DE8017A - Maschine zum Ausstreichen, Enthaaren, Glätten, Auswaschen etc. des Leders - Google Patents

Maschine zum Ausstreichen, Enthaaren, Glätten, Auswaschen etc. des Leders

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DE8017A
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Original Assignee
L. PHILIPPI in Bonames, Reg.-Bez. Wiesbaden

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Description

1879.
L. PHILIPPI in BONAMES (Reg.-Bez. Wiesbaden).
Maschine zum Ausstreichen, Enthaaren, Glätten, Auswaschen etc. des Leders.
Patentirt im Deutschen Reiche vom S.Juni 1879 ab.
Auf dieser Maschine lassen sich verschiedene Operationen der Lohgerberei ausführen, wie Enthaaren, Streichen aller Gattungen von Häuten und Fellen, Glätten, das Reinigen des aus der Grube kommenden Vacheleders von der Lohe, Auswaschen und Bürsten der Haute, das Appretiren des Vacheleders mit Walzen und verschiedene andere Vorrichtungen.
Die Maschine soll die für obige Operationen seither nöthige Handarbeit ersetzen und auch in ähnlicher Weise wie diese ausführen. Zu diesem Zweck ist das wirksame Werkzeug in geeigneter Weise aufgehängt und geführt, so dafs es, wenn mittelst einer Kurbel und Schubstange hin- und hergezogen, das Leder berührt, wobei der Druck durch den Fufs des Arbeiters auf einen Fufstritt mit mehr oder weniger Stärke ausgeübt wird.
In der beiliegenden Zeichnung stellt
Fig. ι eine Ansicht des der Erfindung gemäfs construirten Apparates dar.
Fig. 2 eine Oberansicht desselben.
Fig. 3 die Art und Weise der Aufhängung des schwingenden, das Werkzeug tragenden, durch die Pleuelstange mit der Treibkurbel verbundenen Armes.
Durch die Riemscheibe B wird die Bewegung auf die Kurbel C und durch die Pleuelstange D auf den Werkzeughalter E übertragen, welcher mittelst des Bolzens α an dem unteren Ende des schwingenden Armes F aufgehängt ist. Dieser Halter besitzt eine um den Stift c drehbare Platte JS1., auf welcher das Werkzeug E2 aufgeschraubt ist und welche durch die beiden an ihr drehbar angebrachten, an den Seiten des Kopfes E in Führungen gleitenden Bogenstücke d unter jedem beliebigen Winkel in Beziehung auf die Tischoberfläche eingestellt werden kann, indem man einen Steckstift ^V1 quer durch den Werkzeughalter und durch die Löcher der beiden Ringstücke d d hindurchschiebt.
Das andere Ende des Werkzeughalters E wird durch das Gelenkstück G mit dem einen Arm eines Hebels H verbunden, dessen anderer Arm durch die Schnur / mit dem Trittbrett K in Verbindung steht. Der Hebel H dreht sich um den Bolzen e', welcher durch das Auge des an der Decke befestigten Trägers e gesteckt ist.
Man ersieht leicht, dafs durch diese Anordnung der Hebel und der Gelenkstücke G, obgleich das schwingende Ende des. Armes F einen Kreisbogen beschreibt, die arbeitende Kante des Werkzeuges sich in einer Linie bewegt, welche nicht viel von einer Geraden abweicht. Da aber der Arbeiter seinen Fufs beim Arbeiten beständig auf das Trittbrett K drückt und der Werkzeughalter E sich um α drehen kann, so wird die arbeitende Kante des Werkzeuges sich auch der Oberfläche des zu bearbeitenden Leders mit dem vom Arbeiter beliebten Drucke aufsetzen und hin- und herbewegen können.
Die Tischplatte L ruht auf einem Holzgestell, welches mit vier Laufrollen g g versehen ist, um dasselbe auf den Laufschienen h h während der Arbeit hin- und herbewegen zu können, da die Breite des Werkzeuges (etwa die der gewöhnlichen Handausstreicheisen oder des Glättsteins) bei einem Hube nur einen Theil der Oberfläche überstreicht.
Auf die Tischplatte L legt man zuerst eine Unterhaut, über welche die zu bearbeitende Haut m ausgebreitet wird und zwar so, dafs ihr Rückgrad der Kante // entlang liegt. Durch die ziemlich starke Leiste M, welche auf ihrer ganzen Länge mit einer runden Aushöhlung versehen und an den schwingenden Enden der an beiden Seiten des Gestelles angebrachten Arme η und nl befestigt ist, wird die Haut zwischen der abgerundeten Kante / / des Tisches und der Auskehlung dieser Leiste fest eingeklemmt, indem die Haken 0 0 über die am oberen Rahmen des Gestelles befindlichen Stifte p und p' geschlagen werden.
