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Verfahren zur Herstellung von Metall-Vollkronen und Meßring zur Ausführung
des Verfahrens
Die nahtlos gezogenen oder nach verschiedenen Methoden im zahntechnischen
Laboratorium hergestellten Metall-Vollkronen haben ausnahmslos den Nachteil, daß
ihr Ring, der im allgemeinen 0,25 mm stark ist, nicht biegsam genug ist, sich der
Wurzel unter dem Zahnfleisehsaum genau anzupassen, weshalb das Zahnfleisch sowie
der ganze Zahnhalteapparat auf die Dauer geschädigt und oft sekundäre Karies verursacht
wird, daß sich der Ring sowohl schlecht beschneiden wie formen läßt und sein mehrmaliges
Einprohieren an die Geduld des Patienten und des Praktikers unnötige Anforderungen
stellt. Diese Mängel werden durch das vorliegende Verfahren Beseitigt, das sich
hauptsächlieh kennzeichnet durch zwei je nach Härte des Materials nur o, l bis 0,15
mm dicke Ringe, von denen der innere unter das Zahnfleisch gehende Ring sich infolge
seiner Biegsamkeit der Wurzel genau anpaßt und der äußere bis an den Zahnfleischsaum
reichende Ring durch den Kronendeckel und durch Lötung mit dem inneren Ring fest
verbunden wird.
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Die Zeichnungen zeigen ein Ausführungsbeispiel für das Verfahren,
und zwar Fig. I einen Meßring, Umfang 25 mm, in natürlicher Größe, von oben gesehen,
Fig. Ia den gleichen Meßring, liegend und stehend, von der Seite gesehen, Fig. 2
Vorderansicht eines vorschriftsmäßig beschliflenen oberen Prämolaren im aufgeklappten
Scharnierlöffelgipsabdruck, Fig. 3 Vorderansicht des von dem Gipsabdruck im zahntechnischen
Labor hergestellten Modells mit vorschriftsmäßig beschnittenem Kronenring,
Größe
25, der überall gleichmäßig 1 mm unter den Zahnfleischrand reicht und mit dem Gipsstumpf
abschließt, Fig. 4 die gleiche Ansicht mit auf, gepreßtem Außenring, der oben I
mm kiirzer und unten 1 mm länger ist als der Innenring, Fig. 5 ; eine fertige Doppelringkrone
in zweifaclier Größe.
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Die Buchstaben bedeuten: M Meßring M1 beiderseitiger Fingerhalter,
M2 beiderseitige flache Ausnehmung, M2' beiderseitige tiefe Ausnehmung, M3 beiderseitige
Meßzahl, P Prämolar, Z Zahnfleischsaum zu Scharnierlöffel, G Gipsmasse, I Innenring,
A Außenring, K doppelringkrone.
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Die für das Verfahren notwendigen Meßringe, von denen ein Meßring
25 beispiels weise in Fig. 1, 1a dargestelltist, beseitigen die Nachteile der im
Handelbefindlichen Ringmaße mit Ringen I7 bis 40 mm Umfang und kennzeichnen sich
ihnen gegenüber durch beiderseitige Halter, beiderseitige verschieden tiefe anatomische
Ausschnitte und eine beiderseitige auffallende einstellige Zahl. Die Fingerhalter
sollen dem Praktiker die Applikation der Meßringe dadurch erleichtern, daß sie mit
Daumen und Zeigefinger beider Hände herauf- und heruntergeschoben werden können.
Die anatomischen Ausnehmungen gel>eii dem Praktiker die Möglichkeit, den jeweiligen
Ring unter das Zahnfleisch zu schieben und den Wurzelumfang dicht unter dem Zahnfleischrand
zu messen. Die beiderseitige Meßzahl kann deshalb relativ sehr groß und auffallend
sein, weil sie nur einstellig zu sein braucht, im Beispiel 5 statt 25; denn es kann
eine Verwechslung der um 10 mm Umfang auseinander weichenden gleichen Zahlen der
Meßringe wegen des erheblichen Größenunterschiedes nicht vorkommen. Die 24 um je
einen Millimeter grökeren Meßringe 17 bis 40 werden am zweckmäßigsten in einer mittelgroßen
Instrumentenschale mit 24 gleichen Fächern mit Kennzahlen 17 bis 40 bereitgehalten,
weil sie schnellstens entnormen und nach Gebrauch und Sterilisation ebenso schnell
wieder einsortiert werden können.
