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Verfahren zum Verschließen von Ventil säcken und Ventilsack mit verschließbarer
Tülle \'orliegende Erfindung bezieht sich auf Ventilsäcke, die aus einem vorzugsweise
mehrschichtigen oder mehrlagigen Schlauch aus Papier od. dgl. bestehen, die an beiden
Enden bis auf ein in der einen Sackecke durch Einstülpung derselben gebildetes Einfüllventil
verschlossen sind. Genauer genommen betrifft die Erfindung solche Ventilsäcke, die
eine in dem Ventil l)efestigte Tülle aus Papier od. dgl. besitzen, durch welche
der Sack gefüllt wird.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Verschließen und Plombieren dieser Tülle nach erfolgter Füllung des Sackes, damit
nichts von dem Inhalt des gefüllten Sackes durch die Ventilöffnung hinausdringen
oder durch diese entwendet werden kann, ohne daß die Plombierung oder der Verschluß
unerlaubten, leicht zu entdeckenden und festzustellenden Eingriffen ausgesetzt worden
ist. Wie heispielsweise aus dem schXnedinschen Patent Nr. 78 730 hervorgeht, ist
es bekannt, nach erfolgter Füllung des Sackes durch die mit ihrem äußeren Ende aus
dem Ventil vorragende Tülle das äußere Ende derselben durch eine Naht bzw. durch
Kleben oder Heften zu verschließen, damit der Sackinhalt nicht aus dem Sack hinausdringt
oder durch die Ventilöffnung herausgenommen werden kann. Diese Verschließverfahren
sind in der Praxis jedoch sehr selten zur Anwendung gelangt, da sie, besonders was
das Nähen und
Kleben betrifft, einen besonderen Arbeitsgang benötigen,
der zusätzliche Arbeitskräfte erforderlich macht. Das Heften kann zwar in unmittelbarem
anschluß an die Abnahme des gefüllten Sackes von der Al)sackmaschine mit Hilfe einer
Heüzange mit einem Alagazin für rund 50 Drahtheftorgane ausgeführt werden, aber
die Gefahr, daß ein Drahtheftorgan in den Sack gleiten oder gegebenenfalls sich
später beim Hantieren der Säcke lockern und in das im Sack enthaltene Gut fallen
kann, vereitelt die Ver+sendung dieser Verschließmethode, wenn es sich darum handelt,
solche Waren wie Mehl, Zucker, Futtermittel usw. abzusacken. Die Erfindung zielt
deshalb darauf ab, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Ermöglichung eines schnelleren
und sicheren Verschließens des äußeren Endes der Tülle zu schaffen, so daß das Verschließen
in unmittelhartem Anschluß an die Abnahme der Säcke von der Absackmaschine ausgeführt
werden kann, ohne daß dadurch Zeitverluste entstehen oder zusätzliche Arbeitskräfte
bei der Absackmaschine benötigt werden oder Gefahr vorliegt, daß der Verschluß oder
Teile desselben verlorengehen oder sich lockern und in den Sack hinunterfallen.
Gleichzeitig mit dem Erfüllen dieser Wünsche erbringt die Erfindung den bedeutenden
Vorteil, daß der nach der Erfindung ausgeführte Verschluß desgleichen als Plombierung
wirkt, eine so bedeutende mechanische Festigkeit besitzt und eine so gut geschützte
Lage einnimmt, daß er beim Hantieren der Säcke praktisch keiner unabsichtlichen
Beschädigung ausgesetzt werden kann. Ferner ist der Verschluß für Unbefugte schwer
zugänglich und bildet ein schwieriges Problem für denjenigen, der es versucht, in
einer unmerklichen Weise einen Teil des Sackinhalts durch die Ventilöffnung zu entwenden.
Dieses letztere ist von hesonders großer Bedeutung, wenn die Säcke rationierte Waren
enthalten. Ein weiterer bedeutungsvoller Vorteil der Erfindung liegt darin, daß
der beabsichtigte Verschluß äußerst einfach ist und in Massenherstellung sehr billig
ist und sich deshalb auch aus wirtschaftlichem Gesichtspunkt für den Massenartikel,
den Papiersäcke nunmehr geworden sind, sehr gut eignet.