Die längs der hinteren Kante der Tischplatte angeordnete Walze q dient zur Erleichterung des Verschiebens und Herziehens der Haut auf dem Tisch.
Die in den Häuten enthaltene Flüssigkeit oder das bei manchen Bearbeitungen derselben nöthige Wasser kann durch das Gitter N abfliefsen, welches den herabhängenden Theil der Haut gleichzeitig trägt.
Während der Kurbelzapfen den Weg von 1 bis 2 in der Richtung des Pfeiles zurücklegt, wirkt das Werkzeug auf die zu bearbeitende Oberfläche der Haut unter angemessenem Druck, welchen der Arbeiter durch Niederdrücken des
Trittbrettes K mit seinem Fufse hervorbringt. Auf dem Wege von 2 nach 1, d. h. beim Vorgehen des Werkzeuges, wird dasselbe vom Tisch : gehoben, indem ' die' untere Fläche des Kurbelstangenendes in dem Momente, wo der Krummzapfen den Punkt 2 erreicht hat, auf den Quersteg r drückt, welcher sich an dem einen Ende des Werkzeughalters E befindet. Dadurch wird im Verein mit der Wirkung des Gewichtes G das andere Ende des letzteren, d. h. das Werkzeug, allmälig gehoben, bis der Krummzapfen die entgegengesetzte Lage von der in Fig. 1 angenommen hat, worauf dasselbe nach und nach sich wieder senkt und auf der Hautoberfläche ankommt, sobald der Krummzapfen in 1 angekommen ist. Um ein geräuschvolles Aufschlagen der Kurbelstange auf das Querstück r zu vermeiden, wird letzteres mit einem Lederoder Gummipolster bekleidet. Durch das Unterlegen einer zweiten Haut mx nix übt das Werkzeug einen elastischen Druck auf die zu bearbeitende Haut aus.
Der das Werkzeug tragende Halter E mufs sehr gut. geführt werden, da seitliche Ausweichungen desselben unregelmäfsige Arbeit herbeiführen würden. Zu diesem Zweck sind die beiden Theile F, Fig. 3, durch Verbindungsbolzen /' mit einander fest verbunden und mit den Streben /J versehen; alle vier Theile drehen sich um die gemeinschaftliche Stange b, wodurch eine sichere Führung gegen seitliche Ausweichungen erhalten wird.
Die verschiedenen zu den oben angeführten Zwecken dienenden Eisen, Messer und Steine können direct auf dem um c drehbaren Theil i?1 des Werkzeughalters E mittelst drei Schraubenbolzen befestigt werden. Hingegen sind die Walzen oder Glascylinder zum Glätten des Schmalleders auf besonderen Rahmen anzubringen, welche auf den Theil E geschraubt werden.
Die gleiche Anordnung ist mit den Bürsten zu treffen. Bei den mit Hülfe von Wasser vorzunehmenden Operationen wird dasselbe durch den Schlauch ί zugeführt, welcher mit dem höher stehenden Wassergefäfs in Verbindung steht.
Beim Arbeiten wird jedesmal, nachdem ein Streifen gleich der Breite des Werkzeuges auf der Haut bearbeitet ist, der fahrbare Tisch vorgeschoben und so fort, bis die auf dem Tisch liegende Oberfläche der Haut fertig ist, worauf der herabhängende Theil m der Haut über die Walze q hinweg auf die Tischfläche gezogen und alsdann bearbeitet wird. Während dieser Zeit wird die Bewegung des Apparates eingestellt, indem der Riemen von der festen auf die lose Scheibe Bi geschoben wird. Das Verschieben des Tisches kann durch eine Zahnstange von Hand oder selbstthätig durch die Maschine geschehen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Der hier oben beschriebene und durch die Zeichnung dargestellte Apparat zum Enthaaren, Ausstreichen, Glätten und anderen an Häuten und Ledern vorzunehmenden Operationen, wobei dieselben in ähnlicher Wirkungsweise wie bei Handarbeit ausgeführt und der Druck nach Belieben klein oder grofs gemacht werden kann.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.

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