DE8464C - Apparat zum Concentriren von Flüssigkeiten mitelst Dampfes in continuirlicher Weise - Google Patents
Apparat zum Concentriren von Flüssigkeiten mitelst Dampfes in continuirlicher WeiseInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01D—SEPARATION
- B01D1/00—Evaporating
- B01D1/26—Multiple-effect evaporating
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
1879.
Klasse 62.
E. MATTHES & WEBER in DUISBURG. Apparat zum Concentriren von Flüssigkeiten mittelst Dampfes in continuirlicher Weise.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. Mai 1879 ab.
Der nachstehend beschriebene Apparat dient zum Concentriren von Flüssigkeiten, soweit
solche durch Verdampfung erfolgt.
Es ist auf den beiliegenden Zeichnungen:
Blatt II ein Schnitt A-B-C-D des Grundrisses, Blatt IH ein Grundrifs des Apparates.
Das Bassin G, welches je nach der Qualität der zu concentrirenden Flüssigkeit aus Eisen,
Kupfer, Blei oder einem anderen geeigneten Material besteht, ist durch Zwischenwände II
des gleichen Materials in sechs oder mehr Abtheilungen J1 bis J6 getheilt. Die einzelnen
Abtheilungen communiciren untereinander durch Löcher b, vor denen oben und unten offene,
senkrechte, in der Höhe mit den Zwischenwänden nahezu abschneidende Kanäle K angebracht
sind. In der Abtheilung J1 steht diese Commimicationsöffnung in der Zwischenwand
mit einem Hahn U in Verbindung, durch den die Abtheilung J1 aufser Communication mit
den übrigen Abtheilungen gesetzt werden kann. Durch sämmtliche Abtheilungen hindurch ist
das vom Ein- zum Austritt geneigt liegende Dampfrohr b in der Art gelegt, dafs da, wo
das Rohr die Zwischenwand durchbricht, eine flüssigkeitsdichte Verbindung zwischen Wand
und Rohr erfolgt. Während dieses Schlangenrohr die Abtheilungen J1 bis J6 in Biegungen
durchzieht, ist jener Theil desselben, welcher die Verbindung zwischen dem in der Abtheilung
Ji liegenden und dem in J2. sich weiter
fortsetzenden Theile vermittelt, an die Aufsenseite des Appexates verlegt und in einer Art
mit den Ventilen N, O und P combinirt, die es ermöglicht, den in Jx liegenden Theil des
Dampfrohrs beliebig ein- und' auszuschalten, während der die weiteren Abtheilungen J2
bis Je durchziehende Schlangentheil ungestört
benutzt werden kann. Das bei L den Apparat verlassende Dampfrohr ist entweder mit einem
Condensationswasserableiter β verbunden oder, was ungleich vortheilhafter ist, mit dem Dampferzeuger
so in Verbindung gebracht, dafs der directe Rücklauf des Dampfwassers in denselben
erfolgt. j
Das ganze Bassin ist mit einem in Theile zerlegbaren, mit Abzugsrohr versehenen Deckel
belegt, welcher, auf den die Zwischenwände um einige Centimeter überragenden Aufsenwänden
des Apparates ruhend, den Abzug der Dämpfe zuläfst. Aufserdem ist der Deckel über jeder
Abtheilung Jx bis J6 mit einem verschliefsbaren
Loch α versehen, welches ein Entnehmen von Proben aus jeder Abtheilung gestattet. Um
eine Abkühlung von aufsen möglichst zu verhindern, ist der Apparat mit einem schlechten
Wärmeleiter umgeben.