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Es ist bekannt, die in derVentilöffnung befestigte Tülle mit ihrem
äußeren Ende ein ziemlich weites Stück außerhalb des Ventils herausragen zu lassen
und an der Unterseite der Ventiltülle eine in deren Längsrichtung verlaufende Versteifungseinlage
aus plastisch biegsamem Material in der Form von Blechstreifen od. dgl. anzubringen,
die nach Umschlagen des herausragenden äußeren Teils der Tülle zur Anliegung gegen
die Oberseite der Ventiloberwand, welche durch die oft kreuzweise ge faltete obere
Stirnwand des Sackes gebildet wird, den umgeschlagenen Teil in dieser Verschlußlage
festhalten. Dabei liegt aber der umgeschlagene Teil der Tülle sehr ausgesetzt und
im übrigen leicht erreichbar, so daß er beim Hantieren der Säcke leicht aus seiner
Lage gerückt, beschädigt und leicht zurückgeschlagen werden kann, wodurch es möglich
ist, den Sackinhalt durch das Ventil zu entfernen, und zwar ohne daß dabei leicht
zu entdeckende Spuren hinterlassen werden, die als Beweis dafür dienen können, daß
das Ventil ohne Erlaubnis geöffnet wurde. Man hat auch schon früher vorgeschlagen,
das innere Ende der Ventiltülle ein weites Stück an dem Ventil vorbei in den Sack
hineinragen zu lassen und in der Oberseite der Tülle solche plastisch biegsame Blechstreifen
od. dgl. anzubringen, die nach Umschlagen des inneren Teils der Tülle zur Anliegung
gegen die Unterseite der Vent i lunterwand diesen umge schlagenen Teil in der Verschlußlage
zurückhalten. Dabei wird der umgeschlagene Teil zwar im Sack geschützt liegen, das
Umschlagen ist aber recht umständlich auszuführen, wozu noch kommt, daß er nicht
als Versiegelung oder Plombierung dienen kann, an der man von außen leicht mit Sicherheit
erkennen kann, ob der Ventilverschluß unerlaubten Eingriffen unterworfen wurde,
so daß ein Teil des Sackinhalts durch die Ventilöffnung entwendet worden sein kann.
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Die Erfindung soll im folgenden an Hand der Zeichnung in ihren Einzelheiten
heschrieben werden. Es zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine in das Ventil
eines Ventilsackes zu klebende Tülle, die mit einem erfindungsgemäßen Verschluß
versehen ist, Fig. 2 ein perspektiiisches Bild der Tülle, wobei Teile derselben
der Deutlichkeit halber weggeschnitten sind, Fig. 3 und 4 eine Draufsicht auf die
Ventilecke des Sackes mit der in dem Ventil befestigten Tülle vor bzw. nach dem
Verschließen der Tülle, Fig. 5 einen Schnitt durch die Ventilecke des Sackes mit
der in dem Ventil befestigten Tülle in verschlossenem Zustande, Fig. 6 das Ventil
in dem verschlossenen Zustande, von dem äußeren Ende gesehen, Fig. 7 und 8 in der
gleichen Weise wie Fig. 3 und 4 eine abgeänderte Ausführungsform des erfindungsgnemäßen
Verschlusses und Fig. g eine weitere Ausführungsform des Verschlusses im Schnitt
durch die Ventilecke des Sackes vor dem Verschließen des \'en1ils.
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Die Tülle 1 kann zweckmäßig au; einer einschichtigen Papiertuhe bestehen,
die in flachgedrücktem Zustand eine Breite hat, die der lichten Weite des in der
Sackecke gebildeten Ventils in dessen normalem, flachgedrücktem Zustand entspricht.
An der Oberseite der Tülle I ist ein mit seiner einen Längskante längs der Vorderkante
der Tülle sich erstreckender Blechstreifen 2 befestigt.
