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Schallplatte hie üblichen Schallplattenmassen auf Basis von Schellack
und Füllstoffen sind in der Wiedergabe nicht recht befriedigend; ein wesentlicher
Mangel besteht einmal in der starkenAbnutzung von Platte und Nadel und zum anderen
darin, daß die Platten ein mit der Zeit zunehmendes Grundgeräusch erzeugen, das
die Güte der Wiedergabe beeinträchtigt. Es ist bereits vorgeschlagen, diese Mängel
durch Verwendung füllstofffreier Kunststoffe zu vermeiden, z. B. auf Basis der Polymerisate.
Es konnten dabei auch wesentlich verbesserte Resultate erzielt werden; trotzdem
vermochten sich diese Massen noch nicht durchzusetzen, was in erster Linie darauf
zurückzuführen ist, daß die Rohstoffe verhältnismäßig teuer sind, jedenfalls im
Vergleich zu den bisher üblichen; ferner verlangen diese Massen hochwertige Materialien,
die unter Umständen schwierig zu beschaffen sind. Um den sich hieraus ergebenden
Schwierigkeiten zu begegnen, wird gemäß derErfindung vorgeschlagen, ,die Schallplatte
mehrschichtig auszubilden, und zwar so, daß sie einen bei :Normaltemperatur festen,
vorzugsweise starren oder auch zähen, flexiblen Kern aufweist, der auf wenigstens
einer Seite einen dünnen Belag aus füllstofffreiem Polymerisatkunststoff besitzt;
dabei kann der Kern an sich aus einem beliebigen, vor allem billigen Rohstoff bestehen
und stellt den Hauptanteil der Schallplattenmasse dar. Durch die Wahl des Kernmaterials
kann aber gemäß der weiteren Erfindung noch eine besondere Verbesserung erzielt
werden, nämlich dann, wenn als Kernrnaterial das bisher übliche Schallplattenmaterial
auf Basis von Schellack und Füllmittel gewählt wird. Es ist zweckmäßig, solches
Kernmaterial zu
verwenden, das wenigstensimZeitpunkt,derPlattenpressung
eine :größere Fließfähigkeit besitzt als die Folie. Es ist an sich bereits bekannt,
Schallplatten mehrschichtig auszubilden; dabei wurde aber als Kern ein plattenförmiges
Material und als umkleidende Schicht Acetylcellulose, gegebenenfalls mit Zusätzen
aus nicht lösenden organischen oder anorganischen Füllmaterialien, insbesondere
in feinpulveriger Form, verwendet. Durch die im Gegensatz dazu bei der Erfindung
verwendeten füllstofffreien Schichten aus Polymerisatkunststoff wird demgegenüber
ein wesentlicher technischer Fortschritt erzielt.
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Zur Herstellung .der beschriebenen Schallplatten kann gemäß der Erfindung
von einem vorbereiteten Halbfabrikat ausgegangen werden, das schon im wesentlichen
die Form der üblichen Schallplatte besitzt, beispielsweise in Form einer Folie.
Diese Folien können mit dem ebenfalls vorbereiteten Kern manuell, z. B. durch Kleben,
verbunden werden. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, diese Verbindung in einem
Preßvorgang herzustellen, und zwar vorzugsweise gleichzeitig mit dem Pressen der
Schallrillen; dabei ist es gemäß der weiteren Erfindung auch möglich, zur Herstellung
des Kernes eine plastifizierbare Masse zu nehmen, z. B. die bisher übliche, die
in Form eines Kuchens in die Presse gelegt wird. Hierzu werden dann die dünnen Folien
aus füllstofffreiem Material mit den Matrizen, welche die Tonaufzeichnung enthalten,
verbunden. Dies geschieht bei der oberen Matrize erfindungsgemäß zweckmäßig so,
daß -die Folie über ihr Zentrierloch unter Haftreibung am Zentrierdorn der Matrize
gehalten wird. Es kann aber auch eine Halterung mit Unterdruck angewendet werden.
