KAISERLICHES
PATENTAMT.
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Einschaltung eines Hülfsmotors bei
Fahrrädern und dergleichen Fahrzeugen.
Um auch dem weniger geübten oder weniger kräftigen Radfahrer die Möglichkeit zu verschaffen,
in kurzer Zeit grofse Wegstrecken ohne Ermüdung zurückzulegen, ist es zweckmäfsig,
dem gebräuchlichen Fahrrade mit Tretkurbelantrieb (Fig. 1) eine mechanische Kraft
einzuschalten, die der Fahrer ganz nach Belieben zur Unterstützung der von ihm geäufserten
Kraft oder zur selbstthätigen Fortbewegung des Fahrrades verwenden kann. Dies läfst sich durch einen abnehmbaren Motor
(Fig. 2) leicht erreichen. Der abnehmbare Motor ist auf einer Fundamentplatte (P) befestigt,
welche mittelst der schellenartigen Oesen O und Verschraubungen V in den Rahmenbau
des gebräuchlichen Fahrrades (Fig. 1) eingesetzt und festgeschraubt wird (Fig. 3, 4 und 5).
Die durch eine Kurbel mit der Pleuelstange i des einen Motorcylinders verbundene, durch
einen Schlitz der Platte P greifende, an einer verticalen Stange α gelagerte Welle W mit dem
darauf befindlichen, mit der Pleuelstange i1 des
anderen Motorcylinders verbundenen Doppelkettenzahnrad Z (Fig. 6 und 7) wird durch
Drehen des Winkelhebels H in der Pfeilrichtung hochgestellt und damit aufser Eingriff mit
der Kette c des Fahrrades gebracht und in dieser Stellung durch einen Haken d nebst
Stift e oder einer sonst entsprechenden Vorrichtung festgestellt. Mit dieser Bewegung des
Hebels wird auch der Motor abgestellt. Durch die entgegengesetzte Hebelbewegung wird das
Doppelkettenrad Z mit dem gewöhnlichen Zahnrad X des Fahrrades und der darauf befindlichen
Kette c in Eingriff gebracht. Mit dieser Bewegung wird aych der Motor in Thätigkeit
gesetzt. Die Regulirung R ermöglicht die beliebige Erhöhung oder Verkürzung des Tempos.
Der Motor kann bis zu Y10 Pferdekraft construirt
werden, was einerseits zur Erzeugung der nöthigen Kraft vollständig genügt, andererseits
aber eine so geringe Gewichtsvermehrung erfordert, dafs der Motor auch aufser Wirkung
ohne jede Bequemlichkeitsstörung für den Fahrer mitgeführt werden kann.
Der Motor läfst sich ohne jede Schwierigkeit an jedem Fahrrade mit Rahmenbau anbringen
und abnehmen und ist der Fahrer durchaus nicht gezwungen, denselben gegen seinen Willen
mitzuführen. Die Verlängerungen der Kolbenstangen des Motors mit den am gebräuchlichen
Fahrrade befindlichen Tretkurbeln direct in Verbindung zu bringen, ist zwecklos und für
den Fahrer äufserst gefährlich. Der Motor kann selbstverständlich durch Benzin, Petroleum
oder ein sonst entsprechendes, eine Vergasung ermöglichendes Material betrieben werden.
Pa te ν τ-Anspruch:
■ Eine Vorrichtung zum Einschalten eines Hülfsmotors in die Antrieb\'"orrichtung bei
Fahrrädern mit Treibketten, dadurch gekennzeichnet, dafs ein vom Motor getriebenes
Kettenrad (Z) so in die Treibkette (c) einge-; rückt wird, dafs die Zähne des Kettenrades mit
den Bolzen der Treibkette in Eingriff kommen. ·
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.