DE85187C - - Google Patents

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DE85187C
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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B63SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
    • B63HMARINE PROPULSION OR STEERING
    • B63H25/00Steering; Slowing-down otherwise than by use of propulsive elements; Dynamic anchoring, i.e. positioning vessels by means of main or auxiliary propulsive elements
    • B63H25/06Steering by rudders
    • B63H25/36Rudder-position indicators

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Ocean & Marine Engineering (AREA)
  • Electric Clocks (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
(Insel San Miguel, Azoren).
durch den Kompafs selbst zu registriren.
Um auf der See den jeweiligen Ort zu bestimmen, auf welchem ein Schiff sich befindet, ist es Voraussetzung, dafs der festgesetzte Kurs auch wirklich gesteuert worden ist und nicht durch Nachlässigkeit oder sonstige Ursachen eine Abweichung erfahren hat. Die Erfahrung lehrt nun, dafs beinahe stets ein kleiner Fehler vorliegt, welcher dann gewöhnlich unbekannten Strömungen oder der Deviation des Kompasses zugeschrieben wird. Dieser Fehler, welcher unter gewöhnlichen Verhältnissen auf offener See aufser Betracht gelassen werden kann, kann nichtsdestoweniger unter Umständen beim Anlaufen an Land bei trübem oder nebligem Wetter verhängnifsvoll werden. Hervorgerufen ist der Fehler in den meisten Fällen durch mangelhafte Steuerung und Unachtsamkeit des steuernden Matrosen. Das schlechte Steuern ist sehr häufig eine Folge der Einwirkung der rechts oder links arbeitenden Propellerschraube, welche das Schiff nach rechts oder links beständig vom Kurse abzudrängen sucht. Auch der Einflufs von Seegang und Wind auf eine Seite des Schiffes hat ein Abdrängen vom Kurse zur Folge, und erst wenn das Schiff ein paar Grade vom Kurse abgewichen ist, bemerkt dies der steuernde Matrose und bringt durch Drehung des Ruders das Schiff wieder in den Kurs. Dieses beständige Abweichen vom Kurse und die Berichtigung dieses Fehlers erfordert nicht nur ein continuirliches Sehen auf den Kompafsstrich und die Rose und zweckend sprechendes Bewegen des Ruders, sondern bringt auch, da das Abdrängen vom Kurse hauptsächlich nach der einen oder anderen Seite geschieht, einen Kursfehler mit sich, welcher bislang aufser Acht gelassen oder nur durch ungefähre Schätzung angenommen wurde, obschon es für die sichere Navigirung nothwendig ist, denselben mit Sicherheit zu bestimmen und in Rechnung zu ziehen, besonders wenn bedeckter Himmel Beobachtungen von Sonne und Sternen unmöglich gemacht hat.
Auch ist eine fortgesetzte aufmerksame Controle des steuernden Matrosen seitens des wachthabenden Officiers nothwendig. Diese Controle ist aber besonders zur Nacht eine äufserst unangenehme, weil das Auge, welches in dunkler Nacht auf die hell erleuchtete Kompafsrose zu sehen gezwungen ist, für einige Zeit geblendet wird und plötzlich auftauchende Lichter nicht unterscheiden kann. Dies ist ganz besonders der Fall, wenn durch Regen oder Nebel das Sehen überhaupt erschwert ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, auf elektrischem Wege einestheils dem wachthabenden Schiffsofficier durch Ertönen von Läutewerken ein Signal zu geben, sobald das Schiff eine gewisse Anzahl Grade vom Kurse abgewichen ist, und somit eine selbstthätige Controle über das Steuern auszuüben, ohne dafs der Officier es nöthig hat, des Oefteren auf den Kompafs zu sehen, anderenteils die Abweichungen' des Schiffes nach rechts oder links zu registriren, derart, dafs der Fehler, welcher durch das Abweichen vom Kurse ent-
steht, bei der Berechnung des Schiffsortes in Rechnung gezogen werden kann.
Um diesen Zweck zu erreichen, werden an zwei sich diametral gegenüberliegenden Stellen der Rose Contactplatten oder -Bügel angebracht, welche, da sie nach der einen oder anderen Richtung mit Bezug auf Contactplättchen ihre relative Lage verändern, den einen von zwei Stromkreisen schliefsen und hierdurch die eine oder andere Glocke und ebenso den einen oder den anderen Registrirapparat in Thätigkeit bringen.
