sich die Schweißstelle zwischen Kelch und Fuß in einem gewissen Abstand vom Kelch befindet, besteht keine Gefahr, daß der Kelch bei dem Schweißvorgang verformt oder unter Spannung gesetzt wird. Derartige Schweißstellen lassen sich ohne wesentliche Beeinträchtigung des dünnwandigen Kelches modellieren und verstärken. Eine Modellierung der Schweißstelle nach dem eigentlichen Schweißvorgang ist oft erwünscht. Man kann dadurch die Schweißstelle mit einem Muster versehen oder die Stoßstelle unsichtbar machen.
Die vorstehend erläuterten Aufgaben und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und den Patentansprüchen in Verbindung mit der Zeichnung, in der die gleichen Bezugszahlen die entsprechenden Teile in den verschiedenen Figuren bezeichnen.
Fig. ι veranschaulicht das Erhitzen des mit dem Kelch aus einem Stück bestehenden Vorsprunges vor dessen Anschweißen an den Fußi
Fig. 2 ist eine ähnliche Darstellung des Vorganges zum Erwärmen des Stieles oder des auf der Fußscheibe vorgesehenen Ansatzes.
Fig. 3 gibt das Zusammenschweißen der in Achsrichtung zusammengedrückten Ansätze wieder.
Fig. 4 zeigt, wie man Kelch und Fußscheibe in Achsrichtung auseinanderziehen kann, um die Ausbauchung zu beseitigen, die bei dem gemäß Fig. 2 - angeführten Vorgang an der Schweißstelle entsteht.
Fig. 5 zeigt das Pressen der Scheibe und des Stengels ohne Bildung einer Naht an der Scheibe. Fig. 6 zeigt, wie man die Scheibe allein herstellt.
Fig. 7 veranschaulicht den Preßvorgang für den Stengel allein.
Fig. 8 gibt in einem teilweise im Schnitt gehaltenen Aufriß den Kelch mit dem aus einem Stück damit bestehenden Vorsprung wieder, dessen hohles Ende von ringförmigem Querschnitt vor dem Anschweißen erhitzt wird.
Fig. 9 zeigt in einem ebenfalls teilweise im Schnitt gehaltenen Aufriß den aus Scheibe und Stengel bestehenden Fuß, wobei das Ende des Stengels oder Stieles ebenso gestaltet ist, wie der Vorsprung des Kelches gemäß Fig. 8 und daher an diesen leicht angeschweißt werden kann.
Fig. 10 ist ein Aufriß des in Fig. 1 gezeigten Kelches beim Anschweißen an den Fuß der Fig. 2, wobei die Stoßstelle im Schnitt gezeigt ist.
Fig. 11 zeigt den in Fig. 10 veranschaulichten Vorgang in einem späteren Zeitpunkt, bei welchem an der Schweißstelle die Ausbauchung entstanden ist.
Fig. 12 ist ein in größerem Umfang gezeigter Längsschnitt durch die Ausbauchung an der Stoßstelle zwischen Kelch und Stiel nach der weiteren das Aussehen verbessernden Bearbeitung.
Fig. 13 zeigt die sich beim Schweißvorgang berührenden Enden des Kelchvorsprunges und des Stieles, wobei diese Enden zugespitzt oder gewölbt sind und den gleichen Durchmesser haben.
Fig. 14 entspricht der Fig. 13 und veranschaulicht Kelch und Stiel nach dem axialen Zusammendrücken der erweichten Enden.
Fig. 15 gibt die Stoßstelle der Fig. 14 nach dem axialen Auseinanderziehen wieder.
Fig. 16 ist ein Aufriß, der Kelch, Stiel und Scheibe als drei getrennte Teile zeigt, aus denen das Erzeugnis hergestellt wird.
Fig. 17 zeigt, wie der Stiel mit seinem unteren Ende an der Scheibe angeschweißt wird.
Fig. 18 zeigt, wie das andere Ende des Stieles am Vorsprung des Kelches angeschweißt wird.
