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Schaltung für elektrische Antriebe von Weichen, Signalen und ähnlichen
Einrichtungen in Stellwerken mit elektrischen Verschlüssen Für die Umstellung und
Überwachung von elektrischen Antrieben von Weichen, Signalen u. dgl. wurden bisher
mechanische oder elektrische Stellwerke verwendet. Bei beiden Ausführungsarten muß
für die Fahrtstellung eines Signals sichergestellt sein, daß die zur Fahrstraße
gehörigen Weichen sich in der richtigen Lage befinden und in dieser verschlossen
sind. Außerdem müssen auch feindliche Fahrstraßen ausgeschlossen werden. Bei den
herkömmlichen mechanischen Stellwerken wurden 'hierfür die erforderlichen Abhängigkeiten
mit mechanischen Einrichtungen sichergestellt. Im Zuge der Entwicklung elektrischer
Stellwerke ist man dazu übergegangen, die mechanischen Einrichtungen durch elektrische
zu ersetzen. In neuerer Zeit hat man Stellwerke gebaut, bei denen alle diese Abhängigkeiten
rein elektrisch sichergestellt werden. Hierfür werden fast ausschließlich Relais
angewandt. Die Stellbewegungen werden dabei meistens durch Tasten ausgelöst. Eine
besonders einfache Ausführung für die Steuerung und Überwachung von elektrischen
Weichen, Signalen und anderen Einrichtungen, sowie für den Verschluß dieser Einrichtungen
unter bedeutender Einsparung von Schalt- und Kabelmaterial ist bei einer Schaltanordnung
gemäß der Erfindung verwirklicht. Sie besteht darin, daß für die Steuerung elektrischer
Antriebe ein Relais vorgesehen wird, welches einerseits als Spannungswechsler bei
Beginn einer Antriebsumstellung die Überwachungsspannung ab-und die Stellspannung
anschaltet und bei deren Beendigung die Stellspannung ab- und die Überwachungsspannung
wieder anschaltet und andererseits dabei gleichzeitig die Wirkstellung und die
Grundstellung
der für die Antriebsumstellung angeordneten Tasten bzw. deren Kontakte überprüft.
Um hierbei einen möglichst geringen Leistungsverbrauch zu haben und Änderungen der
Ankerlage bei Kontaktstörungen und Leitungsbrüchen auszuschließen, ist es zweckmäßig,
dieses Relais als Stützrelais auszubilden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, däß
bei Einstellung einer Fahrstraße das Prüf- und Spannungswechselrelais gleichzeitig
auch die zu steuernde Einrichtung unter Verschluß hält. Zu diesem Zweck ist der
Ansprechstrom über Ausschlußkontakte geführt. Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen
Schaltanordnung besteht des weiteren darin, daß der Weichenantrieb bei Verwendung
von Drehstrom für den Weichensteil- und Überwachungsstrom über ein Kabel mit. nur
fünf Adern bewerkstelligt wird.
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Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Schaltanordnung sind in
den Fig. i bis 5 dargestellt, an Hand derer die Wirkungsweise der Schaltung im einzelnen
beschrieben ist. Dabei zeigt Fig. i die Schaltung der Steuerrelais, Fig. 2 die Stell-
und Überwachungsstromkreise, Fig. 3 die Schaltung der Plus-Minus-Überwacher, eines
Prüfrelais und eines Hilfsrelais des Gleisrelais der Weiche, Fig.4 eine Schaltung
für das Gleisrelais der Weiche, das auf übliche Weise über einen mit Wechselstrom
gespeisten Weichenisolierabschnitt erregt wird, Fig. 5 eine Abwandlung der Stell-
und überwachungsstromkreise nach Fig. 2.
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Der Darstellung ist eine Drehstromantriebsschaltung zugrunde gelegt.
Grundsätzlich kann natürlich der Erfindungsgedanke auch in Verbindung mit jeder
anderen Antriebsschaltung für Gleich- und Wechselstrommotoren angewandt werden.
