DE8540C - Malz-Boden-Darr'e mit Heizvorrichtung als Vordarre - Google Patents
Malz-Boden-Darr'e mit Heizvorrichtung als VordarreInfo
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Description
1879.
Klasse 82.
ROBERT OVERBECK in DORTMUND. lalzbodendarre mit Heizvorrichtung als Vordarre.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. April 1879 ab.
Die Mälzereien sind durchgängig mehrstöckige Gebäude, deren untere Stockwerke zur Aufspeicherung
der Gerste dienen, während das oberste, gewöhnlich im Dachstuhl liegende, der
sogenannte Schwelchboden A, zum Vortrocknen des Grünmalzes an der gewöhnlichen Luft bestimmt
ist. ■
Dieser Schwelchboden ist in der vorliegenden Erfindung von unten mit einer Heizvorrichtung
versehen, welche eine Lufttemperatur von 30° bis 40 ° C. ergiebt.
Die Dielung des Schwelchbodens wird bis auf die zum Anbringen und Wegführen des
Grünmalzes nöthigen Gänge B B von etwa ι m Breite entfernt, und statt dessen auf die
Balkenlage ein gewöhnliches Darrnetz gelegt. Um der warmen Luft den Zutritt zum Darrnetz
überall zu gestatten, werden die Balken der Balkenlage der Länge nach oben zugespitzt,
so dafs das Drahtnetz nur auf der so entstandenen oberen Kante der Balken aufliegt, wie
Fig. 2 zeigt.
Unter der Darrfläche ist ein Heizrohr P in Ketten aufgehängt, welches in Schlangenwindungen
unter der ganzen Darrfläche hergeführt ist derart, dafs der Dampf oder heifses Wasser
oder Luft in der einen Reihe durch die ganze Darrfläche hinströmt und durch die andere
darüber liegende Rohrreihe zurückkehrt; je weiter vom Eintritt der Dampf sich entfernt,
desto weniger Wärme wird er naturgemäfs den Heizrohren mittheilen; da jedoch die kältesten
Rohre zwischen denen liegen, in welche der Eintritt des Dampfes erfolgt, so wird die Luft
die Mitteltemperatur von beiden Rohren annehmen und dadurch bewirkt werden, dafs auf
der ganzen Darrfläche eine gleichmäfsige Temperatur herrscht.
Zum Heizen der Rohre kann man den abgehenden Dampf sämmtlicher Betriebsmaschinen
der Brauerei benutzen, und wenn nöthig, noch directen Dampf vom Kesselhause aus den Heizrohren
an einigen Stellen durch eine besondere Leitung zuführen. Der von den Betriebsmaschinen
kommende Dampf wird zuerst in einem grofsen Condensationstopf, Fig. iC, möglichst vom
Wasser befreit. Das in den Heizrohren sich bildende Condensationswasser wird dadurch abgeführt,
dafs alle Rohre nach der Seite D, Fig. 3, etwas geneigt liegen, wo die die einzelnen
Rohre verbindenden gebogenen Theile angepafst und mit S-förmigen kleinen Rohren Q Q
versehen sind, die das Condensationswasser in ein gemeinschaftliches Abflufsrohr, Fig. 4 E, ableiten.
Dieses Rohr kann das Condensationswasser zum Kesselhause als Speisewasser zurückführen.
Um einen kräftigen Durchzug der gewärmten Luft durch die Vordarre zu erzielen, ist die
Einrichtung getroffen, dafs in den unter dem Schwelchboden liegenden Gerstenboden eine
Anzahl Luftlöcher, Fig. 1 F, eingeschnitten sind, deren Gesammtquerschnitt etwa % der Darrfläche
beträgt.
Um die auf diesem Boden lagernde Gerste vor dem Durchfallen durch diese Löcher zu
schützen, umkleidet man sie mit kleinen hölzernen Schächten bis zur gewöhnlichen Höhe
der Gerstenhaufen. Hat der Schwelchboden eine kleinere Fläche als die Gerstenböden, was
eintritt, wenn der Schwelchboden in dem Dachraum liegt, so mufs man, um das seitliche Abfliefsen
der erwärmten Luft möglichst zu verhüten, unterhalb des Darrbodens den durch
die Heizrohre zu erwärmenden Raum mit einer vertical herabgehenden Bretterwand begrenzen.