Fig. 19 gibt das fertige Erzeugnis schaubildlich wieder.
In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 einen beispielsweise durch Pressen oder Blasen erzeugten Kelch mit einem aus einem Stück mit ihm bestehenden, von seinem Boden aus abwärts ragenden Vorsprung 2, der zum Anschluß' des Fußes dient und an seinem unteren Ende beliebig gestaltet werden kann, z. B. gewölbt. Zunächst wird der Kelch in dieser Gestalt vollständig hergestellt. In den Fig. 2 bis 4 sieht man den Fuß 3, der an dem Kelch zu befestigen ist und aus einer Scheibe 4 mit einem Stiel oder Stengel 5 besteht. Im vorliegenden Fall bestehen Scheibe und Stengel aus einem Stück. Das obere Ende des Stengels 5 hat einen Kopf 6 von rechteckigem Profil mit einer gewölbten Oberfläche. An der Stelle, an der der Stengel 3 in die 1°° Scheibe 4 übergeht, befindet sich ein Bund 7, der einen größeren Durchmesser hat als der Kopf 6. Dadurch erleichtert sich die Fertigung des Fußes in der in Fig. 5 gezeigten Weise.
Der Fuß 3 wird nämlich derart gepreßt, daß die Scheibe 4 nahtlos entsteht. Die Preßform (Fig. 5) weist zu diesem Zweck einen ungeteilten Formabschnitt A auf sowie einen entsprechenden unteren Abschnitt B, zwischen denen ein geteilter Formabschnitt liegt. Der untere Abschnitt B hat diejenige Formhöhlung, welche den Kopf 6 am oberen Ende des Stengels bildet. Der mittlere Formabschnitt C bildet mit seiner Höhlung den eigentlichen Stengel sowie einen Teil des Bundes 7. Der o.bere Abschnitt A schließlich bildet mit seiner Höhlung die Scheibe 4 und den übrigen Teil des Bundes 7. Mit der Formhöhlung wirkt ein Kolben D zusammen.
Ist die Glasmasse in die Formhöhlung eingebracht und in diese durch den Kolben D hineingepreßt, so entsteht der Fuß in der in Fig. 5 gezeigten Weise, in der er mit seiner Unterseite oben liegt. Zum Herausnehmen des Fußes wird der Kolben zurückgezogen und der geteilte Formenabschnitt C geöffnet. Mit Hilfe eines Schiebers E und eines entsprechenden Auswerfers wird dann
der Fuß aus der Form herausgehoben. Dabei ist es nun von Bedeutung, daß der Kopf 6 einen kleineren Durchmesser hat als der Bund 1J; denn beim Herausheben des Preßlings kann man den Kopf 6 durch den ungeteilten Formabschnitt A hindurch herausziehen. Der einzige Teil des Fußes, der mit einer Naht hergestellt ist, ist dann der Stengel selber. Auf diesem tritt die Naht aber nicht hervor. Sie lälßt sich auch dadurch tarnen, daß man dem ίο Stengel einen vieleckigen Querschnitt gibt und die Naht mit einer der Kanten zusammenfallen läßt oder dadurch, daß! man den Stengel mit einem Preßmuster versieht oder ihn bis zum Erweichen des Glases erhitzt, so daß· Hochglanz entsteht. Dadurch verschwindet dann die Naht auf dem Fuß.
Die Enden der beiden zu vereinigenden Vorsprünge werden in der in den Fig. ι bis 4 gezeigten Weise entweder nach dem Auswählen des Kelches und des Fußes aus dem Lagerbestand oder ■ unmittelbar nach Fertigung dieser Teile, während sie noch heißi sind, aber das Glas erhärtet ist, miteinander verschweißt.