In der Zeichnung ist auf übliche Weise jedes Relais durch einen Kreis dargestellt,
in welchem ein Pfeil nach oben gerichtet den angezogenen Anker, nach unten gerichtet
den abgefallenen Anker kenntlich macht. Stützrelais sind noch zusätzlich durch einen
Querstrich kenntlich gemacht. In den Figuren sind einfache Kontakte als Querstriche
in den Leitungen dargestellt. Schließer, d. h. offene, den Stromdurchgang hindernde
Kontakte, durchschneiden die Leitungen, Öffner, d. h. geschlossene, stromdurchlassende
Kontakte, sind nur einseitig an die Leitungen angelegt; Umschalter sind durch Kreisbogen
gekennzeichnet.
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In den Fig. kennzeichnen i bis 5 die Kabeladern, ioo die Überwachungssicherung
der eigentlichen Weichenschaltung (Fig.2), ioi eine Steuerrelaisgruppensicherung,
102 die Sicherung des Spannungswechslersteuerkreises, 103 die Sicherung des
Stellrelaissteuerkreises, i i die Wirkwicklung eines Prüf-, Verschluß- und Spannungswechselrelais
(Stützrelais) mit den. Kontakten i i bis 119, 12 die Rückstellwicklung eines
Prüf-, Verschluß- und Spannungswechselrelais mit den Kontakten 121 bis 124, 21 die
Pluswicklung eines Steilrelais mit den Kontakten 211 bis 217, 22 die Minuswicklung
eines Stehrelais mit den Kontakten -221 bis 227. Als Steilrelais sowie als Spaiinungs«-echselrelais
sind Stützrelais verwendet. An deren Stelle lassen sich auchohne weiteres bei entsprechenderUmstellung
der Schaltung gewöhnliche Relais (oder Kipprelais u. dgl.) anwenden; 31 ist ein
Tastenrelais mit den Kontakten 311, 312, 313, das beim Drücken
der Weichentaste in der Plusstellung die -Minuswicklung des Steilrelais abgeschaltet
hilt, 32 ein Tastenrelais mit den Kontakten 321, 322, 323, das beim
Drücken der Weichentaste in der Minusstellung die Pluswicklung des Steilrelais abgeschaltet
hält, 4o der Weichenüberwacher mit den Kontakten 4oi bis 403, 41 der Plusüberwacher
mit dem Kontakt 411, 42 derMinusüberwacher mit dem Kontakt 421, 5oderAuffahrmelder
mit den Kontakten 5oi bis 5o4, 51 ein Widerstand, der zur Cherprüfung der Ansprechfähigkeit
des Auffahrmelders mit geringerer AW-Zahl als beim Auffahren der Weiche dient, 6o
das Gleisrelais der Weiche, das über die schematisch angedeutete Weichenisolierung
6.4 und die Transformatoren 62, 63 und 65, 66 gespeist wird und die Kontakte 6oi,
602 steuert, 61 ein Wiederholungsrelais des Gleisrelais. «-elches einerseits
dessen Kontakte in der Weichenschaltung sowie dessen Kontakte für die Tischausleuchtung
zur Vereinfachung der Leitungsführung ersetzt und andererseits durch die Beschränkung
der Kontaktzahl am Gleisrelais, dessen -@1>stinimting auf die mit der Weichenisolierung
gehebenen Arbeitsbedingungen erleichtert, 611 bis 613 Kontakte des Wiederholungsrelais,
70 ein Prüfrelais, welches die Einstellung der Weiche von der :\rl>eitsfähigkeit
des Auffahrmelders 5o, des Gleisrelais 6o sowie des Wiederholungsrelais 61 al>liI-in"ig
macht und die Kontakte 701 bis 704 steuert, 8 1 1, 821, 83i Fahrstraßenverschließerkontakte,
welche den Spannungswechslersteuerkreis und 812, 822, 832 Fahrstraßenverschließerkontakte,
welche den Stellrelaissteuerkreis für die Festlegung der Fahrstraße öffnen und damit
die Umstellung der «'eiche ausschließen, 851, 861, 871 und 852, 862, 872 Fahrstraßenstellerkontakte,
welche der selbsttätigen M'eichenstellung bei der Fahrwegbildung dienen, 911, 912,
913 Kontakte der Weichentaste, die für die Einzelumstellung der Weiche erforderlich
sind, 921 bis 924 Kontakte einer Sperrtaste, deren Betätigung die Weichenstellung
ausschließt und gleichzeitig die Abschaltung der Steilspannung zustande bringt,
wenn der Spannungswechsler nicht in der Grundstellung ist, 931 bis 934 Kontakte
einer Hilfsstelltaste, welche der Überbrückung der Kontakte des Wiederholungsrelais
dient, wenn bei Störungen in der selbsttätigen Gleisfreinwldung die Weiche gestellt
werden soll, 940 ein Kontakt der sog. Auffahrstraße, welche nach dein Auffahren
einer Weiche zu betätigen ist, damit der :\uffahrvorgang gezählt und die Weiche
wieder stellfäliig wird, 95o der Kontakt einer Weichengruppentaste, die stets in
Verbindung mit einer Weichentaste bei einer Einzelstellung der Weiche gedrückt werden
muß, und nur den Zweck hat, bei versehentlichem Drücken einer Weichentaste durch
Auflehnen auf
den Stehtisch eine unbeabsichtigte Weichenumstellung
auszuschließen. Außerdem bedeuten 99I, 992 die Kontakte des Antriebes und 997, 998,
999 die Feldwicklungen eines in den Antrieb eingebauten Drehstrom-Asynchronmotors.
