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Küvettenpresse
Die Erfindung bezieht sich auf eine Küvettenpresse zur
Herstellung von Zahnersatzprothesen aus Kautschuk oder polymerisiertem Kunststoff
in zahntechnischen Laboratorien.
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Im Gebrauch und Handel sind Küvettenpresse und Küvettenspannbügel
zwei getrennte Geräte, welche entweder mit oder meistens ohne Federung arbeiten.
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Die mit Kautschuk oder Kunststoff gestopfte Küvette wird in einer
Küvettenpresse vorgepreßt, nach völliger Druckentlastung herausgenommen und auf
Füllungsvolumen kontrolliert. Nach Beseitigung von Uberschuß oder Nachstopfen bei
zu wenig Inhalt wird die Pressung in gleicher Weise wiederholt. Kunststoff läßt
man einige Zeit unter Preßdruck stehen. Die Pressen sind so groß und derart gestaltet,
daß man sie nicht selbst mit der belasteten Küvette in den Vulkanisierkessel oder
Kochtopf stellen kann. Man entlastet daher die Küvettenpresse wiederum völlig zur
Küvettenentnahme und spannt die Küvette in einen besonderen mit Druckschraube oder
Blattfeder versehenen Bügel, dessen Ausmaße so gewählt sind, daß er in die allgemein
üblichen Vulkanisierkessel hineinpaßt (115 mm Zum Polymerisieren stellt man Küvette
und Bügel verspannt in einen mit Wasser gefüllten Kochtopf.
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Die bestehenden Spannbügel mit einer Druckschraube in der Mitte über
der Küvette haben keine Federung und ihre Spannkraft ist auf die mittels eines Schlüssels
oder Steckstifts erzeugte Schraubendruckkraft begrenzt.
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Ein Blattfederspannbügel erlaubt keine Dosierung seiner Spannkraft,
deren Größe noch von
Küvettenhöhe abhängig und maximal so gering
ist, daß die zulässige Federbelastung nur den zehnten bis zwangzigsten Teil einer
gewöhnlichen Schraubendruckkraft erreicht.
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Diese Nachteile werden durch die Küvettenpresse gemäß der vorliegenden
Erfindung beseitigt.
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Die Küvettenpresse ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch zwei
Flachfederstahlbügel, die an zwei Gelenkpunkten ineinandergreifen, und durch eine
neben der Küvette angeordnete Schraubendruckfeder sowie durch kugelkappenförmigen
Druckring, der an dem einen Flachfederstahlbügel befestigt ist und den Druck der
Schraubenfeder auf den mit einer Druckpfanne versehenen Küvettendeckel überträgt.
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Neben dem Fortfall der völligen Druckentlastung zwischen Fertigpressung
und Bügelspannung ergibt sich weiterhin der Vorteil kleinsten Raumbedarfes der verspannten
Küvette, wodurch es einerseits möglich ist, die eingespannte Küvette in einem der
üblichen Vulkanisierkessel (II5 mm ) unterzubringen und andererseits wegen der geringen
Küvettenpressenhöhe die Zahl der einsetzbaren Küvetten in die vorhandenen Gefäße
nicht zu verringern. In die Vulkanisierkessel können daher, wie bisher mit dem alten
Schraubspannbügel, z. B. drei Küvetten übereinander oder besser, im unteren Kesseldrittel
nur Wasser, in der oberen 2 Dampfzone zwei Küvetten eingesetzt werden. Beim Polymerisieren
oder anderen Arbeiten in offenen Gefäßen kann man durch den im Kopf des Schraubenbolzens
der Druckfeder vorgesehenen Innensechskant mit einem Sechskantstiftschlüssel den
Druck auf die Küvette jederzeit von außen stufenlos verändern.
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Nachstehend ist an Hand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel des
Erfindungsgegenstandes beschrieben. Die Abbildung zeigt die Küvettenpresse in Seitenansicht
(teilweise geschnitten), und zwar in Arbeitsstellung an einer Präzisionsküvette.
