DE863987C - Verfahren zur Sterilisation von Catgut - Google Patents

Verfahren zur Sterilisation von Catgut

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DE863987C
DE863987C DEP43358A DEP0043358A DE863987C DE 863987 C DE863987 C DE 863987C DE P43358 A DEP43358 A DE P43358A DE P0043358 A DEP0043358 A DE P0043358A DE 863987 C DE863987 C DE 863987C
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Germany
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acid
sterilization
oxalic acid
catgut
solution
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DEP43358A
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Georg Dr Lockemann
Werner Dr Ulrich
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L17/00Materials for surgical sutures or for ligaturing blood vessels ; Materials for prostheses or catheters
    • A61L17/06At least partially resorbable materials
    • A61L17/08At least partially resorbable materials of animal origin, e.g. catgut, collagen

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Vascular Medicine (AREA)
  • Epidemiology (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Sterilisation von Catgut Es ist bereits eine Reihe von Verfahren und Versuchen bekanntgeworden, um Catgut auf chemischem Weg zu sterilisieren. W. Storp und P.Abel verwenden zu diesem Zweck Jodldampf, während man in Amerika versucht hat, die Sterilisation mit Kaliumquecksilberjodid, Kalmerid genannt, durch zuführen. Andere wiederum, wie Mayr, Nürnberg, und Graf & Co., haben sich die Sterilisierung mit Jod, Jodmono- und -trichlorid schützen lassen, während 0. Kammann Jod in go°/oigem Äthanol unter Zusatz von Jodmonochlorid verwendet.
  • Schließlich haben Graf & Co. auch 30/oiges Wasserstoffsuperoxyd unter Zusatz von Salzsäure oder in Alkohol für die Sterilisierung von Catgut herangezogen.
  • Alle diese Verfahren und Versuche haben zu keinem Erfolg geführt, weil dieselben entweder überhaupt nicht durchgreifend sporizid wirksam sind, oder aber weil bei höheren Konzentrationen der sporiziden Stoffe oder längerer Einwirkungsdauer bereits eine erhebliche Schädigung derFestigkeit, der reizlosen Resorbierbarkeit oder anderer für den Verwendungszweck wesentlicher Eigenschaften eintritt.
  • Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, daß mit wasserhaltigen Gemischen von organischen Säuren, deren p, bei 250 Iden Wert 3 nicht wesentlich überschreitet, wie z. B. Oxalsäure, Salizylsäure, Dioxybenzoesäure, Dioxyweinsäure, o-Phthalsäure, Malonsänre, und aliphatischen Alko- holen eine vollständige und sichere Sterilisierung von Catgut auch unter schweren Bedingungen nach praktisch brauchbaren Einwirkungszeiten erreicht wird. Als besonders geeignet für den vorliegenden Zweck erwiesen sich Lösungen von O,I bis 0,5 0/o Oxalsäure in go- bis 9'50/oigern Isopropanol. Je nach der gewünschten Einwirkungsdauer, der Wirksam -keit des verwendeten Alkohols, des angewendeten Temperaturbereiches und der sonstigen Sterilisierungsverhältnisse bei gesptaltenen, ungespaltenen oder gedrehten Rohídärmen lassen sich bei der verhältnismäßig großen Widerstandsfähigkeit des zu b,ehandelrlid,en Materials gegen Idie in der Sterilisierungsflüssigkeit vorhandene Säure auch höhere S!äurekonzentrationen verwenden, die bis etwa zum rofachen des obengenannten Gehaltes betragen dürfen.
  • In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß Coolthard und Sykes festgestellt haben, daß mindestens 6o0/oiger Alkohol und mindestens 40%iges Isopropanol zwar bakterizid sind, daß aber die sporizideWirkung gleich Null ist. Durch Zusatz von I% Na OH, H Cl oder 10 0/o Amyl-m-Kresol erreichten sie eine gewisse sporizide Wirksamkeit.
