Erfindungsgemäß werden die Voraussetzungen, die die alsbaldige Aufnahme
einer Handsteuerung -erfordern, dadurch geschaffen, daß das Umschaltorgan durch
ein Handbedienungselement in seine Betriebsstellung zurückführbar gemacht wird,
wobei zugleich ein mit dem Handbedienungselement für den Steuerstift verbundenes
Verriegelungsglied dafür sorgt, daß die Zurückführung nur nach einer vorhergehenden
Hürbeiführung der Steuerstiftmittellage möglich. ist. Würde das Umschaltorgan jederzeit
ohne weiteres in seine Betriebsstellung zurückgeführt werden können, so würde das
für das von -dem Servömotor gesteuerte Organ unter Umständen eine Gefahr bedeuten.
Das wird verständlich, wenn man sich klarmacht, daß beim Absperren des Steuermittelzuflusses
zu dem Servomotor nur die Arbeitskolben des Servomotors in die Mittellage zurückkehren,
sein Steuerschieber aber in der zuletzt eingenommenen Stellung verbleibt. Das bedeutet,
daß, wenn der Steuermittelzufluß zu dem Servomotor durch die Handbetätigung des
Umschaltschiebers
wieder freigegeben wird, die Arbeitskolben des Servomotors sogleich bestrebt sind,
in die Stellung überzugehen, die der Servomotorschieberstellung entspricht. Dient
der Servomotor z. B. zum Verändern der Treib- oder Steuercharakteristik eines sogenannten
Voith-Schneider-Propellers bei einem Schiffsantrieb, so würde hierdurch eine plötzliche
Überbeanspruchung der Propellerblätter und auch unter Umständen eine unerwartete
Kursänderung des Schiffes eintreten, die eine Havariegefahr in sich schließt. Diese
Gefahr ist durch die Erfindung, die eine fehlerhafte Bedienung der Steuerung zwangsläufig
ausschaltet, einwandfrei und sicher beseitigt.
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung ist in der
Abbildung dargestellt. Der hydraulische Motor i (Servomotor) diene beispielsweise
zum Verändern der Propellercharakteristik eines Voith-Schneider-Propellers. In diesem
Falle werden also die Bewegungen der Stange 2 nach dem Propeller hin übertragen,
wo sie ein Verstellen der Propellerblätter bewirken. Auf der Stange 2 sind zwei
Kolben 3 und 4 befestigt, die in einem Gehäuse 5 gleiten. Eine Feder 6 sorgt dafür,
daß die beiden genannten Kolben, wenn kein Öldruck auf sie einwirkt, stets die gezeichnete
Mittellage einnehmen oder in diese Stellung übergeführt werden. Die beiden Kolben
3 und 4 begrenzen zwei Ölkammern 7 und 8, die durch einen mit dem Gehäuse 5 verbundenen
Stegteil 9 voneinander getrennt sind und in die das durch die Leitung Io zuströmende
Steueröl eingelassen werden kann. Wise ersichtlich, gelangt das Steueröl aus der
Leitung i o zunächst in den Raum i i, aus dem es alsdann nach Maßgabe der Öffnung
der Kanäle 12 oder 13 in die Kammer 8 bzw. 7 überströmt. Der Zutritt des Öles zu
den Kanälen 12 und 13 wird durch einen Schieber gesteuert, der sich aus zwei. Kolben
14 und 15 zusammensetzt, die an einer gemeinsamen Schieberstange 16 befestigt sind.
Servomotoren dieser Art sind bekannt. Ihre Wirkungsweise bedarf daher keiner näheren
Erläuterung. Die Schieberstange 16 ist mit Hilfeeiner Zahnstange 17 und eines Ritzels
18 verstellbar. Dias Ritzel 18 kann durch einen elektrischen Antrieb i 9 in dem
einen oder anderen Sinne in Drehung versetzt werden. Dieser Antrieb wird vom Kommandostand
des Schiffes aus durch nicht dargestellte Mittel gesteuert. Die Übertragung der
Antriebsbewegungen auf das Ritzel 18 -erfolgt über eine Kupplung 2o. Um den Steuerschieber
(Steuerkolben 14 und 15) von Hand aus verstellen zu können, ist ein Handradantrieb
2 i bis 25 vorgesehen. Die Kupplung 2o kann eine Magnetkupplung, eine elektrische
Kupp-Jung, eine Reibungskupplung oder auch eine handbetätigte Klauenkupplung sein.
