-
Einrichtung zum Pressen von Torf Es ist bereits bekannt, Torf zunächst
zur Verminderung seines Feuchtigkeitsgehaltes zu trocknen, ihn dann zu Staub zu
mahlen, zu kneten, zu Klumpen zu formen und auf Transportwagen in Trockenkammern
zu .drillen. Bei diesen Verfahren werden Metalltücher zum Aufnehmen der Klumpen
benutzt. Aufgabe der Erfindung ist es, bei einer ähnlich arbeitenden Einrichtung
ein Zwischenumladen der Klumpen zu vermeiden, Eine Einrichtung zum Pressen von Torf
und sonstigen stark Feuchtigkeit enthaltendem Brennstoff sowie zum schichtweisen
Aufstapeln des gepreßten Brennstoffs in fahrbaren Trocknungsgestellen mit anschließender
Trocknung in besonderer Trocknungsanlage weist gemäß der Erfindung eine unter der
Preßv orrichtung angeordnete, ununterbrochen arbeitende Fördervorrichtung auf zur
Zuführung von leeren Horden aus einem fahrbaren Gestell und anschließender Abführung
mit Preßlingen beladener Horden in das Trockengestell. Zweckmäßig sind die leere
Horden zuführenden und die volle Horden abführenden Magen auf Tischen aufgestellt,
die entsprechend dem Fortschreiten des Ent- bzw. Beladens gesenkt oder gehoben werden,
so daß sich die zu beladende und die zu entladende Stelle der Wagen stets in der
jeweils günstigsten Höhenstellung befindet und nicht erst ein Heben oder Senken
der zu bewegenden Horden .durch den die Horden aufnehmenden bzw. ablegenden Arbeiter
notwendig wird. Dieser braucht sich also nichtdauernd zu bücken und hochzurecken,
so daß einerseits seine Arbeitskraft sehr geschont und andererseits auch Arbeitszeit
erspart wird.
-
Um die Leistungsfähigkeit eines Wagens voll auszunutzen, muß seine
Ladefiäohe möglichst groß gehalten sein. Dabei würden aber auch die Horden entsprechend
groß, d.. h. zu groß, um bequem aufgelegt und abgenommen werden zu können. Aus diesem
Grunde sind zwei Reihen Horden nebeneinander aufgestellt, und ferner ist der Tisch
um seine
lotrechte Achse drehbar, so daß die jeweils zu ent- oder
beladende Wagenseite dem Arbeiter zugekehrt werden kann. Wenn beispielsweise ein
beladener Wagen auf den Tisch gefahren ist, so kann die eine Seite bei der Senkbewegung
des Wagens von unten nach oben fortschreitend entladen werden. In der untersten
Stellung angekommen, wird dann der Tisch um i8o° gedreht und darauf bei der Wiederaufwärtsbewegung
die andere Seite fortschreitend von oben nach unten entladen, so daß der Wagen ganz
entladen ist, wenn er wieder in seine höchste Stellung gelangt ist.
-
Menschliche Arbeitskraft kann erfindungsgemäß weiterhin dadurch erspart
werden, daß die leeren Horden durch einen Stempel vom Wagen auf ein endloses Band
geschoben werden, das kontinuierlich unter der Preß- und Füllmaschine entlang läuft,
während die vollen Horden durch einen weiteren Stempel wieder selbsttätig auf den
Seitenwagen geschoben werden.
-
Wenn nun noch die Anordnung getroffen ist, daß die Brikettierungsmaschine
aus zwei gegenläufigen zylindrischen Walzen mit Aussparungen entsprechend der gewünschten
Form der Formlinge besteht, und unterhalb der Walzen eine Führungseinrichtung angeordnet
ist, welche die Formlinge geordnet den unter den Walzen mit der Umfangsgeschwindigkeit
dieser Walzen entlanggeführten Horden zuleitet, so kann das Entladen, Pressen, Füllen
und Beladen vollständig selbständig erfolgen.
-
Damit die Wagen auf dein kürzesten Wege vom Beladetisch über die Trocknungskammer
und die Entleerungsstelle wieder zum Entladetisch vor der Preß- und Füllmaschine
zurückkehren können, ist die Gesamtanlage so ausgeführt, daß die von den Tischen
kommenden Wagen mit den nassen Formlingen einer Schiebebühne zugeleitet werden,
von der aus sie auf die einzelnen Trockenkammern verteilt werden, und hinter den
Trockenkammern ist noch eine weitere Schiebebühne vorgesehen, auf der die Wagen
mit den getrocknetenForrnlingen zu den Entladestellen, z. B. Bunkern, und nach der
Entleerung von dort weiter wieder zu den Tischen geschoben werden.