  • Sie stellten in einer Mischung von 7o0/cigemAlkohol mit I0°/o Amyl-m-IS:resol eine Sterilhaltung, also eine Konservierung von Geräten sowie von Catgut fest. Gleichzeitig fanden sie aber auch, daß organische Säuren als Zusatzmittel bei gleichem PH schwächer bakterizid wirken als organische.
  • Die vorliegende Erfindung stützt sich dagegen gerade auf die Beobachtung, daß z. B. Oxalsäure als organische Säure in Mischung mit den bis zum Isopropanol ansteigend wirksamen Alkoholen durchgreifend sporiizild ist, ohne das Gut zu schädigen.
  • Temperaturen von etwa 500 bewirken bei Behandlungszeiten bis zu IO Tagen im allgemeinen keine merkliche Faserschädigung. Bei Temperaturen bis zu 370 konnte auch nach sehr l'angen Behandlungszeiten keine Schädigung ,des Rohmaterials hinsichtlich Reißfestigkeit usw. festgestellt werden.
  • Das Verfahren schreibt deshalb vor, Temperaturen, die 500 überschreiten, bei der Sterilisierung von Rohdärmen mit Oxalsäure-Alkohol-Mischunigen zu vermeiden. Die Sterilisierung kann also bereits bei Zimmertemperaturen oder nur wenig darüber und gleichzeitig mit bestem Erfolg für die Belange des Verfahrens durchgeführt werden.
  • Bei Vorliegen besonders widerstandsfähiger Sporen, unter anderen Erd- oder Anthraxsporen, kann man eine Vorbehandlung mit einer zur Sterilisierung an sich nicht ausreichenden Jodmenge vornehmen. Wie bereits ans einem älteren Verfahren bekannt ist, potenziert ein Säure-Alkohol-iGemisch die Wirkung von Desinfektionsmitteln.
  • Die Abtötung tder erwähnten extrem resistenten Sporen im Catgut gelingt auf diese Weise unter Einhaltung der beschriebenen Säure- und Wasserkonzentrationen, edie den geforderten Eigenschaften des Gutes nicht abträglich sind.
  • Die gewünschte Geschmeidigkeit des Fadens läßt sich durch Zusatz von beispielsweise,IO bis 20°/o Glycerin, I °/oRizinusöl oder Paraffin erzielen, wobei bekannt ist, daß ersteres am leichtestens resorbiert wird. Der Zusatz Idieser Stoffe bedingt eine -Verminderung rder Säurestärke, weshalb man diese gegebenenfalls etwas höher wählen wird. Der Wasser -gehalt der Gemische beeinflußt die mechanischen Eigenschaften des zu behandelnden Gutes in der Richtung, daß bei größerem Wassergehalt die Quellung zunimmt.
  • Gute Ergebnisse werden z. B. bei einem Wassergehalt ,der Alkohole von annäherungsweise 5 bis I0°/o erzielt, jedoch lst rder Ausführende auf Grund der -hier mitgeteilten Zusammenhänge zwischen der Erhaltung der mechanischen Eigenschaften und der Quellung des Gutes ohne weiteres in der Lage, durch Vorversuche selbst zu bestimmen, inwieweit er im Einzelfall den Wassergehalt der Mischung darüber hinaus noch erhöhen kann, um den Ansprüchen an Reißfestigkeit und Resorbierbarkeit zu genügen.
  • Die Resorbierbarkeit des auf die beschriebene Weise sterilisierten Catgutes ist ausgezeichnet. Tierversuche an Meerschweinchen ergaben völlige Reizlosigkeit und bereits nach 24 Tagen eine. weitgehende Resorption.
  • Die Festigkeit des sterilisierten Catgutes erwies sich auch nach jahrelanger Lagerung als nicht verändert.
  • Beispiele I. Sporenhaltige, gespaltene, ungespaltene oder gedrehte Rohdärme wurden 35 Tage bei Zimmertemperatur mit einer Lösung von 0,63 % Oxalsäure in go°!oigem Isopropanol und ein andermal mit einer Lösung von 1,5 0/o Oxalsäure in 950/oiigem Isopropanol behandelt. Die bakteriologische Untersuchung ergab, daß Idie Produkte völlig steril waren.
