DE84122C - - Google Patents
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
- B22D11/00—Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
- B22D11/14—Plants for continuous casting
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
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- Extrusion Moulding Of Plastics Or The Like (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Vorliegende Erfindung hat den Zweck, den geschmolzenen ,Metallen und Legirungen (d. h.
anderen als Blei, Zinn, Wismuth oder den gegenseitigen Legirungen) sofort ihre gebrauchsfertige
Gestalt zu geben, indem man die flüssige Masse in einer geeigneten Form (Strangform)
direct vortreibt und in dieser Form selbst oder in einer besonderen daneben angeordneten
Vorrichtung bis zur vollständigen Erhärtung
abkühlen läfst.
Dieses Ziel zu erreichen, ist' mit einer beträchtlichen
Schwierigkeit verknüpft, welche darin' besteht, dafs das beim Durchgang durch
den zur Form führenden Kanal schon ein. wenig sich' abkühlende geschmolzene Material
während des Verweilens in der Form infolge der Wärmeabgabe nach aufsen beträchtlich erkaltet
und verdickt, oder es wird durch diese Verdickung die Austrittsgeschwindigkeit verlangsamt
und ganz aufgehalten, wenn man nicht einen beträchtlichen Druck auf das geschmolzene
Material ausübt. Dieser in dem Apparat auf das bei hoher Temperatur eingeführte Material ausgeübte Druck wirkt schädlich
auf die Wände der Kanäle oder Behälter, welche selbst schon bei Berührung mit dem
sehr heifsen Material erweichen, derart, dafs der Druck schon vorher seine zerstörende
Wirkung ausübt, ehe' er die zur Ueberwindung der Reibung des theilweise erkalteten Materials
auf den Kanalwänden bei dem Vortreiben erforderliche Stärke erhält.
Diese Schwierigkeit soll nach vorliegendem Verfahren "dadurch vermieden werden, dafs
das Material während des Durchganges durch die Strangform oder sonstigen zur endgültigen
Formgebung geeigneten Apparat regelrecht und andauernd wieder erhitzt und in einem besonderen Apparat, wo es keine Reibung und
folglich keinen Widerstand zu überwinden hat, abgekühlt wird. Man hat somit keinen übermäfsigen
Druck auf das geschmolzene Material auszuüben, noch irgend welche Zerstörung an dem Kanal, der Gufsrinne und der Strangfomr
zu befürchten.
Behufs Ausführung der localen Erwärmung ; des Materials während seines Durchganges· durch
die Strangform oder den sonstigen Apparat zur endgültigen Formgebung wird dem Kanal, in
welchen das geschmolzene Material eingeführt wird, ein viel grölserer Querschnitt gegeben
als der Strangform; darauf läfst man einen elektrischen Strom quer durch das geschmolzene
Material selbst hindurchgehen und regelt dessen Stärke derart, dafs dadurch eine genügende
Erwärmung seines Leiters erzielt wird; diese Erwärmung findet allein auf dem in der
Strangform eingeschlossenen geschmolzenen Metall statt, da der Querschnitt des · Leiters
schwächer und . der elektrische Widerstand gröfser ist.
Um die Reibung des Metallstromes gegen die seitlichen kühlenden Wände des Apparates
zu vermeiden, wird der glühende, in Strangform austretende Metallstrom in einen concentrischen
Kanal eingeschlossen und in den ringförmigen Raum zwischen dem zu kühlenden Metallstrom
und dem Mantel dieses Kanals ein kühlender Flüssigkeitsstrom eingelassen, welcher rund um
den Metallstrom herum eine vollständige, kühlende Hülle bildet, die diesen von den
festen Körpern gänzlich isolirt und dessen seit-
liehe Reibung sowie alle Bewegungswiderstände
vermeidet. Dieser Bewegungswiderstand ist nach Angabe des Erfinders gleich Null, wenn
die Geschwindigkeit des Flüssigkeitsstromes genau gleich derjenigen des Metallstromes ist;
eine gewisse Differenz zwischen den beiden Geschwindigkeiten kann in gewissen Fällen
vortheilhaft sein, um einen Zug oder Druck auf den zu kühlenden Merallstrom auszuüben.
