DE73080C - Verfahren zur Erzeugung elektrischen Lichtes - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung elektrischen LichtesInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H05—ELECTRIC TECHNIQUES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H05B—ELECTRIC HEATING; ELECTRIC LIGHT SOURCES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; CIRCUIT ARRANGEMENTS FOR ELECTRIC LIGHT SOURCES, IN GENERAL
- H05B41/00—Circuit arrangements or apparatus for igniting or operating discharge lamps
- H05B41/14—Circuit arrangements
- H05B41/24—Circuit arrangements in which the lamp is fed by high frequency AC, or with separate oscillator frequency
Landscapes
- Circuit Arrangement For Electric Light Sources In General (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung elektrischen Lichtes und besteht im
wesentlichen darin, dafs man einen oder mehrere Glühkörper entweder unmittelbar oder auch
inductiv mit einem Ende eines im Sinne des Sprachgebrauches nicht geschlossenen primären
oder secundären Stromkreises verbindet und dem elektrischen Strom eine aufserordentlich
hohe Klemmenspannung und hohe Frequenz oder Polwechselzahl giebt.
Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, dafs, während man bisher nur in einem in sich
geschlossenen Stromkreis eine Lichtwirkung erzielen zu können glaubte, dies auch bei Verbindung
geeigneter Glühkörper mit dem Ende eines nicht geschlossenen Stromkreises möglich
ist, wenn man dem elektrischen Strom eine ganz aufsergewöhnlich hohe Klemmenspannung
und gleichzeitig eine entsprechend hohe Frequenz oder Polwechselzahl giebt, und zwar gehören
zur Erzielung dieser Wirkung eine Klemmenspannung und eine Frequenz von solcher Höhe,
wie sie bei elektrischen Strömen bisher nicht für zweckmäfsig oder für praktische Zwecke
anwendbar gehalten worden sind.
Zur Erzielung eines elektrischen Stromes von der für die Hervorbringung dieser Glühwirkung
erforderlichen Geschwindigkeit der Wechselfolge können bekannte Einrichtungen verwendet
werden, beispielsweise kann der Strom oder die elektrische Energie von einem Gleichstromerzeuger
hervorgebracht und durch mechanische Mittel mit äufserster Geschwindigkeit aufeinander folgend unterbrochen werden, oder
es können durch eine besonders dazu eingerichtete magnetelektrische Maschine Wechselströme
von äufserst kurzer Dauer erzeugt werden, deren Klemmenspannung man dann durch eine Inductionsrolle bis zu dem erforderlichen
Mafse erhöht; so kann man in der in der Zeichnung schematisch dargestellten Art 'und
Weise dem durch eine beliebige Elektricitätsquelle, beispielsweise durch die hier als Wechselstrommaschine
gedachte Quelle G, erzeugten Strom eine höhere Klemmenspannung durch eine Inductionsrolle geben, deren Primärspule
hier mit P bezeichnet ist, wobei durch den in der Secundärspule 5 entwickelten Strom ein
Stromverdichter (Condensator) C geladen wird, dessen angesammelte Energie dann in einer
zur Erzielung einer möglichst schnellen Aufeinanderfolge der Wechselbewegung des Stromes
geeigneten Weise bei α in einen Stromkreis A zur Entladung gebracht wird. Nachdem man
auf diese Weise einen Strom von der erforderlichen Frequenz hergestellt hat, kann man denselben
dadurch in einen Arbeitsstrom von entsprechend hoher Klemmenspannung verwandeln,
dafs man die Primärspule P1 einer Inductionsrolle
einschaltet, in deren aus dünnem Draht von grofser Länge bestehenden Secundärspule S1
dadurch ein Strom von gleicher Frequenz, aber von aufserordentlich vergröfserter Klemmenspannung
erzeugt wird.
An den einen oder anderen Pol dieses secundären Stromkreises schliefst man einen oder
mehrere Glühkörper, beispielsweise elektrische Glühlampen b b der gebräuchlichen Art, an,
während man den entgegengesetzten Pol mit der leitend gemachten Wand W des zu beleuchtenden
Raumes verbinden kann. Obgleich dieser Stromkreis kein eigentlich geschlossener ist, so werden die das eine Ende desselben
bildenden Glühkörper, wie durch zahlreiche Versuche festgestellt worden ist, unter dem
Einflufs der aufserordentlich hohen Frequenz und der hohen Klemmenspannung zum Glühen
gebracht. Statt unmittelbar, können die Glühkörper auch in bekannter Weise inductiv mit
dem Polende der betreffenden Leitung verbunden sein.
Um das Wesen der vorliegenden Erfindung in den hauptsächlichsten Unterscheidungsmerkmalen
gegenüber anderen bekannten Verfahren, beispielsweise gegenüber demjenigen des Patents
Nr. 49205, noch deutlicher kenntlich zu machen, sei hier noch ausdrücklich bemerkt, dafs bei
dem Verfahren jenes Patents und bei verschiedenen anderen ähnlichen Verfahren die Lichtwirkung
durch das Ueberspringen des Stromes (bezw. Funkens) zwischen zwei Polenden oder Elektroden hervorgebracht wird, wobei also
die Lampe in einen in sich geschlossenen Stromkreis eingeschaltet ist. Bei vorliegender
Erfindung dagegen wird die Lichtwirkung nicht durch Funken hervorgerufen, vielmehr wird
zumeist, und zwar absichtlich, eine so gründliche Luftleere in der Glasbirne erzeugt, dafs
ein Springen von Funken darin nicht möglich ist. Ferner ist hier der lichterzeugende Leiter
nicht in den Stromkreis eingeschaltet (in diesem Falle würde eine Lichtwirkung überhaupt nicht
stattfinden), sondern derselbe ist nur mit einem einzigen Pol des nicht geschlossenen Stromkreises
verbunden.