  • Reißfestigkeit und Resorbierbarkeit entsprachen weitgehend den in der Technik geforderten Ansprüchen.
  • 2. Das gleiche Ergebnis wurde mit einer Lösung von 3 ovo Oxalsäure in 950/oigem Isopropanol bereits nach 2Itägiger Behandlung erzielt.
  • 3. In Catgut eingedrehte Erdsporen waren nach 20tägiger Behandlung bei 370 in einer Lösung von 4,5 0/0 Oxalsäure in go°/oigem Isopropanol sämtlich abgetötet. Auch in diesem Fall entsprachen Reißfestigkeit und Resorbierbarkeit den in der Technik geforderten Ansprüchen.
  • 4. Die Sterilität von gespaltenen Rohdärmen wird erreicht, wenn man diese etwa 20 Tage bei einer Temperatur von 37 in eine Lösung von nachstehend namentlich aufgeführten Säuren in go°/oigem Isopropanol oder go°/oigem Methanol oder Äthanol od. dgl. einlegt, deren Säurekonzentration beispielsweise folgende Werte zeigt: a) I/50 N-Malonsäure, b) I/500 N-Dioxyweinsäure, c) I/IOO N-2, 3 Dioxybenzoesäure, d) 1/100 N-Chinolinsäure.
  • 5. Sporenhaltige, gedrehte oder ungedrehte Hammeldärme werden zunächst für 24 Stunden bei Zimmertemperatur in eine w,äßrige Lösung von 0,5 0/o Jod und I,O % Kaliumjodid eingelegt und dann mit einer Lösung von 3 0/o Oxalsäure in 95% igem Isopropylalkohol bei einer Temperatur von 370 21 Tage lang behandelt. Der Erfolg ist derselbe wie in den vorhergehenden Beispielen.
  • 6. Geschlitzte Hammelldärme werden mit einer Lösung von A % Oxalsäure und IO % Glycerin in 95Qloigem Isopropylalkohol 35 Tage lang bei Zimmertemperatur behandelt. Die Därme erweisen sich nach dieser Behandlung als keimfrei und von besonderer Geschmeidigkeit.
  • PATEXTANSPR jOCHE: I. Verfahren zum Sterilisieren von Catgut mit Hilfe chemischer Sterilisationsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man eine wa&serhaltige Lösung einer organischen Säure, deren PH bei 250 den Wert 3 nicht wesentlich überschreitet, oder mehrere derartiger Säuren in einem niederen aliphatischen Alkohol oder einem Gemisch von mehreren derartiger Alfkohole bei Zimmertemperatur oder bei erhöhter, vorzugsweise 370 nicht wesentlich, 500 keinesfalls übersteigender Temperatur auf das zu sterilisierende Gut, z. B. gespaltene oder ungespaltene oder gedrehte Rohidärme, einwirken läßt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch I, gekennzeichnet durch Anwendung einer Lösung von Oxalsäure in einem aliphatischen, z. B. 5 bis IO % Wasser enthaltendem Alkohol, vorzugsweise 90- bis 950/oigem Isopropanol, die zweckmäßig nicht mehr als etwa 5 % Oxalsäure enthält.
    3. Verfahren nach Ansprüchen I und 2, gekennzeichnet durch Mitverwendung von Mitteln, welche befähigt sind, die Eigenschaft der Fasern zu beeinflussen, insbesondere von geschmeidig machenden Mitteln, wie Glycerin, Rizitlusöl oder Paraffin.
    4. Verfahren nach .Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Rohidärme, insbesondere extrem resistente Sporenarten enthaltende Rolidärme einier Vorbehandlung mit andersartigen chemischen Mitteln, z. B. mit einer zur Sterilisierung an sich nicht ausreichenden Jodlösung, unterzogen werden.
    Angezogene Druckschriften: Annalen der Chemie, Bld. 559, S. 47 (I948).
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