Die verschiedenen Metalle und Legirungen verhalten sich aber beim Schmelzen und Erstarren
sehr verschieden; demnach kann man sie nicht alle in genau demselben Apparate behandeln. ' Die einen müssen im Strahl, die
anderen in verticaler, andere in horizontaler, andere in schräger Lage gegossen werden.
Einige verlangen als Abkühlungsflüssigkeit Luft, die anderen ein weniger oxydirendes Gas (beispielsweise
Feuerungsgase, welche vorher gekühlt sind), andere Wasserdampf, andere verlangen,
als Kühlungsmittel Wasser in gewöhnlicher oder in fein zerstäubter Form, andere
schliefslich die Benutzung eines festen Materials, welches vorher geschmölzen wurde «■ oder
schmelzfühig ist.
Diese verschiedenen Bedingungen erfordern jedoch nur geringe Aenderungen in der Anordnung
des Apparates.
Fig. ι und 2 zeigen für die Herstellung von vollen Stäben oder Drähten eine geeignete Einrichtung
in senkrechter Richtung des Vortriebes, wobei Fig. 2 ein Schnitt nach Linie a-b der
Fig. ι ist. A ist der Kanal, durch welchen das geschmolzene Material zur Strangform E
geführt wird, B seine Wandung aus feuerfestem Material und C ein diese umgebender
Metallmantel. D1 ist ein um den als Elektrode dienenden Graphitblock D gelegter Metallring.
Die Strangform. E enthält einen inneren Kanal G zur Aufnahme des geschmolzenen
Materials, in welchem letzteres allmälig die gewünschte Querschnittsform erhält und durch
die Wirkung des quer hindurchgeleiteten elektrischen . Stromes erwärmt wird. / ist der
innere Mantel des Kühlapparates. Die Kühlflüssigkeit wird durch Rohrstutzen U zu einer
ringförmigen Kammer F geleitet, von wo sie in den ringförmigen Raum zwischen dem zu
kühlenden Metallstrom und dem Mantel / gelangt. Der innere Mantel / wird durch den
von einem äufseren Mantel J umgebenen Raum O gekühlt, zu welchem Zwecke das
Wasser durch eines der Rohre K und L eingeführt und durch das andere abgelassen wird;
dieser Kühlraum ist indessen nicht immer nothwendig. M1 ist ein Sockel am Kühlapparat,
welcher mit dem Metallmantel C des Kanals für den fliefsenden Metallstrom durch
Bolzen verbunden wird, die durch Strangform E, Elektrode D und den unteren Theil
der Mauer B hindurchtreten. Die Elektrode D ist jedoch an der Stelle, wo die Bolzen hindurchtreten,
ausgeschnitten, um dieselbe zu isoiiren. W sind Walzen, welche den festen
Metallstrang erfassen und weiterfuhren. Um den elektrischen Strom zuzulassen, genügt es,
den positiven Leiter mit dem Ring D1 und
den negativen Leiter mit dem Sockel M1 oder mit irgend einem Theile des metallischen Gehäuses
des Kuhlapparates in Berührung zu bringen, denn der Kühlapparat bildet im
Ganzen die negative Elektrode. Der elektrische Strom tritt durch die Elektrode D ein (Fig. ia),
geht in das den mittleren Kanal A ausfüllende Metall über' und folgt diesem Metall in den
Kanal G der Strangform. Beim Austritt aus diesem Kanal verbreitet sich der elektrische·
Strom anfangs in der den geschmolzenen, Metallstrom umgebenden Kühlflüssigkeit, bis er
in den Metallmantel / des Kühlapparates übertritt. Dieser Metallmantel dient dem Strom
als Austrittselektrode, aufser wenn man nicht vorzieht, die Erde als Rückleitung zu benutzen.
