DE722658C - Verfahren und Vorrichtung zum Nachweis kleiner Mengen schaedlicher Stoffe in Gasen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Nachweis kleiner Mengen schaedlicher Stoffe in GasenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Nachweis kleiner Mengen schädlicher Stoffe in Gasen Zum Nachweis kleiner Mengen schädlicher Stoffe in Gasen, z. B. von der Gesundheit abträglichen Gasen und Dämpfen in Luft, gibt es bereits verschiedene Verfahren und Vorrichtungen, die mehr oder weniger zweckentsprechend sind. Da es sich beim Nachweis solcher Stoffe meistens um sehr geringfügige Mengen handelt und dieser Nachweis, um die Gefährdung der Gesundheit zu vermeiden, in kürzester Frist erbracht werden muß, soll die Bestimmungsweise eine große Empfindlichkeit besitzen. Da ferner die Durchführung der Untersuchung oft technisch wenig geschulten Leuten überlassen werden muß, so müssen Methode und Vorrichtungen dafür möglichst einfach in der Handhabung sein.
- Bisher arbeitete man beispielsweise so, daß man die zu prüfende Luft durch in Waschflaschen vorhandene Lösungen leitete, die mit den schädlichen Stoffen charakteristische Fällungen oder Färbungen ergaben. Derartige Vorrichtungen haben aber den Nachteil, daß sie kompliziert und beim Arbeiten leicht der Gefahr eines Bruches ausgesetzt sind. Auch gestatten sie kein rasches Durchleiten größerer Gasmengen, so daß die Empfindlichkeit nur klein ist.
- Eine andere bekannte Methode verwendet in ein Rohr eingeschlossene Reagenzpapiere, über welche das zu prüfende Gas geleitet wird. Dabei kommt aber nur die gerade über das Reagenzpapier -streichende Menge des schädlichen Gases zur Wirkung, während der übrige Teil. ungenutzt abgesaugt wird. Die Empfindlichkeit der Reaktion ist demnach auch nur eine geringe.
- Nach einem weiteren bekannten Verfahren erfolgt der Nachweis von schädlichen Gasen in der Luft in der Weise, daß diese durch ein mit Silikagel gefülltes Rohr geleitet werden. Dabei adsorbiert das Silikagel die schädlichen Gase und reichert sie an, worauf sie dann durch Aufbringen eines Reagenzstoffwes nachgewiesen werden. Das für das Verfahren notwendige feinkörnige Silikagel ist in Rohre von etwa i cm lichter Weite eingefüllt, um eine genügende Durchgangsgeschwindigkeit für die Luft zu gewährleisten. Durch diesen großen Querschnitt der Rohre leidet aber wieder die Empfindlichkeit der Methode. ` lach einem anderen Vorschlag wird die zu prüfende Luft durch ein Röhrchen geleitet, das eine kleine Menge aktiver Kohle enthält, worauf dann diese Kohle auf schädliche Stoffe, wie Kampfgase, geprüft wird. Aber auch diese Methode ist umständlich.
- Es ist auch .eine Vorrichtung bekannt, bestehend aus einem mit körnigem Reagenz gefüllten Prüfröhrchen, das zur Erhöhung der Reaktionsempfindlichkeit an der Prüfstelle durch Zusammenquetschen als enger Schlitz ausgebildet ist.
- Es wurde nun gefunden, daß man die Empfindlichkeit der in Frage kommenden Reaktionen noch weiter steigern kann, indem man die zu prüfenden Gase durch eine Kapillare hindurchführt, auf deren Mündung oder in deren Inneres als Reagenzträger ein poröses Gewebestück gelegt ist.
- Als geeignete Reagenzträger kommen z. B. Gewebe anorganischer oder organischer Natur in Frage, wie solche aus Glasfäden, Asbest-oder Textilfasern. Die Textilgewebe pflanzlichen Ursprungs werden zwecktiläßig entsch,lichtet, damit sie nicht wasserabstoßend wirken und das Reagenz gut aufnehmen.
- Als Reaktionsvorrichtung wählt man zweckmäßig eine Kapillare mit einer lichten Weite von etwa 2 mm, über deren Mündung oder in deren Inneres man das mit Reagenz getränkte poröse Gewebe bringt, so daß das zu prüfende Gas gezwungen ist, in seiner Gesamtheit durch eine Fläche von nur etwa 3 mm`-' hindurchzustreichen. Damit kommt eine verhältnismäßig große Menge auf einer nur kleinen Fläche zur Reaktion, und die Empfindlichkeit wird dadurch sehr hoch.
- In den beiliegenden schematischen Zeichnungen sind einige Beispiele von zweckmäßigen Vorrichtungen zur Ausübung des Ver- fahrens angegeben.