Auf der Zeichnung bedeutet:
Fig. ι die Oberansicht eines mit der neuen Vorrichtung ausgestatteten Kompasses nebst Leitungsschema,
Fig. 2 einen Theil eines senkrechten Schnittes durch dieselbe im vergröfserten Mafsstabe und
Fig. 3 einen dem vorliegenden Zwecke entsprechenden Registrirapparat in Vorderansicht und theilweisem Schnitt, mit dessen Hülfe nicht nur die Anzahl der jeweiligen Kursabweichungen, sondern auch die jedesmalige Dauer derselben angegeben wird.
S und B zeigen die Steuerbord- bezw. die Backbordseite des Schiffes an. Der Kompafs ist gezeichnet mit dem Vorsteven des Schiffes nach dem magnetischen Norden gerichtet.
Auf der Kompafsrose sind in Ost und West zwei Contactbügel α α1 am Rande derselben vertical und radial befestigt. Der Deckel des Kompafsgehäuses ist derart eingerichtet, dafs derselbe sich mit Leichtigkeit horizontal um das Centrum des Kompasses als Achse drehen läfst. Auf dem oberen Rande des Deckels i ist eine Kreiseintheilung in Graden angebracht, concentrisch mit der Gradeintheilung der Kompafsrose.
Beim 90. Grade Ost oder West sind am Rande des Deckels zwei Gleitstücke b b1 angebracht, derart, dafs dieselben sich auf der Peripherie der Kreiseintheilung 2 bis 12 ° von einander verschieben lassen und durch Stellschrauben c festgehalten werden können. In jedem dieser Gleitstücke ist ein Röhrchen d dl aus nicht leitendem Material angebracht, welches ober- oder unterhalb der Rose horizontal und radial zur Kompafsrose ein- und ausschiebbar ist. Am inneren Ende dieser Röhrchen sind, vollständig von einander isolirt, zwei Contactplättchen e e1 befestigt. Mit jedem dieser Contactplättchen ist ein isolirter Leitungsdraht verbunden, welcher durch das Innere des Röhrchens nach aufsen führt. Von jedem Paar Leitungsdrähten geht der eine nach dem Pol einer Batterie E und der andere event, zu einer Glocke ff1, hierauf zu einem Registrirapparat g gx und schliefslich zum anderen Pol der Batterie E. Das Ganze ist in solcher Weise construirt, dafs, wenn die Röhrchen nach aufsen gezogen sind, die Contactplättchen e e1 nicht von den Rosencontactbügeln α α1 berührt werden können; nach innen gedrückt dagegen, nachdem vorher der Deckel mit Bezug auf den Kurs adjustirt worden ist, einer der Contactbügel a.a1 genau in die Mitte zwischen die Contactplättchen e e1 zu stehen kommt, und sobald das Schiff vom Kurse abweicht, entweder das eine oder das andere Paar Plättchen zu gleicher Zeit berühren mufs.
Die Folge davon ist, dafs in dem einen Falle ein Strom geschlossen wird, wenn das Schiff nach Steuerbord, im anderen Falle, wenn es nach Backbord abweicht, und zwar um so viel Grade, als die Contactplättchen durch die Gleitstücke aus einander gestellt worden sind. -
Angenommen, das Schiff weicht in der Weise vom Kurse ab, dafs durch den Bügel al mit den Contactplättchen e el derjenigen Leitung Contact geschlossen wird, welche die Glocke/1 und den Registrirapparat gx einschliefst (Fig. 1), so wird, da der Strom, von einem Pol der Batterie ausgehend, durch den Registrirapparat gl, die Glocke f1, die zum Contactplättchen el führende Leitung, sowie durch die Leitung e fliefst und beim anderen Pol der Batterie zurückkehrt, die Glocke f1 ertönen und dem wachthabenden Officier anzeigen, dafs das Schiff nach Steuerbord abgewichen ist.
In dem Registrirapparat wird gleichzeitig der Elektromagnet M vom Strom durchflossen und Anker 1 angezogen, wodurch mit Hülfe der Sperrklinke 2 ein Sperrrad 3 in der Weise gedreht wird, dafs der Registrirzeiger 5 des Apparates, welcher über dem Zifferblatt 6 spielt, um einen Theilstrich weiterrückt. Eine Gegenklinke 4 verhindert ein Zurückdrehen des Sperrrades. Mit dem Anker 1 ist ein einen Bremsklotz 8 tragender. Arm verbunden, welcher gegen das Unruhrad 9 eines Uhrwerkes gewöhnlich anliegt und das Uhrwerk zum Stillstand bringt. Sobald nun der Anker angezogen wird, geht auch der Bremsklotz 8 von dem Umfang des Unruhrades 9 ab, und die Folge davon ist, dafs das Uhrwerk, zu welchem die Unruhe gehört, in Thätigkeit tritt;" hierdurch werden zwei Räder 10,11 bewegt, welche einen, Papierstreifen 12, der von einer Trommel 13 kommt und über Rollen 14, 15 geführt ist, auf eine Trommel 16 aufwinden, welche mit einem selbstständigen geeigneten Antrieb zum Aufwickeln des Papierstreifens vorgesehen ist. Der Bremsklotz 8 drückt beim Anziehen des Ankers 1. durch den Magneten M den Hebel 20 nach unten, welcher einen Farbebehälter 17 nebst Rolle 18 trägt. Diese Rolle wird nun, sobald das Uhrwerk in Thätigkeit tritt, gegen den Papierstreifen an derjenigen Stelle gedrückt, an welcher derselbe gegen eine Druckwalze 19 anliegt.