In jedem Falle ist der grofse Widerstand, den der Strom beim Durchströmen durch den
Körper der Strangl'orm vorfindet, beim Austritt aus dieser plötzlich beträchtlich verringert,
infolge dessen die durch den Strom bewirkte Erwärmung des in der Strangform eingeschlossenen
Metalles plötzlich aufhört. Die Temperaturverminderung des Metalles bei dessen
Austritt aus der Strangform findet um so schneller statt, je besser die Kühlflüssigkeit
Elektricität und Wärme leitet. Dieser Apparat ist zur Benutzung einer beliebigen Flüssigkeit
als Kühlmittel (Gas, Dampf, zerstäubte Flüssigkeit, tropfbar flüssige und selbst feste schmelzende
Körper) bestimmt.
Fig. 5 zeigt eine Vorrichtung zur Herstellung von vollen Stangen und Drähten, für den
Fall, dafs sie während der Bildung vorgetrieben und durch Benutzung eines Gases, Dampfes
oder einer zerstäubten Flüssigkeit als Kühlmittel gekühlt werden. Ein einziger Schmelzkanal
A kann gleichzeitig eine beliebige Anzahl von Strangformen E aufnehmen. Diese Vorrichtung
unterscheidet sich von der vorbeschriebenen insofern, als der zur Erwärmung dienende
elektrische Strom gleichzeitig durch zwei Elektroden D hindurchgeleitet wird, von denen
eine rechts, die andere links angeordnet" ist; andererseits unterscheidet sich der Kühlapparat
von dem erstbeschriebenen durch eine Kammer F zur Spannungsregulirung und Verminderung
des unter Druck stehenden Kühlgases, welche Kammer mit Schaufensterchen V1 ausgestattet
ist zur Beobachtung des aus .der Strangform heraustretenden Metallstromes und
je nach Erfordernifs zur Entfernung der auf der Oberfläche sich bildenden Oxydschicht.
N ist ein isolirender Befestigungsring.
Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen die Her-
zur Aufnahme des ge-
slcllung von hohlen Stangen oder Röhren in
senkrechter Richtung des Vortriebes, wobei Fig. 4 einen Querschnitt nach Linie c-d der
Fig. 3 darstellt.
A ist der Kana
schmolzenen Materials, B seine feuerfeste Wandung und C sein Metallmantel. D sind
die ; ringförmigen Graphitelektroden und D1
Metallringe, welche um die Elektroden gelegt sind, um den Uebertritt des elektrischen Stromes
aus dem Leiter in die Elektrode zu erleichtern. Ein feuerfester Ring E dient als Stranglorm;
innerhalb der letzteren sitzt der Kern P. Das geschmolzene Material gelangt in den Kanal A,
umfliefst den Kern P und tritt durch Kanäle G1 in Form mehrerer Ströme in den ringförmigen
Kanal G, wo' sich die Ströme zu einem einzigen Strange vereinigen, der allmälig die gewünschte
Querschnittsform annimmt. Der so erzeugte Metallstrom gelangt bei seinem Austritt
aus der Strangform in den Kühlapparat, welcher mittelst Sockels M1 befestigt ist. Der Metallstrom,
geht durch einen Ringraum H zwischen dem Mantel I des Kühlers und einem Cylinder
T, welcher am unteren Ende einer Stange S vorgesehen ist, die im Schraubengewinde
eines am oberen Ende einer luftdichten Kammer Q befindlichen Lagers Z gehalten
wird und durch den mittleren Kanal R des Kernes P hindurchtritt. Durch Leitung Q.1 wird
eine Kühlflüssigkeit in die Kammer Q eingeführt; diese fliefst durch den Kanal R und
tritt zwischen dem glühenden, aus der Strangform austretenden Metallstrom und dem Cylinder
T hindurch, indem sie eine isolirende Hülle zwischen beiden bildet, und tritt durch
den Innenraüm des im Laufe der Fabrikation erzeugten Rohres H'2 aus. Zu derselben Zeit
wird eine andere Flüssigkeit in die ringförmige Kammer F eingelassen und in einer mit
Schaugläsern V1 versehenen Kammer H1 aufgefangen.