Die Anwendung sowie die zweckmäfsigste Anordnung des Apparates ergiebt sich aus dem
Folgenden:
Das Reservoir Al enthält die zu concentrirende
Flüssigkeit. Mit Hülfe des Rohres c, welches bei d mit einem Hahn versehen ist, wird dem
Apparat die Lauge zugeführt; dieselbe läuft in die Abtheilung J6 ein. Ist diese bis zu der in
der Zwischenwand befindlichen, in den Kanal mündenden Oeffnung gefüllt, so tritt die Flüssigkeit
in die zweite und nach Füllung dieser in die dritte Abtheilung über. Ist der ganze Apparat
genügend mit Lauge gefüllt, so wird das Zuflufsrohr c einstweilen geschlossen und durch
Oeffnen des Ventils N dem Schlangenrohr Dampf zugeführt. In dem Mafse, als das Volumen
der Flüssigkeit durch Verdampfung sich vermindert, läfst man nunmehr continuirlich der
Abtheilung J6 Flüssigkeit zuströmen. Da durch die abwechselnde Stellung der die einzelnen
Abtheilungen verbindenden Kanäle K, sowie die Art der Anbringung derselben, die Flüssigkeit
gezwungen ist, auf dem (durch Pfeile angedeuteten) möglichst langen Wege dem Dampfstrom
im Schlangenrohr entgegen zu fliefsen, so ist bald in den einzelnen Abtheilungen und
zwar in der Richtung von Je nach J1 eine zunehmende
Concentration zu constatiren. Ist die Concentration der Flüssigkeit in der Abthei-
hingjx so hoch gestiegen, wie solche gewünscht
wird, worüber wohl in den meisten Fällen das speeifische Gewicht entscheidet, so öffnet man
den Abflufshahn S und leitet nunmehr durch richtige Vertheilung des Einlaufe bei T und des
Ablaufs bei .5 den continuirlichen Betrieb, welcher jederzeit vermittelst des in den Ablauf
eingeschalteten Aräometers V zu controliren ist, ein. Der Umstand, dafs die weitaus meisten
Flüssigkeiten, die zur Verdampfung gelangen, mit zunehmender Concentration einen erhöhten
Siedepunkt zeigen, kommt diesem continuirlichen Abdampfungfiverfahren sehr zu statten. Der in
das Dampfrohr mit einer seiner Spannung entsprechenden Temperatur eintretende Dampf
passiv zunächst die mit der von höchstsiedender Flüssigkeit gefüllte Abtheilung Jx und gelangt
auf seinem weiteren Wege durch jene Abtheilungen, in welchen der Siedepunkt des Inhalts erheblich niedriger liegt, bis er schliefslich,
die durch den Zuflufs der zu. concentrirenden Flüssigkeit erheblich abgekühlte letzte Abtheilung
J6 passirend, als Condensationswasser
zum Austritt gelangt oder in den Dampferzeuger zurückgeführt wird. Da je nach Beschaffenheit
der zu concentrirenden Flüssigkeit diese bei fortschreitender Concentration häufig feste Kör-.
per ausscheidet, wie dies beispielsweise bei Aetznatronlauge infolge eines Gehalts von Carbonat,
Sulfat oder Chlornatrium meistens der Fall ist, und diese Abscheidungen hauptsächlich
in der die concentrirteste Flüssigkeit enthaltenden Abtheilung J1 stattfinden, so ist eine Ausschaltung
dieser Abtheilung aus dem Betriebe behufs Reinigung geboten. Dieselbe erfolgt in
der Weise, dafs durch Schliefsen des Hahnes U der Zuflufs der Flüssigkeit aus J1 abgestellt
wird, während andererseits die Zuführung des Dampfes durch Schliefsen der Ventile JV und P
gehemmt und dafür durch Oeffnen des Ventils O
die Zuführung des Dampfes in das die übrigen Abtheilungen durchziehende Rohr vermittelt wird.