Gemäß der Fig. 1 und 2 wird das untere Ende des am Kelch 1 vorgesehenen Vorisprunges 2 getrennt vom oberen Ende des Kopfes 6 des Stengels 5 durch Brenner F erhitzt, deren Flammen auf die Enden der zu verschweißenden Vorsprünge gerichtet sind. Hierbei sitzt der Kelch 1 am besten in einem Futter G und der Fuß 3 in einem Futter H, die in Umlauf versetzt werden. Sind die Enden der zu verbindenden Vorsprünge genügend erweicht, so werden die Futter G und H in Richtung aufeinander vorgeschoben und drücken dabei den Vorsprung 2 des Kelches 1 in Achsrichtung auf das obere Ende des Stengels 5 (Fig. 3). Dadurch werden dann die Enden der beiden Teile miteinander verschweißt. Gleichzeitig entsteht an der Schweißstelle eine Ausbuchtung 8 in einer ringförmigen Kerbe oder Nut 9. Diese Kerbe 9 kann man nun zur Verbesserung des Aussehens der Ausbuchtung 8 dadurch zum Verschwinden bringen, daß· man die Futter G und if in Richtung voneinander fortbewegt, wie es Fig. 4 zeigt, um dadurch auf die Schweißstelle einen Zug in Achsrichtung auszuüben. Dadurch wird eine glattere und rundere Fläche an der Ausbuchtung 8a erzeugt, wie Fig. 4 erkennen läßt. Bei den in den Fig. 3 und 4 gezeigten Vorgängen laufen die Futter G und H mit der gleichen Geschwindigkeit um. Unterscheidet sich das Glas des Kelches 1 von demjenigen des Fußes 3 in Farbe oder Zusammensetzung, so wird die Schweißstelle ga sichtbar, andernfalls ist sie nicht zu erkennen. Der Fuß hat keine Naht, weil er in der beschriebenen Weise nahtlos gepreßt ist. Das fertige Erzeugnis gemäß Fig. 4 ist daher gefällig im Aussehen.
Infolge ihres Abstandes vom Kelch 1 läßt sich die Schweißstelle ohne Beschädigung des Kelches formen und bearbeiten.
In den Fig. 8 bis 12 sind verschiedene Ausgestaltungen der zu verschweißenden Enden der . Vorsprünge, wiedergegeben. Gemäß Fig. 8 hat der Kelch 10 einen aus einem Stück mit .ihm bestehenden unteren Ansatz 11, dessen Ende hohl ist, wie bei 12 gezeigt, und daher einen ring- oder rohrförmigen Querschnitt aufweist. Die Fertigstellung des Kelches erfolgt in der beschriebenen Weise.
In Fig. 9 ist ein Fuß 13 gezeigt, der an dem Kelch 10 zu befestigen ist. Der Fuß besteht aus einer Scheibe 14 mit einem Stengel 15. Das obere Ende dieses Stengels kann, wie bei 16 gezeigt, hohl und mit demselben Querschnitt ausgeführt werden, wie das Ende 12 des Ansatzes ti des Kelches 10. Hergestellt wird der Fuß 13 in derselben Weise, wie es mit Bezug auf Fig. 5 beschrieben wurde.
Auch in diesem Fall wieder werden die beiden Teile 10 und 13 entweder aus dem Lagerbestand ausgewählt oder unmittelbar nach ihrer Herstellung, nachdem das Glas erhärtet, aber noch heiß ist, weiterverarbeitet. Zu diesem Zweck werden die Enden der zu verschweißenden Teile getrennt durch Brenner F erhitzt, wie es in den Fig. 8 und 9 gezeigt ist. Da die Enden rohrförmig gestaltet sind, lassen sie sich schnell erhitzen. Um die beiden Vorspränge miteinander genau ausgerichtet zu halten, werden die beiden Werkstücke in Futter G und H eingespannt und durch diese am besten in Umlauf versetzt und dann nach Erweichen des Glases in Achsrichtung aufeinandergedrückt, wie es Fig. 10 zeigt. Dabei werden die erweichten Enden miteinander verschweißt und verschmolzen, wobei eine Ausbauchung 17 mit einer Kerbe 18 entsteht. Um diese Kerbe zu glätten, kann man den Stiel strecken, wie es Fig. 12 zeigt, oder auch in eine Preßform bringen, die der Ausbauchung jede gewünschte Form gibt, während das Glas an der Schweißstelle noch plastisch ist. Dabei kann das Werkstück in Umlauf versetzt werden. Auf diese Weise läßt sich der Ausbauchung die in Fig. 12 gezeigte Kugelgestalt geben. Die Schweißstelle wird dadurch unsichtbar, nur bei Verwendung verschiedener Gläser für den Kelch und den Fuß· wird die Stoßstelle sichtbar.
