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Sieblose Stiftmühle
| Sieblose Stiftmühlen werden im allgemeinen mit |
| sehr hohen Tourenzahlen der Mahlscheibe betrie- |
| ben, cla nur bei hoher Umfangsgeschwindigkeit eine |
| Feinmahlung in einer sieblosen Stiftmühle erreicht |
| werden kann. Um auf Puderfeinheit zu kommen, |
| müssen Umfangsgeschwindigkeiten der Stiftscheibe |
| bis zu 16o in/Sek. angewandt werden, was bei einem |
| Durchmesser der Stiftscheibe von 25o mm eine |
| Tourenzahl von 12 ooo Umdrehungen pro Minute |
| erforderlich macht. Die Stiftscheibe wird im allge- |
| meinen fliegend gelagert. Um den ruhigen Lauf |
| einer so hochtourigen Stiftscheibe zu erreichen, ist |
| es notwendig, das innere Lager der Mühlenwelle |
| in<@glichst nahe an die Stiftscheibe heranzubringen. |
| Die Lagerung der Mühlenwelle wurde deshalb |
| bei den bis jetzt bekannten Konstruktionen als |
| l,#ugellagerung unmittelbar im Mühlengehäuse aus- |
| geführt und das Kugellager mit Rücksicht auf die |
| hohe Geschwindigkeit im allgemeinen mit C51 ge- |
| schmiert. Bei dieser Konstruktion treten aber im- |
| mer wieder Schwierigkeiten im Betrieb der Mühle |
| auf, die entweder dadurch bedingt sind, daß trotz |
| sorgfältigster Abdichtung Staub in das Kugellager |
| eintritt oder andererseits 01 aus dem Kugellager in |
| das Mahlgehäuse übertritt und dann in das Mahl- |
| gut gelangt. |
| Es wurde nun eine Ausführung der sieblosen |
| Stiftmühle gefunden, bei der diese beiden Nach- |
| teile mit Sicherheit vermieden werden und die |
| dadurch gekennzeichnet ist, daß zwischen der |
| rotierenden Mahlscheibe und der Lagerung der |
| 1l ühlenwelle ein unmittelbar mit der Außenluft in |
Verbindung stehender Raum angeordnet ist, aus dem Luft auf der
Rückseite der rotierenden Mahlscheibe in das Mahlgehäuse angesaugt wird.
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Der Raum zwischen .der rotierenden Mahlscheibe lind der Lagerung der
Mühlenwelle muß völlig frei mit der Außenluft in Verbindung stehen, so daß sich
in diesem Raum unter keinen Umständen ein merklicher Unterdruck gegenüber der Atmosphäre
bilden kann. Die aus diesem Raum zusätzlich in das Mahlgehäuse eingesaugte Luft
trägt zur Kühlung der mit dem Mahlgut geförderten Luft und damit zur Kühlung des
Mahlgutes bei. Falls trotzdem, z. B. durch unsachgemäße Behandlung, i51 aus dem
Lager austritt, so gelangt dieses Öl nicht ,in das Mahlgehäuse, sondern in den offenen
Raum; die auf der Rückseite der rotierenden Mahlscheibe angeordnete Ansaugstelle
für die Luft ist aber so abgedeckt, daß das 01 nicht .in den in das Mühlengehäuse
eingeführten Luftstrom gelangen kann.
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Zur Erzeugung dieses Luftstroms kann man auf der Rückseite der Mahlkammer
niedrige Windflügel anbringen. Wenn diese Windflügel bis zum Umfang der Mahlscheibe
reichen, ist die Gewähr dafür gegeben, daß auch bei starker Druckbildung im Mahlgehäuse
kein Mahlgut aus dem Mahlgehäuse heraus in den unter Atmosphärendruck stehenden
Raum gelangen kann, da dieses Mahlgut sowohl durch den Luftstrom als auch durch
die Flügel selbst zurückgehalten wird.
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Es kann unter Umständen auch wünschenswert sein, die Luftströmung
gemäß der Erfindung auf der Rückseite der Mahlscheibe nur bis zu einem bestimmten
Druck im Innern des Mahlgehäuses aufrechtzuhalten, da man daran interessiert ist,
daß der Druck diese Grenze nicht übersteigt. Wird nämlich der Druck in dem Mülhlengehäu.se
zu groß, so ist dies im allgemeinen ein Anzeichen dafür, daß die zur Abscheidung
des Feingutes der Mühle nachgeschaltete Filteranlage nicht mehr genügend durchlässig
ist und dadurch der Luftdurchsatz in der Mühle wesentlich vermindert wird. Da dies
zu einer starken Erwärmung des Mahlgutes führt, ist dieser Zustand bei sehr vielen
Mahlprozessen nachteilig und unerwünscht.
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In diesem Falle ist eine besondere Anordnung gemäß der Erfindung anzuwenden,
bei der die Rückseite der rotierenden Mahlscheibe glatt ist und von der Wand des
Mahlgehäuses einen so geringen Abstand besitzt, daß durch die Rotation der Mahlscheibe
ein ausreichender Luftstrom erzeugt wird. Die Gebläsewirkung der glatten Mahlscheibe
reicht aber bei höherem Druck im Mühlengehäuse nicht aus, um gegen diesen Druck
Luft in das Gehäuse zu fördern, so daß bei, !höherem Druck in umgekehrter Richtung
mit Mahlgut beladene Luft aus dem Mühlengehäuse in den Außenraum austritt. Dies
ist ein Anzeichen dafür, daß die Filteranlage sofort gereinigt werden muß.
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mäß In der der Erfindung Zeichnung dargestellt. ist eine sieblose
Auf der Stiftmühle Welle i ge- ist mittels Nabe 2 eine Stiftscheibe 3 befestigt.
Die Stiftscheibe läuft in geringem Abstand von dem Mahlgehäuse .4. An dem Mahlgehäuse
4 ist eine Blende 5 befestigt, die einen engen Ringspalt 6 zwischen sich und der
rotierenden Nabe frei läßt. Durch die Gebläsewirkung der rotierenden Scheibe3 wird
in" den engen Spalt 7 zwischen Scheibe und Blende, bzw. Scheibe und Gehäuse, ein
Luftstrom erzeugt, der aus dem Raum 8 in das Innere des Mahlgehäuses g strömt. Der
Raum 8 zwischen der Rückseite der rotierenden Mahlscheibe bzw.deren Nabe und der
Lagerung io der Welle ist frei mit der Außenluft i i verbunden, so daß in diesem
Raum 8 kein Unterdruck entstehen kann. Die Lagerung io ist mit bekannten Mitteln,
beispielsweise Spritzring 12 und Filzabdichung 13, gegen Ölaustritt gesichert. Eventuell
trotzdem aus dem Lager austretendes Öl gelangt in den Raum B. Wird es unter Umständen
von der Nabe erfaßt, so wird es von der Spritzkante 14 nach außen geschleudert.
Es kann aber nicht in den Luftstrom gelangen, da dessen Ansaugstelle6 durch die
Blende 5 gegen das sich bei 15 ansammelnde Öl abgedeckt ist.