Hierauf läfst nu.n zunächst durch Oeffnen des
Hahnes V die überstehende klare Lauge ablaufen, öffnet dann den Hahn JV, welcher in
dem die Reinigungsöffnung Z verschliefsenden Deckel angebracht ist, um so den noch etwa
vorhandenen dünnen Theil des Schlammes zu entfernen. Der zurückbleibende consistentere
Theil des Bodensatzes wird nach Entfernung des Deckels der Reinigungsöffnung Z mittelst
einer Krücke ausgeräumt. Zur Einführung der Stange derselben dient die durch eine Ueberfallmutter
gewöhnlich verschlossene Oeffnung X. Nach dieser auf solche Weise in kürzester Frist
erfolgten Reinigung wird der Zuflufshahn U wieder geöffnet, und, nachdem genügend
Flüssigkeit eingeh.ufen, der Dampf neuerdings
in die ursprüngliche Circulation gesetzt. Selbstverständlich können auch die übrigen Abtheilungen,
sofern es die Qualität der zu concentrirenden Flüssigkeit wünschenswerth macht, mit Reiniungsöffniingen, wie an Abtheilung I,
versehen werden. In solchen Fällen, wo das ablaufende Product, welches die Temperatur
des seiner Concentration entsprechenden Siedepunktes hat, nicht sofort eine weitere Verarbeitung
finden kann, bei weicher die hohe Temperatur desselben zur Nutzung gelangt, ist es höchst vortheilhaft, die ablaufende
Flüssigkeit zur Vorwärmung der neu eintretenden Flüssigkeit zu benutzen. Zu diesem Zwecke i
dient das unten erweiterte cylindrische Gefäfs R, \ welches aus einem der Qualität der Flüssigkeit
entsprechenden Material hergestellt ist. Die aus dem Reservoir M durch Rohr 8 entnommene
vorzuwärmende Flüssigkeit tritt in den unteren Theil des Cylinders (oberhalb der Erweiterung)
ein, durchströmt die Spirale, um schliefslich, um ein Bedeutendes vorgewärmt,
vermittelst des Rohres g in die Abtheilung J6
zu gelangen. Die concentrate Flüssigkeit dagegen tritt, um ein Erhebliches abgekühlt, durch
das S-förmig gebogene Rohr λ, dessen Ausflufshöhe es bedingt, dafs der Cylinder bis zu einer
gewissen Höhe gefüllt bleibt, aus. Die oben erwähnte Erweiterung dieses cylindrischen Gefaf ;es
am Fufse desselben dient dazu, die durch die Abkühlung etwa ausgeschiedenen festen Körper
aufzunehmen. Da wo gröfsere Quantitäten von Flüssigkeiten zur Verdampfung vorliegen, empfiehlt
es sich unter allen Umständen, denDampfapparat, wie schon oben erwähnt, mit dem Dampferzeuger
so in Verbindung zu bringen, dafs der Rücklauf des Condensationswassers in jenen möglich ist.
Bei der Benutzung dieses Systems ist darauf zu achten, dafs das Kesselwasser schon sieden mufs,
wenn man das Condensationswasser zurücklaufen läfst', vorher mufs man dieses durch den Dreiweghahn
Z' nach aufsen abfliefsen lassen. Durch Einhüllung des zum Abdampfapparat führenden
Dampfrohres Und des Rücklaufrohres mittelst schlechter Wärmeleiter ist der Wärmeverlust auf
ein Minimum zurückzuführen. Die auf solche Weise vorherrschend mit Condensationswasser
erfolgende Speisung des Dampfkessels gestattet es, ein Kesselsystem zu wählen, welches die
gröfste Ausnutzung des Brennmaterials ermöglicht, da die Bildung von Kesselstein, die einem
derartigen System meistens hindernd entgegensteht, ausgeschlossen ist.
Claims (4)
1. Ein Apparat, welcher in beliebig viele untereinander
communicirende Kammern getheil: ist und mittelst Dampf in continuirlicher
Weise Flüssigkeiten verschiedenster Art zr concentriren bezweckt.
2. Die Anwendung einer Combination von Röhren und Absperrmitteln, um beliebige
Kammern des Systems während des Betriebes auszuschalten und zu entleeren bezw. zu reinigen.
3. Die Verbindung eines derartigen unter 1 genannten Apparates mit einem Dampfkessel
in solcher Weise, dafs der Rücklauf des Condensationswassers ermöglicht wird. (Geschlossene
Dampfcirculation.)
4. Die Verbindung mit einem Vorwärmer, welcher die Wärme der concentrirten Flüssigkeit
zum Vorwärmen der zu concentrirenden ausnutzt. (Wärmeausnutzung.)
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE8464T | 1879-05-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE8464C true DE8464C (de) | 1880-01-23 |
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ID=34484164
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE18798464D Expired DE8464C (de) | 1879-05-30 | 1879-05-30 | Apparat zum Concentriren von Flüssigkeiten mitelst Dampfes in continuirlicher Weise |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE8464C (de) |
-
1879
- 1879-05-30 DE DE18798464D patent/DE8464C/de not_active Expired
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