DE82246C - - Google Patents
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Classifications
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Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- General Preparation And Processing Of Foods (AREA)
Description
Aktiengesellschaft
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Düngerbereitung.
ERNST REUTHER in BERLIN.
aller Art.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 17. Oktober 1894 ab.
Die Zerlegung thierischer Stoffe durch hohe Temperatur zwecks Extrahirung des Fettes und
Gewinnung von Dungpulver geschieht mittelst Apparate, in welchen hochgespannter Dampf
direct auf das Rohmaterial einwirkt, wobei sich Fett und der gröfste Theil des sogenannten
Constitutionswassers von der festen Fleisch- und ■ Knochensubstanz absondern und am
Boden des Gefä'fses sammeln. Das Fett trennt sich hier vom Constitutionswasser und kann
ohne Weiteres abgelassen werden, während der Stickstoffgehalt der übrig bleibenden Brühe
am besten durch Eindampfen gewonnen wird. Die Eindampfung wird sich um so billiger
stellen, je concentrirter diese Brühe ist, d. h. es ist im Interesse eines ökonomischen Betriebes
erforderlich, jede vorherige Verdünnung, wie solche bei dem bisherigen Verfahren durch
den eingeführten Kochdampf erfolgt, zu verhindern.
. Dieser Zweck wird vollkommen durch das folgende Verfahren erreicht. Dasselbe basirt
auf dem Gedanken, den Kochdampf nicht mehr wie bisher direct auf das Rohmaterial
zu leiten, sondern vielmehr den Wassergehalt des Fleisches selbst in Dampf überzuführen
und in diesem Dampfe zu kochen:
Fig. ι stellt den zur Durchführung des Verfahrens
angewendeten Apparat in seiner einfachsten Form dar. Derselbe besteht aus einem Gefäfs a, welches am unteren Theil mit
einer beliebig geformten Heizfläche b (in vorliegendem Fall mit einem Dampfmantel) ausgerüstet
und durch einen Siebboden c in zwei Hälften getheilt ist, deren obere' das Rohmaterial
enthält, während die untere die abtropfenden Flüssigkeiten aufnimmt. Die.übrige
Einrichtung besteht im Wasserstandszeiger d zur Erkennung der angesammelten Flüssigkeitsmenge, Dampfventil e zur Heizung des Dampfmantels,
Hahn h zum Ablassen des Fettes, Hahn f zur Abführung der Luft beim Beginn
des Betriebes und Ventil g zur Abführung des Dampfes beim Eindicken der Leimbrühe. ■:
Das Verfahren vollzieht sich nun in folgender Weise: Nachdem der Behälter α mit Cadavern etc.
gefüllt ist, wird der Dampfmantel b durch Oeffnen des Ventiles e geheizt und gleichzeitig
Hahn f geöffnet, um der sich erwärmenden Luft freien Abzug aus dem Apparat zu gestatten.
Infolge der trocknen Erwärmung der Cadaver wird sehr bald Wasser aus dem
Fleisch abtropfen, unten auf den Dampfmantel fallen und hier schnell in Dampf übergeführt
werden. Letzterer steigt auf, umspült das Fleisch, erwärmt dasselbe und fördert damit
das weitere Austreten des Constitutionswassers. In demselben Mafse aber nimmt nun die Dampfentwickelung
zu, bis schliefslich der Apparat ganz mit Dampf gefüllt ist und letzterer durch den
Hahn f abströmt. Es wird nun dieser Hahn geschlossen, worauf der Dampf im Innern
Druck annimmt und bald die Spannung des den Mantel b heizenden Dampfes erreicht. Von
(2. Auflage, ausgegeben am 26. Januar i8g8.)
diesem Augenblick an steht das Fleisch also unter genau derselben Einwirkung, als ob der
frische Dampf gleicher Spannung direct in den Apparat einströmte, ohne jedoch dafs irgend
welche Wasserzuführung, d. h. Verdünnung der Leimbrühe, stattfindet. Sobald nun an
dem Wasserstand d die Flüssigkeit eine bestimmte Höhe erreicht hat, welche dem Maximalflüssigkeitsgehalt
des zu verarbeitenden Rohmaterials entspricht, wird für kurze Zeit der
Kochprocefs durch Schliefsen des Ventiles e unterbrochen und während dieser Periode das
auf der Leimbrühe schwimmende Fett durch Hahn h abgezapft. Um dies auch bei schwankendem
Niveau möglich zu machen, ist der Hahn mit passender Einrichtung zu versehen,
etwa, wie in Fig. ι dargestellt, mit einem
drehbaren Rohr ζ, dessen Ende auf das jeweilige Niveau gestellt werden kann. Nach
Abzapfen des Fettes wird der Kochprocefs weitergeführt und von nun ab durch das Ventil g der Dampf so lange abgelassen, bis
die Leimbrühe vollständig eingedampft ist. Es befinden sich nun im Apparat oberhalb des
Siebbodens nur noch trockene Fleisch - und Knochensubstanzen, sowie unterhalb des Siebbodens
die festen Rückstände des verdampften Constitutionswassers.