Falls nicht die ganze Fläche der Vordarre benutzt wird, werden die nicht zu erwärmenden
Flächen mit luftdichten, mit Wasserglas oder OeI gestrichenen Segeltüchern bedeckt. Diese
Segeltücher sind auf hölzerne Walzen, Fig. iG, gerollt, welche an den Enden der Darrfläche
gelagert sind und mittelst einfachen Windewerks ein leichtes Bedecken oder Freimachen der
Darrfläche gestatten.
Zum Abzug der dem Malz entsteigenden feuchten Luft dienen eine auf dem Dachfirst
angebrachte, mit Schutzbrettern gegen den Wind versehene Laterne, sowie mehrere möglichst
hohe Schlote, deren Gesammtquerschnitt ungefähr y5 der Darrfläche betragen mufs. Durch
Anbringung eines Exhaustors läfst sich der Abzug der Luft noch steigern.
Das günstigste Resultat erzielt der Apparat bei einer ganz niedrigen Malzschichtung von
nur 5 cm Höhe; bei einer solchen ist das sonst gebräuchliche Umschaufeln des Malzes überflüssig.
Für den Fall, dafs sehr grofse Schwelen-
Claims (1)
- boden zur Verfugung stehen, kann folgende Einrichtung der Darrfläche angewendet werden. Das Darrnetz. wird nicht auf die Balkenlage befestigt, sondern der Boden bleibt bis auf einen breiteren, ganz geschlossenen Hauptgang, Fig. sH, in der Mitte und mehrere schmälere, aber durchlochte Quergänge, Fig. 5J, frei und offen. Das Grünmalz wird unten in den Tennen in 5 cm hohe Kästen mit Netzboden, Fig. s K, gefällt und darin glatt abgestrichen. Das Netzgeflecht für diese Kästen kann weit schwächer als das des Darrnetzes sein; die Kästen sind 1 m lang, 0,75 m breit, an den Breitseiten mit Stricken zum Tragen versehen. Dieselben werden zu 12 bis 14 Stück auf einander auf einem Wagen, Fig. 5 L, auf die Schachtbrücke gebracht, auf die Bodendarre hinaufgezogen, durch den Mittelgang herangefahren und einzeln auf ca. 70 cm hohe und ι m von einander entfernte Böcke, Fig. 5 M, dicht an einander gesetzt. Die obere Fläche der Böcke ist mit Filz bekleidet, damit sich die unteren Breitränder der Kästen luftdicht eindrücken. Das Aufsteigen der Luft an den Langseiten derselben wird dadurch verhindert, dafs diese mit Filz bekleidet und die Kästen dicht an einander geprefst werden. Der Mittelgang ist an beiden Seiten in der Nähe der Böcke luftdicht mit Bretterwänden, Fig. 5N, abgeschlossen und haben letztere in der Mitte jedes seitlichen Querganges rechts und links luftdicht zu verschliefsende Thüren 0, die auf die durchlochten seitlichen Quergänge führen. Hiernach bleibt also der aufsteigenden Luft, wenn der freie Bodenraum mit Malzkästen voll besetzt ist, nur der Weg durch das in den Kästen liegende Malz offen.Diese letztere Einrichtung hat gegen die erstere den Vortheil, dafs alle weitere Arbeit mit dem Malz, als Abladen, Ausbreiten, Wenden, Wiederaufladen desselben, Reinigen des Darrbodens, sowie das Zertreten der Malzkörner, gänzlich wegfällt. , .Patent-Anspruch: ■ ■ ' ■'-'·■■
Die oben beschriebene.und durch Zeichnung erläuterte Vordarre mit Heizbetrieb durch Dampf-, Wasser- oder Luft-Heizung.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE8540C true DE8540C (de) |
Family
ID=286034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT8540D Active DE8540C (de) | Malz-Boden-Darr'e mit Heizvorrichtung als Vordarre |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE8540C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5303899A (en) * | 1991-06-03 | 1994-04-19 | Palya Jerome C | Apparatus for lifting construction elements |
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