Während also bei dem Verfahren des Patents Nr. 49205 und bei anderen ähnlichen Verfahren
die Lichtwirkung durch eine allgemein bekannte Function des sich durch einen abgeschlossenen
Stromkreis bewegenden elektrischen Stromes, und zwar in diesem abgeschlossenen Stromkreis selbst hervorgebracht wird, ist sie
bei vorliegender Erfindung eine unmittelbare Folge — nicht einer Function des Stromes im
bisherigen Sinne —, sondern eines bis jetzt noch nicht angewendeten überaus hohen Mafses
von Frequenz und Klemmenspannung, und die Lichtwirkurig äufsert sich nicht innerhalb des
Stromkreises, sondern aufserhalb desselben, d. h. an dem einen Polende desselben.
Theoretisch wird diese Wirkung darauf zurückgeführt, dafs. die noch in der Birne befindlichen
Lufttheilchen infolge der aufsergewöhnlich hohen Klemmenspannung elektrisch werden
und durch die enorm hohe Geschwindigkeit der Wechselfolge des Stromes von dem lichtgebenden Körper abwechselnd angezogen
und abgestofsen werden, so dafs sie bei der durch die Luftleere begünstigten aufserordentlichen
Bewegungsfreiheit durch das mit grofser Geschwindigkeit erfolgende Anprallen gegen
die Oberfläche des Leuchtkörpers diesen glühend machen.
Dadurch, dafs der Erfinder durch praktische Versuche auf diese Erklärung für die beobachteten
Lichtwirkungen gelangt ist, ist es ihm möglich geworden, auf dem beschriebenen
Wege Lichtwirkungen von solcher Stärke zu erzeugen, dafs sich dieselben zur Verwendung
für praktische Beleuchtungszwecke eignen, und insofern bedeuten die von ihm auf diesem
Wege erzielten Lichtwirkungen etwas ganz anderes, als beispielsweise die bekannten Glühwirkungen,
welche mit Crookes'sehen Röhren dadurch hervorgebracht werden, dafs man eine
luftleer gemachte Röhre in die Nähe der Drähte einer Inductionsspule bringt. Alle diese bekannten
Versuche, sowie auch die von der Firma Siemens & Halske im Jahre 1891 ausgeführten
(Elektrotechnische Zeitschrift, Bd. 12, 1891, S. 212 und 265), konnten zu einem für
die Beleuchtungstechnik brauchbaren Lichteffect deshalb nicht führen, weil die Betreffenden
augenscheinlich die Bedeutung noch nicht kannten, welche die Anwendung einer bis ins
Ungemessene erhöhten Polwechselzahl in Verbindung mit der Anwendung einer enorm hohen Klemmenspannung dabei hat. Diese
Erkenntnifs konnte erst dadurch gewonnen werden, dafs man, wie dies dem Erfinder ge^
lungen ist, die Natur des mechanischen Verhaltens der Gasmolecüle oder Atome bei ihrer
Beeinflussung durch die elektrische Wirkung erkannte.
Auf dieser Erkenntnifs weiter bauend, erhöhte der Erfinder die Polwechselzahl des
Stromes von den bisher erreichten ungefähr 15 bis 20 Tausend auf Hunderttausende und
Millionen in der Minute und erreichte dadurch eine ganz neue Wirkung. Statt der bisher
beobachteten schwachen Glühwirkung wurde eine für Beleuchtungszwecke durchaus brauchbare
intensive Lichtwirkung erzielt, es wurde beispielsweise bei einem in luftleerer Glasbirne
eingeschlossenen Kohlekörper . dieselbe oder gar eine noch höhere strahlende Glühwirkung
erzeugt, wie sie nur.einer elektrischen Lampe eigen ist. Diese Glühwirkung beschränkt sich,
was den Kohlekörper selbst anlangt, auf den exponirten Theil desselben und findet an denjenigen
Theilen desselben nicht statt, welche dem Einflufs der in Bewegung gesetzten Luftoder
Gastheilchen nicht ausgesetzt sind, welcher Umstand die Richtigkeit der gegebenen
theoretischen Erklärung dieser Erscheinung bestätigt.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das Verfahren, eine Lichtwirkung dadurch zu erzeugen, dafs in einem im Sinne des Sprachgebrauchs nicht geschlossenen Stromkreis elektrische Ströme von so aufserordentlifh hoher Frequenz und hoher Klemmenspannung erzeugt werden, dafs ein oder mehrere Glühkörper zum Glühen gebracht werden, welche entweder unmittelbar das eine Ende des offenen Stromkreises bilden oder von diesem Ende durch Induction so beeinflufst werden, dafs die gleiche Wirkung entsteht.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE73080C true DE73080C (de) |
Family
ID=346243
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT73080D Expired - Lifetime DE73080C (de) | Verfahren zur Erzeugung elektrischen Lichtes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE73080C (de) |
-
0
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