DE86079C - - Google Patents

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DE86079C
DE86079C DENDAT86079D DE86079DC DE86079C DE 86079 C DE86079 C DE 86079C DE NDAT86079 D DENDAT86079 D DE NDAT86079D DE 86079D C DE86079D C DE 86079DC DE 86079 C DE86079 C DE 86079C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B7/00Halogens; Halogen acids
    • C01B7/01Chlorine; Hydrogen chloride
    • C01B7/03Preparation from chlorides
    • C01B7/04Preparation of chlorine from hydrogen chloride

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Von Taylor (vergl. Chemische Industrie 14 [1891], S. 361 bis 362) ist der sogenannte Dunlop'sche Procefs der Darstellung von Chlor aus Salpetersäure und Salzsäuregas dahin abgeändert worden, dafs das hierbei entstehende und noch salzsäurehaltige Gasgemisch nach dem Scrubben mit Vitriolöl noch ein- oder zweimal demselben Processe wie das ursprüngliche Salzsäuregas zwecks möglichst vollständiger Oxydation der Salzsäure unterworfen wird. Nach vorliegender Erfindung soll dieser Procefs in rationellerer Weise, und zwar in der Weise ausgeführt werden, dafs die Salzsäuredämpfe methodisch erst mit sehr verdünnter und dann mit immer stärkerer Salpetersäure, und die salpetrigen Chlorverbindungen mit immer weniger salpetrige Verbindungen enthaltender Schwefelsäure in Berührung gebracht werden.
Das Verfahren beruht auf folgenden Grundreactionen:
11 = NO Cl+2 HW + C/2,
, N O Cl + C/2 + H2 S O4
2I --=N0*HS0s+HCl+Cl*.
Die Ausführung der ersten Reaction geschieht in einem Thurm I (s. Zeichnung), welcher mit durch Flüssigkeit verschliefsbaren Scheidewänden A A' A" versehen ist. Der Thurm dient dazu, reine Salpetersäure, die oben bei E zugeführt wird, und die unten bei G einströmende gasförmige Chlorwasserstoffsäure mit einander in Berührung zu bringen, und zwar so, dafs die an Chlorwasserstoffgas reichsten Gase methodisch zunächst mit sehr verdünnter und dann nach und nach mit immer stärkerer Salpetersäure in Berührung kommen.
Die Ausführung der zweiten Reaction geschieht gleichfalls in einem auf gleiche Weise eingerichteten Thurm II, welcher bei M mit stark concentrirter Schwefelsäure gespeist wird. Die beiden Thürme sind durch Röhren verbunden, welche den Gasen in der Richtung der,Pfeile b einen solchen Lauf geben, dafs sie abwechselnd in Thurm I der Einwirkung der Salpetersäure und in Thurm II der Einwirkung der Schwefelsäure ausgesetzt werden. Die salpetrigen Chlorgase von Thurm I werden im Thurm II mit der Schwefelsäure, welche immer weniger salpetrighaltig ist, in Berührung gebracht, und so immer weiter, bis die Gase, oben im Thurm I angekommen, nur noch aus Chlorgas bestehen, welches dann durch reine Schwefelsäure strömt.
Aus den oben angeführten Reactionen ist zu ersehen, dafs zwei Drittel der am unteren Theile des Thurmes I eintretenden Chlorwasserstoffsäure dort oxydirt werden und auf ihrem Wege durch den unteren Raum des Thurmes II Chlor abgeben; das übrigbleibende Drittel Chlorwasserstoffgas tritt dann — zwecks erneuter Oxydation — unmittelbar über der Scheidewand A wieder in den Thurm I. Nach. ■ dieser zweiten Oxydation gehen die Gase, wie die Zeichnung angiebt, wieder in den Thurm II, wo sie wiederum mit der schon weniger salpetrige Verbindungen enthaltenden Schwefel-
säure in Berührung gebracht werden. Nach Zersetzung der salpetrigen Chlorgase bestehen die austretenden Gase gröfstentheils aus Chlor, und da andererseits die Salpetersäure, ehe sie in Reaction kommt, eine bedeutende Menge Chlorwasserstoffsäure auflöst, so kann man behaupten, dafs Thurm I von diesem Augenblick an nur dazu dient, die Chlorwasserstoffsäure, welche neben dem Chlor in den Gasen enthalten ist, durch Auflösung auszuscheiden, und Thurm II dazu, das Chlor zu trocknen, welches darauf rein und trocken, sowie für den Gebrauch fertig bei F aus dem Apparate austritt.
