-
Reibscheibe für Kettentriebe von Kettenbahnen Die Erfindung bezieht
sich auf eine Reibscheibe für Kettentrieb von Kettenbahnzn.
-
Zum Antrieb der Ketten von Kettenbahnen sind Reibscheiben und Greiferscheiben
bekannt. Bei den bekannten Reibscheiben wird die durch Gewichte gespannte Kette
in den Kranz der Scheibe,eingelegt, wobei die stehenden Kettenglieder in einer am
Umfang der Scheibe angeordneten Rille liegen und an der Kraftübertragung nicht beteiligt
sind. Diese Übertragung durch Reibung hat den Nachteil, daß die Kette leicht rutscht,
insbesondexe wenn die Kette oder die Scheibe naß oder vereist oder mit fettigem
oder seifigem Fördergut in Berührung gekommen ist. Man kann zwar bei den Reibscheiben
die übertragbare Leistung dadurch erhöhen, daß man den Scheihenkranz mit einem Werkstoff
von großem Reibungskoeffizienten ausfüttert. z. B. mit Holz, oder daß man den Umschlingungsivinkel
vergrößert, indem.man beispielsweise die Kette über zwei oder mehr Scheiben leitet.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß man auch durch diese Maßnahmen nicht immer vermeiden
kann, daß die Kette .auf :den Scheiben gleitet und hierdurch B.etriebsstÖru@ngen
entstehen. Außerdem gleitet die Kette auch bei ü berl.astungen der Kettenbahn, sobald
die Umfangskraft an der Reibscheibe größer wird als die Reibung bei sonst einwandfreiem
Zustand des Antriebes.
-
Demgegenüber wird die Kette bei den bekannten Greiferscheiben von
Greifern, die am Umfang der Scheibe .angebracht sind. zwangsläufig mitgenommen.
Die Greifer sind, -um einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten,
nachstellba.r
gemacht, weil nur so die durch Dehnung und Verschleiß bedingte Längung der Kette
berücksichtigt «=erden. kann. Die Greiferscheiben haben jedoch ehcnfalls Nachteile.
Die Greifer ragen über {U n Scheibenumfang hinaus und bilden so (-ittc-Reihe stark
hervorstehender Teile, die zu Unfällen führen können. Auch erfolgt der Antrieb durch
Greiferscbeihen nie ganz gleichförmig, sondern ruckweise, weil die Kette längs des
Scheibenumfanges immer nur auf den Greifern. also in .einzelnen Punkten aufliegt
und dazwischen geradegespa:nnt ist. Ferner sind zum Betätigen. der Greifer im allgemeinen
besondere, fest eingebaute Anschläge erforderlich, wodurch der Aufbau umständlich
wird.
-
Die Reibscheibe nach der Erfindung vereinigt die Vorteile der bekannten
Reibschei?)en und der Greiferscheiben, ohne ihre Nachteile zu haben. Sie arbeitet
als reine Reibscheibe, solange die Reibung zur Übertragung der Leistung ausreicht,
und wirkt gleichzeitig als Reibscheibe und als Greiferscheibe, wenn die Leistungsfähigkeit
der Reibung überschritten ist. Dabei ist durch die besondere Ausbildung und Anordnung
der Greifer vermieden, daß die Greifer über den Scheibenumfang hinausragen, und
es ist in jedem Falle ein gleichmäßiges Aufliegen der Kette auf der Scheibe gewährleistet.
-
Das Nette der Erfindung besteht darin, daß die Reibscheibe zur Erhöhung
der durch Reibung übertrag haren Umfangskraft zusätzlich mit Greifern ausgerüstet
ist, die in die Rille der Reibscheibe hineinragen und gegen die Wirkung von Federn
in radiale Führungen des Reibscheibe nkranzes einschiebbar sind. Infolge dieser
Anordnung üben die Greifer, solange die Reibung zur Übertragung der Leistung ausreicht,
keine Kraft .auf die Kette aus, weil sie entweder von liegenden Gliedern der Kette
in die vo:rgesehene ti Aussparung;#ti zurückgedrückt sind oder unbelastet zu-ischen
zwei benachbarten, liegenden Gliedern stehen. Beginnt jedoch die Kette auf der Rcibscliei@b°
zu gleiten, so übernehmen die Greifer alsbald die Übertragung des iiber die Reiburig
hinausgehenden Anteiles der Umfangskraft.
