DE76204C - Dampfmaschine mit Vermeidung der Abkühlung der Cylinderwände durch Einlafs heifser Gase - Google Patents
Dampfmaschine mit Vermeidung der Abkühlung der Cylinderwände durch Einlafs heifser GaseInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01B—MACHINES OR ENGINES, IN GENERAL OR OF POSITIVE-DISPLACEMENT TYPE, e.g. STEAM ENGINES
- F01B31/00—Component parts, details or accessories not provided for in, or of interest apart from, other groups
- F01B31/08—Cooling of steam engines; Heating; Heat insulation
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 26. Juli 1893 ab.
Die vorliegende Erfindung hat eine Maschine zum Gegenstande, mittelst welcher der Dampfverbrauch
durch Anwendung erhitzter Luft oder Gases vermindert werden soll. Zu diesem
Zweck werden die Betriebsmittel genannter Art während der Auspuffperiode auf der Auspuffseite
des Cylinders in den letzteren eingeführt und nehmen dann die Stelle des seine Arbeit
bereits verrichtet habenden Gemisches ein, so dafs, wenn der Kolben nahe am Ende seines
Hubes angelangt und die Auspufföffnung geschlossen ist, die heifse Luft oder das Gas im
schädlichen Raum auf der jeweiligen Auspuffseite comprimirt wird und dafs nach Voll- <
endung des Hubes und beim Eintritt frischen Dampfes für den Rückgang des Kolbens die
mit dem frischen Dampfe in Berührung kommenden Flächen durch die vorher eingelassene
heifse Luft oder das Gas in solchem Mafse erhitzt sind, dafs die unter gewöhnlichen Verhältnissen
bei Beginn des Kolbenhubes auftretende Condensation des Dampfes sehr verringert
oder vom praktischen Standpunkt aus sogar verhindert wird.
Um die erhitzte Luft oder das Gas in geeigneter Weise einströmen zu lassen und diese
Einströmung regeln zu können, werden in den Wänden oder Deckeln der Cylinder Ventile
angeordnet, oder es können solche Ventile auch in einen hohlen Kolben eingesetzt werden,
welchem der durch heifse Luft oder Gas vertretene Betriebsstoff durch eine hohle Kolbenstange
zugeführt wird, wobei letztere durch den Cylinderdeckel hindurchgeführt ist und in
einem Luft- oder Gasbehälter endigt.
Die hohle Kolbenstange, durch welche der Betriebsstoff hindurchzieht, kann zum Betriebe
einer Luftpumpe dadurch nutzbar gemacht werden, dafs der Kolben der letzteren auf die
hohle Kolbenstange aufgesetzt und mit Ventilen zum Einlassen des Betriebsstoffes versehen ist.
Arbeitet man mit genügend hohem Dampfdruck und tritt der Dampf der Reihe nach in
zwei oder mehrere Cylinder über, um in denselben Arbeit zu verrichten, so wird die heifse
Luft oder das Gas in geeigneter Weise dem letzten oder dem Niederdruckcylinder zugeführt,
um die Innenwandung des letzteren in der oben angegebenen Weise zu erhitzen.
In den der Beschreibung beiliegenden Zeichnungen sind beispielsweise einige Ausführungsformen angegeben.
Fig. ι zeigt in Längsschnitt und Ansicht, Fig. 2 in Kopfansicht den Cylinder einer Dampfmaschine,
bei welcher die den Betriebsstoff (erhitzte Luft oder Gas, ζ. Β. heifse und gereinigte
Feuergase) in den Gylinder einlassenden Ventile in der Wandung des letzteren vorgesehen
sind.
α ist der durch die Deckel b bl abgeschlossene
Cylinder, über welchem sich die Heifsluft- oder Gaskammer c mit dem Eintrittsstutzen d
für den Betriebsstoff und mit. den den Eintritt der Heifsluft oder des Gases regelnden Ven-
tilen e e befindet, ff sind die Ventilsitze,
g die Einlafskänäle für die Heifsluft oder das
Gas und h ist der Austrittskanal für das vorher im Cylinder Arbeit verrichtet habende Gemisch
aus frischem Dampf und Heilsluft oder Gas.
i sind Schraubenfedern, welche um die Spindeln der Ventile e e gewickelt sind und diese
Ventile so lange geschlossen halten, bis durch Oeffnen des betreffenden Auspuffventils der
Druck im Cylinder so gering geworden ist, dafs sich durch den Druck der Heifsluft oder
des Gases die Ventile e öffnen; hierbei strömt die Heifsluft oder das Gas in den Cylinder
ein und treibt die vorher Arbeit verrichtet habende Mischung von Dampf und Heifsluft
durch den Kanal h aus. Beim nachfolgenden .Schlufs des Ausströmkanals h wird während
der Vollendung des Hubes des Kolbens K ein Theil der Heifsluft oder des Gases comprimirt.
In der Anordnung nach Fig. 3, 4 und 5 sind die den Eintritt von Heifsluft oder Gas
bewirkenden Ventile in den Cylinderdeckel eingesetzt. Hier sind dd die Einlafskänäle
für die Heifsluft oder das Gas, e e die Ventile mit ihren Sitzen ff, die in Fig. 6 in gröfserem
Mafsstabe angegeben sind.
