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Einrichtung zum Anlassen.von Dieselmotoren in großer Höhe Dieselmotoren
mit dem üblichen Verdichtungsverhältnis von etwa 1-17,5 springen in Höhen von über
2ooom im kalten ZuGtande nicht oder nur schwer an. Das angesaugte Luftgewicht und
der Verdichtungsenddruck und damit die Luftdichte nehmen stark ' ab, was
die Zündverhältnisse: und dien Verbreiinungsverlauf ungünstig beeinflußt. infolge
der Einwirkung der kalten Zylinderwandungen auf das kleinere Luftgewicht
Ü n Zylinder sinkt die Verdichtungsendtempieratux, und die Spanne zwischen
dieser und dem Selbstzündpunkt des Brennstoffs wird geringer. Dieser zündet daher
nicht mehr sicher und mit größer,em Verzuge, wozu auch die geringe Sauerstoffdichte
beiträgt.
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Bei Flugzeugdieselmotoren Ävird- zur -Verbesserung der Motforarbeit
in großen Höhen die Verdichtung erhöht. oder ein. Ladegeblä#sLe, vorgesehen. Dia
erstere, Maßnahnie.- ist , iä.cht durchführbar, -wenn der Motor,.-wie z.B.
bei Fahrzeugen, in Meereshöhe gleich gut wie- in großer Höhe arbeiten soll. Ein
Ladegebläse macht den Bau des Motors und seinen Betrieb verwickelt. Das Gebläse
muß in Meereshöhe abgeschaltet und in großer Höhe zugeschaltet -,verden. Die Arbeit
des. Starters wird erschwert, da das Gebläse beim Anlassen des Motors in großer
Höhe mit durchgedreht werden muß.
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Es ist auch bekannt, das Anlassen von Diesehnotoren durch Anwärmen
der angesaugten Luft oder des Kühlwassers zu -erl#eichtern. Die hierzu nötigen Einrichtungen
sbd aber ebenfalls verwickelt.
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Gemäß der Erfindung wird das Anlassen von Dieselmotoren in großer
Höhe, insbesondere solcher ohne Kompressor, dadurch erleichtert, daß die Ansaugleitung
des Motors mit einem Druckluftbehälter verbunden ist, dessen Druckluft ein in diesem
Behälter oder in der Ansaugleitung angeordnetes, ins Freie
führendes
Rückschlagventil geschlössen hält, so daß beim Anlassen des Motors die Verbrennungsluft
nicht aus der Atmosphäre, sondern aus dem Druckluftbehälter entnommen wird, während
nach dem Anspringen des Motors das Rückschlagventil infolge des Druckabfalls im
Druckluftbebälter sich selbsttätig öffnet, so daß dann durch dieses Ventil,#\.uß#enluft
als Verbrennungsluft angesauC wird.
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Es ist bereits bekannt, mit Hilfe eines von einer Pumpe gespeisten
Luftbebälters einem Vera serrnotor Druckluft zuzufühir-en. Dabei handelt es sich
aber um eine andere Aufgabe, nämlich um die Regelung der Leistun- Von in wechselnden
Höhenlagen arbeitenden Ver--asermotoren. Durch die Zuführung von Druckluft soll
trotz der wechselnden Luftdichte in. den- verschiedenen Höhenlagen die Motorleistung-
gleichmäßig erhalten wcrdeil.
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Bei der Einrich,un,- gemäß der Erfindun- kann der Druc#auftbehälter
mit n:edri,-gespannter Luft,. zweckmäßig vom höchst zulässigen A-ufladedruck des
Motors (gewöhnlich etwa 1,35 at,a), gefüllt sein. Er muß dann einen solchen
Inhalt haben, daß der Motor sicher angesprungen ist, bevor der Druck irn Behälter
etwa 0,79 ata unterschreitet. Es kann auch höher gespannte Luft, z. B. bei
Triebwagen aus einem Bremsluftbehälter, verwendet werden. Zwischen dem Behälter
und dem Ansauggrohr des Motors wird dann ein, selbsttätig arbeitendes Druckminderventit
angeordnet, das den Behälterdruck auf den `höchstzulässigen Aufladedruck des Motors
herabsetzt. Solche Behälter sind kleiner, aber etwas schwerer, als -%venn niedrig
spannte 2,ge Luft benutzt wird.
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Das Füllen des Behälters, mit Druckluft kann in einfacher Weise von
Hand mit Flü-#e lpumpen o. dgl. oder mit elektrisch angetriebenen Kompressoren erfolgen.