Beim Formen der Ausbauchung kann man ein Muster einpressen. In diesem Fall wird das Werkstück nicht in Umlauf versetzt. In jedem Fall liegt die Schweißstelle im Abstand vom Kelch 10 und läßt sich daher formen und verstärken, ohne dabei den Kelch zu beschädigen.
In den Fig. 13 bis 15 ist dargestellt, daß die Vor- no Sprünge 20 und 21 von Kelch und Fuß auch anders gestaltet sein können. In diesem Fall nämlich sind die Enden 24 und 25 gewölbt oder zugespitzt. Wenn man sie nach Erweichen des Glases aufeinanderdrückt, so wird die Luft zwischen ihnen besser herausgedrückt, bevor das Verschmelzen erfolgt. Fig. 14 und 15 veranschaulichen dabei, wie die Enden in Achsrichtung aufeinandergedrückt werden und dann aber ein Zug ausgeübt wird, um die Ausbauchung zuröckzubilden. Das Entstehen von Luftblasen durch Einschweißen von Luft an der Schweißstelle wird dabei mit Sicherheit verhindert. Die Ausbauchung 26 an der Stoßstelle erhält dann die in Fig. 15 gezeigte Gestalt.
In Fig. 16 ist gezeigt, wie das Erzeugnis aus drei Teilen hergestellt werden kann, wenn man
Scheibe und Stengel getrennt anfertigt. In diesem Fall besteht das Erzeugnis also aus dem Kelch 27, dem Stengel 28 und der Fußscheibe 29. Der Kelch 27 wird wie vorher mit einem abwärts ragenden Ansatz 30 gefertigt. Der Fuß 29 läßt sich nahtlos pressen, wie in Fig. 6 dargestellt. Er entsteht dabei in umgekehrter Lage in einem Formblock / und wird alsdann durch einen Schieber / ausgestoßen, der im Boden der Form vorgesehen ist. An dem Fuß1 sitzt ein Ansatz 31. Zum Pressen des Stengels 23 (Fig. 7) dient eine Form K mit einem Auswerferschieber L im Boden der Form. Der Stengel 28 kann einen Kopf 32 an seinem oberen Ende haben.
Um die drei Teile zu vereinigen, wird am besten der Stengel 28 mit dem Ansatz 31 der Scheibe 29 in ähnlicher Weise verschweißt, wie es oben erläutert wurde. Dann wird der Stengel 28 mit seinem oberen Ende in entsprechender Weise unten an den Ansatz 30 des Kelches 27 angeschweißt.
Auf die Form des Kelches kommt es dabei nicht an. Auch kann sich die Form und Größe der Vorsprünge in weiten Grenzen ändern. Die Länge der Vorsprünge richtet sich nach der Lage derSchweißstelle und nach deren Abstand von der Fußscheibe. Jedenfalls empfiehlt es sich, die Stoßstelle in einem gehörigen Abstand vom Kelch anzuordnen. Auch der Fuß kann jede gewünschte-Gestalt erhalten. Die Länge des Stengels sowie des Vorsprunges an der Fußscheibe kann beliebig gewählt werden.
Fig. 19 zeigt das fertige Erzeugnis nach der Erfindung. Es besteht aus dem Kelch 32 und dem gestielten Fuß 34, dessen Stiel einen Kopf 35 hat.