Für die Temperatur und Pressung der Luft wird, nach Angabe des Erfinders, für eine mit
Dampf von 7 bis 9 Atm. arbeitende Dampfmaschine die in den Cylinder übertretende
Heifsluft am besten auf ungefähr 200 ° C. gebracht und mufs der Druck dieser Luft so
stark sein, dafs sie den Rückdruck des Auspuffdampfes überwindet. Hierfür genügt ein Ueberdruck
der Heifsluft von 0,036 kg pro 1 qcm über den genannten Rückdruck.
Die Heifsluft oder das Gas kann auch — wie in Fig. 8 im Schnitt und in Fig. 9 in
Ansicht angegeben — durch den hohlen Kolben K mit, ebensolcher Kolbenstange / in den
Cylinder übergeführt werden. Die durch Federn 0 paarweise mit einander verbundenen
Ventile e werden durch diese Federn auf ihre Sitze f gedrückt. Letztere befinden sich an
den herausnehmbaren Gehäusen m, durch deren Längsschlitze die Heifsluft oder das Gas in den
Cylinder übertritt und welche durch einen Ring η festgehalten werden.
In der Ausführung des Beispiels nach Fig. ι ο
erfolgt der Zutritt von heifser Luft oder von Gas in den Cylinder durch den hohlen Kolben
K und die hohle Kolbenstange /. An dem Ende der letzteren sitzt ein mit Durchbrechungen
q versehener Kopf ρ, welcher das gleichmäfsige Eintreten von Luft in die Kolbenstange
an jedem Punkt ihres Weges sichert. Der Cylinder r, in welchem die Stange / sich
hin- und herbewegt, steht durch den Stutzen s mit dem die Luft erhitzenden Apparate in Verbindung.
In dem Beispiel nach Fig. 1 r ist die hohle
Kolbenstange / in dem nach dem Erhitzer führenden Rohre t teleskopartig verschiebbar.
Fig. 12 zeigt als Beispiel eine Anordnung, bei welcher die hohle Kolbenstange / eine
Luftpumpe treibt. Hier sind im Kolben u der Pumpe Luftventile ν vorgesehen, durch welche
die erhitzte Luft oder das Gas in die hohle Kolbenstange I übertritt und welche durch
Federn n> auf ihre Sitze niedergedrückt werden. χ ist der Anschlufsstutzen und yy sind die
Einlafsventile der Pumpe.
Der die Oeffnung der Ventile e für die erhitzte
Luft oder das Gas bewirkende geringe Ueberdruck kann durch eine Luftpumpe oder ein Gebläse aufrecht erhalten werden, welches
einen Strom heifser Luft oder Gas in den Cylinder überleitet. Dieser Ueberdruck kann
auch durch Erzeugung einer theilweisen Luftleere im Cylinder mittelst eines Exhaustors
hervorgerufen werden.
In Fig. 13 ist eine Dampfmaschinen-Anlage
angegeben. 1 ist der Dampfkessel, 2 die Dampfmaschine, 3. das Gebläse beliebiger Anordnung,
4 der Lufterhitzer, aus Metallröhren zusammengesetzt, durch welche die Luft hindurchstreicht
und welche aufsen von den heifsen Gasen bespült werden, oder umgekehrt. Dieser Lufterhitzer liegt im Heizkanal des Dampfkessels.
5 ist ein Ueberhitzer für den Dampf und die Luft, welche Mittel in bezw. um die Röhren desselben geführt werden. Die Luftzuführungsrohre
6, 7 und 8 verbinden das Gebläse 3 mit dem Lufterhitzer 4 und dem Ueberhitzer und diesen mit dem Dampfmaschinencylinder,
dem der Betriebsdampf aus dem Dampfkessel durch die Rohre 9 und 10
zugeführt wird.
Ausgeschlossen ist nicht, die Ventile, in denen die zur Anwärmung der Cylinderwandungen
und schädlichen Räume des Dampfmaschinencylinders dienende heifse Luft oder das Gas in den Cylinder übergeleitet wird,
nur zur Einführung der halben Luft- oder Gasmenge zu benutzen, während die andere
Hälfte durch den hohlen Kolben eingeführt wird.
Statt Tellerventile können auch Schieberund Kolbenventile, Drehschieber etc. zur Verwendung
kommen, wobei auch hier Vorsorge zu treffen ist, dafs das Oeffnen solcher Ventile
erst erfolgt, wenn bereits der im Cylinder herrschende Druck unter denjenigen der heifsen
Luft oder des Gases herabgegangen ist, und dafs das Schliefsen dieser Einlafsventile vor
Beginn der Compression der heifsen Luft oder des Gases im Cylinder erfolgt.
Auch bei mehrcylindrigen. Maschinen kann man den directen Kesseldampf in Verbindung
mit erhitzter, in den Cylinder eingeführter Luft
oder mit Gas in sämmtlichen oder einigen der Cylinder zur Arbeitsleistung verwenden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Dampfmaschine, bei welcher zur Verhinderung der Abkühlung der Cylinderwände während der Auspuffperiode auf der jeweiligen Auspuffseite' des Kolbens heifse Luft oder Gas in den Dampfcylinder einströmt, mit den Auspuffgasen abströmt und während der Compressionsperiode innerhalb des schädlichen Raumes zusammengedrückt wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE76204C true DE76204C (de) |
Family
ID=349108
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT76204D Expired - Lifetime DE76204C (de) | Dampfmaschine mit Vermeidung der Abkühlung der Cylinderwände durch Einlafs heifser Gase |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE76204C (de) |
-
0
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