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Der Zeichnung liegt die Grundstellung (Plusstellung) der Weiche im
unbesetzten Zustande zugrunde. Im Plusüberwachungsstromkreis P-ioo-312-322-50-II4-I-997-999-2-115-703-40-502-II6-3-991-4-213-117
ist der Überwacher 4o erregt, der seinerseits in einem besonderen Ortsstromkreis
mit seinen Ankerkontakten 402, 403 den Plusüberwacher 41 über die Pluskontakte 215,
216 des Stellrelais 21, 22 angeschaltet hält. Der Überwacher 40 ist mit dem Auffahrmelder
5o in Reihe geschaltet. Infolge des hohen Spannungsabfalles in der Wicklung des
Überwachers 4o wird hierbei der Auffahrmelder 5o nur ganz unbeachtlich erregt und
kann deshalb seinen Anker nicht anziehen. Die Plus-Minusüberwachung (Fig.3) ist
neben dem neutralen Überwacher in der Antriebsschaltung im Hinblick auf die besonderen
Verhältnisse des Stellwerkes mit elektrischen Verschlüssen erforderlich. Bei mechanischen
Stellwerken sind die Weichen mit ihren Stellhebeln zwangsläufig verbunden. Deshalb
genügen auch rein mechanische Verschlüsse. Bei Kraftstellwerken mit mechanischen
Verschlußregistern muß man dagegen zur Kontrolle der übereinstimmenden Lage zwischen
dem Steuerschalter im Stellwerk und der Weiche bereits ein überwachungsrelais anwenden,
weil Veränderungen in .der Weichenlage infolge des Fehlens einer zwangsläufigen
Verbindung sich nicht mechanisch auf das Verschlußregister übertragen lassen. Für
die Signalfreigabe ist also die Kennzeichnung der Weichenlage durch das mechanische
Verschlußregister und die Ordnungsanzeige durch das Überwachungsrelais erforderlich.
Hierfür ordnet man gewöhnlich die Kontakte der Überwachungsrelais in den sog. Kuppelstromkreisen
an. Bei Stellwerken mit rein elektrischen Verschlüssen geht man zweckmäßig auf besondere
Plus- oder l\Iinus-Überwacher für die Fahrstraßen- und Signalabhängigkeiten über.
Diese besonderen Überwacher haben je nach der Größe der Stellwerkanlagewechselnde
Kontaktbesetzungen. Es ist deshalb vorteilhaft, die für die Steuerung von Meldelampen,
Weckern und den sonstigen Nebeneinrichtungen erforderlichen Kontakte durch einen
neutralen Überwacher in den Stell- und Überwachungsstromkreisen zu steuern und die
Plus--,%Iinus-Ülierwacher außerhalb der für jede Weiche aus den zugehörigen Relais
gebildeten Weichengruppe anzuordnen und auf die abhängigen Einrichtungen für die
Fahrstraßenfestlegung, den Verschluß der Weichen und die Freigabe der Signale einwirken
zu lassen.
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In der Zeichnung ist in Fig. 4 beispielsweise die Einrichtung für
die selbsttätige Überwachung der Weichenbesetzung und der Weichenräumung gezeigt.