Diese Flüssigkeit tritt zwischen der a'ufseren. Flüche des Metallstromes und dem
inneren Mantel / des Kühlers hindurch, um beide von einander zu isoliren. Der Mantel /
kann gewünschtenfalls mittelst des Raumes O zwischen dem, Mantel / und dem a'ufseren
Mantel / gekühlt werden, in welchem eine Circulation von Kühlwasser durch Rohre K
und L unterhalten wird. W sind Walzen zum Erfassen und Weiterführen des fest gewordenen
Materials.
Fig. 6 zeigt eine Abänderung der letztbeschriebenen Vorrichtung. Der hohle Kern
der letztbeschriebenen Figur ist hier durch einen vollen Kern P ersetzt und der Kühlraum O
in Fortfall gekommen. V stellt den Mantel einer durch Rohr U mit Kühlflüssigkeit zu beschickenden
Kammer F dar. N N sind Festhaltungsringe aus plastischem Material und M
ist ein Metallring, welcher zur Sicherung des Festhaltens des Kernes P auf seinem konischen
Sitz beiträgt.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:Verfahren zur Herstellung von vollen oder hohlen Stäben, Röhren oder Drähten aus Metallen oder Legirungen, darin bestehend, dafs man das aus einer Strangform austretende geschmolzene Metall, wo ihm gleichzeitig die passende Form und Temperatur gegeben ist, in einer aus einem Kühl-Hülle ohneflüssigkeitsstromgebildetenReibung erstarren läfst.
Eine Vorrichtung zur Ausführung des unter ι. gekennzeichneten Verfahrens, welche das Durchleiten des aus seiner Strangform austretenden geschmolzenen Metalles durch einen aus > einem Mantel gebildeten Kühlapparat ermöglicht, welcher gleichzeitig von dem geschmolzenen Metallstrom und einem Strom eines flüssigen Kühlmittels durchflossen wird, welch letzteres um den .Metallstrom herum eine vollständige Hülle bildet zur Abkühlung und Vermeidung von Reibungswiderständen desselben.
Eine Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dafs der Kühlapparat zur Zuführung eines elektrischen Stromes dient, zwecks Erwärmung des aus dem Mundstück austretenden Metalles bezw. zur Wiederschmelzung des darin erstarrten Metalles.,Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE86217T |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE84122C true DE84122C (de) |
Family
ID=32857103
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT84122D Active DE84122C (de) | |||
| DENDAT86217D Active DE86217C (de) |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT86217D Active DE86217C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE86217C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE763514C (de) * | 1937-06-08 | 1952-09-15 | Siegfried Junghans | Verfahren zum Herstellen von Gussstraengen oder Bloecken aus Metallen |
| DE974203C (de) * | 1936-09-09 | 1960-10-13 | Ver Leichtmetall Werke Ges Mit | Verfahren zum Giessen von Metallbloecken mit Ausnahme solcher aus Leichtmetallen |
| DE1164032B (de) * | 1956-02-06 | 1964-02-27 | Marvalaud Inc | Verfahren zur Herstellung von kontinuierlichen Metallfaeden aus geschmolzenem Metall |
-
0
- DE DENDAT84122D patent/DE84122C/de active Active
- DE DENDAT86217D patent/DE86217C/de active Active
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE974203C (de) * | 1936-09-09 | 1960-10-13 | Ver Leichtmetall Werke Ges Mit | Verfahren zum Giessen von Metallbloecken mit Ausnahme solcher aus Leichtmetallen |
| DE763514C (de) * | 1937-06-08 | 1952-09-15 | Siegfried Junghans | Verfahren zum Herstellen von Gussstraengen oder Bloecken aus Metallen |
| DE1164032B (de) * | 1956-02-06 | 1964-02-27 | Marvalaud Inc | Verfahren zur Herstellung von kontinuierlichen Metallfaeden aus geschmolzenem Metall |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE86217C (de) |
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