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Dieser Blechstreifen 2 kann zweckmäßig etwa elenso.lang sein wie die
Tülle l>reit ist oder aber auch kürzer. Die Breite des Flechstreifens 2 kann
zweckmäßigerweise bedeutend geringer sein als seine Länge, da die Breite, d. h.
die Ausdehnung in der Längs,richtullg der Tülle 1, nicht mehr als anderthalb oder
einige Zentimeter zu betragen braucht und auch nicht l>etragen darf. Der Blechstreifen
2 kann um seine zur Vorderkante der Tülle 1 )parallele Längsmittellinie oder sonst
um
eine im Abstand von der längs der Vorderkante der Tülle verlaufende
Längskante des Streifens gelegene und zu dieser parallelen Linie umgebördelt werden,
längs welcher der Streifen eine diese Umbördelung erleichternde Durchlochungslinie
3 od. dgl. hat. l)er Streifen 2 kann zweckmäßig durch ein über denselben angebrachtes
Deckblatt 4 aus Papier auf seinem Platz befestigt sein, das auf der Oberseite der
Tülle 1 festgeklebt und vorteilhaft vorn um die Vorderkante der oberen Tüllenwand
geschlagen ist und an der Unterseite derselben festgeklebt ist, wie loei Au in Fig.
I und 2 angedeutet ist, so daß der Blechstreifen in der oberen Wand der Tülle von
Papier ganz umhüllt liegt. Die illit dem Streifen 2 versehene Tülle I ist in einer
Lage in das Ventil der Sackecke eingeklebt, wie sie aus Fig. 3 hervorgeht, d. h.
derart, (laß die Vorderkante der Tülle nur ein verhältnismäßig kurzes Stück außerhalb
der Vorderkante der Ventiloberseite vorragt. Zweckmäßig kann die Tülle z derart
angebracht sein, daß die Faltanleitung 3 nwllr oder weniger nahe mit der Vorderkante
der Ventiloberwand zusammenfällt. Die untere Wand der Tülle 1 wird nicht ganz bis
zum vorderen lilde der Tülle an der unteren Ventilwand festgekblebt. Nach der Füllung
des Sackes erfolgt nämlich das Verschließen in der Weise, daß der mit dem Blechstreifen
2 versehen vordere Endteil der Tülle durch das Falten des außerhalb der Faltanleitung
3 3 am Streifen 2 gelegenen Teils nach unten und innen um die Faltanleitung 3 in
die in Fig. 4 und 5 gezeigte Lage doppelt gefaltet wird. Dieses Falten kann leicht
unmittelbar von Hand oder gegebenenfalls mit Hilfe eines einfachen Werkzenges geschehen
und nach erfolgter Faltung wird eine Spezialzange, deren Backen als zwei ineinandergreifende
gezahnte Platten von dem doppelt gehalteten Blechstreifen entsprechender Länge und
Breite und mit den Zähren senkrecht zur Längsrichtung der Platten verlaufend ausgebildet
siiid mit der r einen l3acke in die unter dem umgeschlagenen Teil der Ventiltülle
entstandene Ventiltasche eingeführt, während die andere Backe gegen die Oberseite
der Ventiltülle angesetzt wird.
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Durch einen leichten Druck werden der doppelt gefaltete Blechstreifen
2 und die denselben umgebenden Teile der Tülle 1 zwischen den Zangen backen in Wallenform
od. dgl. gebracht mit senkrecht zur 1 angsrichtung des Streifens verlaufenden Welken
oder Rillen. wie in Fig. 4 und 6 dargestellt ist. Die Dicke und Gutzusammensetzung
des Blechstreifens 2 sind derart abgemessen, daß dieser Arbeitsvorgang keinen wesentlichen
Kraftaufwand erfordert. Dank dem 1 Zustand daß der Streifen 2 doppelt gefaltet wird.
ist es so gut wie unmöglich, die beiden Hälften der in dieser Weise hergestellten
Plombe mit bloßen Händen zu öffnen oder zu trennen und danach wieder ganz zusammenzudrücken,
und die Plombe kann überhaupt nicht ohne eiile solche Beschädigung der Plombe oder
des in dieser eingeschlossenen Papiers der Tülle 1 gebrochen werden, daß nicht unauslöschliche
Spuren ii, tel asseii werdeii die leicht zu entdecken iii 1 und als Beweis dafür
dienen können, daß man versuchte, die Plombe zu öffnen. Wie ersichtlich, nimmt der
gleichzeitig als Plombierung wirkende Verschluß eine außerordentlich gut geschützte
Lage ein, in der er nur schwer solchen Eingriffen ausgesetzt ist, die darauf abzielen,
den Sackinhalt unmerklich aus der Ventilöffnung zu entwenden. Dieser kombinierte
Verschluß und Plombierung bilden deshalb einen äußerst guten Schutz gegen Entwendung
aus den Säcken während des Transportes, Lagerung usw. und ermöglicht es, eine eventuell
vorkommende uneflaubte Manipulation mit dem Verschluß zu beweisen, was in bezug
auf rationierte Waren von hesonderem Vorteil ist.