Es ist ohne Weiteres ersichtlich, dafs, sobald

Claims (1)

  1. ein Abweichen vom Kurse in der Weise stattfindet, dafs ein Contactschlufs bewirkt wird, der Zeiger 5 um einen Theilstrich weiterrückt, während gleichzeitig auf dem Papierstreifen 12 ein Strich gezeichnet wird, dessen Länge von der Dauer abhängt, in welcher der Contactschlufs stattfindet.
    i Am Ende einer jeden Wache bezw. wenn der Kurs verändert wird, sind dann die beiden Registrirapparate g g1 abzulesen, und eine einfache Vergleichung beider giebt an, wie oft das Schiff und wie lange jedesmal beim Steuern auf einen Kurs um eine bestimmte Anzahl Grade nach Steuer- oder Backbord abgewichen ist. Das Resultat kann alsdann beim Berechnen des Schiffsortes in Rücksicht gezogen werden.
    Das Ertönen der elektrischen Läutewerke, welche verschiedenen Klang haben, zeigt an, dafs der Matrose, welcher das Schiff steuert, seine Schuldigkeit nicht thut bezw. dafs das Schiff vom Kurse abgewichen ist, und dafs es nun Zeit ist, das Steuer zu bewegen.
    So lange die Läutewerke kein Signal geben, weifs der wachthabende Offieier, dafs sein Schiff den richtigen Kurs innehält.
    ■ Die Registrirapparate zeigen natürlich ganz genau an, wie lange das Ertönen einer Glocke erfolgt, also auch, wie lange das Schiff auf falschem Kurse gestanden hat.
    Bei Fluidkompassen kann derselbe Apparat gebraucht werden, nur werden die Contactbügel α al anstatt an der Kompafsrose des Fluidkompasses an derjenigen einer Auxiliarnadel angebracht, welche entweder ober- oder unterhalb des Fluidkompasses in unmittelbarer Nähe desselben derart angeordnet wird, dafs das Schwingungscentrum der Auxiliarnadel in der Senkrechten durch das Schwingungscentrum des Fluidkompasses sich befindet. Diese Auxiliarnadel mufs schwächer magnetisch sein als die Nadel des Fluidkompasses, und wird daher umgekehrte Pole zeigen, d. h. der Nordpol der Auxiliarnadel zeigt nach dem Süden und der Südpol der Auxiliarnadel zeigt nach dem Norden des Fluidkompasses, sonst aber macht dieselbe alle Bewegungen des Fluidkompasses mit bezw. stellt sich in den magnetischen Meridian.
    Die in Vorstehendem beschriebene Rosencontactvorrichtung kann mit ihren Leitungen des Ferneren noch dazu benutzt werden, das Schiff nach Art des Patentes Nr. 74572 automatisch durch den Kompafs zu steuern.
    Pa T^iNT-Anspruch:
    Vorrichtung, um ein Abweichen des Schiffes vom Kurse beim Steuern durch den Kompafs selbst auf elektrischem Wege zu registriren, gekennzeichnet dadurch, dafs bei der Drehung des Schiffes zwei Paar verschieb- und verstellbare Contacte, welche an dem drehbaren, mit einer Kreiseintheilung versehenen Deckel des Kompasses angebracht sind, mit einem der auf der Kompafsrose angebrachten Contactbügel in Berührung gebracht werden können, wodurch elektrische Ströme geschlossen werden, welche alsdann in der Leitung eingeschaltete Registrirapparate in Thätigkeit setzen, derart, dafs die Zeiger der Registrirapparate nicht nur beim Abweichen des Schiffes nach der betreffenden Seite um 1 ° weiterrücken, sondern dafs auch jedesmal die Dauer der Abweichung angezeigt wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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