In der Grundstellung bei unbesetztem Isolierabschnitt 64, d. h. bei freier Weiche,
ist das Gleisrelais 6o über den Relaistransformator 65, 66 und den Gleisspeisetransformator
62, 63 erregt. Bei Besetzung durch ein Fahrzeug oder einen Zug wird der Speisetransformator
62, 63 kurzgeschlossen und damit das Gleisrelais 6o stromlos. Hierbei wird der vom
Transformator 62, 63 aufgenommene Kurzschlußstrom durch den Kurzschlußwiderstand
52 begrenzt. Die Kontakte 124, 704 und der Widerstand 53 dienen der Überprüfung
des Gleisrelais bei der Weichenumstellung.
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Eine Weichenumstellung wird stets durch Ansprechen des Prüf-, Verschluß-
und Spannungswechslerrelais, das im folgenden Teile der Beschreibung nur als Spannungswechsler
bezeichnet werden soll, eingeleitet. Hierzu sind bei Einzelstellung die Weichentastenkontakte
9i i, 912 und der Weichengruppentastenkontakt 950 zu betätigen (Fig. i).
Wird die Weiche mit der Fahrstraße gestellt, dann spricht der Spannungswechsler
in der Plusstellung über die Fahrstraßenstellerkontakte 861, 862 oder 871, 872 an
(in der Minusstellung über die Fahrstraßenstellerkontakte 851, 852). Voraussetzung
ist hierbei in jedem Falle, daß keine abhängige Fahrstraße eingestellt ist und sich
die Fahrstraßenfestlegerkontakte 811, 812, 821, 822, 831, 832 in der Grundstellung
befinden. Die Fahrstraßenfestleger!kontakte sind in den Parallelzweigen eingeordnet,
um bei Überbrückung eines Kontaktes infolge irgendwelcher Störungen in einem der
beiden noch einen wirksamen Verschluß im andern zu 'haben, damit die Weiche nicht
zur Unzeit umgestellt werden kann. Für jede Weichenumstellung muß außer dem Spannungswechsler
noch das Stellrelais ansprechen. Beim Ansprechen des Spannungswechslers durch Bedienen
der Weichentaste und der Weichengruppentaste ist der Spannungswechsler i i im Stromzweig
P-Ioi 8i i-82I-g3I-I02-92I-6II-9II-II-9I2-95o erregt. Mit
dem Anziehen der
Wirkwicklung i i wechseln die Kontakte I i i bis i i9 und 121 bis 124. Hierdurch
wird die Überwachungsspannung mit den Kontakten 114 und 117, der Überwacher 40 mit
den Kontakten ii5, 116 abgeschaltet, der seinerseits mit den Kontakten 402, 403
den Plusüberwacher 41 abschaltet, der Auffahrmelder 50 im Stromzweig P-IOO-3I2-322-50-50I-I22-5I-94o
erregt, um durch Anziehen seines Ankers den' Kontakt 122 des Spannungswechslers
umzuschalten und im Selbstschluß erregt zu bleiben, die am Gleisrelais 6o liegende
Spannung vermindert, indem durch Schließen des Kontaktes 124 parallel zum Gleisspeisetransformator
62, 63 der Widerstand 53 eingeschaltet wird und dadurch der am Kurzschlußwiderstand
52 verursachte Spannungsabfall vergrößert, so daß das Gleisrelais 6o seinen Anker
abfallen läßt. Der Gleisrelaiskontakt 6oi schaltet dabei das Wiederholungsrelais
61 ab. Da gleichzeitig das Prüfrelais 7o durch den Spannungswechslerkontakt 123
angeschaltet worden ist, so wird durch Ankerabfall am Gleisrelais 6o der Kontakt
602, am Wiederholungsrelais 61 der Kontakt 613, durch Ankeranziehen
am Auf fahrmelder5o der Kontakt 503 geschlössen. Das Prüfrelais
70 zieht seinen Anker an und schaltet die Kontakte 602, 613,
503 mit seinem Ankerkontakt 701 um. Hierdurch
wird in der
Schaltung des Gleisrelais (Fig. 4) der Kontakt 704 geöffnet, so daß das Gleisrelais
seine volle Arbeitsspannung erhält und seinen Anker wieder anziehen kann. Hiermit
sind alle Voraussetzungen zum Wechseln des Stellrelais gegeben.