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Die Ausbildung des Verschlusses kann im Rahmen der Erfindung auf
verschiedene Weise abgeändert werden, wie ill Fig. 7 und 8 sowie in Fig. g beispielsweise
veranschaulicht ist. Bei der in Fig. 7 und 8 gezeigten Abänderung ist der Blechstreifen
2 in seiner der Vorderkante der Tülle I zunächst gelegenen Hälfte mit einem dreieckigen
Ausschnitt 5 und in seiner anderen Hälfte mit einer ausgestanzten dreieckigen Zunge
6 versehen, welche beim Umbördeln des Blechstreifens um die Faltanleitung 3 gegenüber
dem Ausschnitt 5 zu liegen kommt. Nach diesem Umbördeln wird die auf der Oberseite
der Ventiltülle befindliche Zunge 5 mittels der zu diesem Zweck ausgebildeten Plombierzange
durch die darunterliegenden Papierschichten und durch den Ausschnitt 5 nach unten
gepreßt und um die Grundkante des lezteren in die in Fig. 8 gezeigte Lage gebracht.
Dadurch, daß die Plombierzange mit schneidenden Kanten ausgebildet ist, ist es möglich,
in dem Maße, wie das Blech 2 aus geeignetem Material und von passender Dicke gewählt
wird, den Ausschnitt 5 und die Zunge 6 direkt mittels der Zange herzustellen, so
daß das Blech 2 nicht im voraus mit dem Ausschnitt und der Zunge versehen zu sein
braucht, welche letzteren selbstverständlich in bezug auf Form und Anzahl verschiedentlich
variiert werden können. nei der in Fig. g gezeigten Ausführungsform ist der Blechstreifen
2 von Anfang an um seine zur Längsrichtung der Tülle I senkrechte Längsmittellinie
im Winkel gebogen, so daß die Winkelecke 3a bei dem bei dem Verschließen vorkommenden
voltständigen Doppeltfalten als Faltanleitung dient. Das I)oppeltfalten des Streifens
2 wird somit erleichtert, so daß es auch bei ganz geringer Breite des Streifeiis
2 leicht unmittelhar mit den Fingern ausgeführt werden kann. Beim Doppeltfalten
wird das flachgedrückte äußere Ende der Tülle I gefaltet, so daß ihre Faltstelle
ungefähr mit der Umhördelungsstelle des Blechstreifens 2 zusammenfallen wird. Die
heiden Hälften des Streifens werden dann, ebenso wie bei den vorhergehenden Ausführungsformen,
mittels einer geeigneten Plombierzange zusammengedrückt und dabei derart dbefor:
miert, daß die heiden Hälften des Blechstreifens in der zusammengedrückten Relativlage
mit hedeuteiider mechanischer Stärke zusammengehalten
werden. Es
sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß es danach um so schwerer ist,
die beiden Hälften des Blechstreifens voneinander zu trennen, je schmaler der Blechstreifen
ist. Gemäß Fig. 9 ist der Blechstreifen gleich oherhall) des aus der Ventilöffnung
kurz vorragenden, äußeren Endes der Tülle 1 befestigt, so daß die äußere Längskante
des Blechstreifens parallel zu und dicht liei oder in der Nähe von der äußeren Endkante
(Vorderkante) der Tülle verläuft. Der Blechstreifen ist zweckmäßig mittels des denselben
umhüllentlen I>eckblattes 4 aus Papier od. dgl. so befestigt, daß das letztere
an der hinteren Längskante des Blechstreifens dieselbe mit der oberen Wand des Ventils
bzw. der Tülle scharnierartig verbindet.