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Die Erfindung und weitere Einzelheiten werden an Hand der Abb. i bis
3 beispielsweise beschrieben. Abb. i a zeigt eine Schallplatte gemäß der Erfindung
im Querschnitt und Abb. i b eine vergrößerte Einzelheit daraus. Die Platte weist
einen Kern i auf, der beiderseits mit einer dünnen Folien und 3 belegt ist, wobei
die Gesamtdicke etwa der der üblichen Schallplatte entspricht. In der oberen Folie
2 ist die Tonaufzeichnung in Form der bekannten Rillen angedeutet. Die dünnen Folien
bestehen aus füllstofffreien Polymerisatkunststoffen, denen zur Verbesserung der
Gleitfähigkeit der Abspielnadel geringe Mengen, z. B. etwa i %, an wachsartigen
Stoffen und/oder Graphit beigefügt sein kann. Das Kernmaterial kann irgendein festes
Material sein, beispielsweise auch auf Kunststoffbasis. Es kann eine gewisse Flexiblität
besitzen, aber auch vollkommen starr sein bzw. werden, wie es das übliche Schallplattenmaterial
ist. Es kann dieser Kern vorteilhaft sogar aus üblichem Schallplattenmaterial auf
Basis von Schellack und Füllmitteln hergestellt sein. Selbst bei dünnster Folie
erreicht man dann den Vorteil, daß eine solche Platte gleich gut geeignet ist zur
Abspielung mit besonders leichten elektrischen Tonabnehmern wie auch mit den schwereren
mechanischen Schalldosen mit einem Abtaststift aus Stahl od. dgl. Die leichten Tonabnehmer
werden erfahrungsgemäß die Rillen nur unwesentlich beschädigen, während die Schalldose
diese stark abnutzt. Bei dem vorgesehenen Aufbau der Platte kann bei Benutzung von
Schalldosen die Abnutzung so weit gehen, daß sie den Kern erfaßt, trotzdem bleibt
eine brauchbare Wiedergabegüte erhalten, :die im Vergleich zur allgemeinen Güte
der mechanischen Wiedergabe außerordentlich befriedigt. Damit ist also eine Schallplatte
gegeben, die@ohne besondere Umstände und Maßnahmen gleich gut für die Wiedergabe
mit elektrischen Tonabnehmern wie auch mittels mechanischer Abtastung geeignet ist.
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Die vergrößerte Einzelheit nach Abb. i b läßt erkennen, daß die Schallrillen
4 nicht nur in der Folie 2 erzeugt werden, sondern auch in den Kern i übergreifen.
je fester der Kern im Augenblick der Erzeugung der Schallrillen ist, um so dicker
muß die Folie sein, da ihr Material dann um so mehr Fließbewegung für die Erzeugung
der Schallrillen machen muß. Es kann die Folie dementsprechend um so dünner gewählt
werden, je größer die Fließfähigkeit des Kernmaterials, wenigstens im Zeitpunkt
des Pressens, ist. Es läßt sich aus dieser Darstellung auch ableiten, daß selbst
bei dünnster Folie, auch nach Abnutzung des Folienmaterials selbst, noch eine brauchbare
Wiedergabe, z. B. bei der mechanischen Abtastung, erzielbar ist, vor allem dann,
wenn entsprechendes Kernmaterial gewählt wurde. Aus diesen Überlegungen ergibt sich
auch ein Maß für die Dicke der Folien; in der Grundregel wird man bestrebt sein,
sie so dünn wie möglich zu halten; für praktische Fälle wird man mit einer Foliendicke
von etwa o,o5 mm brauchbare Ergebnisse erzielen.
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Für die Herstellung solcher Schallplatten wird vorteilhaft von dem
bisher üblichen Preßverfahren ausgegangen bzw. von den dabei üblichen Einrichtungen.
Zu :diesem Zweck kann für die Pressung ein vorbereitetes Halbfabrikat verwendet
werden, das in die Presse eingelegt wird. Dieses Halbfabrikat besteht aus einem
entsprechendenRohling, der nach der Erfindung wie die Schallplatte bereits aufgebaut
ist, indem die Folien beispielsweise von Hand durch Kleben oder auch durch einen
Vorpreßgang mit dem Kern verbunden sind. Das vorgesehene Folienmaterial hat dabei
in der Regel eine geringere Fließfähigkeit als das bisher übliche Schallplattenmaterial
im Zeitpunkt des Pressens; deswegen wird auch der Vorgang .bei der Bildung der Schallrillen
sich mehr einem Prägen nähern, und zwar um so mehr, je starrer das Kernmaterial
ist. Es ist gemäß der Erfindung besonders zweckmäßig, von vorbereiteten Folien auszugehen
und in einem Arbeitsgang bei der Herstellung der Schallrillen diese mit dem Kern
zu verbinden, vorzugsweise so, daß der Kern beim Pressen die erforderliche Form
erhält, wie es aus der bisherigen Schallplattentechnik ;bekannt ist; dementsprechend
wird also vorteilhaft eine plastifizierbare Masse in die Presse eingelegt, z. B.