Wie sich aus der Beschreibung ergibt, zeichnet sich das neuartige Verfahren zur Herstellung von Glaserzeugnissen mit gestieltem Fuß durch verschiedene Vorteile gegenüber den bekannten gebräuchlichen Verfahren aus. Ein Hauptvorteil des Verfahrens liegt darin, daß der Fuß ohne Gefährdung des Kelches an diesen angebracht werden kann und daß' die Fußscheibe sich nahtlos pressen läißt. Von besonderem Vorteil ist es auch, daß Kelch und Fuß in völlig unabhängigen Vorgängen gefertigt werden. Man kann daher den Kelch in besonderer Weise behandeln, z. B. einer Härtebehandlung unterwerfen, bevor man ihn mit dem Fuß* vereinigt. Andererseits kann man den Stiel in die Länge ziehen und in der verschiedenartigsten Weise bearbeiten, was nicht möglich wäre, wenn er mit dem Kelch vereinigt wäre. Auch kann man den Fuß in viel höherem Maiß'e durch Schmelzen der Oberfläche auf Hochglanz bringen, als es möglich wäre, wenn er am Kelch säße. Dabei lassen sich die verschiedensten Muster und Formen unter Verwendung gebräuchlicher Kelche erzielen und die zu vereinigenden Teile auswechseln. So können Füße verschiedener Farben zur Verwendung gelangen, um unter Benutzung genormter Kr-istallkelche verschiedener Farbenzusammenstellung ein Erzeugnis zu erreichen, ohne daß; sich dadurch ein verwickelter Arbeitsvorgang ergibt. Auch kann man verschieden gefärbte Kelche mit Füßen von genormter Farbe verwenden. Besteht der Fuß aus verschiedenen Teilen, so lassen sich für diese die verschiedenartigsten Farben zusammenstellen. Zum Schweißen der Einzelteile verwendet man lediglich solche, die gut ausgefallen sind. Man kann also die fertiggestellten Kelche und Füße einer besonderen Auswahl unterwerfen, so daß; beim Zusammensetzen nur gute Ware verarbeitet wird und der Ausschuß nicht die Kosten des Zusammensetzens erhöht. Die durch die Fertigbearbeitung bedingten Aufgaben vereinfachen sich wesentlich bei dem Verfahren nach der Erfindung. Auch entsteht weniger Bruch, da bei der Fertigverarbeitung einfächere, leichter zu handhabende Werkstücke in Betracht kommen. Auch entfällt die übliche Schwächung der Verbindungsstelle zwischen dem dünnwandigen Kelch und dem dicken Stiel, weil der aus einem Stück mit dem Kelch bestehende Ansatz vorgesehen ist. Die Stoßstelle zwischen dem Kelch und dem Fuß läißt sich in beliebigem Abstand vom Kelch anordnen, so daß man die Stoßstelle innerhalb eines größeren Bereiches höher oder tiefer verlegen und dadurch das Aussehen des Erzeugnisses durch entsprechende Vereinigung der Stoßstelle mit dem Muster des Fußes verbessern kann. Auch läßt sich die Stoßsteile beim Sch weiß Vorgang verstärken, so daß sie eine größere Festigkeit als der Stiel im übrigen erhält. g0
Die Fertigung vereinfacht sich, weil die Notwendigkeit entfällt, zwei Aggregate im Gleichlauf zu betreiben. Vielmehr kann man die Maschine zur Fertigung des Kelches völlig unabhängig von der Maschine zur Fertigung des Fußes betreiben, so daßl jede Maschine mit dem höchsten Wirkungsgrad arbeitet. Überholungsarbeiten und das Auswechseln von Formen kann geschehen, ohne die gesamte Anlage stillzusetzen. Auch brauchen die Maschinen nicht räumlich vereinigt zu werden. Schließlich kann man die Stengel oder Füiße gruppenweise in Vielfachformen pressen, so daß bei jedem Preßvorgang eine Reihe von Arbeitsstücken gefertigt wird. Das Vereinigen schließlich kann unter Verwendung billiger ungelernter Arbeitskräfte erfolgen. Weitere Vorteile sind ohne weiteres ersichtlich.

