DE77584C - Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter Anordnung - Google Patents
Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter AnordnungInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
- B01D3/001—Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
ODILON PERRIER in PARIS. Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter Anordnung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom g. Juni 1893 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft einen Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter
Anordnung. Der neue Apparat ist geeigneter als die gewöhnliche Verticalcolonne,
insbesondere bei der Destillation von mehr oder weniger dicker Maische. Diese giebt nämlich
infolge der sich während der Destillation concentrirenden Rückstände unter gewöhnlichen
Verhältnissen leicht zu Verstopfungen und Functionsstörungen Anlafs. Die neue, in Fig. 1 im
Längsschnitt und in Fig. 2 im Querschnitt nach der Linie x-x, Fig. 1, dargestellte Einrichtung
einer horizontalen Colonne hat diesen Nachtheil nicht, insofern durch Bewegung mittelst
schraubenförmig gebogener Flächen die Flüssigkeit (Maische) wirksam gegen den Ausfiufs hin
befördert und das Zurücktreten durch stufenweises Gefälle an Ueberlaufwehren verhindert ist.
Der Apparat besteht aus einem cylindrischen Gehäuse, an dessen Enden die hindurchgehende,
mit schraubenförmig gebogenen , gelochten Schaufelplatten ausgerüstete Welle 0 gelagert
ist. Dieses Cylindergehäuse ist in der Längsrichtung in mehrere Kammern A durch Scheidewände
b getheilt, welche mit einem Ausschnitt bl versehen sind. Durch diese Anordnung
werden die in jeder Kammer befindlichen Flüssigkeiten getrennt gehalten. Die Flüssigkeiten
circuliren, indem sie sich über die bei den Ausschnitten i»1, Fig. 2, in den Scheidewänden
gebildeten Wehre ergiefsen, wobei die Wehre die Höhen der Flüssigkeitsspiegel in
den einzelnen Abtheilungen bestimmen.
Die Dämpfe sind auf diese Weise gezwungen, die Welle umspülend, von einer
Kammer in die andere zu treten.
Die Richtung der der Welle mitgetheilten Drehung ist derart, dafs die Schaufeln α beständig
die Flüssigkeit der Austrittsöffnung zuführen. Dabei werden von den Schaufeln, welche sicher und ohne Unterbrechung die in
den einzelnen Behältern befindlichen Flüssigkeiten aufrühren, die sedimentären Stoffe in
Suspension erhalten. Die langsame, beständige und regelmäfsige Drehbewegung der Welle 0
wird dadurch erzeugt, dafs man die Schlampe und das Condensationswasser auf ein Wasserrad
Q. aufschlagen läfst, durch welches der Welle 0 eine unabhängige Bewegung mitgetheilt
wird.
Bei dieser langsamen und beständigen Bewegung der Schaufeln α weichen die dünnflüssigen
Theile zurück, während die festen Stoffe von den Schaufeln vorwärts getrieben
werden. Da nun diese Stoffe nicht ebenso leicht der vorwärts treibenden Thätigkeit der
Schaufeln entgehen können, stauen sie sich zeitweise diesseits der Scheidewände b, um
danach über dieselben hinweg in den nächsten Raum übergeschwemmt zu werden.
In gleicher Weise geht diese Ueberführung der festen Stoffe in jeder Kammer dergestalt
vor sich, dafs die suspendirten Stoffe zum gröfseren Theil viel eher als die Flüssigkeiten,
die sie hindurchgeführt haben, von dem Cylinder abgestofsen werden. Die Schraubenschaufeln
erzeugen somit die Abtrennung und die schnelle Entfernung der suspendirten Bestandtheile,
so dafs der Cylinder stets mit Maische gefüllt ist, die weniger feste Theile als die frisch zugeführte Maische enthält, und
die Bildung von Ablagerungen unterdrückt wird.