Der obere linke Teil der Zeichnung läßt einen Ölumschaltschieber 26 erkennen, der
finit Hilfe zweier Steuerkolben 27 und 28 den Ölstrom zu dem Servomotor i abzusperren
gestattet. Das Absperren dieses Ölstromes tritt ein, sobald der Steuerkolben 27
um ein hinreichendes Maß nach rechts verschoben wird. Dabei gibt der Steuerkolben
28 gleichzeitig einen Ablauf nach einer Leitung 29 frei, durch den das durch die
Leitung 3o zufließende Steueröl beispielsweise in den Öltank oder zu einer sonstigen
weiteren Verwendung abfließen kann. Die beiden Steuerkolben 27 und 28 sind an einer
Kolbenstange 31 befestigt, die an ihrem linken Ende einen Anschlag oder Mitnehmer
32 trägt. Gegen diesen Mitnehmer drückt der untere Schenkel eines Winkelhebels 33,
der, solange die Anlage ungestört ist, durch einen Elektromagneten 34. in der gezeichneten
Lage gehalten wird. Der durch den Elektromagneten 34 ausgeübten Kraft wirkt dabei
die Kraft einer Feder 35 entgegen. Tritt eine elektrische Störung ein, durch die
der Elektromagnet 34 stromlos wird, so drückt diese Feder den Umschaltschieber,
also die Kolben 27 und 28, nach rechts herüber und bewirkt damit den Umschaltvorgang.
Um den Umschaltschieber aus dieser Lage wieder zurückholen zu können, ist ein Rückholhebel
36 vorgesehen, der durch Druck auf einen Knopf 37 entgegen der Kraft einer Feder
38 entgegen dem Uhrzeigersinn bewegbar ist. Die Rückstellbewegung des Umschaltschiebers
kommt dadurch zustande, daß sich der obere Teil des Hebels 36 gegen einen Anschlag
39 legt, der ähnlich wie der Anschlag 32 an der Schieberstange 31 angebracht ist.
Das Zurückholen des Umschaltschiebers ist jedoch nur möglich, wenn die im Uhrzeigersinne
abklappbare Klinke 4o durch eine Aussparung 4i in der Scheibe 42 hindurchtreten
kann. Die genannte Scheibe ist nun so auf der Welle 24 befestigt, daß die Sperrklinke
40 sich immer nur dann gerade vor dem Durchlaß dieser Scheibe befindet, wenn der
Doppelkolbenschieber 14, 15 des Servomotors i die gezeichnete Mittellage einnimmt.
Ist das zunächst nicht der Fall, so muß diese Lage zwangsweise durch Drehen des
Handrades 25 herbeigeführt werden. Die beschriebene Verriegelungseinrichtung gibt
somit die Gewähr dafür, daß der Umschaltschieber 27, 28 durch Niederdrücken des
Druckknopfes 37
nur dann wieder in die gezeichnete Betriebsfstellung übergeführt
werden kann, wenn vorher dafür gesorgt worden ist, daß mit der Wiederherstellung
des Ölzulaufes zu dem Servomotor keine sofortigen Verstellbewegungen der Servomotorarbeitskolben
3, 4 ausgelöst
werden. Ist der Umschaltschieber 27, 28 unter Überwindung
der Kraft der Feder 35, wie beschrieben, von Hand aus wieder in seine linke, also
die gezeichnete Stellung zurückgeholt worden, so muß der Schieber entgegen der Kraft
der Feder 35 in dieser Lage gehalten werden. Das wird im vorliegenden Falle dadurch
bewirkt, daß sich die Fläche 4:q. des Hebels 36 gegen die Fläche 43 des Hebels 33
legt, an dieser Stelle also eine Verklinkung der beiden genannten Hebel eintritt.
Die mit Hilfe der Scheibe ¢2 bewirkbare Sperrung ist zugleich auch für den Fall
von Bedeutung, daß der Strom nach einer kurzen Störung wiederkehrt. Wäre die Sperrung
nicht vorhanden, so würde der mit der Spannungswiederkehr wirksam werdende Elektromagnet
34 den Umschaltschieber 27, 28 sofort wieder in die Betriebsstellung bringen, was
naturgemäß die gleichen Gefahren zur Folge hat wie das Zurückholen dieses Schiebers
durch die Handbedienungseinrichtung 37.