Auch kann dex vom Starter angetriebene Motor hierzu verwendet werden, indem anfänglich.
durch Schaltvo-rrichtungen das Auspuffrohr und im Augenbück des Anfahrens. das Ansaugrohr
des Motors mit dem Druckluftbehälter verbunden wird. Auf diese Weise können Überdrücke
von o,6 atü und mehr leicht erzeugt werden.
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Zur besseren Ausnutzung g des Niederdruckluf tbehälters kann dieser
auflIerhalb der Anfahrperioden als Schalldämpfer verwendet werden, was durch einfache
Schaltvorrichtung-en ermöglicht wird.
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In der Zeichnun#gg sind drei Ausführtien,-sbeispiele der Erfindung
dargestellt.
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In Fig-. i bedeutet M den Dieselmotor, S dessen Starter, B
den Druckluftbehälter, H eine Handluftpumple, mit der der Bebä1-ter-B mit Druckluft
von etwa I,35ata gefüllt wird - . Der Druck ist--am ManometerD abl#esbar.
A - ie.i ein Rückschlagventil. Ist der Behälter B bei selbsttätig-
schließendem Rückschlagventil A aufgefüUt, so wird der elektrische Starter
S betätigt. Die Druckluft strömt in die Motorzylinder, und bei der auf das
Einströmen folgenden Verdichtung wird dadurch leicht die Sauerstoffdichte erzeugt,
die zu einer sicheren Zündung erforderlich ist. Ist der Motor angesprungen und die
im Behälter gespeicherte Druckluft verbraucht, so öffnet sich das Rückschlagventil,
und der Motor läuft weiter, wobei !er Außenluft ansaugt. überschneiden sich Ein-
und Auslaßventile des Motors, so ist der Motor vor dem Anlassen zur Vermeidun- von
Luftverlusten in Anlaßstellung zu bringen, oder es ist ein. Absperrglied nvischen
Behälter und Motor anzuordnen, das erst im Augen.blick des Startens und Brennstoffgeben:s
geöffnet wird.
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Für Fig. 2 gelten dieselben Bezeichnunuen wie für Fig. i. R ist ein
Druckmindierventil, das den hohen Druck des Bremslufthehälters B von CtWa 4 bis
5 ata auf den Aufladedruck von etWa I,35ata herabsetzt. Der Bremsluftbehälter
wird auf gewöhnliche Weise, z.B. mittels egültrisch angetriebener Pumpe, mit Druckluft
gefüllt. Im Augenblick- des Startens wird der Habn0 geöffnet. Das Anspringen des
Motors -eht dann in -leicher Weise z2 Z>
wie bei Fig. i vor sich. Nach dem
Ansprin--en wird der Hahn0 geschlossen; der Motor saugt dann durch das selbsttätige
Rückschlagventi1A Außenluft für den Weiterlauf an. Die Schaltbewegungen können auch
pneumatisch* oder elektrisch erfolgen.
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In Fig-3 sind die SchaltklappenE für den Auspuff und F für die Preßluft,
die. sinngemäß gekuppelt sind und mitte-ls des gemeinsamen GriffsA bewegt werden,
in der Stellung für das Auffüllen des Behälters dargestellt.
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Der Motor wird zunächst ohne Brennstoff mittels des Starters -edrebt,
wobei er dien Behälter E durch das" Rückschlagventit A mit Druckluft
auffüllt. Wenn der Ladtdruck, etwa 1-,35 ata, erreicht ist, werden die Klappen
E und F mittels des Handgriffs 0 um--esteuert, so daß jetzt die Ansaugleaung
Druckluft ans dem BebälterR erhält und der Auspuff ins Freie entweichen kann. Gleichzeitig
mit düm Betätigen des HandgriffsG wird, die Brennstoffpumpe P durch ein entsprechend
angeordnetes Gestänge auf Förderung gestellt. Ist der Motor angesprungen und '2
die Luft im Behälter B verbraucht, so öffnet sich das Rückschlagventil_A, und der
Z,
Motor läuft weiter. Das Rückschlagventil L verhindert, daß sich beim Umschalten
der Klappe E der Behälter plötzlich durch die Auspuffleitung entleeren kann.
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Die beschriebenen Einrichtungen können
ti auch dazu
- -verwendet -werden, niedrigkomprimierte
aufgeladene Dieselmotoren
mit Ab-
gas- oder Zentrifugalgebläsen zum Ansprinngen zu bringen. Bei solchen
Motoren bestehen aus den gleichen Gründen oft bereits in Meereshöhe die gleichen
Anfahrschwierigkeiten wie bei Höhenmotoren.