-
Ein rlu,sfülrrungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigen Abb. i die Ansicht einer Reibscheibe mit einem eingebauten federnden
Greifer und Abb. 2 die Scheibe und den Greifer im Schnitt nach der Linie -A-A. der
Abb. i.
-
Aus dem Futter 2 des Reibscheibenkranzes i ist eine schmale Lücke
ausgespart, in welche ein Stahlrahmen 3 eingesetzt ist. Dieser ist in dem Kranz
so befestigt, da.ß sein Rand mit dem Futter- gerade abschneidet. In dem Rahmen
3 ist der Greifer,a mit angemessenem Spiel geführt. Er kann auch anstatt
im Rahmen 3 in der Bohrung g des Kranzbodens am dicken Teil seines Schaftes geführt
sein. Eine zweite Führung für den Greifer 4., die am Ende seines Schaftes angreift,
bildet die Bohrung 5 des an den beiden benachbarten Armen 6 und ; befestigten Trägers
S. Durch diese beiden Führungen wird der Greifer q. radial. bestellt und in radialer
Richtung verschiebbar gemacht. Am Ende des dicken Teiles seines Schaftes greift
über den Teller io die Druckfeder i i an dem Greifer an und drückt ihn nach außen,
so daß er genügend weit aus dem Futter des Scheibenkranzes herausragt. Der Träger
g dient dabei als Widerlager für die Feder i i und als Anschlag für die Mutter 12,
die <den Hub des Greifers nach außen begrenzt. Die Grenze für die Betvegung des
Greifers nach innen ist so gelegt, daß am Ende des Hubes das Ende des Greifers mit
dem Futter bündig abschneidet. Somit wird bei zurückgedrücktem Greifer die im Futter
ausgesparte Lücke ganz ausgefüllt.
-
Im Betrieb werden die am Umfang der Reibscheibe angebrachten Greifer
a entweder zurückgeschoben, wenn sie auf ein liegendes Kettenglied treffen, oder
sie bleiben stehen, wenn sie einem stehenden Kettenglied hegeenen. Solange die Reibung
ausreicht, verhält sich die Scheibe demnach so-, als ob keine Greifer vorhanden
wären. Erst wenn die Kette zu gleiten beginnt, greift nach kurzer Gleitstrecke mindestens
ein Greifer hinter ein liegendes Glied der Kette und nimmt dieses zwangsläufig mit,
wobei er den über die Reibung hinausgehenden Teil der Umfangskraft auf die Kette
überträgt. Dies tritt schon nach so geringem Gleitweg der Kette ein, daß ein merklicher
Stoß auf die Kette heim Angriff des Greifers nicht auftreten kann.
-
Da es genügt, wenn jedesmal nur ein Greifer zur Wirkung kommt, reichen
bei einem L: msclilingu-ngsivitilkel voll 180, für einen pausenlosen Gleitschatz
der Kette in der Regel schon zwei Greifer aus, wenn diese sich am Umfang diametral
gegenüberliegen.
-
Der Abstand der federnden Greifer 4 ist von der Länge der Kettenglieder
unabhängig, weil es nicht erforderlich ist, daß zwei Greifer gleichzeitig in-die
Kette eingreifen. Hierin ist ein wesentlicher Vorteil der neuen Reibscheibe gegenüber
der reinen Greiferscheibe zu sehen.
-
Die federnden Greifer.l lassen sich noch nachträglich an ausgeführten
Reibscheiben anbringen; denn eine besondere Gestaltung der Reibscheiben hinsichtlich
des Einbaus der federnden Greifer ist nicht erforderlich. Somit können auch dein
Betrieb schon übergebene Kettenbahnen noch mit dem Gleitschutz für die Kette ausgerüstet
werden.