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Waagerecht-Feinbohrwerk mit Bohrstangenmagazin Bei dem Waagerecht-Feinbohrwerk
nach Patent 676 i 5o _ sind die Bohrstangen in einem Magazin gelagert, das auf der
Bettplatte drehbar befestigt ist. Sollen die Bohrstangen mit den dazugehörigen Werkzeugen
in die Bohrmaschine eingespannt werden, so wird zunächst das eine Ende der Bohrstangen
in axial verschiebbare Spannvorrichtungen von Schiebern festgeklemmt, die die Bohrstangen
aus dem Magazin heraus durch die Aussparungen des eingespannten Werkstückes hindurch
in die Spannfutter der Antriebswelle führen, worauf das andere Ende der Bohrstangen
eingespannt wird. Die Bearbeitung des Werkstückes :erfolgt dann in der Weise, daß
das :eingespannte Werkstück an den sich drehenden Werkzeugen der Bohrstangen vorbeigeführt
wird.
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Um bei derartigen Werkzeugmaschinen eine noch höhere Genauigkeit in
der Bearbeitung der Werkstücke zu erreichen, werden erfindungsgemäß die vom Schieber
eingeführten Bohrstangen während des Arbeitens in Lünettenlagern abgestützt, die
vor und hinter dem Werkstück an dem Werkstückschlitten angeordnet sind, wobei die
Verbindung mit der Spannvorrichtung des Schiebers gelöst wird.
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Lünettenlagcr vor und hinter dem Werkstück, um eine Bohrstange genau
zu führen, sind bereits bekannt. Es ist auch bekannt, solche vor und hinter dem
Werkstück angeordneten
Lünettenlager auf dem das Werkstück tragenden
Schlitten aufzusetzen, so daß sie sich mit ihm verschieben. Die Anwendung dieser
an sich bekannten Mittel auf Waagerecht-Feinbohrwerke mit Bohrstangenmagazin mit
festen Spindelstöcken und die Vorschubbewegung ausführenden Werkstückschlitten ergibt
den Vorteil, daß der Abstand der Bohrstangenführung verhältnismäßig gering ist und
immer der gleiche bleibt. Es wird dadurch infolge der besseren Lagerung ein etwaiges
schwaches Durchbiegen der Bohrstangen, was die Genauigkeit der Bearbeitung nachträglich
beeinflussen würde, verhindert.
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Das Magazin ist im übrigen, wie es bereits vorgeschlagen worden ist,
_an einer Stange auswechselbar befestigt, so daß dasselbe gegen ein anderes ausgetauscht
werden kann.
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Auf der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt, und zwar zeigt: Abb. l eine Ansicht einer 'Waagerecht-Bohr- und Fräsmaschine
mit Bohrstangenmagazin und Abb.2 eine Seitenansicht des Magazins. An der in an sich
bekannter Weise ausgebildeten Bohr- und Fräsmaschine i mit Bettplatte 2, Antriebsstock
3 mit Antriebswellen 4 und Futter 5 für das eine Ende der Bohrstangen und Schieber
6 für das andere Ende ist ein Werkstückschlitten 7 mit Einspannvorrichtung für das
Werkstück verschiebbar angebracht, der zu beiden Seiten des Werkstückes vorgesehene
Lünettenlager 8 für die Bohrstangen aufweist. Ferner ist auf der Werkzeugmaschine
eine axial verschiebbare Tragvorrichtung für das Bohrstangenmagazin 9 angeordnet,
die aus den Konsolen Io und i i mit einer Tragstange 12 besteht und durch eine Schraubenspindel
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o. dgl. in den Konsolen derart gehalten wird, daß auch ein Herausnehmen
der Stange 12 mit dem Magazin g und damit ein Wechsel des Magazins 9 möglich ist.
Das Magazin g weist, wie schon vorgeschlagen worden ist, parallele Halteplatten
14 mit Aussparungen 15 verschiedener Querschnitte auf, in denen die Bohrstangen
16 lagern. Die Aussparungen 15 sind so ausgebildet, daß sie einerseits .ein Durchführen
des Schiebers 6 für die Bohrstangen durch das Magazin ermöglichen. anderenfalls
aber eine sichere Lagerung der Bohrstangen gewährleisten. Das Magazin kann einen
drei-, vier- oder mehreckigen oder sonst beliebig geformten Querschnitt aufweisen,
je nachdem wieviel Bohrstangen nacheinander zur Bearbeitung des Werkstükkes Verwendung
finden sollen. Das Werkstück selbst kann durch den. auf der Bettplatte 2 angebrachten
Werkstückschlitten ; in eine beliebige Stellung zu den Werkzeugen gebracht und in
beliebiger Weise all den sich drehenden Werkzeugen vorbeigeführt werden. Soll eine
Gruppe von Bohrstangen t f; mit darauf in beliebiger Weise befestigten Werkzeugen
i9 das in dem Werkstückschlitten 7 befestigte Werkstück bearbeiten, so werden zunächst
die Bohrstangen 16 mit ihren Enden 17 in die Spannfutter 18 des axial verschiebbaren
Schiebers 6 eingespannt und darauf die Bohrstangen 16 mit ihren Werkzeugen i9 durch
das Magazin 9 und die Lünettenlager 8 und die beim Gießen des Werkstückes vorgesehenen
Aussparungen hindurchgeschoben und mit ihren anderen Enden 2o in die Futter 5 der
Antriebswellen 4. eingespannt. Darauf wird der Schieber 6 von den Bohrstangen 16
gelöst und nach rechts geschoben, SU
daß die Bohrstangen nunmehr rechts und
links des Werkstückes sicher gelagert sind. Die Bearbeitung des Werkstückes erfolgt
dann in der Weise, daß dasselbe gegen die sich mit den Bohrstangen 16 drehenden
Werkzeuge i9 bewegt wird.
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Ist der beabsichtigte Bearbeitungsvorgang beendet, so wird die Verbindung
der Bohrstangen 16 mit den Antriebswellenfuttern 5 gelöst, die Schieber 6 werden
wieder mit denn anderen Ende der Bohrstangen verbunden, die Bohrstangen mit den
Werkzeugen aus dem bearbeitenden Werkstück gezogen und im Magazin abgelegt, nachdem
die Verbindung zwischen den Bohrstangenenden i; und den Spannfuttern 18 der Schieber
6 wieder gelöst ist. Soll ein neuer Bohrstangensatz zur Bearbeitung des Werkstückes
herangezogen werden, so wird das Magazin 9 um einen bestimmten Winkel (im vorliegenden
Fallt tun 9o°), gedreht, und die nunmehrigen Bohrstangen werden mittels der Schieber
6 durch das Magazin 9, die Lager 8 und das Werkstück geführt und in die Futter 5
der Antriebswellen 4 eingespannt, worauf in bereits geschilderter @rJeise die «eitere
Bearbeitun;-, des Werkstückes erfolgen kann. Dieser Vorgang kann sich je nach Bauart
des lla aziits verschiedene Male wiederholen.
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Durch das dargestellte Ausführungsbeispiel soll der Erfindungsgegenstand
in seinem Schutzumfang in keiner Weise eingeschränkt werden. Es ist ohne weiteres
möglich, wie. bereits ausgeführt wurde, dem Magazin eint andere Gestalt zu geben,
so daß je nach Ausbildung eine gewollte Zahl voll Bohrstang-n mit Werkzeugen zur
Bearbeitung des Werkstückes herangeführt werden kann. Ferner ist es auch möglich,
solche W erkzeugniagazine auch für Bohr- und Fräsmaschinen mit senkrecht arbeitenden
Bohrstangen zti verwenden.