- Fig. i stellt den Schnitt durch .ein Röhrchen a dar, das an seinem oberen Ende b zu einer kapillarartigen Verengtulg c zusammengezogen ist. Über dieses Ende ist ein grobporöses Stück Stoff d gezogen, das über der Kapillare als Reagenzträger dient und dass durch eine Haltevorrichtung e, z. B. einen Gummiring, in seiner Lage festgehalten wird. Das untere Ende/ des Röhrchens a wird an eine einfache Saugvorrichtung, wie Saugpumpe oder Gummiball, angeschlossen.
- Fig.2 stellt den Schnitt durch einen gewöhnlichen Laboratoriumsvorstoß g dar, der oben durch einen beliebigen Stopfenk verschlossen ist. In diesen Stopfen ist eine enge öffnung c gebohrt, durch die das zu Tintersuchende Gas mittels einer an das Ende/ angeschlossenen Saugpumpe gezogenwird. über der Öffnung c liegt ein Stückchen grobporöser Stoff i, der als Reagenzträger dient.
- In den Fig.3 und ¢ sind Beispiele angegeben, bei denen in einer einzigen Anordnung eine Mehrzahl von Prüfvorrichtungen gemäß Fig. i oder 2 vereinigt sind. Solche Anordnungen machen es möglich, in einem einzigen Versuch zugleich auf eine :Mehrzahl von schädlichen Stoffen in einem Gase zu prüfen.
- Selbstverständlich kann man auch mehrere Vorrichtungen gemäß Erfindung hintereinanderschalten und auf diese Weise eine Mehrzahl von Prüfungen in dem gleichen Versuch durchführen.
- Die beschriebene Vorrichtung hat neben der erhöhten Reaktionsempfindlichkeit den weiteren Vorteil, daß der Reagenzträger leicht gewechselt werden kann und sie deshalb rasch immer wieder betriebsbereit ist. Beispiel Um die große Empfindlichkeit des Verfahrens gemäß vorliegender Erfindung ;;ege17-über anderen gebräuchlichen Prüfungsmethoden nachzuweisen, wurde u. a. folgender Vergleichsversuch durchgeführt: Ein Behälter von 6o1 Luft wurde mit einigen Milligramm Chlorgas versetzt. Leitet man nun diese Luft durch ein Gerät gemäß Fig. i oder 2, dessen Reagenzträger mit Jodkaliumstärkelösung getränkt ist, so zeigt sich auf diesem sehr bald ein sehr starker blauer Fleck.
- Anderseits wurde die gleiche Luft sowohl durch eine Lösung von Silbernitrat als auch eine solche von Jodkaliumstärkelösung gesaugt. Auch in diesen Fällen zeigte sich die übliche Silberchloridfällung bzw. gut sichtbare Blaufärbung der Stärkelösung. Nun wurde durch den Gasbehälter längere Zeit Luft hindurchgesaugt, bis der Geruch nach Chlor verschwunden war. Erneutes Durchleiten der Behälterluft durch Silbernitratlösung oder Kaliumjodidstärkelösung gab keine Reaktionen mehr. Leitete man aber diese Luft wieder gemäß der Erfindung durch eine Vorrichtung nach Fig. i bis .1, so zeigte der mit Kaliumjodidstärkelösung imprägnierte Reagenzträger immer noch eine schwache, aber deutlich sichtbare Blaufärbung.
- In ähnlicher Weise lassen sich kleine Mengen von anderen Industrie- und Kampfstoffen, wie Phosg-en, Ammoniak, Kohlenoxyd, Dich.lordiäthyIsulfid usw., mit den für sie spezifischen Reagenzien in geringsten Spuren auf bequeme Art nachweisen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zum Nachweis kleiner Mengen schädlicher Stoffe in Gasen mittels eines an der zur Aufnahme von Reagenzien bestimmten Stelle verengten Prüfröhrchens, durch welches das zu prüfende Gas hindurchgesaugt wird, dadurch ge: kennzeichnet, daß man als Reagenzträger ein poröses Gewebestück verwendet, das über die Mündung einer Kapillare oder in eine Kapillare gelegt wird, durch welche das Gas hindurchgeführt wird, derart, daß der Gasstrom durch das poröse Gewebestück hindurchtritt. a. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens gemäß Anspruch z, bestehend aus mindestens einer Kapillare von etwa 2 mm lichter Weite, durch die das Gas ges.augt wird und über deren Mündung oder in deren Inneres als Träger der Reagemien ein poröses Gewebestück aus anorganischem oder organischem Fasermaterial, wie Glas, Asbest oder Textilien, gelegt ist.
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