Claims (19)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Verfahren zum Herstellen eines Glaserzeugnisses mit einem Körper und mit einem daran anschließenden Fuß*, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (1) mit einem festen Ansatz (2) geformt und auch der Fuß (3) mit einem Befestigungsansatz (5) versehen wird und dann die beiden Ansätze miteinander verschweißt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da© der Körper (1) und der un- iao abhängig davon gefertigte Fuß (3) nach ihrer Abkühlung und Erhärtung* an ihren Ansätzen (2) und (5) von neuem erhitzt und geschmolzen und dann zur Vereinigung mit ihren erweichten Ansätzen aufeinandergedrückt werden.
3· Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansätze (2, 5) in Achsrichtung so weit zusammengedrückt werden, daß sich eine Ausbauchung (8) bildet, und dann wieder auseinandergezogen werden, um eine Rückbildung der Ausbauchung zu bewirken.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Vorsprünge (2, 5) hohl sind (bei 12 und 16, Fig. 9).
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Vorsprünge gewölbt sind (bei 24 und 25, Fig. 13).
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Körper und Fu© vor ihrer Vereinigung einer Wärmebehandlung unterworfen und durch Erweichung der Oberfläche auf Hochglanz gebracht sind.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß· die getrennt in der Flamme erhitzten Enden der Vorspränge (2 und 5) erweicht und dann in Achsrichtung zusammengepreßt werden, um sie miteinander zu verschweißen.
8. Verfahren nach .Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß' die Fuß scheibe (4) mit einem aus. einem Stück mit ihr bestehenden Stiel (5) gepreßt wird, wobei zum nahtlosen Pressen der Fußscheibe (4) eine ungeteilte Form (A) dient.
9. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Fußl aus einer getrennten, mit einem aufrechten Befestigungsansatz (31) versehenen Fußscheibe (29) und einem Stiel (28) gefertigt wird, der mit seinem unteren Ende vor dem Vereinigen mit dem Kelch (27) an den Ansatz (31) angeschweißt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß: der Körper aus einem Kelch (1) mit einem abwärts gerichteten, aus einem Stück mit ihm bestehenden Ansatz (2) seines Bodens besteht, dessen Ende mit dem getrennt hergestellten aus Fußplatte (4) und Stiel (5) bestehenden Fuß (3) verschweißt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, da© Fußplatte (29) und Stiel (28) getrennt hergestellt und vor Anschweißen an den Kelch (27) miteinander verschweißt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch ge^ kennzeichnet, daß! der Ansatz des Körpers an dessen unterem Ende und der Ansatz des Fußes an dessen oberem Ende vorgesehen sind.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verdickung an der Stelle gebildet wird, wo beide Vorsprünge miteinander verschmelzen, und daß diese Verdickung vor dem Erhärten des Glases in die gewünschte Form gebracht wird.
14. Verfahren zur Fertigung eines aus einer Fuißscheibe (4) und einem Stengel (5) bestehenden Glaserzeugnisses, bei welchem das Glas gleichzeitig in einer kombinierten geteilten und ungeteilten Form gepreßt wird, wobei der ungeteilte Formabschnitt (A) die Fußscheibe (4) und der geteilte Formabschnrtt (C) den Stengel (15) bildet.
15. Glaserzeugnis, bestehend aus einem Körper und einem Fuß, dadurch gekennzeichnet, da© der Fuß und der Körper feste Ansätze haben, die an einer im Abstand vom Boden des Körpers liegenden Stelle miteinander ver- 70-schweißt sind.
16. Erzeugnis nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, da'ß der Ansatz des Körpers aus einem Stück mit diesem besteht.
17. Erzeugnis nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß' eine Verdickung an der Schweißstelle gebildet ist.
18. Erzeugnis nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß Körper und Fuß verschiedene Farben aufweisen.
19. Erzeugnis nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, da© das Glas des Körpers und das des Fußes von verschiedener Zusammensetzung sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
I 5682 1.53
DEF6051A 1950-04-20 1951-04-20 Gegenstand aus Glas und Verfahren zu seiner Herstellung Expired DE865643C (de)

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