Claims (1)
- Die Horizontalcolonne mit den Schraubenschaufeln liefert ferner die günstigsten Bedingungen für die Verflüchtigung und eine erschöpfende Extraction. Die von den Schaufeln bewegte Flüssigkeit kommt in dünnen Schichten und beständig in unmittelbare Berührung mit den Heizgasen, die Abgabe der Wärme wird gefördert und das Gleichgewicht der Temperatur unter den Flüssigkeiten stellt sich schnell her und veranlafst die schnelle und vollständige Austreibung des Alkohols.Da aufserdem die Wehre b1 die Flüssigkeitsspiegel derart halten, dafs dieselben von Kammer zu Kammer tiefer sinken, so folgt, dafs in dem Mafse, als sich die alkoholische Flüssigkeit der Austrittsöffnung nähert, sie in stufenweise geringer werdender Menge der Einwirkung von mehr Heizgasen und stärkerer Erhitzung unterstellt werden.Indem die Berührung derselben Flüssigkeit mit dem Dampf auf diese Weise immer inniger wird, ist eine sehr grofse Geschwindigkeit, sowie Wirksamkeit der Destillation gewährleistet.Die der alkoholhaltigen Flüssigkeit entgegenströmenden Dämpfe treffen auf ihrem Wege auf die Schaufeln, welche dieselbe nach der Eintrittsöffnung hin zurückzuführen streben.Sie erleiden auf diese Weise eine beständige Reibung an den Wandungen der Schrauben- - schaufeln, deren Benetzung mit alkoholischer Flüssigkeit unaufhörlich sich erneuert, wobei der Reichthum an Alkohol in Rücksicht auf den Gang der Flüssigkeiten bezw. von Dampf und Flüssigkeit gröfser und gröfser wird.Die Dämpfe sättigen sich detngemäfs schnell und in regelmäfsiger Stufenfolge derart, dafs ein mechanisches Mitreifsen von Flüssigkeit ausgeschlossen ist.Die Abtheilungen C C des Apparates (Fig. i), welche dem Austrittskanal q am nächsten liegen, sind, anstatt mit schraubenförmigen Schaufelarmen, mit durchlöcherten Scheiben ohneFörderwirkung versehen. Die Förderwirkimg ist bei diesen zusätzlichen Abtheilungen nicht nöthig, weil die darin befindliche Flüssigkeit, welche aus den ersten Condensationsproducten der mit der Destillationscolonne verbundenen Analysatoren oder ähnlicher Apparate besteht, keine suspendirten Bestandteile enthält. Die Zuführung dieses Ablauflutters geschieht durch das Rohr w. Die bezeichnete Flüssigkeit wird in den Abtheilungen C ohne Hinterlassung fester Rückstände verdampft, so dafs eine Verunreinigung der frischen Garmaische in den Abtheilungen A dadurch nicht veranlafst wird.Zwecks Ausführung des Destillations- und Rektifikationsverfahrens durch fractionirte Condensation der Dämpfe bei unveränderten Temperaturen (Patent Nr. 67201) können ein oder mehrere horizontal liegende, nach den obigen Gesichtspunkten construirte Cylinder angeordnet werden.Durch das Rohr u tritt die Maische in die horizontale Colonne ein. ■ Hier wird sie der aufwirbelnden und vorwärts treibenden Thätigkeit der Schraubenschaufeln α ausgesetzt, welche ein Uebertreten der Maische aus einer Kammer in die andere veranlafst, bis sie zur Austrittsöffnung ν gelangt.Sie tritt danach in einen selbstthätig auf constantem Niveau bleibenden Reinigungskasten 5, aus welchem die Schlampe durch das mit Schwimmerventil versehene Rohr s nach Mafsgabe des Zutritts abgelassen wird. Die Heizgase treten durch das Rohr ρ in die Horizontalcolonne A ein. Sie entgeisten die Maische und werden stufenweise durch ihre Berührung mit mehr und mehr Alkoholgehalt aufweisenden Flüssigkeiten alkoholreicher. Aus den Kammern A treten die Dämpfe in die Kammern C, die in diese zur erneuten Behandlung eingeführte Rücklaufflüssigkeit ebenfalls entgeistend. Aus den Abtheilungen A „und C der Colonne gelangen endlich die Alkoholdämpfe zu einer (nicht mit dargestellten) Vorrichtung, welche die Zuführung der Maische gemäfs der Temperatur regelt. . ■Es ist für den Zweck des Erfindungsgegenstandes nicht erforderlich, den Gang der zu rektificirenden Spiritusdämpfe (durch Regelungsvorrichtung, Analysatoren und Condensatoren) weiter zu verfolgen.Die Alkoholdämpfe können auf dem Wege zum letzten Analysator oder nachträglich einen zweiten Apparat der beschriebenen Art mit durch Wehre für die Flüssigkeit geschiedenen Kammern durchstreichen, in welchem dem Alkohol der gewünschte Grad der Reinheit ertheilt wird.Pateντ-Anspruch:Ein Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter Anordnung, gekennzeichnet durch Scheidewände (b), deren Ausschnitte fb'lJ in stufenweise abnehmender Höhe angeordnet sind, wobei in bekannter Weise durch eine horizontale, mit durchlochten, schraubenförmig angeordneten Scheiben versehene' Welle die Bewegung und Verdampfung der zu destillirenden bezw. zu rektificirenden Flüssigkeit befördert werden kann.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE77584C true DE77584C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT77584D Expired - Lifetime DE77584C (de) | Destillations- und Rektifikationsapparat von wagerechter Anordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE77584C (de) |
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