Hieraus ergiebt sich i dafs die Anzahl der Scheidewände (in der Zeichnung sind für jeden Thurm drei angenommen) auf zwei reducirt ■oder umgekehrt nach Wunsch vermehrt werden kann.
Ueber jeder Scheidewand und in der Wandung der Thürme sind Oeffnungen α α angebracht und durch eingekittete Pfropfen verschlossen, wodurch die Reinigung und Prüfung der wichtigsten Theile ohne ein Auseinandernehmen des Apparates ermöglicht wird. Ein beliebig über jede Scheidewand gelegter falscher Boden erleichtert die Aufstellung der Garnitur.
Aus Thurm I fliefst bei H eine mit Chlor-, wasserstoffsäure gesättigte und von Salpetersäure freie Flüssigkeit. Aus Thurm II fliefst bei J salpetrige Schwefelsäure, welche nun zur Denitrification kommt.
Ehe man zu dieser Denitrification schreitet, mufs zur leichten Wiedergewinnung der Salpetersäure die in der Schwefelsäure enthaltene geringe Menge Chlorwasserstoffsäure ausgetrieben werden. Zu diesem Zweck fügt man der Schwefelsäure eine der Chlorwasserstoffsäure entsprechende Menge Salpetersäure hinzu. Durch diesen Zusatz verwandelt sich die Chlorwasserstoffsäure sofort in Chlor, welches, weil in concentrirter Schwefelsäure unlöslich, dadurch ausgeschieden wird.
Die Denitrification der salpetrigen Schwefelsäure geschieht in einem gewöhnlichen Denitrificator, wobei die salpetrige Säure frei und zu Salpetersäure regenerirt wird. Letztere beginnt dann den Kreislauf der Operationen von neuem. Die durch die Denitrification verdünnte Schwefelsäure wird wieder auf ihren ursprünglichen Grad concentrirt.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Herstellung von reinem trockenem Chlor aus Chlorwasserstoffsäure durch alleinige Einwirkung von Salpetersäure, wobei die entstandenen salpetrigen Chlorverbindungen durch concentrirte Schwefelsäure in Chlor und Chlorwasserstoffsäure zersetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dafs die Salzsäuredämpfe methodisch erst mit sehr verdünnter und dann mit immer stärkerer Salpetersäure, und die salpetrigen Chlorverbindungen methodisch . mit immer weniger salpetrige Verbindungen enthaltender Schwefelsäure in Berührung gebracht werden.
2. Zur Vollziehung des unter i. beanspruchten Verfahrens eine Vorrichtung, bestehend aus Thürmen, welche mit hydraulichen Scheidewänden versehen sind und so mit einander verbunden und eingerichtet sind, dafs in ihnen die Gase und die Flüssigkeiten den methodischen Kreislauf nach Anspruch ι vollziehen müssen.
3. Bei dem unter 1. beanspruchten Verfahren eine Behandlung der salpetrige Verbindungen enthaltenden Schwefelsäure vor ihrer Denitrification zur Entfernung der Spuren von Chlorwasserstoffsäure, welche darin aufgelöst sind, dadurch gekennzeichnet, dafs man zu der salpetrigen Schwefelsäure eine, der in der Schwefelsäure enthaltenden Chlorwasserstoffsäure entsprechende Menge Salpetersäure hinzufügt, worauf sich Chlor entwickelt, welches entweicht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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