in Form des üblichen Kuchens; und die Folien werden in :geeigneter Weise mit den
Matrizen, welche die Schallaufzeichnung enthalten, verbunden; dabei kann dann in
einem Preßvorgang
der vorgesehene mechanische Aufbau der Platte
und die Schallrille erzeugt werden. Für den Kern kann dabei jedes beliebige plastifizierbare
Material verwendet werden; vorteilhaft ist es jedoch, das übliche Schallplattenmaterial
auf Basis von Schellack und Füllstoffen zu nehmen, das sich beim Pressen unter großem
Druck und gegebenenfalls entsprechender Temperatur, die vorteilhaft etwas höher
ist als bei den bisher üblichen Verfahren, mit den Folien innig verbindet; unter
Umständen kann es auch zweckmäßig sein, die Folien mit einem Klebstoff auf der zu
verbindenden Seite zu versehen; dies kann vorteilhaft nach dem an sich bekannten
Spritzlackverfahren erfolgen. So entsteht praktisch eine Platte, als ob sie aus
einheitlichem Material hergestellt sei.
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Abb.2 zeigt in prinzipieller Darstellung eine Einrichtung für das
vorbeschriebene Verfahren. Es handelt sich dabei um eine übliche Schallplattenpresse,
von der nur das Preßwerkzeug als solches dargestellt ist. Auf der unteren Schallplattenmatrize
5 liegt zentriert durch den Dorn 6 die i;ntere Folie 3. Bei der oberen Matrize 7
ist wegen der Schrägstellung die Halterung der Folie 2 besonders auszubilden, damit
sie nicht herunterfällt. Dies wird dadurch erreicht, daß das Zentrierloch der Folie
2 etwas kleiner ist als der Durchmesser des Zentrierdornes 8, der in üblicher Weise
federnd so gelagert ist, daß er beim Preßvorgang zurückgeht. Beim Aufsetzen der
Folie auf diesen Dorn wird sie auf diese Weise unter Haftreibung gehalten. Für den
Kern wird auf die untere Matrize ein Materialkuchen 9 aus plastifizierbarer Masse,
beispielsweise wie bisher üblich, aufgelegt, so daß die Plattenpressung praktisch
so vor sich geht, wie es bisher üblich ist.
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Für die Befestigung der oberen Folie 2 kann auch eine Anordnung nach
Abb. 3 vorgesehen sein; dabei hat der Träger io der Schallmatrize 7 über seinen
Rand verteilt Öffnungen i i, an die Schlauchleitungen 12 angeschlossen sind, über
die mittels einer entsprechenden Unterdruckeinrichtung 13 in den Löchern i i ein
Unterdruck erzeugt wird, welcher die Folie 2 an die Matrize ansaugt. Die Schlauchleitungen
werden zweckmäßig so ausgebildet, daß sie dem Bewegungsvorgang beim Pressen folgen
können. Als füllstofffreies !Material für die Folien werden vorteilhaft Polymerisatkuns2-stoffe,
insbesondere Mischpolymerisate, z. B. auf Basis des Vinylchlorids mit einem Gehalt
von \'inylacetat, verwendet; dabei ist es unter Umständen von Vorteil, ein solches
Material zu verwenden, dessen Kettenlänge der Moleküle klein ist, um die Fließfähigkeit
und Oberflächengüte zu verbessern; doch darf die Verkleinerung der Kettenlänge nur
so weit getrieben werden, daß die erforderlichen mechanischen Eigenschaften (Festigkeit,
Abspieldauer) erhalten bleiben, wofür eine gewisse Kettenlänge Voraussetzung ist.
Unter Schallplatten im Sinne dieser Erfindung wird auch der Rohling verstanden,
der noch mit Schallrillen zu versehen ist.