DE722291C - Verfahren zur Erkennung von Spritzern haftender Kampfstoffe am Erdboden oder an Gegenstaenden - Google Patents

Verfahren zur Erkennung von Spritzern haftender Kampfstoffe am Erdboden oder an Gegenstaenden

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DE722291C
DE722291C DER88853D DER0088853D DE722291C DE 722291 C DE722291 C DE 722291C DE R88853 D DER88853 D DE R88853D DE R0088853 D DER0088853 D DE R0088853D DE 722291 C DE722291 C DE 722291C
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Germany
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Dr Ulrich Mueller
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OBERKOMMANDO HEER BERLIN
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OBERKOMMANDO HEER BERLIN
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N21/00Investigating or analysing materials by the use of optical means, i.e. using sub-millimetre waves, infrared, visible or ultraviolet light
    • G01N21/75Systems in which material is subjected to a chemical reaction, the progress or the result of the reaction being investigated
    • G01N21/77Systems in which material is subjected to a chemical reaction, the progress or the result of the reaction being investigated by observing the effect on a chemical indicator
    • G01N21/78Systems in which material is subjected to a chemical reaction, the progress or the result of the reaction being investigated by observing the effect on a chemical indicator producing a change of colour

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Description

  • Verfahren zur Erkennung von Spritzern haftender Kampfstoffe am Erdboden oder an Gegenständen Seit Einführung der Gaskampfmittel droht nicht nur der kämpfenden Trupple im Felde, sondern auch der Zivilbevölkerung im Hinterland durch Beschuß mit weittragenden Geschützen loder durch Bombenwurf mittels Flugzeuge eine erhebliche Gefahr, die besondere Abwehrmaßnahmen notwendig macht.
  • Am meisten gefürchtet und am schwersten abzuwehren sind die sog. seßhaften Kampfstoffe, deren Typ das Dichlordiäthylsulfid (Lost) ist, weil b.ei diesen anker den üblichen Gasschutzmitteln noch die Vernichtung der am Boden haftenden Anteile notwendig ist, deren Vorhandensein s.onst eine dauernde weitere Gefahrenquelle darstellt. Die Entgiftung derartig begifteten Geländes hat aber die einwandfreie Feststellung der Gegenwart des Kampfstoffes zur Voraussetzung. Hierbei ist es unwesentlic>, den Stoff in der Luft nachzuweisen, weil die bereits verflüchtigten Giftmengen nicht mehr vernichtet zu werden brauchen, sondern freiwillig abziehen. Wesentlich ist vielmehr die Erkennung von Spritzern und Lachen, die dem Boden oder Gegenständen anhaften und die durch ihre Verdunstung entweder als Atemgift oder bei Berührung,als Hautgift wirksam werden können. Ihre Auffindung, Kennzeichnung und räumliche Eingrenzung ist daher die erste Aufgabe der Entgiftungstrupps.
  • Bisher geschieht dies durch Anwendung besonderer Reagenzpapiere, durch Probenahme vom Boden oder von verdächtigen Gegenständen und nachfolgende chemische Untersuchung dieser Proben bei geeigneten Untersuchungsstellen. Dieses Verfahren ist aber zeitraubend und nicht immer durchführbar.
  • Bekannt ist auch das Ausstreuen von Farbstoffen, die mit dem Kampfstoff leine Verfärbung ergeben oder sich in ihm mit einer bestimmten Farbe lös,en. - Dieses Verfahren hat aber den schweren Nachteil, daß die wechselnde Farbe des Untergrundes die Unterscheidung erschwert und sogar meist unmöglich macht.
  • Auch der daraufhin beschrittene Weg, mit solchen Farben bestrichene Bleche oder Papiere anzuwenden, scheiterte daran, daß sich solche nicht einwandfrei dem unebenen Boden usw. anschmiegen, so daß der besonders gern in Vertiefungen haftende Kampfstoff dem Nachweis entgeht.
  • Erfindungsgemäß gelingt aber dile sichere und augenblickliche Erkennung von Spritzern von Dichlordiäthylsulfid oder anderen haftenden Kampfstoffen (die bekanntlich alle lipoidlöslich und -lösend sein müssen, um texikologisch wirksam zu sein) dadurch, daß die verdächtige Fläche mittels einer Puderbüchse oder eines Puderballes mit einer dünnen Schicht eines weißen Puders bedeckt wird, der aus Talkum, Magnesia usta u. dgl. bestehen kann und dem leine geringe Menge eines Farbstoffes zugesetzt ist, der sich in den flüssigen Kampfstoffpartikeln mit charakteristischer Farbe, nicht dagegen in Wasser löst. Der weiße Puder schmiegt sich auch der unebensten Oberfläche an und liefert zugleich eine gleichmäßige Grundfarbe, von der sich die mit den Kampfstoffspritzern gebildete Farbe deutlich abhebt. Als Farbstoffe können hierbei viele fettlösliche organische Farbstoffe dienen, z. B. Sudan III, das sich nicht in Wasser, wohl aber in Lost und ähnlichen organischen Flüssigkeiten löst.
  • Sudan III hat aber den Nachteil, daß les sich auch in Petroleum, Schmieröl 0. dgl. löst, also nicht spezifisch genug ist. Es gibt jedoch spezifischere Farbstoffe, die sich in Kohlenwasserstoffen nicht lösen, wie Ceriseblau u. a. m. Der Nachteil des Verfahrens, daß unter Umständen auch andere, zufällig am Boden vorhandene organische Lösungsmittel die Reaktion ergeben könnten, ist wegen seiner Unwahrscheinlichkeit gering zu bewerten. Auch kann er, da er gegebenenfalls nur eine an sich nicht erforderliche Maßnahme auslösen würde, aus Gründen erhöhter Sicherheit in Kauf genommen werden. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist die mit der Erkennung gleichzeitig erfolgende Kennzeichnung des begifteten Bodens, die im Gegensatz zu der durch Papiere, Bleche oder Fähnchen weithin sichtbar und unverrückbar ist. Das Verfahren ist zudem billig, sicher und von jedermann ausführbar und somit geeignet, die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen gegen seßhafte Kampfstoffe wesentlich zu steigern.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erkennung seßhafter Kampfstoffe am Boden oder an Gegenständen mittels Farbumschlages organischer Farbstoffe, dadurch g,ekennzeichnet, daß ein weißer Puder, der mit geringen Mengen eines fettlöslichen Farbstoffes gemischt ist, mittels Puderdose 0. dgl. in dünner Schicht auf die zu prüfende Fläche gestreut wird.
DER88853D 1933-09-28 1933-09-28 Verfahren zur Erkennung von Spritzern haftender Kampfstoffe am Erdboden oder an Gegenstaenden Expired DE722291C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE977406C (de) * 1959-12-24 1966-05-12 Draegerwerk Ag Vorrichtung zum Nachweis von Gelaendekampfstoffen
DE3344700A1 (de) * 1983-12-10 1985-06-20 Battelle-Institut E.V., 6000 Frankfurt Verfahren zum nachweis von bis- (2-chlorethyl)-sulfid oder bis- (2-chlorethyl)-imin

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE977406C (de) * 1959-12-24 1966-05-12 Draegerwerk Ag Vorrichtung zum Nachweis von Gelaendekampfstoffen
DE3344700A1 (de) * 1983-12-10 1985-06-20 Battelle-Institut E.V., 6000 Frankfurt Verfahren zum nachweis von bis- (2-chlorethyl)-sulfid oder bis- (2-chlorethyl)-imin

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