DE83292C - - Google Patents

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DE83292C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22BPRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
    • C22B11/00Obtaining noble metals
    • C22B11/08Obtaining noble metals by cyaniding

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 40: Hüttenwesen.
in LONDON.
Die Erfindung bezieht sich auf die Lösung von Edelmetallen aus ihren Erzen im allgemeinen, im besonderen aber auf diejenige von Gold und Silber. Bei den gegenwärtig bekannten Methoden, bei denen Cyankalium zur Lösung benutzt wird, ist eine lange Zeit erforderlich, um die Edelmetalle vollständig zu gewinnen, und können solche Verfahren nur in besonderen Fällen erfolgreich zur Anwendung kommen.
Es mufs z. B. das Gold in sehr fein zertheiltem Zustande zwischen anderen Verbindungen in den Erzen vorhanden sein, auch dürfen diese in Erzen enthaltenen Verbindungen (andere Stoffe, als Edelmetalle oder deren Verbindungen) nicht die Lösungsfähigkeit des zur Verwendung kommenden Cyanids zerstören oder schädlich beeinflussen; ferner darf der Gehalt des Erzes an Edellmetall kein verhältnifsmäfsig grofser sein; so können Erze, welche grobes Gold oder einen grofsen Betrag von Gold per Tonne (grob oder fein), sowie Kupferverbindungen und gewisse andere metallhaltige Substanzen enthalten, erfolgreich mit Cyanid nicht behandelt werden, und verursachen kiesige Erze mancherlei Schwierigkeiten und Verluste an Cyanid. Selbst unter den günstigsten Bedingungen findet ein grofser Verlust an Lösungsmitteln statt; unter anderem auch wegen der Einwirkung der Kohlensäure der Luft, des übrig bleibenden Alkalis in dem zubereiteten Erz, der Bildung von preufsisch Blau und anderer Cyanverbindungen etc. Diese Verluste rühren davon her, dafs Cyankalium allein nicht fähig ist, Gold aufzulösen, und deshalb eine atmosphärische oder sonstige Oxydirung erforderlich ist, um die Gewinnung von löslichem Doppelcyankalium und Gold zu bewirken, dafs selbst mit Hülfe der Luft die lösende Kraft des Cyanids auf Gold verhältnifsmäfsig schwach ist und längere Zeit erfordert, um eine vollständige Lösung zu bewirken.
Die Erfinder haben gefunden, dafs Halogenverbindungen des Cyans, nämlich Chlorcyan, Bromcyan oder Jodcyan, in gewissen Verhältnissen dem Cyankali in Wasser zugesetzt, eine Reihe sehr kräftiger und wirksamer Lösungsmittel für Edelmetalle, hauptsächlich für Gold, bilden. Die Lösung des Edelmetalles ist bei solchen Lösungsmitteln eine schnelle und vollständige, und während die Lösung alkalisch vor sich geht, sind die Nebenreactionen des Lösungsmittels auf die anderen Verbindungen des Erzes, wie z. B. Kupferkies oder Eisenkies, hinsichtlich ihrer Gröfse sehr begrenzt, und die Kürze der Zeit, welche erforderlich ist, um das Gold aus'dem Erz abzusondern, reducirt diese Nebenreactionen noch auf ein Minimum.
Die chemische Reaction, welche hierbei stattfindet, kann durch folgende chemische Formel veranschaulicht werden:
CyBr + ^KCy + Au2 = 2 KAu Cy2 + KBr.
Es ist dabei zu bemerken, dafs kein Sauerstoff oder ein sauerstoffbildendes Verfahren erforderlich ist, sondern dafs es eine chemische Reaction ist, die von dem Sauerstoff der Luft oder von dem Sauerstoff des Wassers unab-
hängig ist, indem keine chemische Zersetzung durch Fortnahme von Wasser stattfindet.
Es ist ferner zu bemerken, dafs diese Haloidverbindungen des Cyans von beträchtlicher Beständigkeit sind und nicht durch Freiwerden des Haloidelementes wirken; vielmehr geht die ganze Reaction ohne ein weiteres Dazwischentreten von irgend einer anderen äufseren Wirkung vor sich.