-
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachstehenden Beschreibung
der Zeichnung zu ersehen, in der die Erfindung beispielsweise veranschaulicht ist,
und zwar zeigt Fig. i die Preß- und Füllanlage in Ansicht von der Seite und Fig.
-2 in Ansicht von oben, Fig. 3 die Ausbildung der Gesamtanlage im Grundriß und Fig.
4 einen Längsschnitt durch die Trockenkammer. Der aufbereitete Torf wird in nicht
dargestellter Weise zwei gegenläufig angetriebenen und über Zahnräder 1, a zwangsläufig
miteinander gekuppelten Walzen 3, q. zugeführt die mit zusammenwirkenden Vertiefungen
5 versehen sind. Je eine Vertiefung der einen und der anderen Walze bilden zusammen
eine Form, in welcher der Torf zu einem Formling 6 gepreßt wird. Unter den Walzen
wird zweckmäßig mit der Umlaufgeschwindigkeit der Walzen ein endloses Band 7 vorbeigeführt,
mit dem die Horden 8 zugeführt werden. Damit sich die Formlinge sanft auf die Horden
legen, ist unterhalb der Walzenberührungsstelle eine schiefe Gleitebene 9 angeordnet,
die bis nahe an die Oberfläche der vorbeigeführten Horden herangeführt ist. Die
Horden 8 liegen in zwei Stapeln auf Wagen io, die auf Schienen i i laufen. Um für
das Trocknen der Formlinge einen ausreichenden Zwischenraum zwischen zwei benachbarten
Horden zu erhalten, ruhen diese auf Trageleisten 12 eines Gestelles 13, die Wagen
io stehen auf einem heb- und senkbaren Tisch 14., 15, 16, 17 mit Stütze 18, i9.
-
Die vorbeschriebene Einrichtung arbeitet in folgender Weise: Die Wagen
io mit den leeren Horden werden auf die Tische 1¢, 15 geschoben und diesen zunächst
die Stapel entnommen, die dem Förderband zugewandt sind. Dabei senken sich die Tische,
bis die letzte leere Horde dieser Stapel abgenommen ist. Darauf dreht man die Tische
um iSo°, so daß jetzt wieder die vollen Seiten dem Förderband zugewandt sind. Während
des Entladens dieser Stapel bewegt sich der Tisch wieder nach oben. Die leeren Wagen
io werden von den Tischen 1.4, 15 herunter- und auf die Tische 16, 17 geschoben,
it#o sie wieder beladen werden. Die von den Tischen 14, 15 abgenommenen Horden werden
einzeln auf das Förderband gelegt und laufen unter den Walzen 3, q. durch, wo sie
mit Hilfe des Gleitstückes 9 selbsttätig mit den Formlingen belegt werden. Hinter
dieser Preß- und Fülleinrichtung -werden die vollen Horden auf die den Tischen 16,
17 stehenden leeren Wagen abgesetzt, die genau -wie bei den Tischen 14., 15 entsprechend
dem Fortgang des Beladens gesenkt und gehoben werden. Die Hebe-und Senkgeschwindigkeit
der Tische steht selbstverständlich in einem ganz bestimmten Verhältnis zur Geschwindigkeit
des Förderbandes. Das Hinundherbefördern der leeren und vollen Horden zwischen den
Wagen io und dem Förderband 7 Scann von Hand oder auch selbsttätig mit Hilfe von
Stempeln o. dgl. erfolgen.
-
Die auf den Tischen 16, 17 mit, den nassen Formlingen beladenen Wagen
io werden in den quer vor den Trockenkammern 25 angeordneten
Vorraum
26 geschoben und .dort auf eine Schiebebühne 27 abgesetzt, mittels deren sie vor
das Tor 28 der zu füllenden Trockenkammer gefahren werden-. Mit Hilfe eines Preßstempels
29 o. dgl. werden sie dann in die betreffende Trockenkammer geschoben, nachdem .das
Eingangstor 28 und das Ausgangstor 3o gleichzeitig geöffnet sind, wobei dann gleichzeitig
ein Wagen mit trockenen Formlingen die Trockenkammer verläßt. Dieser Wagen wird
wieder auf eine Schiebebühne 31 geschoben und mit dieser zu einem Bunker 32 gefahren,
in den die Ladung der Horden entladen wird und aus dem die Formlinge der Verkokungsanlage
33 zugeführt werden. Die Wagen mit den leeren Horden werden danach auf den Schienen
ii und über Drehscheiben. 34 wieder zu den Tischen 14, 15 zurückgebracht.