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Nach gewissenhafter Beschleifung des Kronenstumpfes, am besten unter
Lupenkontrolle oder mit Lupenbrille, das heißt nach Beseitigung aller unter sich
gehenden Partien, wird der nach Augenmaß gewählte Meßring aufprobiert, in der Zeichnung
der MeKring 5 der Größe 25 für den oberen Prämolaren. Der Meßring soll ohne starken
Druck über den Stumpf geschoben werden, unter Anfassen der beiden Fingerhalter.
Drückt der Meßring den Zahnfleischsaum weiß, dann ist der Ring zu weit.
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Der nächst kleinere darf nicht mit Gewalt hochgeschoben werden, weil
sich der etwa 0,1 mm dicke sehr biegsame Ring dann weitet dadurch würde der Ring
unbrauchbar und die fertige Krone zu weit. In diesem Falle muß der Stumpf weiter
beschliffen werden, bis sich der Meßring bündig auf- und abschieben läßt. I) ie
anatomischen Ausschnitte ermöglichen in den meisten Fällen eine Versenkung des Meßrings
unter das Zahnfleisch, ohne dem 1 Patienten wie bisher besondere Beschwerden zu
machen. so daß der Wurzelumfang dicht unter dem Zahnfleischrand gemessen werden
kann. Wenn die beiden ersten Phasen, Beschleifung und Meßringproloe, beendet sind.
wird wie üblich mit einer plastischen Masse ein Wachseinbiß gemacht und ein Stumpfabdruck
genommen, am besten mit einem Scharnierlöffel. der erstmalig im Äfunde abgeklappt
werden kann (Fig. 2). Nach dem vorliegenden Verfahren sind mit lem Gipsabdruck die
Vorarbeiten am Patienten zu Ende, Bei allen üblichen Verfahren muß nach dem genommenen
Ringmaß im zahntechnischen Labor ein Ring gelötet werden. Dieser Ring wird auf den
Kronenstumpf des Patienten geschoben; wenn er zu eng ist, muß er geweitet oder der
Stumpf weiter beschliffen werden; ist er zu weit. rnuß er eingezogen oder im Laboratorium
aufgeschnitten und enger gemacht werden. Der passende Ring wird nun bis an die seitlichen
Zahnfleischränder hochgeschoben, und die Zahnfleischkonturen werden auf den Rand
des Ringes angezeichnet. Dann wird der Ring abgenommen. bis zur. Anzeichnung ausgeschnitten
und die Ränder glattgeschliffen. Dieser Vorgang. Aufprobieren und d Korrigieren,
wiederholt sich mehrere Male, bis der Ring den richtigen Sitz hat, so daß der Patient
und manchmal auch der Praktiker ungeduldig werden können. Danii folgen Einbiß und
Gipsabdruck.
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Durch das vorliegende Verfahren werden also die Vorarbeiten am Patienten
wesentlich vereinfacht.
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Im weiteren Verlauf des Verfahrens wird der Gipsabdruck im Labor
wie üblich ausgegossen, Ein zu dem bezeichneten Meßring 25 genormter Ring in Gold
oder einem anderen Aletall, je nach Härte 0,1 bis o, I5 mm dick wird auf den Modellstumpf
geschoben bis an den seitlichen Zahnfleischsaum. dessen Verlauf der Techniker auf
dem Rand des Ringes genau anzeichnet. Wenn der Ring ausgeschnitten ist, wird er
wieder aufprobiert. bis er überall gleichmäßig deii Zahnfleischrand erreicht, der
dann parallel zum Ring um einen Millimeter gekürzt wird; um diesen einen Millimeter
wird dann der Ring höher gesetzt; sein unterer Rand soll mit dem Stumpf abschließen
(Fig. 3). Jetzt wird der zweite genormte Ring 25 über der Bunsenbrennerflamme leicht
erhitzt und über den inneren Ring gepreßt, nachdem er in der Höhe und der Zahnfleischrandgestaltung
mit dem inneren Ring in Übereinstimmung gebracht worden ist; er wird nur so weit
bochgepreßt, daß sein unterer Rand einen Millimeter vorsteht und sein oberer Rand
zwangsläufig einen Äl illimeter kürzer ist als der innere Ring (Fig. 4). Nachdem
der Deckel, wie üblich, in Wachs modelliert und im gleichen Äfetall wie die Ringe
gegossen und mit ihnen verlötet worden ist, werden heide Ringe unterhalb des Zahnfleischrandes
durch Lot verbunden. Eine fertige Doppelringkrone in zweifacher Größe zeigt Fig.
5.