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Mit I und 2 sind die beiden gebogenen Flachfederstahlbügel bezeichnet,
welche den Spannbügel der Küvettenpresse bilden. Die beiden Flachfederstahlbügel
sind durch zwei Gelenke miteinander verbunden, einmal im Punkt c, während der Gelenkpunkt
d durch die Zapfen der Mutter 8 und das Ende des Flachfederstahlbügels I gebildet
wird. Der Druckring 3, welcher die Gestalt einer Kugelkappe hat, ist mit der Niete
4 am Flachfederstahlbügel 2 befestigt. Als Druckpfanne dient eine in den Küvettendeckel
eingedrehte Vertiefung. Der Flachfederstahlkugel 2 wird durch die Schraubendruckfeder
7 mit Unterlegscheiben 6 bei Zudrehen der Innensechskantkopfschraube 5 gegen den
Gelenkpunkt d gedrückt. Die Küvettenpresse besteht also aus den Teilen I und 2 bis
8. Sie wird bei aufgedrehter Schraube um die Küvette gelegt, wobei der Flachfederstahlbügel
I in den Gelenkpunkten c und d über den Flachfederstahlbügel 2 greift. Kugelpfannenausdrehung,
Rastaugen und Randausschnitt am Küvettendeckel sichern die richtige Lage von Küvettenpresse
und Küvette zueinander, damit keine gegenseitige Verdrehung den maximalen Durchmesser
von 112 mm übersteigt. Damit ist die Küvette mit dieser Küvettenpresse in die üblichen
Vulkanisierkessel mit einem Durchmesser von "5 mm einsetzbar. Durch Zudrehen am
Schraubenkopf 5 wird zuerst das Offnungsspiel beseitigt, die Schraubendruckfeder
ist ohne Kraftwirkung in Anschlag. Beim Weiterdrehen des Schraubenbolzens 5 steigt
die Federkraft proportional der Schraubensteigung, also auch der Schraubenrechtsdrehung,
an.
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Die von der Feder erreichbare Maximaldruckkraft wird dadurch begrenzt,
daß der innerhalb der Schraubendruckfeder befindliche dicke Schraubenbolzen auf
der unteren Scheibe 6 zum Aufsitzen kommt. Von diesem Punkt an erzeugt ein weiteres
Zuziehen der Schraube eine ungefederte Pressung.
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Die;Schraubendruckfederkraft und der ungefederte Schraubendruck werden
durch die Gelenkbauweise an Bügel und Kugeldruckring vergrößert auf die Küvette
übertragen. Die Bedienungskraft am Schraubenschlüssel ist demgegenüber verkleinert.
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Der Bedienungsweg am Schlüssel ist vergrößert, die Feinfühligkeit
im Federspannbereich also gesteigert.
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Bei Angabe der Druckkraftsteigerung auf die Küvette pro Schraubendrehung
ist auch die Federdruckkraftgröße bekannt. Der Innensechskant im Kopf des Schraubenbolzens
5 kann mit einem Stiftschlüssel von oben bedient werden, während z. B. die Verspannung
im kochenden Wasser eines Kessels oder Topfes steht. Der Raumbedarf der in dieser
Küvettenpresse eingespannten Küvette ist lediglich um die zwei Flachfederstahfdicken
e und die Höhe des Kugeldruckringspaltes e' vergrößert.
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Mit der gezeichneten Ausführung der Küvettenpresse kann eine Federdruckkraft
bis zu 350 kg und eine ungefederte Druckkraft von 1000 kg erreicht werden. Letztere
erfordert nur ein Schlüsseldrehmoment von 21 cm/kg.
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PATENTANSPR OCHE: 1. Küvettenpresse, gekennzeichnet durch zwei Flachfederstahlbügel
(I und 2), die an zwei Gelenkpunkten (c und d) ineinandergreifen, und durch eine
neben der Küvette angeordnete Schraubendruckfeder (7) sowie durch einen kugelkappenförmigen
Druckring (3), der an dem einen Flachfederstahlbügel (2) befestigt den Druck der
Schraubenfeder auf den mit einer entsprechenden Druckpfanne versehenen Küvettendeckel
überträgt.