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Wesentlich ist bei der Überprüfung des Auffahrmelders 5o und des Gleisrelais
6o, daß beide ihre Arbeitsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen zeigen müssen.
Der Auffahrmelder So muß über den Widerstand 51 ansprechen, der größer als der Kabelader-
und Motorwiderstand bemessen ist, so daß sein Ansprechen beim Auffahren der Weiche
sichergestellt ist. Ähnlich liegen auch die Verhältnisse beim Gleisrelais, das nicht
spannungsfrei gemacht wird, sondern nur eine Spannungsverminderung erfährt, die
so bemessen ist, daß die Resterregung, bei welcher der Spannungsabfall erfolgt,
noch höher ist, als die betrieblich auftretenden ungünstigsten Werte bei der Gleisbesetzung.
In dessen Stromkreis wird mit den Kontakten 702 und 612 überprüft, daß das
Prüfrelais 70 seinen Anker angezogen und das Gleisrelais 6o mit dem Wiederholungsrelais
61 ebenfalls wieder angezogen hat, desgleichen mit dem Kontakt 121, daß der Spannungswechsler
11, 12 ordnungsmäßig gewechselt hat, mit den Kontakten 404 411, 421, daß der Überwacher
4o, der Plusüberwacher 41 und der Minusüberwacher 42 ihre Anker haben abfallen lassen.
Die Pluswicklung 2I des Stellrelais wird dabei im Stromkreis P-IOI-8I2-822-832-4II-42I-I03-40I-702-12I-321-227
922-612-912-95o erregt und gleichzeitig das
Tastenrelais 31, das seinen Anker noch vor dem Stellrelais 21 anzieht und dabei
die Minuswicklung 22 des Stellrelais 21, 22 abschaltet, solange die Weichentaste
gedrückt bleibt. Die beiden Tastenrelais 31, 32 stellen also in Verbindung mit den
beiden Stellrelaiskontakten 217, 227 sicher, daß bei jedem Drücken der Weichentasten
nur immer eine der beiden Stellrelaiswicklungen 21, 22 ansprechen kann. Mit dem
Wechsel des Stellrelais ist im Stell- und Überwachungsstromkreis des Antriebes (Fig.
2) die Stellspannung angeschaltet und zwar über
Der Motor 997, 998, 999 läuft an und wechselt den Antriebskontakt 99i, der die Kabelader
4 für den Rücklauf vorbereitend anschaltet. Beim Erreichen der Endlage wechselt
der Kontakt 992, SO
daß die Spannungswechslerwicklung 12 erregt wird, und
zwar primär über
und sekundär über 1202-12-934-913-924-120a. Hierbei wird im Sekundärkreis mit den
Kontakten 913, 933 überprüft, daß die Weichentaste und die Hilfsstelltaste in der
Grundstellung sind. Das ist betrieblich besonders vorteilhaft, weil hierbei für
die Umstellung der Weiche lediglich das Drücken der Tasten entscheidend ist und
nicht wie bisher das Drücken und das Loslassen. Die Grundstellungsüberprüfung der
Gruppentaste und ihres Kontaktes 95o wird in dem Steuerrelaisstromkreis (Fig. i)
vorgenommen. öffnet der Kontakt 95o nicht, so bleibt die Spannungswechslerwicklung
i i über P-IoI-8II-82I-83I-I02-92I-6II-II8-II-II9-95o erregt, so daß nach dem Auslauf
des Antriebes trotz der Anschaltung der Wicklung 12 nicht der Wechsel der Kontakte
i i i bis i i9 und damit auch keine Endlageüberwachung zustande kommen kann. Bei
ordnungsmäßigem Zustand aber ergibt sich durch den Wechsel der Spannungswechselkontakte
III bis iig und 121 bis I24 die Abschaltung der Stellspannung (bei 111, 112, 113)
und die Anschaltung der Überwachungsspannung (bei 114 und 117), so daß der Überwacher
40 wieder erregt wird. Der Minusüberwachungsstromkreis führt über P -100 -
312 - 322 - 50 -114-1-997-999-2-115-7o3 - 40-502-116-3-992-5-223-117. Das
Prüfrelais 70 ist beim Ansprechen der Spannungswechslerwicklung 12 wieder
abgeschaltet worden; sein Ankerabfall wird durch den Kontakt 703 im Überwachungsstromkreis
überprüft.