Dieser vorbeschriebene Apparat hat den Nachtheil, dafs während des Kochens das Gemisch
von Leimwasser und Fett in steter Bewegung ist und daher leicht eine schmutzige schaumartige Emulsion bildet, aus welcher das
Fett nicht ohne besondere kostspielige Manipulationen gewonnen werden kann. Dieser
Uebelstand ist durch die in den Fig. 2 und 3 dargestellten Apparate beseitigt, und zwar dadurch,
dafs das Fett nicht mehr direct auf der kochenden Leimbrühe ruht, sondern dafs beide
Flüssigkeiten in getrennten Gefäfsen sich befinden. In Fig. 2 ist Gefäfs k am Boden mit
Dampfmantel / oder einer sonst passenden Heizvorrichtung versehen und unter dem Siebboden
m eine Fangschale η angebracht, welche alle aus dem Fleisch abtropfende Flüssigkeit
aufnimmt und durch Rohr 0 nach dem Behälterp hinleitet. Hier scheidet sich Fett von
dem Leimwasser in Ruhe ab, und letzteres fiiefst durch Rohr q auf den Dampfmantel Z
zurück und wird hier verdampft. Der entwickelte Dampf steigt genau, wie bei Fig. 1
beschrieben, auf und findet entweder neben der Fangschale oder durch besondere Kanäle
genügend freien Weg, um zum Fleisch zu gelangen und dasselbe zu zerkochen. Durch
richtige Dimensionirung des Gefä'fses ρ kann
man leicht erreichen, dafs nie Fett durch Rohr q in den Apparat k eintritt. Es ist dann
leicht, "das Fett ohne Unterbreehung des Kochprocesses durch Hahn r abzulassen und dann
das Leimwasser in k durch OefFnen des Ventiles
s völlig einzudampfen.
Bei Fig. 3 ist für das Verdampfen des Leimwassers ein getrennter Behälter t mit Dampfmantel
ν aufgestellt. Sobald der Dampfmantel geheizt ist, erwärmt sich die Luft im Gefäfs t
und wirkt durch das nach oben zum Gefäfs u hinführende Rohr auf das Rohmaterial ein,
infolge dessen eine Absonderung von Wasser aus dem Fleisch stattfindet. Das Gemisch von
Fett und Wasser sammelt sich in dem unteren Theil des Kochgefäfses u, wo in Ruhe die
Trennung beider Flüssigkeiten vor sich geht. Auch hier fiiefst dann stets nur Wasser auf
den Dampfmantel ν zurück. Der Betrieb ist also genau derselbe, wie bei Fig. 2 beschrieben.
Der Dampfmantel wird durch Ventil w geheizt; Ventil χ dient zur Abführung des Dampfes
während der Eindickung des Leimwassers.
Sämmtliche Apparate gestatten also in gleicher Weise die Durchführung des neuen Verfahrens,
nämlich die Cadaver im Dampfe des eigenen Wassers zu kochen, ohne dafs letzterer von
aufsen her irgend welche Vermehrung erfährt. Die Apparate nach Fig. 2 und 3 gewähren
überdies noch den ökonomischen Vortheil, die siedende Leimbrühe getrennt vom Fett zu
halten und dadurch letzteres in vollster Reinheit zu gewinnen. Erwähnt sei noch, dafs
die Apparate in beliebiger Form und Anordnung, insbesondere sowohl stehend, -als auch
liegend ausgeführt werden können. Sollte das freie Abziehen des Dampfes aus den Ventilen g,
s und χ wegen des anhaftenden Geruches nicht statthaft sein, dann kann der Dampf in
einer passenden Condensationseinrichtung niedergeschlagen oder auch dadurch desodorirt werden
, dafs man der siedenden Leimbrühe passende Chemikalien, etwa übermangansaures Kali, beifügt.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:.1. Verfahren zur Gewinnung von Dungpulver, Leim und Fett aus thierischen Stoffen aller Art, darin bestehend, dafs das in einem geschlossenen Gefäfs auf einem Siebboden oder dergleichen befindliche Rohmaterial nur in dem aus dem abtropfenden Wasser entwickelten Dampf gekocht wird, worauf nach Abscheidung des Fettes das weitere Zerkochen unter gleichzeitiger Concentration der erhaltenen Leimbrühe durch Oeffnen des Dampfablafsventils erfolgt.
2. Zur Ausführung des durch Anspruch 1. geschützten Verfahrens:a) ein Schmelzkessel, unter dessen Siebboden eine Fangschale (n) mit daran angeschlossenem Fettabscheidungsgefäfs (p) angeordnet ist, aus welchem die Leimbrühe unter. Zurücklassungdes Fettes nach dem unteren Theil des Schmelzkessels zurückfliefst, oder b) ein Schmelzkessel, bei welchem die Heizvorrichtung an einem mit ihm zweckentsprechend verbundenen Nebengefä'fs angeordnet ist,zum Zweck, dem aus dem Rohmaterial durch den Siebboden abtropfenden Gemisch von Fett und Leimbrühe Gelegenheit zur gegenseitigen Absonderung zu geben, und das Wasser getrennt vom Fett zur Verdampfung zu bringen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE82246C true DE82246C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=354663
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT82246D Expired DE82246C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE82246C (de) |
-
0
- DE DENDAT82246D patent/DE82246C/de not_active Expired
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