Zur Ausführung der Erfindung schlagen die Erfinder einen der nachstehend beschriebenen Wege vor.
1. Man stellt für sich Chlorcyan, Bromcyan oder Jodcyan nach irgend einer bekannten und üblichen Methode her und führt eins dieser Producte oder eine Mischung derselben dem Cyankalium in erforderlichem Verhältnifs zu. Diese Lösung, welche in geeigneter Weise mit Wasser verdünnt ist, wird dann dem zerquetschten Erz oder Erzproducte in irgend einem passenden, offenen oder geschlossenen Trog oder Gefäfse von Holz oder einem anderen passenden Material zugesetzt. Die Lösung des Goldes findet dann in sehr kurzer Zeit statt. (Bei einigen Versuchen der Erfinder genügte eine Stunde, um das Gold aus Kupfer, Eisenkies und dem Quarz zu gewinnen.) Die Gold enthaltende Lösung wird dann abgelassen und das Edelmetall durch Zusatz eines geeigneten Fällungsmittels, wie z. B. Zink, niedergeschlagen. Wenn, es gerade wünschenswerth ist, kann, nachdem das Cyankalium mit dem Erz vermengt worden ist, auch Cyanhaloid verwendet werden.
2. Kann man in der Weise vorgehen, dafs man auf die Lösung von Cyankali oder irgend einer geeigneten Cyanidverbindung der Alkalien oder alkalischen Erden Chlor, Brom oder Jod in hinreichender Menge einwirken läfst, um so in bekannter Weise den erforderlichen Betrag des gewünschten Cyanhaloids nach der chemischen Gleichung:
CL2 + K Cy ~ K Cl + Cy Cl
zu erhalten, wobei man einen hinreichenden Ueberschufs von Cyankalium zu der erforderlichen lösenden Wirkung auf die Edelmetalle unzersetzt läfst. Die so hergestellte Lösung wird dann in derselben Weise, wie unter i. angegeben, verwendet.
3. Ein anderer Vorgang besteht darin, dafs man durch Zusatz von Haloidelementen oder von Mischungen, die fähig sind, solche Elemente abzugeben, auf Verbindungen wirkt, welche Cyan enthalten oder Cyan ergeben (andere als die oben genannten Cyanide), wie z. B. Doppelcyanide, Sulfocyanide etc., welche so durch ihre gegenseitige Wirkung Producte liefern, die die gewünschte entsprechende Verbindung von Haloidcyan enthalten.
Eine weitere Anwendung der Erfindung bezieht sich auf die Behandlung von Ablaugen, welche aus dem Verfahren der Gewinnung von Gold oder Edelmetallen aus der Lösung durch die Einwirkung von Zink auf diese letztere erhalten werden. Der Zusatz eines Halogenelements oder von Mischungen, welche dasselbe abgeben kann, zersetzt das darin enthaltene Zinkcyan und Cyankalium unter Bildung von unlöslichem Zinkcyan (welches aus der Lauge durch Filtriren oder durch sonstige Mittel abgesondert werden kann) und bewirkt die Regenerirung der Haloidcyanverbindung, welche, im geeigneten Verhältnifs mit Cyankalium vermischt, auf diese Weise wieder zu frischen Lösungszwecken benutzt werden kann. Dieser Procefs kann durch folgende chemische Formel veranschaulicht werden:
UT2 Zn Cyt + 2 Cl, = 2 KCl + Zn Cy, + 2 CyCl.

Claims (2)

  1. Pa tent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zum Auslaugen von Edelmetallen, dadurch gekennzeichnet, dafs als Lösungsmittel für Edelmetalle Halogenverbindungen des Cyans in Verbindung mit Cyankalium oder anderen Cyanverbindungen der Alkalien oder alkalischen Erden verwendet werden.
  2. 2. Eine Ausführungsart des Verfahrens nach Anspruch 1, bei welcher die Cyanhalogenverbindungen hergestellt werden durch Zusatz von Chlor, Brom oder Jod zum Cyankalium oder zu anderen Cyanidverbindungen der Alkalien oder Erdalkalien in 'Lösung in solchem Verhältnifs, dafs ein gewisser Theil des Cyankaliums oder der anderen Cyanverbindungen der Alkalien oder alkalischen Erden unbeeinflufst bleibt.
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