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Wird dagegen die Weiche aus dem in den Fig. i bis 3 gezeigten Zustand
aufgefahren, so ergibt sich folgendes: Zunächst wechselt der Antriebskontakt 99I
und schaltet die Kabelader 3 mit dem Überwacher 4o ab. Der Auffahrmelder 5o wird
im Stromkreis P-10o-3I2-322-50-II4-I-997-998-99I-4-213-117 erregt, zieht seinen
Anker an und schaltet dabei mit seinem Kontakt 50i sich an dem Selbstschlußstromzweig
501-51-94o und mit dem Kontakt 502 den Überwacher 4o von der Kabelader 3
ab. Außerdem öffnet der Kontakt 5o4 im Stromzweig der Spannungswechslerwicklung
i i, so daß die Weichenüberwachung nicht mehr möglich ist. Wird aber die Auffahrtaste
(mit dem Auffahrzähler) betätigt, so öffnet der Kontakt 94o den Selbstschlußstromzweig
des Auffahrmelders So wieder, so daß dessen Anker abfällt und die Kontakte 501 bis
504 wieder in die Grundstellung zurückbringt. Hierdurch ist die Weichenüberwachung
wieder möglich.
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Ist die selbsttätige Gleisfreimeldeeinrichtung gestört, so öffnen
in den Steuerrelaisstromkreisen die Kontakte 611, 612. Um aber dem Stellwerkwärter
die Möglichkeit zu geben, die Weiche umzustellen, ist eine Hilfsstelltaste angeordnet,
die mit ihren Kontakten 931, 932, 933 die Kontakte 611, 612 umschaltet und die Spannungswechslerwicklung
i i an Spannung legt. Wenn im Störungsfalle die Weiche gestellt werden soll, so
braucht nur die Hilfsstelltaste bedient werden. Die Weichenumstellung geht sonst
wie im Regelfalle vor sich. Abweichend sind lediglich der :lnsprechkreis der Spannungswechslerwicklung
i i der ül)erP-ioi-8i ib21-831-102-921-931-SO4-11-932 und der des Stellrelais, der
z. B. bei der Umstellung von der Plusin die Minuslage über P-101-812-822-832-411-421-103-401-702-12I-321-227
922-933 geführt ist. Das Ansprechen der Spannungswechslerwicklung
12 sowie das Zustandekommen der Überwachung nach der Umstellung der Weiche ist davon
abhängig gemacht, daß die ffilfsstelltaste wieder in die
Grundstellung
zurückgesprungen ist. Zu diesem Zweck ist ihr Kontakt 934 mit der Spannungsweclislerwicklung
12 in Reihe geschaltet.
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M'enn die Weiche örtlich durch Verschmutzung oder Schneeverwehung
o. dgl. gestört ist und bei der Umstellung nicht die Endlage erreichen kann, so
muß draußen an den Zungen eingegriffen werden. Zu diesem Zweck ist die Sperrtaste
mit den Kontakten 912 bis 924 zu betätigen und in der Wirkstellung festzulegen.
Hierdurch wird im Steuerrelaisstromkreis (Fig. i) durch den Kontakt 921 die Spannungswechslerwicklung
i i und durch den Kontakt 922 das Stellrelais 21, 22 mit den zugehörigen Tastenrelais
31, 32 abgeschaltet, so daß jeder Umstellversuch durch Betätigung der Weichentaste
und der Weichengruppentaste oder Einstellen einer Fahrstraße wirkungslos bleibt.
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Nlit Fig. 5 ist noch eine Abwandlung der Ausführung des Stell- und
Überwachungsstromkreises gezeigt. Diese unterscheidet sich von der nach Fig. 2 durch
das Fehlen des Transformators 1201, 1202. Die Rückstellwicklung 12' des Spannungswechslers
wird hier nach dem Auslauf des Weichenantriehes direkt an die Stellspannung gelegt.
Außerdem ist für die Abschaltung der Stellspannung in diesem Falle eine zusätzliche
Hilfswicklung 12" auf dem Kern der Wicklung 12 angeordnet, die über einen Sperrtastenkontakt
925 angeschaltet wird, wenn für eine Handstellung bei Störungen der `''eiche die
Sperrtaste in die Wirkstellung gebracht wird.
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Der in der Schaltung angewandte Spannungswechsler i 1, 12 und das
Stellrelais 21, 22 sind reine Starkstromeinrichtungen und in ihren Kontakten derart
bemessen, daß damit die Stellspannungen und Stellströme einwandfrei beherrscht werden.
Es ist aber unwirtschaftlich, wenn man wie bisher sämtliche Stellwerksrelais einheitlich
so baut, daß sie als Starkstromrelais verwrndet werden können, weil sich hierbei
ein viel zu großer Material- und Kostenaufwand ergibt. Besser ist es, für die nur
von Schwachströmen beanspruchten Einrichtungen der Stellwerke auch die wesentlich
billigeren und genormten Schwachstromrelais zu verwenden und in den Schaltungsteilen,
in denen Schwachstrom- und Starkstromeinrichtungen nebeneinander arbeiten, durch
entsprechende Kontakte der Starkstromeinrichtungen dafür zu sorgen, daß die Schwachstromeinrichtungen
abgeschaltet und damit geschützt sind, wenn ein Starkstrombetriebszustand besteht.
Diesem Zweck dienen z. B. in der Stell-und Überwachungsschaltung (Fig. 2) die Kontakte
I i i, 112, 113, die in der dargestellten Grundstellung die gesamte Antriebsschaltung
von den Phasenleitern R, ,S, 7' trennen und die Kontakte 114, 115, 116, die bei
Anschaltung der Stellspannung (R, S, T) den Schutz der Schwachstromeinrichtung (703,
I0, 502, 5o usw.) übernehmen.
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Eine andere für die Schaltung zweckmäßige Schutzart der Schwachstromeinrichtung
ist, wie in Fig. 2 dargestellt, durch die Anordnung des Transformators
1201, 1202 gegeben. Durch diesen wird die ini Stehstromkreis wirkende Spannung
auf einen Niederspannungsbetrag für die Spannungswechslerwicklung 12 herabgesetzt,
um die Grundstellung der mit dieser in Serie geschalteten Schwachstromkontakte 934,
913,924 zu überprüfen.
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Die in der Zuleitung zu den Steuerrelaisstromkreisen angeordneten
Anschlußkontakte abhängiger Fahrstraßen u. dgl. sind auf eine besonders vorteilhafte
Weise abgesichert. Als Gruppensicherung, beispielsweise für mehrere Weichen, ist
die Sicherung ioi (Fig. i) vorgesehen. Hinter den Anschlußkontakten 811, 821, 831
bzw. 812, 822, 832 folgen dann noch Einzelsicherungen io2 bzw. 103,
die in
ihrer Anschmelzstromstärke schwächer bemessen sind als die Gruppensicherung ioi.
Im Hinblick darauf, daß man die Ausschlußkontakte 811 bis 832 bzw. für einen Teil
derselben für mehrere Weichen, Signale o. dgl. anwendet, die von gleichen Fahrstraßen
abhängig sind, ergeben sich durch die gewählte Sicherungs- und Ausschlußkontaktanordnung
besonders günstige Verhältnisse. Treten nämlich Störungen bei einer Weiche z. B.
durch Minusschluß zwischen 102 und i i bzw. 103 und 21, 22, 31, 32 an einem Kontakt
oder einer Leitung auf, so wird die Sicherung 102 oder 103 zerstört. Damit ist die
gestörte Weiche abgeschaltet. Die übrigen Weichen sind aber noch über die Sicherung
ioi und einen Teil der Fahrstraßenausschlußkontakte angeschaltet und bleiben somit
stellfähig. Hiermit ist im Vergleich zu den bisher bekanntgewordenen Einrichtungen
ein besonderer Vorteil gegeben. Bisher hatte man z. B. bei den bekannten Kuppelstromschaltungen
entweder kontaktarme Schaltungen mit einer Gruppensicherung, die bei Störungen in
einem der abhängigen Stromzweige zerstört wurde und damit alle übrigen Einrichtungen
außer Betrieb setzte, oder Einzelsicherungen, die zwar die Störung lokalisierten,
aber die für jeden Stromzweig eine Wiederholung der Kontakte der abhängigen Fahrstraßen
usw. erforderten.